Novotergum - KG

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Karlson vom Dach
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Beitrag von Karlson vom Dach »

W.Beermann hat geschrieben:Nach der Kontrollanalyse hat sich die Wirbelsäule nach den Erfahrungen der Orthopäden in ihrer Statik so verändert, dass "der Patient durchschnittlich in der Therapie 1 cm länger wurde". Dieses konnte in diesen 3-D-Wirbelsäulenvermessungen ermittelt werden.
Hallo zusammen,

nachdem, was ich über die Behandlung von Wirbelsäulendeformationen gelernt habe, ist für mich eine Aufrichtung durch Mobilisation schwer nachzuvollziehen. Haben wir hier im Forum Betroffene, die diese positive Erfahrung gemacht haben?

Gruß,

Karlson
Kein Mensch muß müssen
Reinhard K. Sprenger
W.Beermann
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Mobilisation oder Stabilisation

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Karlsson...!
In unserer Therapie kommt es primär auf die Stabilisation an.
Auf unserer Internet-Seite wird bei den Zielen unserer Therapie Folgendes festgestellt:
"Fazit:
Der Muskulatur, die die Wirbelsäule stabilisisiert, kommt die zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Rückenschmerzen zu.
Der Schlüssel zum beschwerdefreien Rücken liegt darin, diese Muskeln zu therapieren. Dies ist unsere Aufgabe."

Ohne Mobilisation wird der Patient mobiler, weil er keine Schmerzen mehr hat.
Unser Programm sieht Dehnübungen für die wirbelsäulenrelevanten EXtremitätenmuskeln. Viele Schroth-Übungen ähneln unseren Dehnübungen der Beinmuskeln, der Gesäßmuskeln etc.
Auch einige Entlastungsübungen sind Teil der Schtoth-Therapie.
Aus einigen Beiträgen in diesem Forum entnehme ich, dass es den Patienten so viel besser geht, weil sie mobilergeworden sind.
Herzliche Grüße, W.B.
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

Meinen steiffen Rundrücken habe ich alleine durch Mobilisation begradigt. Nachdem sich da nichts mehr bewegt hat, kann ich mir auch nicht vorstellen, wie ich das anders hinbekommen hätte. Außerdem habe ich auch viel mit Drehungen und Verbiegungen in alle Richtungen gearbeitet, um Asymetrien herauszufinden. Im Grunde habe ich nur an Beweglichkeit gearbeitet.

Ich hatte allerdings einen wirklich guten Physiotherapeuten, der mir auch die richtige Haltung gut näher gebracht hat. Und ich sitze, stehe und gehe wieder ganz locker aufgerichtet, was vorher - so steiff wie ich war - niemals gegangen wäre. Es ist sogar alles andere als anstrengend (Mein Physiotherapeut hat es so erklärt: Ein Stein (=Wirbelkörper) steht auf dem andern und keiner muß etwas tun). Selbst Freunde merken, dass ich wieder viel entspannter bin und mich nicht mit Muskelkraft so aktiv in die Aufrichtung quetschen muß. Einfach weil die Beweglichkeit da ist, dass dies ohne Anstrengung möglich ist. Aber solange ich mich nicht symmetrisch bewegen konnte, habe ich immer irgendwo kompensiert. Anfangs hätte ich mir nie vorstellen können, dass gerade stehen so einfach ist.

Und ich habe auch wieder ein Gefühl für richtiges Stehen und Tragen bekommen. Gewichte, die ich früher ganz locker irgendwie hochgewuchtet hätte, lass ich heute schonmal fallen, weil sie mir zu schwer sind. Sicher muß ich noch etwas an der Muskulatur arbeiten, aber wenn mir noch etwas zu schwer ist, ist es halt zu schwer.

Allerdings bin ich auch kein Skoliotiker, sondern hatte nur bzw. habe noch ganz geringe Probleme mit einem steiffen Rundrücken und (deutlicher) Wirbelkörperrotation (obere BWS/ untere HWS).
Für mich war Mobilisation jedoch genau der richtige Weg und ich würde es immer wieder so machen.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

virtuelle hat geschrieben:Allerdings bin ich auch kein Skoliotiker, sondern hatte nur bzw. habe noch ganz geringe Probleme mit einem steiffen Rundrücken
Wieviel Grad hat denn dieser Rundrücken/Hyperkyphose?

Gruss
Klaus
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

Keine Ahnung, ich hatte nie eine richtige Diagnose und bin dann zum Glück an einen Physiotherapeuten geraten, der meine Probleme dann erst richtig erkannt hat.
Die Kyphose war aber wohl eher so mittelmäßig. Dadurch, dass ich auch noch ein ziemliches Hohlkreuz hatte (und in der Lendenwirbelsäule überbeweglich war), stand ich auch eigentlich ziemlich "gerade". Nur dass meine Schulterblätter deutlich abstanden war sehr auffällig.
Und was mir ziemlich aufgefallen ist im Verlaufe des letzten Jahres: Mit zunehmender Aufrichtung konnte man - von der Seite betrachtet - die unterste Rippe des Brustkorbs sehen, die so etwas nach vorne/unten verläuft. Anfangs war der Brustkorb so eingesunken, dass dort keine Rippe zu sehen war, sie wanderte erst allmählich von nach unten verlaufend nach oben (von anfangs zum Boden gerichtet zu jetzt etwa 45 Grad Winkel). (Das hat jetzt wahrscheinlich keiner verstanden...)

Zu Schaffen gemacht hat mir wohl wirklich in allererster Linie, dass ich völlig steiff war. Ich konnte keine 50 Meter laufen ohne dass mir die ganze rechte Seite weh tat und ich völlig aus der Puste war, weil ich auch nicht richtig Luft holen konnte (steiffer Brustkorb). Und durch die Rotation der Wirbelkörper nach rechts hatte ich auch im rechten Arm deutlich weniger Kraft als im linken (das habe ich dann im Verlauf des letzten Jahres mit fortschreitender Besserung an der Reaktion meines Pferdes gemerkt, dem ich immer nur links im Maul gezogen habe und dass dadurch völlig aus dem Gleichgewicht kam). Außerdem schwang mein rechter Arm beim gehen nicht mit, ich habe den (bevor ich zur Physiotherapie ging eigentlich völlig unbewusst) sehr wenig bewegt und eher festgehalten. (Ich könnte jetzt weiter machen mit meinen Verdauungsstörungen und den Ohrschmerzen, das spar ich mir jetzt aber.)

Das erste halbe Jahr bin ich wirklich jede Woche (!) zum Mobilisieren gegangen und das letzte halbe Jahr nur mehr jede zweite Woche. Es war schweineteuer (weil ich vieles selbst gezahlt habe) und es hat teilweise schweineweh getan (v.a. gegen die Wirbelkörperrotation anzudrücken, weil ja auch die Muskulatur auf der rechten Seite so verhärtet war).
Aber mittlerweile funktionieren fast alle Bewegungen wieder symmetrisch, die Schulterblätter haben sich wieder angelegt. Nur an meinem Hals und Unterkiefer sieht man noch minimal, dass dort noch eine kleine Rotation nach rechts vorhanden ist (aber auch nur, wenn man weiß, dass da was ist).
Mein Hohlkreuz ist eigentlich komplett verschwunden (zumindest nach meiner eigenen Einschätzung), die Brustwirbelsäule kompensiert noch etwas die kleine Restrotation, die ich im Übergang zur Halswirbelsäule habe. Aber die Muskulatur ist wieder so weich, dass ich keine Beschwerden dadurch habe.
Und ich habe überhaupt keine Probleme, diese durch Mobilisation wiedergewonnene Symmetrie zu halten, solange ich keine Gewichte tragen muß. Und ich habe wieder so ein gutes Körpergefühl, dass ich wirklich nur das trage, was ich einigermaßen schadlos überstehe, weil ich darauf achte, nicht ins Hohlkreuz zu fallen, keinen Buckel zu machen, meine Schulterblätter da zu lassen wo sie hingehören und nicht irgendetwas zu kompensieren sondern versuche, mich symmetrisch zu verhalten.
Vielleicht könnte man das fast als "Stabilisation" verstehen, denn ich kann mich ganz sicher nicht völlig unüberlegt verhalten, sondern bewege mich ganz bewusst, um keine Fehler zu machen und nicht unbewusst meine schwache Seite zu schonen.
Aber als Therapie habe ich einfach die Mobilisation gebraucht, sonst wäre es mir nicht möglich gewesen, mich "richtig" zu bewegen. Und ich bin so beschwerdefrei und wieder so locker und gelöst, dass ich 100 Prozent davon überzeugt bin, dass es für mich so der richtige Weg war.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo virtuelle,
Mein Hohlkreuz ist eigentlich komplett verschwunden (zumindest nach meiner eigenen Einschätzung), die Brustwirbelsäule kompensiert noch etwas die kleine Restrotation, die ich im Übergang zur Halswirbelsäule habe. Aber die Muskulatur ist wieder so weich, dass ich keine Beschwerden dadurch habe.
ich hatte deshalb nochmal nachgehakt, weil ich speziell die Situation des Rundrückens wissen wollte.
Es ist natürlich sehr schön, wenn die Beschwerden jetzt weg sind. Durch die Einschätzung, dass Dein Hohlrücken weg ist, hat sich möglicherweise auch die Kyphose positiv verändert. Nur es gibt leider keinen objektiven Vergleich, den man am besten mit 3 D-Aufnahmen hätte machen können.

Bitte nicht falsch verstehen, es ist Dein positiver Weg gewesen, aber für andere, die hier mitlesen, lässt sich daraus leider erst mal nichts ableiten.
Jeder Rücken ist sowieso anders, aber eine objektive Grundbewertung müsste man schon haben, ehe man praktisch über die verschiedenen Wege diskutieren kann.
Keine Ahnung, ich hatte nie eine richtige Diagnose
Deshalb würde ich schon eine kompetente Diagnose anstreben, um nicht nur Deinen richtigen Weg zu bestätigen, sondern auch die Sicherheit zu haben, dass für die Zukunft damit genügend getan ist oder auch nicht!

Leider können sich Kyphosen/Skoliosen im Alter noch verschlimmern, selbst wenn man, wie ich, Muskelaufbautraining über Jahrzehnte macht, aber bestimmte Dinge nicht beachtet und erst spät zu der Erkenntnis gelangt ist, dass dieses Training nur die halbe Wahrheit ist.

Gruss
Klaus
virtuelle

Beitrag von virtuelle »

Es ist auch gar nicht meine Absicht hier jemanden zu bekehren. Jeder muß seinen eigenen Weg finden.
Für mich wäre nur ein Korsett absolut keine Lösung gewesen, wahrscheinlich wäre ich totunglücklich damit gewesen. Meine Freundin hat eine wirklich deutliche Skoliose (das sieht man selbst im Winter wenn sie 3 Pullover und eine Daunenjacke an hat ganz deutlich). Sie hat aber absolut keine Probleme damit und hat anfangs zu mir gemeint, sie weiß gar nicht, woher ich solche Probleme habe, wo doch ihr Rücken sehr viel deutlicher kaputt ist als meiner. Schon vor einem halben Jahr hat sie zu mir gemeint, mein Rücken ist ja schon voll toll geworden - obwohl sie anfangs gemeint hat, meine Haltung wäre doch voll im normalen Rahmen.
Und ich hab mich auch oft gefragt, warum ich solche Einschränkungen habe, wo doch sie äußerlich deutlich sichtbar sehr viel schiefer ist als ich und soviele Leute doch auch Hohlrundrücken haben (eine Zeitlang habe ich auf der Straße eh an jedem Haltungsfehler gesehen, das war wohl auch fast krankhaft). Und mittlerweile bin ich wirklich davon überzeugt, dass das eigentlich Problem die Steifheit war. Und seit die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule wieder hergestellt ist, geht es mir unheimlich blendend.
Und ich halte Bewegung für so wichtig, gerade wenn man Probleme mit dem Rücken hat. Denn die Wirbelsäule ist doch gemacht für Bewegungen in jede Richtung und im Korsett ist diese Bewegung einfach vollkommen eingeschränkt.
Und ich arbeite jeden Tag daran, dass alle Bewegungen möglich sind und es niemals wieder soweit kommt, dass ich so steif werde, dass ich mich nicht mehr selbständig aufrichten kann.
Übrigens denke ich nicht, dass die Hyperkyphose besser geworden ist, weil die Lordose abgenommen hat. Eher genau umgekehrt, dadurch, dass die Brustwirbelsäule aufgerichteter und beweglicher ist, muß ich nicht mehr in der Lendenwirbelsäule kompensieren. Keiner, der mich heute sieht würde mir auch nur annähernd glauben, dass ich vor einem Jahr zig Beschwerden hatte. Es ist zwar auch nicht so, als ob nie etwas war, aber die Funktionsfähigkeit von meiner Wirbelsäule ist fast komplett wieder hergestellt und das bringt mir eine unheimliche Erleichterung und damit kann ich weiterarbeiten.

Aber okay, es soll hier wirklich keine Glaubensbekehrung werden. Und es muss ja jeder selbst wissen, ob und wie er die Sache angeht.
W.Beermann
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Keine Glaubensbekehrung

Beitrag von W.Beermann »

Hallo virtuelle!
Danke dafür, dass Sie ihre Erfolge in der Skoliosebehandlung aus Ihrer persönlichen Sicht schildern, obwohl Sie wissen, dass Sie hier im Forum Gegenwind erwarten müssen.
Auch ich möchte hier niemanden "bekehren", möchte aber schon Erfolge in der Behandlung von Skoliose Patienten darstellen.
Ich verstehe sehr gut, warum "Toni, Dalia oder Klaus" so vehement auf eine Schroth-Kur in Bad Sobernheim und nachträglicher Schroth-Krankengymnastik bestehen.
Nachdem ich z.T. ihre "Rückenbilder" gesehen habe, ist dieses Behandlungsschema Teil ihrer persönlichen Erfolgsbiografie als Patienten.
Nur:
Patienten von Novotergum können ähnliche "Erfolgsgeschichten" wie Dalia, Toni und Klaus berichten, sind aber nicht bereit, so wie SIE (virtuelle) sich mit diesem Gegenwind aus dem Forum auseinanderzusetzen. Also nochmals vielen Dank virtuelle, für Ihren mutigen Beitrag.
Herzliche Grüße, W.B.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Herr Beermann,
W.Beermann hat geschrieben:Danke dafür, dass Sie ihre Erfolge in der Skoliosebehandlung aus Ihrer persönlichen Sicht schildern, obwohl Sie wissen, dass Sie hier im Forum Gegenwind erwarten müssen.
Das Forum lebt von solchen Beiträgen und ich begrüsse das außerordentlich!
Von Zeit zu Zeit hatten wir ja z.Bsp. zum Thema Korsett "sehr lebhafte" Diskussionen gehabt, was die Auswahl bzw. Kompetenz der Korsettbauer anging. Da habe ich auch oft privat hören müssen, gegen "diese Rahmouni Fraktion" kommt man nicht an. Mittlerweile bin ich ein bischen stolz, dass wir durch Selbstbewusstsein und intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Situation viele Leute im Forum haben, die dafür gesorgt haben, dass es hier sehr differenzierte und sachliche Beiträge zu diesem Thema gibt, die keinen davon abhalten sollten, eigene Erkenntnisse zu posten.

Sie haben selber geschrieben, dass Sie die Rückenbilder einiger Leute gesehen haben und sich daher den Weg über Schroth gut vorstellen können.
Bei virtuelle gibt es aber kein Bild und auch keine eindeutige Diagnose!
Und genau das und nur das, ist mein Ansatz zur Diskussion gewesen.

Die Wege sind sicherlich sehr vielfältig, aber ich ich muss wenigstens den Ausgangspunkt kennen, um den Therapie-Weg einordnen zu können.
Dann wäre es natürlich schon gut, wenn man zusätzlich einen objektiven Vergleich hätte, z.Bsp. bei Kindern und Jugendlichen die Röbis, bei Erwachsenen die 3D Bilder.

Gehen Sie mal davon aus, dass es hier gerade bei den Erwachsenen um lange leidvolle Erfahrungen geht, die diese anderen ersparen wollen.
Ich habe selbst vor über 20 Jahren geglaubt, dass allein das Fitness-Training ausreichen würde. Ich hatte nur sehr selten Schmerzen und fühlte mich ganz toll, weil die schwachen Muskeln gerade in der Anfangszeit mächtig wuchsen und ich mich ohne diese Training einfach nicht wohl fühlte.
Ich hatte keine Ahnung von Winkeln nach Cobb und anderen Therapien, bis vor 4 Jahren die Schmerzen bei bestimmten Situationen zunahmen und ich auf einem Röbi bemerkte, dass trotz des ganzen Trainings die Krümmung erheblich zugenommen hatte. Dann dauerte es noch zwei Jahre, bis ich endlich kompetente Hilfe in Anspruch genommen habe, die zum ersten Mal meine Situation richtig eingeordnet hat.

Es ist doch logisch, dass man da schon "Gegenwind" erzeugt, wenn man Leute in einer ähnlichen Situation sieht.
Ich kann auch nur empfehlen und versuchen, zu überzeugen.
Das muss ich auch, weil es viele stumme Mitleser gibt, die gerade bei Kyphose/Skoliose sehr viele Informationen brauchen, um sich selber ein Bild zu machen. Aus meiner eigenen Situation weiss ich, dass da natürlich nur die klare Überzeugung weiterbringt. Die "Götter in weiß" lassen sich nicht so schnell abstreifen. Wenn man diesen Weg zum mündigen Patienten erst mal gefunden hat, ist man auch aufgeschlossener gegenüber anderen Wegen, wenn diese überzeugen.

Das zeigt doch auch die Diskussion zum Kraft-Training, Schroth und differenziertes Fitness-Training schliessen sich doch nicht gegenseitig aus.
Sie ergänzen sich optimal!
Gerade bei meiner langen "Fitness-Laufbahn" weiss ich, wie wichtig die Differenzierung bei Fehlstellungen der WS ist. Ich wünsche mir, dass noch mehr Studios dies erkennen und nicht informierte Anfänger auf den richtigen Weg bringen.

Gruss
Klaus
W.Beermann
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Sachliche Auseinandersetzung im Sinne der Skoliose Patienten

Beitrag von W.Beermann »

Hallo Klaus!
Gerade in unserer Therapie (nicht Fitnesstraining) achten wir auf eine sehr sorgfältige Dokumentation, weil sich jede Therapie nur an Wissen und Erkenntnisse verbessern kann. In unserer Therapie werden auch 3-D-Vermessungen durchgeführt, die leider der gesetzliche Patient selber zahlen muss. Das Geld hat nicht jeder übrig, also entscheidet auch der Patient, ob er auch noch diese Verlaufsdokumentation vornehmen will.
Jeder, der die Beiträge von Bzebra, Toni, Dalia und Ihnen als Reaktionen auf meine Beiträge liest, weiss, dass hier nicht nur sachlich, sondern auch emotional reagiert wird.
Nach den bisherigen 3-D-Vermessungen wird der Patient im Laufe der Therapie durchschnittlich um 1 cm "größer". Jeder Patient und nicht nur die Hyperkyphotiker oder Skoliosepatienten.
Herr Dauber (für unsere Therapeuten ist er ein Begriff) kam mit einer Hyperkyhose von mehr als 60° zu uns und richtete sich im Laufe der Therapie derart auf, dass er 4 cm an Körperlänge zunahm.
Aber wie gesagt:
Ich will niemanden bekehren:
Unsere Datenbank ist transparent und wenn Sie möchten einsehbar.
Mittlerweile sind es 188 Skoliose Patienten, die bei uns in Therapie sind.
Für diese Patienten engagiere ich mich auch in meiner Freizeit indiesem Forum!!
Herzliche Grüße an alle Skoliose Patienten, W.B.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Hallo Herr Beermann,

ich weiss wirklich nicht, warum gerade mein letzter Beitrag offenbar (?)nicht zu einer sachlichen Auseinandersetzung beiträgt oder habe ich das falsch verstanden?

Ich habe schon mehrfach betont, dass Schroth und differenzierte Fitness, dazu gehört für mich auch spez. medizinische Therapie an Geräten, eine optimale Möglichkeit darstellt.

Sie haben doch ausdrücklich bestätigt, dass eine Schroth-REHA bei Jugendlichen in allen Fällen vor Novotergum empfohlen wird.
Bei Erwachsenen empfehlen Sie über 30 Grad Skoliose ebenfalls eine Schroth-REHA, bei unter 30 Grad haben Sie ebenfalls von Schroth-Übungen gesprochen, bei denen ich angemerkt habe, dass diese auch nur in einer REHA erlernt werden können.

Es gibt also keinen Grund dafür, überzeugend auszudrücken, dass Novotergum die Situation bei Skoliose/Kyphose ganz allein mit Therapie abdecken kann.

Wenn Sie meinen, dass Sie dort ein kompetenter Ansprechpartner für den weiteren Weg sind (das ist etwas anderes(!)), dann mögen Sie Recht haben, wenn wirklich alle kompetent ärztlich versorgt wurden.
Ich bleibe aber dabei, dass auch die "unter 30 Grad Erwachsenen" Schroth-Erfahrungen haben sollen, die man nur in einer REHA erlernen kann.

Sie bringen mich hier schon auf eine emotionale Schiene, wenn ich sage, dass ich das Gefühl habe, dass Sie den von mir unterstützten Weg Schroth und differenziertes Fitnesstraining/(med. Trainings-Therapie) auch in einem anderen Studio deshalb nicht akzeptieren, weil Sie darin scheinbar einen Angriff auf Ihre Einrichtung sehen, was es absolut nicht ist!
Schon deshalb nicht, weil ich mittlerweile verzweifelt versuche, Ihnen ständig klar zu machen, dass diese Kombination generell für mich optimal ist.

Ich spreche Ihnen doch keine Erfolge ab, in dem ich darauf hinweise, dass man das Optimale in der Kombination auch selbst vor Ort in einem Fitness-Studio machen kann und Schroth-Übungen generell nur richtig in einer REHA erlernt werden können.
Mein Studio hat z.Bsp einen Back-check von Dr. Wolff und bietet auch demnächst einen speziellen Kurs in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sportschule Köln und einigen Krankenkassen an. Ob das was für mich ist, entscheide ich nach entsprechenden zusätzlichen INFO's.

Nicht überall gibt es Novotergum und ich weiss auch nicht, wielange die Krankenkasse das unterstüzt, bzw. wann der Patient mit diesem Erfolg dann in eine private Leistung wechseln muss. Muskeln muss man ja sein ganzes Leben fit halten.

Wir können natürlich darüber diskutieren, ob nach einer Schroth-REHA in Bad Salzungen mit seinem zusätzlichen Sequenztraining die Patienten tatsächlich soweit sind, dass sie in jedem Fitness-Studio richtig weitertrainieren können.
Da kommen dann schon Diskussionen auf, die aber zumindest für mich Bestandteil des eigenen Verstehens sein müssen (nicht einfach eine Anweisung!) und oft auch ins Wissenschaftliche gehen (@ulaschatz :) ).


Novotergum ist offensichtlich gerade für die grosse Mehrheit von oft nicht ausreichend informierten Skoliose/Kyphose Patienten eine sicherlich gute Anlaufstelle, besser als jede Mucki-Bude um die Ecke oder der lapidare Tipp eines nicht kompetenten Orthopäden auf allgemeines Muskeltraining.

Besser über ihre Situation Informierte werden sich sicherlich mehr Gedanken machen, insbesondere wenn es nicht überall solche Einrichtungen gibt oder die finanzielle Lage es möglicherweise nicht zulässt.

Beide Gruppen werden individuelle Probleme haben, die nach meiner Meinung immer nach dem Grundsatz gelöst werden sollten, dass zumindest eine kompetente ausführliche ärztliche Diagnose der Ausgangspunkt sein sollte und auch der weitere Verlauf regelmässig kontrolliert wird.
Insofern würde ich bei Novotergum die Patienten schon energisch darauf hinweisen, dass die 3D Kontroll-Aufnahmen sehr wichtig sind.
Sicherlich bringen Sie da auch den Spruch mit der Priorität Gesundheit an. :)

Gruss
Klaus
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BZebra
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Re: Sachliche Auseinandersetzung im Sinne der Skoliose Patie

Beitrag von BZebra »

W.Beermann hat geschrieben:Jeder, der die Beiträge von Bzebra, Toni, Dalia und Ihnen als Reaktionen auf meine Beiträge liest, weiss, dass hier nicht nur sachlich, sondern auch emotional reagiert wird.
Aha, welche Beiträge? Die in diesem Tread hier stehen oder in irgendeinem zu Novotergum überhaupt? :rolleyes:
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Therapie: 1983-1994 Korsetts verschiedener OTs, zuletzt bei Rahmouni, dann Korsettabschulung im Jahr 1994, seit 05/2005 bis etwa 2018 Nachtkorsett von Rahmouni, Therapieziel: Halten der Skoliose, seit 2018 keine Therapie mehr
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Re: Sachliche Auseinandersetzung im Sinne der Skoliose Patie

Beitrag von Dalia »

W.Beermann hat geschrieben:Jeder, der die Beiträge von Bzebra, Toni, Dalia und Ihnen als Reaktionen auf meine Beiträge liest, weiss, dass hier nicht nur sachlich, sondern auch emotional reagiert wird.
:confused: :confused: :confused: :confused: :confused: :confused:

Welche Beiträge von mir, bitte??? Ich habe auf keinen einzigen Beitrag von Ihnen geantwortet. Das sagt auch schon viel aus, wie weit Sie hier den Durchblick haben. Also, hier bitte nicht alle(s) in einen Topf werfen, ja?

Oder haben Sie hier schon mal anonym gepostet und ich habe Ihnen geantwortet?

Wenn man viel schreibt, bleiben emotionale Beiträge nicht aus. Es wäre auch schlimm, wenn man hier nur distanziert und ohne Anteil schreiben würde. Die Personen, die oben namentlich genannt werden, sind auch diejenigen, die den Forumlingen am meisten helfen. Denjenigen, die eine eigene Meinung haben und diese unerbittlich vertreten, wird auch am ehesten vertraut als den ewigen Ja-Sagern, die es allen recht machen wollen.

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Beitrag von helga73 »

Hallo!!
Ich war vor 3 Wochen auch bei Dr.Colemont in Bochum.Ich habe die Adresse aus dem Internet.Ich bin vor 15 Op. worden in Hamm durch Dr.Götze.15 Jahre hatte ich nich wirklich viel Ahnung von irgent welchen Therapien oder sonstiges.Meine Beschwerden fingen vor ca.2 Jahren an und wurden immer mehr und schlimmer!Jetzt bekomme ich auch Kg und mir wurde auch von Schroth abgeraten,ich kenne Schroth überhaupt nicht.Ich mache jetzt Kg im Novotergum Center in Bochum.Ich habe auch die 3 D vermessung machen lassen und daraufhin eine einlage bekommen.Bei mir wurden noch 42° gemessen.Ich bin von D3-L1 versteift!!Können nur nich-op Schroth machen oder auch Op?? :rolleyes:

lg Helga
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Beitrag von Dalia »

Hallo Helga,

natürlich können - und sollen - Operierte auch Schroth machen!

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Beitrag von Klaus »

helga hat geschrieben:Jetzt bekomme ich auch Kg und mir wurde auch von Schroth abgeraten,ich kenne Schroth überhaupt nicht.Ich mache jetzt Kg im Novotergum Center in Bochum
Wurde Dir bei Novotergum davon abgeraten oder bei Dr. Colemont?

Gruss
Klaus
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Beitrag von helga73 »

Hallo Klaus!!
Der Dr. Colemont hat mir davon abgeraten!!Er sagte das er davon nichts hält!!
Da ich aber dauernd schmerzen habe,Kopfschmerzen und Muskelverspannungen möchte ich nichts auslassen was mir evtl. helfen könnte!!

lg helga
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Beitrag von Klaus »

Hallo Helga,

jetzt würde mich mal interessieren, was man bei Novotergum zu Schroth in Deinem Fall sagt.

Und natürlich auch, wie es Dir persönlich dort geht und ob Du Fortschritte machst.

Gruss
Klaus
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Beitrag von helga73 »

Hallo Klaus!
Ich muß am Mittwoch wieder nach Bochum und werde dann mal nach Schroth fragen.Nach 2 mal Kg kann ich noch nichts über Fortschritte sagen.Ist ja auch klar!!Aber ich wurde bei Dr.Colemont auch 3 D geröngt und habe daraufhin eine Einlage(rechts)bekommen.Die trage ich auch immer,da kann ich sagen das die mir gut tut im unteren bereich.Aber leider machen mir die Schmerzen in den schultern,Nacken und die ständigen Kopfschmerzen sehr zu schaffen!!

lg Helga
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Beitrag von helga73 »

Ich habe nachgefragt!!!Die Frau sagte mir, was ist denn Schroth und meinte sie hätte das noch nie gehört .Dann habe ich ihren Kollegen gefragt,der auch da war,der konnte mir auch nichts dazu sagen,da er überhaupt nicht wußte was Schroth ist!!! :nein: :nein:
Soviel dazu!!
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