Korsette bei HAUPTSACHE GESUND (mdr)

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
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Charp
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Korsette bei HAUPTSACHE GESUND (mdr)

Beitrag von Charp »

Hallo,
hat jemand gestern zufällig auch Hauptsache gesund im mdr geguckt? Da gab es Korsette aus Dresden zu bestaunen.

Hier ein Link zu dem Teil der Sendung:
http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/286 ... ml#absatz5

Mal abgesehen davon, dass die Mädels einfach nur im Stehen mit Gips umwickelt wurden (und ich ja nun gelernt habe, so soll es nicht unbedingt sein), was haltet ihr von dieser Nachtkorsett/Tagkorsett-Theorie? Also, dass das Tagkorsett nachts nicht mehr richtig passen soll, weil "der Oberkörper im Liegen länger und flacher wird"? Könnnen die Korsi-Träger das bestätigen? Interessiert mich jetzt einfach so.

LG,
neugierige Charp
ginagrappa
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Beitrag von ginagrappa »

hallo,
habe den beitrag gestern auch gesehen und wollte gerade den link einstellen, aber ich bin dafür zu ungeschickt.
meine korsettzeit ist schon so lange her, dass ich vielleicht nicht mehr wirkl. im thema bin.
ich könnte mir vorstellen, dass im liegen eine noch bessere korrektur möglich wäre (wenn das bei den heutigen korsetts überhaupt noch notwendig ist), weil der körper doch entspannter ist als im sitzen oder stehen.
für mich war da eine gewisse logik drin. man räumte in der sendung allerdings auch ein, dass langzeitstudien zeigen würden, ob wirkl. eine noch bessere korrektur möglich ist. man sprach aber von bisher überdurchschnittl. guten ergebnissen.
ich fand den beitrag insofern ganz gut, weil man völlig locker u. normal mit dem thema skoliose umgegangen ist.
liebe grüße
gina
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BZebra
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Re: Korsette bei HAUPTSACHE GESUND (mdr)

Beitrag von BZebra »

Charp hat geschrieben:Also, dass das Tagkorsett nachts nicht mehr richtig passen soll, weil "der Oberkörper im Liegen länger und flacher wird"? Könnnen die Korsi-Träger das bestätigen? Interessiert mich jetzt einfach so.
Ja, mein Rahmouni-Nacht-Korsett ist tagsüber wirklich sehr schwierig zu tragen. Ist schon etwas enger geschnitten.

Problem ist nur, dass die Dresdner weder Korsette für tags noch nachts bauen können, die überhaupt ordentlich korrigieren.

Irgendwie scheint das so ein Volkssport unter den Korsettbauern zu sein. Man konzentriert sich auf irgendwelche Nebensächlichkeiten während man noch nicht mal das grundlegende Dinge beherrscht, die man wahrscheinlich schon lange aufgegeben hat, jemals zu erreichen.
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich habe gestern abend diesen Beitrag zufällig auch gesehen.
Ich war entsetzt. Die haben ein Mädchen völlig freistehend und völlig unkorrigiert (sie hat während des Gipsabdruckes deutlich gewackelt) einfach umwickelt. Keine Taillenfixierung, keine Beckenkorrektur, die Knie nicht leicht gebeugt einfach sämtliche Fehler, die schlechte OT´s ohne Skoliosenerfahrung beim Gipsen machen können. Dann haben sie gezeigt, wie das Mädchen ihr CBW-Tageskorsett erhalten hat und es angelegt hat. Sie hat sich extrem verrenken müssen um die bescheuerten dorsalen Verschlüsse zuzubekommen. Irgendwelche Krafteinleitung durch Schließen des Korsettes in Richtung Derotation war deutlich sichtbar so NICHT möglich. Auch das anlegen und schließen in Rückenlage mit angezogenen Knieen- UNMÖGLICH.
Dann kam die Theorie vom Umkrümmungs-Nachtkorsett, das nachts, weil keine Schwerkraft auf den Arm wirkt mit höherer Korrektur ausgeführt werden könne. Dabei ist aber offensichtlich nur Rückenlage darin möglich.
Abgesehen davon, daß diese Charleston-Theorie durch die Jahrzehte oder fast jahrhunderte lange Erfahrung mit Ümkrümmungs-Liegegipsen, Umkrümmungsgipsschalen, Umkrümmungsliegebretter auf die man frühr geschnallt worden ist, sich in der Skoliosetherapie noch nie wirklich bewährt hat, welchen Vorteil sollte dieses Konzept denn bringen?
Doppelte Versorgungskosten-
Doppelte Röntgenbelastung-
Doppelte Belastung in der Eingewöhnung- da man sich an 2 völlig verschiedene Korsette gewöhnen muss

Und das ganze bei elend schlechten Primärkorrekturen. Hinten geschlossene Korsette können aus physikalisch technischen Gründen gar keine solche hohen Korrekturwirkungsgrade und Krafteinleitungen haben wie vorne geschlossene Korsette, die in Rückenlage festgeschnallt werden.
Alles in allem ein sehr zweifelhaftes Konzept, das da so vollmundig vorgestellt wurde.
Dazu kommt, daß ich so ein CBW im Hygienemuseeum in Dresden live geshenen habe- als Ausstellungsstück. Ein auch handwerklich in der Detailausführung sehr lieblos-primitives nacktes Stück Plastik (verglichen mit Rahmounis) ungepolsterte Ränder, keine Ratschenschnalle, nackte Metallteile usw....
Kein Ruhmesblatt für die Dresdner Korsettbauer!
Fine war z.B. ein Opfer dieser scheinbar logischen aber in der tatsächlichen Ausführung qualitativ doppelt zweifelhaften aber für den OT doppelt lukrativen Versorgungskonzepts.

Gruß Toni
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas!
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Charp
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Beitrag von Charp »

Hallo,

okay, dann war mein Eindruck wohl richtig. Das sah mir auch nicht so "brutal" aus, wie ich mir ein hochkorrigierendes Korsett vorgestellt habe bzw. wie die Rahmounis, die ich schon gesehen habe... Brav aufgepasst bei den Korsett-/OT-Diskussionen ;)

LG,
Charp
eli
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Beitrag von eli »

Ich habe das auch gesehen. Denn als die den Gipsabdruck gezeigt haben und im Hintergrund das Röbi, das war von mir. Ich wurde einen Tag, bevor mdr dort war um zu filmen, eingegipst. Das Mädchen wurde glaube nur so ein bisschen für den Beitrag eingegipst, aber nicht richtig. Die hätten das ja gar nicht geschafft, dass Korsett an einem Tag zu bauen.

Im Liegen sind die Dresdner Korsette "zu groß", eben weil sie hinten geschlossen werden. Bei meinem Nachtkorsett ist das nicht so. (wird vorne geschlossen)
Da mir mein Tageskorset inzwischen zu groß ist, also nicht mehr so gut anliegt wie am Anfang, bekomm ich ein neues. Das die meisten Korsette nicht so gut korrigeiren, wie zum Beispiel die von Rahmouni oder Nahr, kann schon sein. Aber meins korrigierte meine Hauptkrümmung im LWS-Bereich nach 6 Wochen tragen von 37° auf 12° (war da 15, inzwischen 16). Nun bin ich auch schon bei Überkorrektur angelangt!! Ich muss das Korsett zwar so weit zuziehen, dass zwischen den Kanten nur noch 1-2cm Luft ist, aber sonst würde es halt hin und her rutschen.

Das mit der nicht vorhandenen Korrekturhaltung stimmt schon. Habe mich mit einem Fuß auf so ein Holzbrettchen gestellt, halt wie die Schuheinlegesohle. Und dann eine Schnur um die Taille gelegt bekommen, die gut festgezogen wurde ;)
Ich habe still gestanden, während ich eingegipst wurde und habe auch in die Täler geatmet.

Am Mittwoch fahre ich zur Anprobe des Korsettes nach Dresden und wenns gut passt, dann wird auch gleich fertig gemacht. Am 19.6. ist dann Kontrollröntgen. Bin gespannt, wie das Korsett dann korrigiert.

Das wars von mir, liebe grüße
eli
Papiertigerlein
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Beitrag von Papiertigerlein »

Hm, bei mir ist zwar die Zeit des Korsetts zum Glück schon lange vorbei - allerdings habe ich 8 Jahre lang Korsetts aus Dresden getragen (und nicht nur 23 Stunden mit 1 Stunde Ablegezeit sondern 24 Stunden ohne die Möglichkeit des "ausziehens" - das durfte alle 6 Wochen zum Baden passieren - ich frag mich wie ich das durchgestanden habe). Also, nur so kurz: Ich wurde damals auch freistehend ohne Korrektur gegipst. Und so wie ich mitgekriegt habe, hat sich da nicht sooo viel geändert. Merkwürdig ...
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eli
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Beitrag von eli »

Papiertigerlein hat geschrieben: (und nicht nur 23 Stunden mit 1 Stunde Ablegezeit sondern 24 Stunden ohne die Möglichkeit des "ausziehens" - das durfte alle 6 Wochen zum Baden passieren - ich frag mich wie ich das durchgestanden habe).

Das ist ja schrecklich :eek:

Wenn du das Korsett nicht abgelegt hast für 6 Wochen, konntest du da überhaupt das Korsetthemd wechseln und dich waschen?

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie so etwa gehen soll bzw wie man so etwas jungen Leuten sagen kann, dass sie das machen sollen.
Da kann man wirklich nur sagen, zum Glück hast du es überstanden.
Papiertigerlein
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Beitrag von Papiertigerlein »

Tja, waschen ging nicht - der ganze Rumpf nicht. Und Hemden wechseln - Hemden in dem Sinne gab es auch nicht - das waren so Schlauchbinden - die konntest du mit sehr viel Mühe oben rausziehen - allerdings wieder eines ankriegen war schon schwieriger bzw. fast ganz unmöglich. Da das Korsett so eng war habe ich eine lange Ösennadel (ca. 40 cm - gab es in der Bandweberei - zum Glück hat meine Mutter da gearbeitet) genommen und dann hat meine Mutter die an einem Eck die Schlauchbinde eingehakt und dann in einem ca. 2stündigen Akt Zentimeter für Zentimeter durchschoben - gezogen und gezerrt. Wenn man dann die neue Schlauchbinde um hatte war man schon wieder so schweißüberströmt wegen der Anstrengung, dass man schon wieder hätte ein neues Hemd anziehen müssen.
Im Sommer war es katastrophal - man konnte sich nicht waschen. Alle 6 Wochen durfte man zum "Baden" - das war auch der Tag, an dem ich "gefressen habe wie ein Scheunendrescher" - weil ich da mal durchatmen konnte. Leider nur für ca. 1 Stunde - dann musste der Panzer wieder dran. Ich habe dieses Teil gehasst - mit jeder Minute mehr die ich es tragen musste. Dazu diese scheußliche Kopfstütze ... meine Kindheit und Jugend war ein einziger Horror. Wenn ich unter Anspannung stehe träume ich davon und es sind wahre Alpträume (mit schreien und um-mich-schlagen und weinen) - mein Mann kriegt mich dann kaum wach. Nie wieder!
Ich will nicht sagen, ich beneide die Leute, die heute ein Korsett kriegen - aber zumindest bin ich wesentlich zu früh geboren ...
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mohnbluemchen

Beitrag von mohnbluemchen »

Hallo Papiertigerlein!
meine Kindheit und Jugend war ein einziger Horror
Das glaub ich Dir!!! Wie alt bist Du denn jetzt?

Ist zwar für Dich jetzt zum Glück vorbei, aber ich umarm Dich trotzdem mal ganz lieb :trost:

:blume: mohnblume.muenchen
Papiertigerlein
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Beitrag von Papiertigerlein »

Jetzt bin ich 41 (leider) - aber es verfolgt mich immer noch. Irgendwie hab ich da einen Schaden weggekriegt ... Danke für das umärmeln.
Papiertigerlein
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mohnblume.muenchen
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Beitrag von mohnblume.muenchen »

Naja, ich bin jetzt 22 und irgendwie muss ich sagen, dass es eigentlich gar nicht so schlecht gelaufen ist, so wie´s war. Trotzdem mein Scheuermann so spät diagnostiziert wurde und ich nur mit KG, Massage und mit 17 J. mit Plastikmüll-Korsi behandelt wurde.

Auf der einen Seite bin ich sauer :angry: , dass ich früher nicht richtig behandelt wurde, aber auf der anderen Seite, hätte ich damals auch nie die Compliance aufbringen können wie jetzt und wahrscheinlich auch ein gutes Korsett nur wenig getragen. Hatte damals auch psych. Probleme, d.h. alles kam zusammen. Ich denke, damals wäre das alles mit einem Korsi viel zu viel gewesen.

Jetzt habe ich eine rel. gute Motivation und Hoffnung. Manchmal sind Dinge, die falsch laufen doch richtig.


@Papiertigerlein: Wie geht´s Dir denn jetzt gesundheitlich? Hast Du oft Alpträume oder hält sich das in Grenzen?

:blume:
...und wenn wir keine Luft mehr kriegen, wenn die Wellen uns besiegen, weiß ich doch: wir hab´n die Perlen uns verdient. ("Perlentaucher" / Rosenstolz)
Lerchenschrei
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Beitrag von Lerchenschrei »

Hallo
Eins vorweg: Es gibt viele Wege, die nach Rom führen. Jede OT-Firma hat mehr oder minder ihr eigenes Konzept und ihre eigenen Erfahrungen. Und nicht immer müssen diese falsch sein! Sie werden nur als die einzig wahren und richtigen dargestellt!


Ich blätter hier schon eine ganze Weile in diesem Forum und so langsam bekomme ich das Gefühl, einige Nutzer glänzen hier nur mit Unwissenheit, falschen Behauptungen und Klugscheißereien. :<


Hier nur mal als Beispiel einige Korrekturen am Beitrag von Toni - bitte fühle dich jetzt nicht direkt mit meinem 2. Absatz in Verbindung gebracht! Aber anscheinend warst Du noch nie in Dresden und hast von dort ein Korsett bekommen, oder zumindest nicht von der Firma, von welcher im Filmbeitrag die Rede ist.
Keine Taillenfixierung
Eigene Erfahrung: Wird gemacht!
keine Beckenkorrektur
Schon mal versucht, einen kompakten Knochen irgendwie zu korrigieren? Wenn es bei Dir geklappt hat, bitte teile mir das mit. Bin sehr interessiert daran, wie das funktioniert.
die Knie nicht leicht gebeugt
Für was soll das gut sein. Die Basis einer geraden Wirbelsäule ist ein gerades Becken. Gebeugte Kniegelenke führen zu Beckenschiefstand! Bei Beckenschiefstand trotz durchgestreckter Kniegelenke werden Absatzbrettchen untergelegt (kennt Ihr sicher vom Arzt)
Dann haben sie gezeigt, wie das Mädchen ihr CBW-Tageskorsett erhalten hat und es angelegt hat. Sie hat sich extrem verrenken müssen um die bescheuerten dorsalen Verschlüsse zuzubekommen.
Siehe 1. Absatz.
Dann kam die Theorie vom Umkrümmungs-Nachtkorsett, das nachts, weil keine Schwerkraft auf den Arm wirkt mit höherer Korrektur ausgeführt werden könne. Dabei ist aber offensichtlich nur Rückenlage darin möglich.
Einfach nur falsch.
Rückenlage, Bauchlage und die Seite, die der Krümmung entgegenwirkt. sind möglich.

usw. usw. usw.
Das sind jetzt keine Hirngespinste von mir, das sind definitiv Erfahrungswerte!!!

P.S.:
Toni - Dein Beitrag wimmelt nur so von Falschaussagen (Übrigens nicht nur in diesem). Durch deine unqualifizierten Äußerungen nimmst Du jungen Mädchen den Mut zum durchhalten.
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Charp
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Beitrag von Charp »

Bei Beckenschiefstand trotz durchgestreckter Kniegelenke werden Absatzbrettchen untergelegt (kennt Ihr sicher vom Arzt)
Ja, solche Ärzte kenn ich... die können nen verdrehtes Becken (Skoli!!) nicht von nem Beckenschiefstand unterscheiden und verpassen einem Einlagen, die die Krümmung verstärken :rolleyes: Inwiefern das beim Gipsen helfen soll, ist mir nicht ganz klar? War das ernst gemeint???

Gruß
Charp
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Autsch, Lerchenschrei!

Ich hoffe sehr, dass Du nicht einer dieser Dresdner Fachleute bist, sondern nur Patient oder Außenstehender; denn in diesem bisschen Text sieht man ja schon Wissenslücken ohne Ende.
Schon mal versucht, einen kompakten Knochen irgendwie zu korrigieren? Wenn es bei Dir geklappt hat, bitte teile mir das mit. Bin sehr interessiert daran, wie das funktioniert.
Sollte eigentlich jedem - auf jeden Fall dem, der sich mal mit den Grundlagen von Schroth und damit auch den notwendigen Korrekturen im Korsett auseinandergesetzt hat - bekannt sein, um was es da geht.

Es geht darum, die durch Skoliose oder Hyperkyphose/-lordose hervorgerufene Beckenfehlstellung zu korrigieren, die quasi IMMER gegeben ist, weil sich eine Skoliose nicht nur auf die Wirbelsäule beschränkt, sondern sich zur Aufrechterhaltung eines optimalen Gleichgewichts durch den gesamten Bewegungsapparat zieht, von Kopf bis zu den Füßen inklusive und je nach Lage der Hauptkrümmungen besonders auch das Becken betreffend.

Hier geht es darum, das Becken aufzurichten wo notwendig (bei Hyperlordosen z.B. oder um Ausweichbewegungen zu verhindern), es seitlich hereinzuraffen, zu entdrehen ect. pp. Nix von wegen "kompakten Knochen korrigieren".

Du wirst in der Tat feststellen, dass das Becken noch mit am einfachsten zu korrigieren ist, weil Kippbewegungen des Beckens, seitliches heraus- und hereinschieben und das Verdrehen zu den normalen Bewegungsmöglichkeiten des Beckens gehören, was auch jeder Mensch ohne es extra lernen zu müssen kann (nur eventuell eben begrenzt oder nicht lange genug). Versuche mal im Gegensatz dazu einen Rippenbuckel hereinzuraffen; das gehört nicht zum normalen Bewegungsspektrum eines Menschen und ist deshalb entsprechend schwieriger.
Für was soll das gut sein. Die Basis einer geraden Wirbelsäule ist ein gerades Becken. Gebeugte Kniegelenke führen zu Beckenschiefstand! Bei Beckenschiefstand trotz durchgestreckter Kniegelenke werden Absatzbrettchen untergelegt
Hier geht es darum, zu verhindern, dass der Patient während des Gipsens ein Knie stärker beugt als das andere, wie das typisch für Skoliotiker ist; man verlagert das Gewicht auf ein Bein und das andere wird entsprechend so stark gebeugt, dass die Hüfte in eine Position kommt, wie es skoliotisch am bequemsten ist, sei es mit oder ohne Beinlängendifferenz, bei beidem der Fall.

Der Patient steht beim Gipsen nicht frei mit gebeugten Knien da, sondern er lehnt mit den Knien auf einer Stange. Verkürzungsausgleiche werden dabei entsprechend berücksichtigt und eingestellt.

Bilder vom Gipsabdruck wie er bei Rahmouni gemacht wird sind z.B. hier zu sehen http://www.rahmouni.de/skoliose/rumpforthese.htm und falls Du ein Skoliose-Fachmann sein solltest, kennst Du sicherlich diese Publikation hier, in der eine detaillierte Beschreibung von Herrn Rahmouni über seine Vorgehensweise zu finden ist.

Mit durchgestreckten Knien (als Gegenteil von leicht gebeugt), kann das Becken auch nicht aufgerichtet werden, was die Grundlage des physiologischen Stehens ist. Ob bei Schroth oder beim Gipsen, das Becken als Grundlage Basis der Korrektur muss korrigiert werden, und dafür sind durchgestreckte Knie nicht dienlich.
Ich blätter hier schon eine ganze Weile in diesem Forum und so langsam bekomme ich das Gefühl, einige Nutzer glänzen hier nur mit Unwissenheit, falschen Behauptungen und Klugscheißereien. :<
Muss ich Dir wohl notgedrungen zustimmen, nach Deinem Beitrag hier. Das war wohl eher ein Satz mit X.

In welcher Weise hast Du denn mit Skoliose-Korsett-Versorgungen zu tun? Hoffentlich kein Fachmann! :eek:
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Dalia
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Beitrag von Dalia »

Lerchenschrei hat geschrieben:Jede OT-Firma hat mehr oder minder ihr eigenes Konzept und ihre eigenen Erfahrungen. Und nicht immer müssen diese falsch sein!
Ich bitte sehr um Daten dieser OT-Firmen, wir wären sehr dankbar, wenn wir von weiteren erfolgreichen OT-Firmen erfahren und nicht alle Skoliotiker nach Stuttgart oder Berlin schicken müssten.
Das sind jetzt keine Hirngespinste von mir, das sind definitiv Erfahrungswerte!!!
Es ist für jeden Nutzer sehr einfach, das zu behaupten, solange er völlig anonym ist und nirgends zugeordnet werden kann.

Ich bitte um konkrete Belege: Röntgenbilder, Rückenfotos, Arztbefunde, Literatur.

Die Frage ist auch, wenn das alles, was du bei Tonis Aussagen kritisierst, falsch sein soll, wieso ist Rahmouni dann so sehr erfolgreich? Wieso taucht hier kein OT auf, der genauso hohe Korrekturwerte wie er erzielt?
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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