, den ich gestern hatte. Ausführlich für die, die es nicht kennen, und die, die es interessiert. Zum Teil erzähle ich auch, wie es früher und bei anderen OTs war.Vor dem Gipsen wurde mein Rücken fotografiert, meine Größe gemessen und ich wurde gewogen.
Weil ich barfuß sehr wacklig stehe, bat ich darum, in Schuhen stehend eingegipst zu werden. Das wurde erlaubt, weil meine Schuhe gleich hoch waren. Ich hatte zwei Plastiktüten dabei und habe meine Hax'n jeweils in Tüte gesteckt und die Tüten an den Fußfesseln mit Tesa fixieren lassen.
Dann Trikotschlauch und drüber noch ein langes T-Shirt angezogen, meine Unterhose durfte ich anbehalten, weil ich zweite Unterwäsche dabei hatte. Nackt musste ich mich keinen Moment zeigen. Das war mir neu, ich glaube, früher war ich bei Rahmouni nicht so angekleidet (Unterhose ja, aber freier Oberkörper). Dann habe ich mir meine vielen Haare hochgebunden, ich hatte vorsorglich ein Haarband eingepackt.
Beim Gipsen nahm ich die Schroth'sche Haltung ein und ich fand den Gipsvorgang angenehm (fand ich früher auch schon), Hauptsache, das Wasser ist warm genug, denn ich habe es bei einem anderen OT auch schon mal mit lauwarmem Wasser erlebt.
Dafür war der Gipsvorgang äußerst interessant, weil ich als Teenie oft gegipst wurde und deshalb einen Vergleich zu früher hatte. Ich hatte noch einige Erinnerungen, noch dazu wurde ich von einem OT gegipst, der mich schon mal vor über 10 Jahren in anderen Räumlichkeiten gegipst hat. Ich habe viel vergessen, aber ich erinnerte mich auch noch an vieles und hatte auch Wiedererinnerungseffekte.
Die Situation war neu und vertraut zugleich, und das war so spannend. Die Atmosphäre wäre bei einem mir unbekannten OT eine völlig andere gewesen. Ich kann das so schlecht beschreiben, aber vielleicht versteht ihr, was ich meine. Da Rahmouni sich noch gut an mich erinnern konnte und sich mir gegenüber genauso wie früher verhielt, war die Situation auch so schön vertraut.
Gegipst wurde ich von Rahmouni und einer Helferin, Rahmouni gipste mich vorne, die Helferin meinen Rücken. Im Hintergrund in meinem Rücken hing mein Röntgenbild. Ich hielt das für Zufall, bis ich dran dachte, dass Rahmouni sich beim Gipsen ja am Röntgenbild orientiert. Am Anfang war ich verwundert, dass Rahmouni mich mit so wenig Druck anfasste. Später wurde mir klar warum: Der Gips ist in der Anfangsphase noch zu dünn und zu weich zum Formen.
Als die Gipsschale dicker und härter wurde (mei, das war vielleicht ein Affentempo, ich schätze mal, dass die insgesamt 15 bis 20 Minuten gebraucht haben), erlebte ich nun, was "Formen" ist. Das nahm ich gestern viel intensiver als als Teenie wahr.
Rahmouni legte mir ein dickes Band um die Hüften und zog meine Hüften kräftig nach unten, während ich mich gleichzeitig hochziehen musste - und kurz fiel mir ein, dass er das früher auch so gemacht hat. Dann ging Rahmouni hinter meinen Rücken und formte den Gips in die Krümmungen hinein, schob meine Hüften und mein Kreuz in die Stellung, die er haben wollte. Ich half nach und er lobte mich mit einem "Ja!".
In der warmen Gipsschale war es angenehm, aber dann merkte ich, dass ich nicht mehr richtig voll einatmen konnte. Ich versuchte mir vorzustellen, wie das im Korsett sein wird, wenn ich so richtig zusammengedrückt werde und nur noch die Atemlöcher zur Verfügung habe. Es war ein bisschen beklemmend. Ich dachte immer, mit meinem niedrigen Lungenvolumen merke ich eh keinen Unterschied. Denn als ich damals mit 19/20 Jahren Korsett abschulte, hatte ich nicht das Gefühl, nun freier atmen zu können, weil ich fast 10 Jahre lang rund um die Uhr mit dem reduzierten Atemvolumen gelebt habe und es nicht anders kannte.
Vor dem Aufschneiden fürchtete ich mich am meisten, denn ich hatte früher OTs, die mich mit der Schere mühsam rausgeschnitten und mich dabei gekitzelt haben. Ein anderer OT hat ein Messer verwendet, ich hatte es auf der Haut gespürt und war entsprechend "entspannt".
Ich hatte noch in Erinnerung, dass früher Rahmouni ein Metallband unter den Gips gelegt hat. So war es es gestern auch und er schnitt den Gips mit einer großen Schere über dem Metallband auf. Das Aufschneiden ging ritsch-ratsch-ritsch-ratsch in einem Affentempo, vollig schmerz- und kitzelfrei, ehe ich angespannt bibbern konnte, war der Gips schon aufgeschnitten.
Früher hat ein anderer OT auch ein Metallband als Aufschneid-Hilfe verwendet, aber es lag auf meinem blanken Oberkörper und war eiskalt, ehe es vor Wärme auf der Haut pappte und leicht reinschnitt. Bei Rahmouni war das nie so. (Sorry, ich will ihn nicht permanent loben, sondern nur vergleichen.)
Ich erinnere mich auch, dass früher bei einem meiner OTs die Schultern mitgegipst wurden, das war eine ziemlich unangenehme Sache, aus der Gipsschale rauszukommen. Aber bei Rahmouni gestern blieben die Schultern gipsfrei (wie damals auch) und ich kam ganz unkompliziert aus der Gipsschale raus.
Nach dem Gipsen hatte ich den Trikotschlauch noch an und ich ging in die Kabine, um mich zu duschen. Meine Unterhose war fast komplett trocken, dass ich schon überlegte, sie anzubehalten, aber ich habe sie dann doch gewechselt.
Ob ich damals nach dem Gipsen noch einen Trikotschlauch an hatte, daran erinnere ich mich nicht mehr. Ich weiß nur noch, dass das Gipsen bei Rahmouni unkomplizierter als bei meinen anderen OTs war. (Ich hatte sogar mit 13/14 Jahren einen OT, der sich daran störte, dass ich zum ersten Mal in der Unterhose gegipst werden wollte, das sei doch sooo natürlich. Das war ätzend!)
Ich habe mich also geduscht (zum Glück ohne Hilfe). Zuhause fand ich allerdings noch Gipsspuren in meinen unteren Haaren. Ich habe mir die Haare gründlich gebürstet, aber noch heute finde ich da und dort eine Gipsspur... muss ich mich heute doch schon wieder an den bei meinen Haaren langwierigen Wasch-, Fön- und Stylingprozess machen...
Dalia


