Vorstellung in Münster / Voltigieren und Skoliose?

Alles zur Korsett-Therapie für Jugendliche und Erwachsene bei Skoliose, Morbus Scheuermann, Kyphose ...
Wolfros

Vorstellung in Münster / Voltigieren und Skoliose?

Beitrag von Wolfros »

Hallo zusammen,
nach suchen im Internet bin ich bei euch gelandet.

Am Donnerstag wurde Skoliose bei meiner 13 jährigen Tochter festgestellt. Unsere Tochter ist sportlich und macht votigieren schon seit Jahren. Im Sommer hat Sie einen echten Wachstumsschub gehabt.
Der Ortopäde sagte meiner Frau ohne OP wäre sehrwahrscheinlich nichts zu machen. Er vereinbarte eine Termin in der Uni Münster der erst im Februar sein sollte. 6 KG verschrieben ohne Angabe von Gradzahl oder aussagekräftigen Fakten. Beim Besuch des Therapeuten wurden wir darauf aufwecksam gemacht.ER hat sich unsere Tocher angesehen und ist der Meinung das Sie ein Bein länger (ca.2 cm)hat. Jetzt haben wir einen Anruf vom OT bekommen das wir am 16.12.2005 in der Uni nach Münster sollen.
Wie sind die Ärzte in Münster?

Gibt es in unsere Region Ärzte die sind mit Skoliose auskennen?

Eine OP wollen wir wenn irgend wie möglich vermeiden.

Wer hat ein Korsett von der Uniklinik?

Mit welcher Firma arbeitet die Klinik?

Bitte gebt mir Infos
Wolfros

Voltigieren und Skoliose

Beitrag von Wolfros »

Hallo zusammen,

bei unserer Tochter wurde Skoliose festgestellt.Der Arzt sagte was von 60 Grad und Sie darf ab sofort keinen Sport mehr machen.
Eigentlich soll es doch gut sein?
Wir haben am Freitag einen Termin in Münster.

Wer kann dazu was sagen.
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Wolfros,

du hast drei Threads mit ähnlichen Fragen erstellt. Ich habe jetzt zwei deiner Beiträge in einen Thread integriert, dann ist das übersichtlicher für den Leser und deine Fragen gehen nicht so leicht unter.

Dalia
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Wolf
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Beitrag von Wolf »

Danke

Wir sind im Moment ziemlich durch den Wind.

Gruß

Wolfros
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hallo Wolfros,

ja, das habe ich gemerkt. :trost: Ist aber auch kein Wunder, wenn Ärzte Verschiedenes sagen und auch noch eine OP empfohlen wird. Doch bei 60° würde ich es noch mit einem Korsett versuchen. :ja:

Ich werde Gruseline eine PN schicken, vielleicht meldet sie sich mal bei dir, ist ja aus NRW.

Liebe Grüße,
Dalia
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Toni
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Beitrag von Toni »

Bei einer Skoliose von 60° Cobb liegt schon eine gravierende Dysbalance (Unterschiede zwischen den rechten und den linken tiefliegenden Muskeln, die die Wirbelsäule stabilisieren und aufrichten, sogenannte autochtone Muskulatur) vor.

Immer wenn ein Mensch mit Skoliose sich bewusst aufrichtet und VERSUCHT sich gerade zu halten, strengt er/sie dabei unwillkürlich die jeweils schon stärkere Rückenmuskulatur an. Dadurch wird die "dickere" stärkere Muskulatur auf der Konkavseite (in der Krümmung) noch stärker. Kein Mensch kann bewusst diese autochtone Muskulatur so steuern, daß man mit den stärkeren und kürzeren Muskelgruppen schlapp und locker lässt, dafür aber gezielt die schwächeren konvexseitigen Muskeln anstrengt.

Deshalb ist Voitigieren, Dressurreiten, Ballet, Bodenturnen, sportliche/rythm. Gymnastik usw.... alles Sportarten bei denen man um gute Rückenhaltung "bemüht" ist für Skoliosen eher SCHÄDLICH!!!

Erst wenn jemand sehr gut Schroth kann und seine korrigierte Schroth-Haltung auch im Alltag und z.B. beim Sport und auf dem Pferd verinnerlicht hat, dann sind solche Sportarten wieder erlaubt.

Bei 60° und 13 Jahren ist auch UNBEDINGT ein GANZ HERVORRAGENDES KORSETT erforderlich!!!!

Das Korsett hat Pelotten (Druckpolster), die gewaltig auf die erhabenen Stellen des Körpers drücken und die Wirbelsäule zur Entdrehung und Aufrichtung zwingen.
Es hat aber auch Löcher und Hohlräume, in die sich die "eingedellten" Stellen (In der Schroth-Sprache: "Schwache Seite, Schwache Stelle" hineinbewegen, hineinatmen, dadurch ausdehnen und sich in diese "freie" Richtungen entwickeln sollen.
Ein wirksames Korsett sperrt die Richtung weitere Verkrümmung total, erlaubt und fördert aber Ausweichbewegungen des Körpers in die "Gerade" Richtung.
Dabei ist ein "Stilllegung" der einseitig zu stark gewordenen Muskulatur sogar erwünscht.

Das Korsett ist eine enorme Belastung und Anfangs teilweise eine grausame Quälerei.
Aber ein extrem hochkorrigierendes Korsett ist zusammen mit INTENSIVER Schroth-Therapie in einer MINDESTENS 4-5 wöchigen Reha in Bad Sobernheim für eine 60° Skoliose die einzige Chance die Skoliose zu stoppen und wieder UNTER die OP-Indikation (50°Cobb) zu kommen.

Die Chance eine vollig geraden Wirbelsäule ist zwar mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr drinn, aber mit einer Skoliose deutlich UNTER 50° kann man auch auf die OP verzichten, wenn man weiter fleißig Schrothet und die Wirbelsäule weiter pflegt ( z.B. eventuell Nachtkorsett, Ab und Zu Schroth Reha usw...) dafür bewahrt man sich eine unversteifte und bewegliche Wirbelsäule.
Schau mal dieses Beispiel an:
viewtopic.php?p=20339#20339

Die andere Alternative ist die OP. Abgesehen vom seltenen aber nicht zu leugnenden OP-Risiko muss auch ein operierte und versteifte WS lebenslang "gepflegt" werden. Es ist leider NICHT so, daß Operierte dann nichts mehr tun müssen. Diese müssen besonders den unversteiften Teil der WS besonders schonen und doch trainieren, da in diesen Bereichen dann die Steifheit des verknöcherten Teils der WS kompensiert wird und deshalb die Bandscheiben der unversteiften Bereiche beschleunigt (Früharthrosen) verschleißen. Der operierte, begradigte und verknöcherte Teil der WS hatt dann keine "Stoßdämpfer-Funktion" mehr (z.B. beim Reiten) dir übrigen Bandscheiben fangen die gesamte Stoß-Kompressionsdrücke ab.
Nach einer OP ist bis zur sicheren und stabilen Verknöcherung ca. 1 Jahr nach der OP) absolutes Reitverbot.
Für Korsett-Träger ist aber das reiten ( mit und Ohne Korsett)durchaus erlaubt.

Von der Uniklinik Münster sind uns bisher überhaupt keine guten oder gar sehr guten Korsett-versorgungen über 40° bekannt. Wie auch, wenn die eigenen Ärzte Korsette als "Augenwischerei" bezeichnen?

Gute Korsette in rel. "menschenfreundlicher" und minimalistischer Bauweise macht in NRW Herr Püttmann in Essen. Er arbeitet eng mit der dortigen Uniklinik zusammen, die aber (wie jede Uniklinik mit Skoliosen-Sprechstunde) bei 60° und 13 Jahren auch zur OP raten werden.
Der Orthopädietechniker der die meiste Erfahrung mit der Versorgung auch großer Skoliosen hhaben dürfte und der die größtmögliche OP-Vermeidungs-Erfolgswahrscheinlichkeit bieten könnte ( KEINE GARANTIE!) ist Rahmouni in Stuttgart. Bei ihm ist es keine Seltenheit daß 13 - 15-Jährige über 50°-60° noch relativ erfolgreich mit hochkorrigierenden Korsetten versorgt werden.
Diese sind dann aber ehrlich gesagt nicht mehr relativ menschenfreundlich und minimalistisch sondern eher "Skoliosefeindliche Power-Panzer"
Es sind aber nur solche brutalen Korrekturen von z.B. 60° auf "nur" 20° Cobb (wie es Fiara beschrieben hat) im Korsett, die eine solche progrediente Skoliose stoppen und einige Grad wieder gut machen können.

Es ist eine schwere Entscheidung.
Die OP ist irreversibel, führt aber schnell und mit rel. kurzfristiger Quälerei zu einer erstaunlich geraden Wirbelsäule.
Das Korsett ist besonders zu Anfang eine Schinderei, kann aber bei Patienten mit sehr hoher Compliance zu erstaunlichen Ergebnissen führen.
Und das Korsett in die Ecke schmeißen und sich doch noch operieren lassen, die Entscheidungsfreiheit hat man immer noch.
Deshalb würde ich persönlich erst mal dazu raten, es mit einem superguten Korsett und einer schnellstmöglichen Schroth-Reha zu versuchen.
Das Korsett hätte auch im Falle einer späteren OP den Vorteil, daß man dann sicher sein kann, wirklich alles Konservative zumindest versucht zu haben und sich deshalb in der OP-Entscheidung viel sicherer ist.
Ich hoffe ich konnte ein bischen Informieren und wünsche Deiner Tochter ganz viel Mut und Kraft, egal wie sie sich entscheidet!
Es ist am wichtigsten den freien Willen Deiner Tochter zu respektieren, sie aber in Bezug auf gute Information und vor allem mit LIEBE zu unterstützen.

Gruß Toni
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Wolf
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Beitrag von Wolf »

Hallo Toni,

danke für deine Antwort.
Bei unserer Tochter war bis zum Sommer nichts zu sehen.Dann hatte Sie einen heftigen Wachstumsschub.
Wir werden erstmal die Gradzahl in Münster genau bestimmen lassen.
Im Moment blockt unsere Tocher noch voll ab.
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Hallo Wolf,

ich würde Dir dringend von Pütmann und jeder anderen Orthopädietechnik bei einer 60-Grad-Skoliose abraten, da dort einfach viel zu wenig Erfahrung vorliegt und teils auch Korsettversorgungen vorgenommen werden, bei denen eine OP-Vermeidung nicht möglich ist.
60 Grad ist die absolute Obergrenze für eine Korsett-Versorgung mit der Zielsetzung einer Operationsvermeidung. Es ist möglich, siehe mein Beispiel, aber mit 5 - 10 Grad mehr ist es vorbei.

Für mich kämen hier nur 2 Orthopädietechniken in Frage, beide auf unserer Linkseite gelistet, zum einen Rahmouni in Stuttgart, bei dem ich selbst war, zum anderen Herr Nahr in Berlin, zu dem ich jedoch keine persönlichen Erfahrungen beitragen kann.

Experimente könnt ihr Euch wegen der hohen Gradzahl nicht erlauben und die Versorgung muss umgehend stattfinden, das heißt innerhalb der nächsten Wochen.

Korsett technisch gesehen ist Eure Tochter ein absoluter Notfall und wird auch sofort einen Termin für eine Korsett-Versorgung bekommen und anderen vorgezogen.

Ein gutes hat die Sache allerdings, es gibt nicht viel zu entscheiden, denn so viele Möglichkeiten habt ihr nicht mehr.

Also Stuttgart oder Berlin, Termin für nächste oder übernächste Woche ausmachen, hinfahren, fertig.

Sollte die Korsett-Therapie fehlschlagen, sei es weil nicht genügend Korrektur im Korsett erreicht wird oder weil das Korsett nicht getragen werden kann oder wird, dann zögert nicht die Korsett-Therapie frühzeitig abzubrechen und eine OP einzuleiten (Neustadt).

Halbe Sachen würden Eurer Tochter hier nur mehr schaden als nützen, weil sich die Skoliose weiter verschlechtern würde und am Ende dann ein längerer Wirbelsäulenabschnitt versteift werden muss (die Bandscheiben werden bei solch einer Operation entfernt und mit Knochenmaterial ersetzt, die Wirbelsäule wird dadurch irreversibel über den betroffenen Bereich unbeweglich).

Viel Erfolg,
BZebra
Zuletzt geändert von BZebra am Sa, 10.12.2005 - 17:51, insgesamt 2-mal geändert.
Ulli
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Beitrag von Ulli »

Also das Schlimmste was ihr machen könnt, ist das Volitgieren eurer Tochter nun zu verbieten. Wie oft trainieren sie denn? Beim Voltigieren ist man ja nicht eine Stunde auf dem Pferd, wie es beim Reiten der Fall ist. Es wäre wahrscheinlich schlimmer als der Weltuntergang, wenn sie nicht mehr auf ihr geliebtes Pferd dürfte.

Dann hättet ihr auch keine guten Erfolge, was die Schroththerapie und Korsetttherapie betrifft. Denn da ist ja volle Mitarbeit gefordert.

lg
ulli
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Ach so, und was das Voltigieren betrifft, da kann ich Ulli nur zustimmen, sicherlich kein Problem, dafür kann sie sogar das Korsett ausziehen. Sport als Hobby ist erlaubt und Voltigieren ist nicht mal der schlechteste.

Korsett-Tragezeiten sind in der Regel 21 - 23 Stunden am Tag. Es bleibt also noch genügend Zeit für Freizeitaktivitäten ohne Korsett.

Nach einer OP ist allerdsings nichts mehr mit Voltigieren. :/
Wolf
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Beitrag von Wolf »

Hallo,
das Volti ist für Sie das größte.Es ist eine super Gruppe.

Training ist 2 mal die Woche.
Sie ist in einer Tunniergruppe.

Ich versuche gerade die Röntgenbilder zu fotografieren.

Wie kann ich das am besten machen.

Beste Grüsse
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BZebra
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Beitrag von BZebra »

Wolf hat geschrieben:Ich versuche gerade die Röntgenbilder zu fotografieren.
Himmel ist ein guter Hintergrund. Es muss gleichmäßig hell beleuchtet sein. Ansonsten mit den Bildern in die nächstgelegene Klinik fahren und fragen, ob man sie dort abfotografieren kann.
Wolf
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Beitrag von Wolf »

Habe mal versucht ein Bild zu machen
Wolf
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Beitrag von Wolf »

Hallo,

hier ein Bild
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Eine Röntgenaufnahme vom meiner Tochter
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Fiara
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Beitrag von Fiara »

Hallo,

auch mit meinen Laienkenntnissen würde ich sagen, dass das Bild viel mehr nach 60° als nach 30° aussieht, ziemlich sicher sogar. Bei mir sieht bzw. sah es eigentlich genauso aus (sind die Krümmungen so, wenn man auf den Rücken deiner Tochter schaut oder ist es spiegelverkehrt?):
oben ein winziger BWS-Bogen (wahrscheinlich sind ihre Schultern gleich hoch und es gibt auch keinen auffallenden "Buckel" in diesem Bereich) und unten (thorakolumbal/lumbal) einen sehr großen Bogen. In dem Bereich sieht man bestimmt einen ordentlichen "Rippenbuckel", oder?

Ich kann euch verstehen, bei mir war es wirklich das gleiche, nur vor 2 Jahren. Bei der Diagnose hatte ich schon eine sehr hohe Gradzahl, weil man lange Zeit nichts gesehen hatte, erst im Sommer.

Was BZebra gesagt hat, kann ich nur weitergeben: ihr habt keine Zeit für Experimente. Noch könnt ihr entscheiden, ob eure Tochter aus der OP-Indikation raus kann oder nicht, aber bald nicht mehr. Jetzt zählen wirklich Wochen.

Ich habe meine Erfahrungen wie gesagt nur in Stuttgart gemacht und von euch bzw. von mir aus sind Berlin und Stuttgart in etwa gleich entfernt. Nicht, dass ich Klaus Nahr keine Chance geben will, aber aufgrund der Erfahrungen würde ich eher zu Rahmouni tendieren.
Rahmouni ist auf jeden Fall eine der wirklich besten Möglichkeiten, die ihr habt. In Verbindung mit Dr. Hoffmann vor allem.

Macht am besten einen Termin bei Dr. Hoffmann in Leonberg (am Telefon geduldig sein, bis man drankommt, ruhig öfter versuchen. Und erklärt den Fall: 13 Jahre, progrediente 60°, dringend) und dann auch schon einen Termin bei Rahmouni danach zum Gipsen, sonst müsstet ihr vielleicht ein zweites mal hinfahren.

Wenn deine Tochter nicht jetzt schon sehr versteift ist, glaube ich, dass sich da noch viel machen lässt. Lasst euch den schnellstmöglichen Termin geben, damit ihr bald in Ruhe schlafen könnt :)

LG, Maria
Wolf
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Beitrag von Wolf »

Hallo,
danke für die schnelle Antwort.

Unsere Tochter ist so beweglich wie eine Gummipuppe.
Sie hat bis jetzt keine Beschwerden was vielleicht vom Volti kommt.

Gruß

Wolf
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Toni
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Beitrag von Toni »

Wolf hat geschrieben:Hallo,
danke für die schnelle Antwort.

Unsere Tochter ist so beweglich wie eine Gummipuppe.
Eine hypermobile und hyperflexible Wirbelsäule ist nicht gerade ein Vorteil bei Skoliose. Da ist Stabilität eigentlich wichtiger als Mobilität.
Wolf hat geschrieben:Sie hat bis jetzt keine Beschwerden was vielleicht vom Volti kommt.
In diesem Alter hat so gut wie KEINE Skoliose Schmerzen. Das ist ja das heimtückische an der Skoliose!!! Man ist nicht krank und fühlt sich gar nicht krank. Auch große Skoliosen können völlig beschwerdefrei sein, während tausende im Röntgenbild scheinbar völlig "gesunde" Wirbelsäulen Rückenschmerzen ohne Ende haben. Es gibt kaum Zusammenhänge zwischen Schmerz und Skoliose.
Un doch MUSS die Skoliose schnell, konsequent, entschlossen und qualitativ hochwertig bekämpft werden! Jedes Zögern und Zaudern, jedes lamentieren und experimentieren führt zur weiteren Progredienz und bringt Deine Tochter der Versteifungs-OP näher!
Nehmt diese gewaltige Herausforderung mutig und zuversichtlich an, dann schafft ihr es auch!
Gruß Toni
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Beitrag von Wolf »

Hallo Toni,

danke für deine Antwort.

Kann sich der Winkel verändern wenn eine Beinverkürzung von ca.2 cm vorliegt?

Ich habe echt schiess um unsere Tochter.
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Toni
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Beitrag von Toni »

Ich glaub noch nicht so recht an die angebliche "Beinverkürzung"!
Eine echte Beinlängendifferenz ist eher selten. Die meisten "Feld-Wald-Wiesen-Orthopäden" machen an diesem Punkt teilweise gravierende Fehler.
Meistens handelt es sich um ein Verwringung des Beckens!
Ich gebe Fiara vollkommen Recht. Sie ist keine Laiin mehr, sondern eine der tapfersten und konsequentesten Hochcompliance-Power-Queens mit inzwischen sehr viel Erfahrung und einem großen Erfolg, den sie sich sehr hart erkämpft hat!
Deine Tochter soll auf Fiara-Maria hören und ihr im wahrsten Sinne des Wortes "folgen"!
Der Winkelgrad und die Rotation kann sich inzwischen UNABHÄNGIG von der eventuellen Beinverkürzung weiter gravierend verschlechtern.
Es ist typisch, daß sportliche und sehr gesunde Jugendliche mit sehr gutem Rückenmuskelstatus und großer Flexibilität der Wirbelsäule auch zu großer Progredienz und damit zu gravierenden Verschlechterungen und exponentiell fortschreitender Krümmungszunahme bei jedem weiteren Wachstumsschub neigen. Egal ob die 20mm Beinlängendifferenz stimmen oder nicht. Wenn sie stimmen, dann müssen sie zusätzlich zum Korsett ausgeglichen werden. Wenn sie nicht stimmen, dann würde ein beinlängenausgleich sogar die thorakolumbale Rotation verstärken!
Deshalb gehört Deine Tochter dringend und sehr schnell in die Hände eines SEHR Skoliose-erfahrenen Orthopäden. (z.B. Dr. Hoffmann. Wenn es mein Kind wäre würde ich dort zuerst hingehen unjd nicht in eine Uniklinik, wo in der Skoliose-Ambulanz vieleicht ein engagierter aber eventuell junger Arzt sitzt, der wieder weg ist, bevor er die Chance hatte Langzeiterfahrungen mit Skoliosen zu sammeln und der mit einem ortsansässigen aber oft nur mittelmäßigen Orthopädietechniker zusammenarbeitet.) Bei 60° braucht es absolut erstklassige und keine durchschnittliche Therapie-Qualität!

Gruß Toni
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Beitrag von Wolf »

Hallo Toni,

was hälst du von der Uni Klink Essen und Püttmann?
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