Was Medizin studieren wirklich bedeutet, zeigt dieser Witz:
Weist Du wie man einen Physikstudenten von einem Medizinstudenten unterscheiden kann?
Gib beiden das Münchener Telefonbuch und sage: "Bitte auswendig lernen!"
Der Physikstudent antwortet dann:"Warum?"
Der Medizinstudent antwortet: "Bis wann?"
Für Mediziner ist die Skoliose der absolute Alptraum!
Der normale (niedergelassene) Orthopäde sieht im Jahr ca. 3-5 Skoliose-Fälle.
Er hat im Medizinstudium max. eine einzige Vorlesung zu diesem Thema gehört und dazu einen Abschnitt eines Standard-Lehrbuches über Skoliose auswendig gelernt ( ..müssen, zumindest bis dieser Stoff abgeprüft wurde). Die Skoliosen kommen dann in einer endlosen Reihe mit Knie- und Hüftarthrosen, Tennis-Ellbögen und Golfer-Armen, Sehnenscheidenentzündungen und Bandscheibenvorfällen.
Der Orthopäde kann bei Skoliose außer Röntgen gar NICHTS tun!
Und zum Ganz-Wirbelsäulen-Röntgen ist sein Gerät gar nicht geeignet und seine Röntgenassistenten sind nicht erfahren genug, weil sie sowas viel zu selten macht. Also werden ein Haufen Einzelbildchen verschossen die man gar nicht nach COBB ausmessen kann.
Nach der Ursache befragt kann der Arzt nur dumm gucken und mit den Schultern zucken und die Augen verdrehen, weil er die Ursachen von Skoliose gar nicht wissen kann.
Deshalb heißt es ja auch "idiopathisch".
Also kann er nix kluges erklären und muss sich dumm stellen, ob er will oder nicht.
Das ist ja auch der Grund warum die allermeisten Orthopäden entweder idiotisch oder apapthisch auf Skoliosen reagieren.
Wenn er einen sanitätshausbesitzenden Orthopädietechniker kennt, der sich einbildet oder glaubt, Derotationsorthesen herstellen zu können, dann gibt es eine Verordnung für so ein Ding.
Ob der dann eine Orthese oder Plastikmüll zum umschnallen baut, entzieht sich mangels Erfahrung dem Orthopäden völlig.
Wenn er aber "klug" reagiert, versucht er die Verantwortung für eine Skoliosenbehandlung eines Kindes oder Jugendlichen so schnell wie möglich von sich weg zu überweisen. In der Regel zur nächstgelegenen Skoliose-Sprechstunde der nächstgelegenesten Uni-Klinik.
Dort beginnt das Dilemma von neuem. Der Ober- oder Chefarzt steht ganztägig und schweißgebadet (ist wirklich ein Knochenjob-im wahrsten Sinne des Wortes!) im OP und verschraubt die vielen gescheiterten Fälle.
Dr. Florian Geiger (Oberarzt der Abteilung für Wirbelsäulenorthopädie
Uni Frankfurt-Friedrichsheim) ist da eventuell die rühmliche Ausnahme, die die Regel bestätigt.
Der Assistenzarzt oder sogar AIP soll die verzweifelten Mütter mit ihren verkrümmten Töchtern abfertigen und diesen "schonend" beibringen, daß sie den "Rest" ihrer Jugend in Plastikmüll eingeschnallt verbringen müssen.
Dann werden sie in die Werkstatt gebeten und schon mal irgenwie gegipst. Und dort ist es wider der "Meister Zufall" der entscheidet, ob eine echte Derotationsorthese oder Plastikmüll zum umschnallen daraus entsteht.
Leider in der Mehrzahl der Fälle Plastikmüll.
Die Compliance ist bei solcher Behandlung und Aufklärung fast zwangsläufig und logischer Weise unter allem Hund!
Einziger "Lichtblick" entsteht, wenn die jungen Patienten eine Reha in Bad Sobi bekommen.
Ansonsten ist die Skoliose-behandlung in Deutschland ( und Anderswo ist es NICHT BESSER!) immer noch genau so wie sie der berühmte Prof.Dr. Zielke vor über 30 Jahren in einem legendären Artikel im Bild der Wissenschaft beschrieben hat:
Skoliose, die SCHANDE der Orthopädie!
Es wird nicht oder kaum geforscht.
Es gibt keine Meldepflicht und keine Statistiken. Das bischen Forschung das noch läuft wird nicht koordiniert. Qualitätsmaßstäbe und Qualitätssicherung in der Skoliosen-Therapie gibt es nicht. Nur veraltete Leitlinien, die eine Gruppe "OP-geiler alter Professoren" in Hinterzimmern ohne Mitsprache der Betroffenen ausgeheckt haben.
Außer operieren können Ärzte sowieso so gut wie nichts zur Behandlung (Therapie) beitragen.
Das ist bei der konservativen Behandlung immer eine Sache des Korsettmachers, der PhysiotherapeutIn und vor allem des Patienten selbst!
Und wenn Ärzte operieren, dann tun sie das durchaus in dem Bewusstsein, daß sie eine Skoliose nicht heilen können sondern "nur" versteifen.
Jeder "Normale" Orthopäde hasst es vor einer verzweifelten Mutter und einem heulenden Kind zu hocken und denen etwas erklären zu müssen wovon er selbst eigentlich gar keine Ahnung hat.
Dabei träumt jeder "Normale Orthopäde" eigentlich NUR so eine Praxis wie Herr Dr. Müller-Wohlfahrt zu haben, in der er ohne Budget-Probleme im Kreise der besten Physiotherapeuten die Bänderüberdehnungen von Bundesliegaspieler-Kniee wieder spielfähig machen kann.
Und dann kommst DU Chaleo und wünscht Dir hier mehr hochkompetente und Skoliose-Forschungs-erfahrene Mediziner und Wirbelsäulen-Fach-Orthopäden hier ins Forum und speziell in DEINEN tread!
Du fragst nach randomisierten Doppel-Blind-Studien zur Skoliose-Forschung und scheinst einfache aber logische empirisch hier zusammengetragene Patientenerfahrungen einfach nicht gelten zu lassen.
Ich sag Dir was: Deine "verdrehte Hüfte" haben vermutlich 95% aller Skoliose-Patienten in Form eines verwrungenen Beckens.
Die allermeisten davon hatten schon als Kleinkiend ab U1 bis U 10 alle Untersuchungen, auch Hüftscreening und waren unauffällig.
Und ob das der primäre Auslöser einer Skoliose ist oder eine Sekundärfolge der Skoliose ist als Frage ebenso müßig wie die Frage, ob das Huhn oder das Ei zuerst da war!
Deine Intermittierenden-Gummiseil-Weichkraft-Extensions-Apperate sind schon vor hundert Jahren ebenso mehr oder weniger erfolglos versucht worden wie hunderte anderer z.Teil skurriler Ideen zur Skoliose-Behandlung.
Du wirst damit höchstwahrscheinlich ebenso scheitern wie fast alle Deine Vorgänger seit Hippokrates, die eine wirksame Skoliose-Behandlungsmethode erfunden zu haben glaubten.
Mit 2 Ausnahmen:
1. Frau Katharina Schroth die selbst als Skoliose-Patientin an sich selbst eine funktionelle und logische Selbstkorrektur-Methode entwickelt hat und ihrer Tochter die diese mSCHROTH-Methode systematisch weiterentwickelt hat.
2. Dr. Cheneau, der als wesentlichem Durchbruch in der Korsett-Therapie erkannt hat, daß Extension wenig bis nichts bringt und daß für eine wirksame Korrektur der größte Wert auf die Entdrehung (Derotation) gelegt werden muss.
Seither stagniert doch die Skoliose-Forschung mehr oder weniger.
Nur in den OP-Methoden wird noch weiter geforscht und optimiert, weil damit echt viel Geld umzusetzen ist.
In der Scheuermann- und Kyphose-Lordose-Behandlung ist das Bild nicht besser sondern eher noch schlechter als bei der Skoliose.
Nun kennst Du meine Meinung.
Gruß Toni