Seite 1 von 1
Übungen in der (alten) Balkenhalle in Bad Sobernheim?
Verfasst: So, 22.01.2006 - 12:31
von Klaus
Hallo zusammen,
na dann will ich mal analog zu Ergotherapie(?) von @Flamingo auch die Frage nach der Funktion der (alten) Balkenhalle in Bad Sobernheim stellen.
Es muss doch möglich sein, das Prinzip der Übungen dort so zu erklären, dass ein "BaSa Schrothianer" das Besondere dieser Halle versteht.
Wer kann mir helfen?
Gruss
Klaus
Verfasst: So, 22.01.2006 - 14:35
von Toni
Hallo Klaus, ich könnte Dir gerne helfen.
Ich bin diese Woche im Raum Hannover, könnte meine Klappleiter mitnehmen und Dir einige typische Balkenhallenübungen vorführen und Dich darin einweisen, darunter auch das berühmte "Faultier".
Aber die anderen Prioritäten........
Vielleicht ein andermal?
Gruß Toni
Verfasst: So, 22.01.2006 - 16:24
von BZebra
Ich habe jetzt gerade nicht das Glebe Buch zur Hand. Aber ich weiß Du hast es ja mal gekauft. Ist da keine Übung am Balken drin? Wie die -Dinger aussehen, weißt Du ja jetzt.
Verfasst: So, 22.01.2006 - 18:26
von Flamingo
Hallo Klaus, das Angebot, das Toni Dir gemacht hat, klingt doch sehr gut! Ich würde es annehmen...
Das Prinzip der Übungen in der alten Balkenhalle ist natürlich dasselbe Prinzip, wie bei allen anderen Übungen auch. Das kann ja auch gar nicht anders sein und Du als "BaSa"-Schrothianer kennst es gewiß auch, deshalb würde ich Dir bestimmt nichts Neues erzählen.... - also laß ich es.
Die Halle war eine hervorragende Halle mit vielfältigen Übungungsmöglichkeiten, sie hat das ganze Schroth-System erfasst, es konnte im Stehen, im Sitzen und im Liegen geübt werden. Frau Lehnert-Schroth, bei der ich (vor mehr als zwanzig Jahren) Schroth gelernt habe, hat auch immer wieder betont, das das Übungprogramm vielseitig gestaltet werden muß, um keine Muskelgruppe zu vernachlässigen. Du mußt bei Schroth ja die bestmögliche Wirbelsäulenstreckung erreichen, den Rumpf mit Hilfe der Atmung entdrehen und dann kräftigen, sprich stabilisieren. Das ist in der Halle eben prima möglich gewesen. Ich sage jetzt NICHT, das es z.B. in einer Sprossenwandhalle nicht auch möglich ist, es ist nur nicht in dieser Vielfältigkeit möglich.
Verfasst: Mo, 23.01.2006 - 11:09
von Klaus
Toni hat geschrieben:...darunter auch das berühmte "Faultier".
Aber die anderen Prioritäten........
Ja leider Toni, die praktische Einweisung ist zur Zeit bei mir nicht möglich, Schade.
BZebra hat geschrieben:Ist da keine Übung am Balken drin? Wie die -Dinger aussehen, weißt Du ja jetzt.
Ich habe da leider keine Übung gefunden.
Flamingo hat geschrieben:Die Halle war eine hervorragende Halle mit vielfältigen Übungungsmöglichkeiten, sie hat das ganze Schroth-System erfasst, es konnte im Stehen, im Sitzen und im Liegen geübt werden. ...
Ich sage jetzt NICHT, das es z.B. in einer Sprossenwandhalle nicht auch möglich ist, es ist nur nicht in dieser Vielfältigkeit möglich.
Dann muss es doch möglich sein, wenigstens eine Übung zu beschreiben, die in einer bestimmten Position nur mit Hilfe dieser Balken gemacht werden kann.
Am besten könnte ich mir das in der Position Stehen vorstellen, wobei die streckende Komponente eine wesentliche Rolle spielen könnte, wie Dorothee das im Post Ergotherapie beschrieben hat.
Nicht böse sein, aber unter Schrothianern müsste es doch eigentlich möglich sein, wenigstens das Prinzip dieser Übungserweiterung zu beschreiben.
Gruss
Klaus
Verfasst: Mo, 23.01.2006 - 11:28
von Toni
Stell Dir vor, Du hängst tatsächlich so wie ein "schlafendes Faultier" mit dem Kopf nach unten an dem Balken, und nimmst dabei aber bewusst und aktiv alle Deine Korrekturen ein und atmest entsprechend.
Oder Du legst die 2 Stäbe, zwischen denen man sonst "steht", schräg an die Balken und streckst Dich unter Nutzung dieser "Schiefen Ebene nach unten langtiehend in KorrekturPosition.
Oder Du legst das Becken auf den unteren niedereren Balken, fasst mit den Händen die Handschlingen an den obenen Balken und ziehst unter bewusster Korrektur die Wirbelsäule lang, usw....
Das Schroth-Prinzip ist immer das selbe, aber die Balken bieten Möglichkeiten zum hängen, strecken, langziehen die an einer Sprossenwand in der Intensität kaum möglich sind. An den Balken kann nan noch besser "Sir Isaak Newton" mithelfen lassen oder gegen ihn ankämpfen, was besonders inttensiv übt.
Verfasst: Mo, 23.01.2006 - 11:36
von pseudonym: leserin
Also,
von meinen Aufenthalten in der Sobernheimer Klinik vor 30 bis 35 Jahren sind mir folgende Balken- Übungen in Erinnerung:
- Bäuchlings über einen Balken hängen und den ganzen Oberkörper Faultier- (oder Fledermaus)mäßig senkrecht nach unten hängen lassen. Man merkte, wie das Gewicht des Kopfes die Wirbelsäule streckte. In der Streckung korrrigieren und entdrehen und den Oberkörper schräg nach vorn anheben.
- An zwei parallelen Balken Streckung in waagerechter Oberkörper- Position: Man steht vor einem hüfthohen Balken, beugt die Hüftgelenke um 90° und legt sich so waagerecht nach vorn, dass man sich an dem parallel dazu stehenden Balken festhalten und langziehen kann.
Diese Übung könnte auch an einem Tisch gemacht werden: man legt den Oberkörper über die Tischplatte und zieht sich lang.
Die erste Übung würde allerdings einen ziemlich hohen Tisch erfordern, sonst kann man nicht frei hängen. Daher mussten die Balken höhenverstellbar sein.
Tonis Vorschlag mit der Leiter hört sich dafür brauchbar an.
Allgemein waren die Übungen damals so angelegt, dass sie mit einer minimalen Ausrüstung vorwiegend mit Alltagsgegenständen durchgeführt werden konnten. D.h. mit Besenstielen, Stühlen, Hockern, an Türklinken und -rahmen... Daher konnte man auch zu Hause ohne großen Aufwand praktisch rund um die Uhr nach Schroth leben und üben!
Für mich hört es sich auch danach an, dass das ursprüngliche Konzept ein bisschen verwässert worden ist im Laufe der Jahrzehnte.
Andererseits machte man damals lockernde Übungen, die heute als obsolet gelten, z. B. Nachwippen bei den Übungen, wobei Frau Lehnert kräftig auf das Paket zu drücken pflegte, oder rabiate Streckung an der Sprossenwand, wobei Herr Lehnert seinen Körper zwischen die Sprossenwand und den Rücken des armen Patienten quetschte und Schultern und Wirbelsäule schmerzhaft in Überextension zwang.
Schon damals erkannte man aber, dass die Lockerung auch kontraproduktiv sein kann und bei einzelnen erwachsenen Patienten zu Verschlimmerung führte: ein Patient bekam dicke Falten in der schwachen Seite nach zu forscher Selbstextension mit der Glissonschlinge.
Daher wurde immer der Hinweis gegeben, sich am Ende der Streckung "fest und hart" zu machen, d. h. durch isometrische Muskelspannug das Ergebnis zu festigen.
Verfasst: Mo, 23.01.2006 - 19:57
von Flamingo
Hallo Klaus, ich muß sagen, das Deine lapidare Antwort auf Tonis Angebot: "Ja leider, die praktische Einweisung ist bei mir zur Zeit leider nicht möglich." mich doch mehr als erstaunt. Erst willst Du's ganz genau wissen, dann lehnst Du ein so großzügiges Angebot ab. Wenn ich Toni wäre, würde ich mich vergackeiert fühlen, um es mal offen zu sagen.
Auch in Sobi wird eine Übung VORGETURNT UND ERKLÄRT. Kein Therapeut käme dort auf die Idee, sie einem Patienten in 3 Sätzen zu erklären. Das wäre auch mehr als geschludert, denn mit einem "Du legst Dich über den Balken und ziehst dran." ist es ja nun wirklich nicht getan. Von den Füßen bis zum Kopf müssen die Ausgangsposition und der Übungsverlauf erklärt werden. Das ist sehr zeitaufwendig und diese Zeit bin ich nicht bereit zu investieren, wenn ich von Dir Besagtes lese.
Verfasst: Di, 24.01.2006 - 20:01
von Trallala
Flamingo hat geschrieben:Auch in Sobi wird eine Übung VORGETURNT UND ERKLÄRT. Kein Therapeut käme dort auf die Idee, sie einem Patienten in 3 Sätzen zu erklären.
Ich glaube nicht, dass Klaus diese Übungen jetzt nachturnen möchte sondern dass es ihm einfach nur um ein paar Beispiele gegangen ist (sorry Klaus wenn ich da jetzt was Falsches sag). Mich hat auch interessiert, welche Übungen man so auf den Balken machen kann und ich war erstaunt darüber, wie schwierig es für Klaus war, darauf eine Antwort zu bekommen. Das war ja fast wie bei einem dubiosen Jobangebot à la "So verdienen sie € 3.000,- im Monat zusätzlich." Da reden auch alle um den heißen Brei herum und keiner sagt, worum es konkret geht. So ein Geheimnis ist hier um die Übungen auf den Balken gemacht worden. Ich denke, dass man sich dank Tonis Beschreibungen als Schrothgeschulter ein ganz gutes Bild davon machen kann, wie die Übungen mit Balken so aussehen.
Verfasst: Mi, 25.01.2006 - 10:49
von Klaus
Hallo Trallala,
Du hast mir mit Deinem gesamten Post genau aus dem Herzen gesprochen!
Danke!
Das
Prinzip ist durch Toni ganz deutlich geworden und genau das und nur das wollte ich wissen. Vielen Dank dafür.
Flamingo hat geschrieben:Erst willst Du's ganz genau wissen, dann lehnst Du ein so großzügiges Angebot ab. Wenn ich Toni wäre, würde ich mich vergackeiert fühlen, um es mal offen zu sagen.
@Flamingo,
ich würde an Deiner Stelle mit der Beurteilung von persönlichen Situationen, die Du nicht kennst, etwas vorsichtiger sein.
Ich wollte die Übung nicht lernen und es auch nicht genau wissen, sondern nur das
Prinzip verstehen.
Ich weiss nicht, warum es so schwierig ist, trotz mehrfacher Wiederholung das Wort "Prinzip" im Zusammenhang mit einer Schroth-Fachdiskussion zu verstehen.
Gruss
Klaus
Verfasst: Fr, 27.01.2006 - 19:13
von Flamingo
Hallo Klaus, tut mir leid, daß es zu Mißverständnissen gekommen ist. Mir war einfach überhaupt nicht klar, was Du denn nun eigentlich wissen wolltest, da ich unter dem Begriff PRINZIP in Zusammenhang mit dem System Schroth offensichtlich etwas völlig anderes verstehe als Du. Ich hoffe, dieses menschliches Mißverständnis ist verzeihlich? Mit lieben Grüßen, Flamingo
Verfasst: Sa, 28.01.2006 - 13:14
von Klaus
Hallo Flamingo,
ist schon ok.
Das Prinzip hat Toni ja beschrieben:
...aber die Balken bieten Möglichkeiten zum hängen, strecken, langziehen die an einer Sprossenwand in der Intensität kaum möglich sind.
Gruss
Klaus