Klaus hat geschrieben:
ich weiß leider immer noch nicht, ob Du Skoliose/Kyphose hast und wie gross der Winkel ist und wie Deine Behandlungswege tatsächlich auf die Skoliose eingewirkt haben.
Üblicherweise läuft das in diesem Forum so, dass Leute sich mit ihrer konkreten Situation einbringen, über die bisherigen Erfahrungen berichten (bewerten), dann konkret nach anderen Möglichkeiten fragen und schliesslich auch mal alternative Methoden in den Raum stellen, wie Du es getan hast.
Schroth ist etwas, was man im Detail nicht erklären kann, weil es über das Erlernen eines individuell richtigen Körpergefühls geht.
Hallo Klaus,
Ok, ich sehe das Problem. ich habe in dem Forums-Ablauf offensichtlich Schritt 3 und 4 vor Schritt 1 und 2 gemacht.
Also konkreter:
Ich habe eine kleine Skoliose, deswegen habe ich sie selbst nicht bemerkt. Den Winkel weiß ich nicht. Kein Arzt kam auf die Idee mal messen zu lassen, das werde ich jetzt tun.
Ich weiß auch nicht, ob ich eine "Skoliose" oder eine "skoliotische Fehlhaltung" habe. Wie kann man das feststellen? Das ist ja wichtig für die Heilungschancen.
Über meine Skoliose wurde jahrzehntelang von Ärzten nicht informiert, ebensowenig wie über meine anderen "Problemzonen". Folglich konnte ich auch therapeutisch nichts tun. ich war ja "gesund". Deshalb litt ich nur hilflos und ahnungslos unter den Symptomen: Muskuläre Dysbalancen, verhärtete Muskulatur, inflexible Rippen usw.
Die Gefahr weiterer gravierender Schäden durch die chronische Fehlbelastung von Wirbelgelenken, Muskeln, Bändern etc macht mir schon Höllenangst. Kniegelenke, Wirbelgelenke und eine Bandscheibe sind schon beschädigt. Deshalb forsche ich rum, was mir zur Korrektur meiner schiefgelaufenen Bewegungsontogenese verhelfen könnte und habe schon einiges gefunden.
Ich habe nicht nur das Skoliose-Problem, sondern das, was die Spiraldynamiker "Koordinationsumkehr" nennen: ich habe als Kind nie den aufrechten Gang richtig gelernt , wie ich heute weiß: D. h., Fußstatik, Beinachsen, Beckenaufrichtung und -bewegung, Beckenboden-Aktivität, Schultergürtelorganisation, Brustkorb- und Rippenbewegung lief bei mir alles falsch, nicht wie bei gesunden Menschen. Jetzt habe ich die Folgen davon.
Ich habe zwei Jahre Pilates-Gerätetraining gemacht, das hat viel gebracht, sowohl um zu merken, was ich alles falsch mache , als zur realen Verbesserung von Aufrichtung und Zentrierung und für genauere Körperwahrnehmung. Ich tanze auch deutlich besser, allerdings neurdings mit Rückenschmerzen. Mein Laufstil beim Joggen ist besser, dadurch kann ich Knie- und Rückenschmerzen beim Laufen fast völlig vermeiden, trotz Knie- und Bandscheibendefekten.
Nur beim Kampfsport wird's schwierig mit dem Knie, bei der klassischen Boxerstellung mit schneller Beinarbeit und Klettern geht z. Zt. gar nicht, die hohen Antritte belasten halt die Kniegelenke und mit meinen verkürzten Adduktoren kriege ich die Beine nicht auseinander.
Bei Yoga und Gymnastik bin ich inzwischen koordinierter, kann falsche Ausführung eher erkennen und vermeiden. Auch meine Mitmenschen (TanzpartnerInnen, Tanzlehrerkollegen, Pilatestrainerin etc) spiegeln mir die Veränderung: ich habe offensichtlich bessere physische Präsenz, Haltung und Ausstrahlung. Klar, vorher war ich unbewußt muskulär im alten Angst- und Traumamuster "gefangen". (siehe mein Link Helga Pohls Sensomotorischer Therapie: Streßreflexe - Angst- und Traumamuster).
Andererseits bin ich mit Pilates auch an Grenzen gestoßen, die nicht nur mit der zu geringen Frequenz (1 mal die Woche, mehr konnte ich nicht bezahlen) ) zu tun haben.
Dann habe ich eine gute Spiraldynamik-Physiotherapeutin gesucht und gefunden. Das mache ich jetzt seit 18 Trainings von ca. 60 Minuten.
Auch da konkrete Ergebnisse: ich erfahre noch mehr über Koordinations-, Flexibilitäts- Tonusdefizite und meine Unfähigkeit, bestimmte Muskeln überhaupt aktiv anzuspannen oder loszulassen (Fuß, Beine, Beckenboden, Rippen, Brustkorb, Schulterregion). Sensomotorische Amnesie nennt das der Körpertherapeut Thomas Hanna (siehe meinen Link zur Sensomototischen Körpertherapie).
Und auch hier wieder reale Erfolge: erweitertes Körpergefühl, ich lerne unter der assistierten Führung der Therapeutin, "unbekannte" Muskeln zu finden und zu benutzen und erstmals (!) Veränderung am Skoliosemuster. Die Therapeutin meint, meine Wirbelsäule hätte sich seit zwei oder drei Sitzungen verändert. Im Spiegel sehe ich: die LWS sieht gerade aus, nicht mehr seitlich gebogen. Die obere BWS sieht allerdings noch schlimm aus: krumm, schief, Rotation. Auf jeden Fall tut sich was in der Wirbelsäule. Ich übe ja auch ständig "spiraldynamisches Bewegen":
die korrekte Beckenspirale, Bein- und Fußverschraubung, Beckenaufrichtung, Psoasdehnung - nicht nur als Übung, sondern integriert in Gehen, Laufen, Treppensteigen. Das ist noch nicht das tolle Ergebnis, aber es ist etwas in Bewegung.
Jetzt will ich Gyrotonic-Gerätetraining ausprobieren, das soll effektiver sein für Mobilisierung im Rumpf als Pilates. Da ich im Brustkorb hypomobil bin, brauche ich alles, was die Stase in Bewegung bringt.
Muskelkräftigung ist in meinem Fall nutzlos bis schädlich, deshalb habe ich auch mit Klettern und Krafttraining aufgehört. Meine chronisch verspannten Muskeln sind eh nicht trainierbar, kein verspannter Muskel kann Kraft haben, dazu müßte er erst mal loslassen können.
Ich habe einen Heilpraktiker, der meint, diese verspannten Muskeln seien Folge von Energieblockaden und mit seiner Lichttherapie könne er die beseitigen. Er sagt, damit habe er bessere, vor allem dauerhaftere Ergebnisse als mit Akupunktur, Manueller Therapie, Homöopathie.
Na mal sehen, ob er recht hat. Schön wär's.
Ich habe auch Helga Pohl befragt (mein Link sensomotorische Körpertherapie) und sie meinte, sie könnte mir helfen. Ich habe es nur aus finanziellen Gründen noch nicht versucht.
Das ist nämlich das Grundproplem mit all den feinen Therapien: Es geht nur in kleinen Portiönchen , weil ich bei 40 - 50 € pro Stunde pro Therapeut intensive Nutzung mit 6, 10 oder 20 Stunden pro Woche natürlich nicht bezahlen kann. Deshalb die Vorstellung, eine stationäre Intensiv-Therapie zu machen, obwohl ich wirklich nicht scharf auf Krankenhaus bin und lieber intensiv ambulant arbeiten würde. Tja, wenn ich irgendwann mal was erbe, dann ginge das schon eine Weile. Aber bis dahin wird's schon zu spät sein.
Wenn die BfA die Reha in Bad Salzungen bewilligen würde, wäre das eine gute Möglichkeit, genügend intensiv zu arbeiten, zumindest an den Wirbelsäulenproblemen. Und ein grundsätzlicher Körperumbau, egal mit welcher Methode, erfordert nicht nur gutes, sondern auch viel Training.
Wenn die BfA das nicht tut - die Bewilligungspraxis wird ja immer restriktiver- würde ich mir schon genau überlegen, ob ich die 4 Wochen Klinik mache. Eben dann, wenn sie für Skoliose-Korrektur tatsächlich effizienter ist, also mehr Korrektur bringt als für das gleiche Geld, was die Klinik mich als Selbstzahler kostet , intensiv meine ambulanten Therapien zu nutzen. Deshalb meine Anfrage hier: Was kann man mit Schroth erreichen an (Selbst-)Korrektur und was nicht?
Ich meine wirklich Korrektur, also Tonusregulierung der verspannten Muskeln, Beseitigung der Hypomobilitäten, Wirbelsäule gerader kriegen als sie jetzt ist, wenn auch vielleicht nicht hundertprozentige Derotation und Entlateralisieung.
Ich hoffe, das war jetzt konkret genug.
Danke für Dein freundliches Interesse.
Sonnige Grüße aus Berlin
Swan