erstmal: freue mich sehr, dass es dieses Forum gibt, super, weil ich hier so viel lernen kann - vor zwei Wochen wußte ich noch gar nicht, dass es Skoliose gibt. Wir hatten vom Jugendarzt für meine Tochter (13) eine Überweisung in die Klinik zur Ultraschalluntersuchung der inneren Orgene bekommen, weil wir uns so gewundert haben über die Verformungen, die in der letzten Zeit enstanden sind - vorne "Loch im Bauch", hinten Auswölbung, der Brustkorb assymetrisch - und meine Tochter häufig Bauchschmerzen hatte. Die Organe waren in Ordnung, aber die Ärztin sagte GottseiDank das erhellende Wort "Wirbelsäulenverkrümmung".
Heute waren wir in der Orthopädie der Uniklinik Köln http://www.medizin.uni-koeln.de/kliniken/orthopaedie/, dort Röntgen des ganzen Rückens und Diagnose:
rechtskonvexe Thoratralskoliose Cobb (T 35°, L 26°), und einen Flachrücken.
Die Menschen, mit denen wir dort zu tun hatten, waren alle sehr nett, und der behandelnde Arzt hat alle meine Fragen beantwortet und auch meiner Tochter einen guten Überblick gegeben, hat die Diagnose anhand der Bilder erklärt und meiner Tochter auch erklärt, wie die Therapie sich zusammensetzt und warum. Außerdem waren eine Handvoll Studenten anwesend. Es ist klar, dass auch Studenten ausgebildet wrden müssen und ich hätte das in meinem Fall auch nicht problematisch empfunden. Für meine Tochter war es trotzdem schwierig, sich auch noch vor einem Haufen Studenten auszuziehen (sie ist halt 13 und nicht 30 oder 40) und als exemplarischer Fall erklärt zu werden und dann noch zu hören, dass in den nächsten Jahren 23 Stunden ein Korsett zu tragen sei, das hat sie ganz schön gebeutelt.
Jetzt haben wir ein Rezept für ein Cheneau-Korsett. Die Uniklinik arbeitet, wie hier bekannt, mit dem Kölner OT Appelrath-Kemper zusammen. Da ich hier schon einiges in den letzten beiden Tagen eingelesen hatte, und nun weiß, dass es auch Unterschiede gibt, habe ich gefragt, warum dieser und ob ich den Korsettbauer auch frei wählen könnte. Die Antwort leuchtet ein: die Zusammenarbeit seit gut, und der OT sei meistens bei der Skoliose Sprechstunde vor Ort, und es sei so am besten möglich, die häufigen Kontrollen und Anpassungen zu besprechen.
Trotzdem bin ich gerade stark hin- und hergerissen, ob ich nicht einen anderen OT wählen soll. Ich habe viele Beiträge hier zu dem Thema gelesen. Allerdings sind davon manche schon einige Jahre alt, gibt es hier vll. noch neuere Erfahrungen?
Wenn das Korsett aus Köln nachher nicht genügend Korrektur brächte, könnten wir damit vielleicht ein wertvolles Jahr verlieren, und es könnte schwierig sein, dann wiederum ein anderes Korsett bewilligt zu bekommen, kann ich mir vorstellen. Andererseits bin ich mir im unklaren darüber, wie das dann in der Praxis aussieht, wenn man einen OT in einer anderen Stadt wählt - wenn ich es recht verstehe, soll man ja schon alle 6-8 Wochen zum Orthopädietechniker, und wie soll dann die Absprache mit der Uniklinik Köln funktionieren, wenn diese nicht zusammen arbeiten?
Von den OT wurden - für den Westen Deutschlands - besonders häufig Püttmann und Rahmouni gelobt, letzterer scheint aber nicht unbedingt bei Flachrücken geeignet zu sein - habe ich das richtig verstanden?
Außerdem würden die Bahnfahrten nach Stuttgart ein kleines Vermögen verschlingen - ich werde sie zwar gerne ausgeben, wenn ich wüsste, dass dieses die richtige Entscheidung wäre, aber es wäre finanziell schwierig, die Ausgaben zu verkraften, trotz Bahncard.
Ich würde mich sehr über Anregungen, Erfahrungen und Entscheidungshilfen freuen!
herzliche Grüße,
Nicola



