Hallo Daddy76,
hundertprozentig wirst du als Laie nie den Unterschied feststellen können, ob es sich nun um ein gutes oder ein schlechtes Korsett handelt. Es gehört auch eine Portion Vertrauen dazu, das man in den OT geben muss.
Dazu kommt eben, dass jede Skoliose individuell ist, manche lassen sich trotz hohen Krümmungsgraden leicht aufrichten, andere nur leichte Skoliosen sind eher rigide und nur schwer zu korrigieren. Manche OT´s nutzen das gerne als Ausrede, um ihre schlechten Ergebnisse zu erklären. Dann wird gesagt, die Skoliose sei schon zu fest, der Patient zu alt oder die Krümmung zu hoch. Komischerweise, wenn derselbe Patient dann zu einem sehr guten und empfohlenen OT wechselt, war es schon oft so, dass er plötzlich dennoch eine sehr gute Korrektur hatte. Man kann als Laie also kaum erkennen, ob es nun tatsächlich an den körperlichen Voraussetzungen liegt, das eine schlechte Korrektur erzielt wird, oder an der Qualität des OT´s.
Einige Anhaltspunkte könnten dennoch z.B. sein:
- Welche Aussagen macht der OT auf Fragen nach Primärkorrektur, Behandlungsziel usw.
Beispiel: Viele OT´s sagen von vornherein, dass Korsetts nur dazu da sind, um die Krümmung zu halten oder die Verschlechterung zu verlangsamen. Das ist falsch. Es mag in Einzelfällen der Fall sein, dass es trotz bestem Korsett zu einer Zunahme der Krümmung kommt, aber die Regel ist dies sicherlich nicht, sofern wirklich ein qualitativ hochwertiges Korsett angefertigt wurde.
- Die Unsicherheit von OT´s und Ärzten erkennt man manchmal auch daran, dass sie sehr oft röntgen. Normalerweise wird ein Röntgenbild im Korsett angefertigt, nachdem man das Korsett einige Wochen getragen hat, um eben die Primärkorrektur festzustellen und um zu sehen, ob die Pelotten an der richtige Stelle sitzen. Manche OT´s müssen dann aber die Pelotten versetzen und brauchen dann wieder und wieder ein Kontrollröntgen, das zeugt von Unsicherheit. Achtung bitte auch, es kommt gar nicht so selten vor, dass OT´s Korsetts komplett in die falsche Richtung bauen.
- Druckstellen und Korrektur: Bei einer 55°-Skoliose sollten wohl wirklich nachdem deine Tochter das Korsett ausgezogen hat Druckstellen am Rippenbuckel und am Lendenwulst zu sehen sein. Wenn die Skoliose sehr fest ist, wird der Druck aber höher sein, als wenn sie flexibel ist und leichter aufrichtbar. Bei einem guten Korsett erkennt man auch sofort, wenn sie das Korsett ausgezogen hat, dass sie gerader steht. Ihr solltet vielleicht jetzt vor dem Korsett eure Tochter fotografieren, von hinten und während sie sich nach vorne beugt, um den Rippenbuckel zu sehen. Das Korsett muss ja dann nicht nur die Verbiegung zur Seite korrigieren, sondern auch die Rotation. Wenn sie also das Korsett frisch ausgezogen hat und sich nach vorne beugt, sollte der Rippenbuckel und Lendenwulst kleiner sein.
Das Problem wird aber sein, was macht ihr, wenn ihr dann feststellt, das Korsett ist definitiv nicht gut?? Dann wird ein Kampf mit der Krankenkasse beginnen, denn die wird sicherlich kein zweites Korsett in kürzester Zeit bezahlen, zumal der erste OT dann ein Recht auf Nachbesserung hat. Nur, er wird es beim zweiten Anlauf nicht besser machen, als beim ersten.
LG
Minimine