Die größte deutschsprachige Online-Selbsthilfegruppe von und für Patienten mit Wirbelsäulendeformitäten wie Skoliose, Morbus Scheuermann und Kyphose (Hyperkyphose). Hier können sich Patienten informieren und Erfahrungen austauschen.
Ich habe eine Kyphoskoliose, sowie eine Beinlängendifferenz(Beckentiefstand links).
Physiotherapeuten ist es schon oft aufgefallen, das meine Muskulatur links stärker ist als rechts obwohl ich Rechtshänder bin.
Erklären konnten sie dies jedoch nicht.
Weiß da jemand weiter.
also wie gestern im Chat schon erwähnt, ist bei einer Skoliose immer die Muskulatur da stärker, wo sich der Bogen hinbiegt (Henne oder Ei?). Da Du meintest, Du hast nur einen Bogen, der außerdem nach links geht, ist ja alles ganz natürlich. Ich schreibe das hier nochmal für die vielen Passiv-Leser.
Übrigens glaube ich nicht, dass die Ausprägung der Rückenmuskulatur stark davon abhängt, ob man Rechts- oder Linkshänder ist. Das wirkt sich m.E. eher auf die Armmuskulatur aus, weshalb ich oben auch gefragt hatte, welche Muskulatur Du meinst.
Physiotherapeuten ist es schon oft aufgefallen, das meine Muskulatur links stärker ist als rechts obwohl ich Rechtshänder bin.
Erklären konnten sie dies jedoch nicht.
Eine Frage von großer Bedeutung!
Bei jeder stärkeren Bewegung ist der ganze Körper beteiligt, weil die entstehenden Kräfte ausgeglichen werden müssen. Wäre das nicht der Fall würden wir uns nach einem Ballwurf um die eigene Achse drehen und umfallen. Die Belastung rechts muß durch Gegenkräfte links aufgefangen werden, sonst gibt es kein Gleichgewicht!
Und da alle Kräfte letztlich auf den Boden, auf dem wir stehen, übertragen werden müssen, verlaufen die Kräfte von oben nach unten und -bei einer einseitigen rechten Belastung- von rechts nach links.
Auf Belastung reagieren unsere Muskeln mit Verstärkungsmaßnahmen. Auch die Muskulatur deines linken Beines wird deshalb stärker sein.
Nach meiner Erfahrung werden diese funktionellen Zusammenhänge viel zu wenig beachtet. Die Probleme einzelner Körperteile kann man nicht isoliert lösen.
@Trainer: was genau möchtest du jetzt eigentlich sagen? Du beschreibst Zusammenhänge aus einem Lehrbuch, hast schon Recht .
Ansonsten hat es Schnecke schon richtig erklärt. Bei uns Skoliosen ist wichtiger, in welcher Richtung die Bögen verlaufen. Bei einem WS-Bogen ist die verlängerte Muskulatur außerhalb des Bogens grundsätzlich überdehnt und die innerhalb des Bogens verkürzt und somit meist stärker. Das ist völlig normal und es lassen sich tatsächlich mehrere Grade wieder gut machen, wenn man versucht, dieses Ungleichgewicht wieder gutzumachen. Ganz vereinfacht ist das doch das schroth'sche Prinzip und auch das der meisten anderen Skolioserehablitationstechniken.
Der Umstand, ob man dabei Rechts- oder Linkshänder ist, scheint in der Wissenschaft bisher weniger ausschlaggebend zu sein, vor allem bei Menschen, die sich sportlich eher durchschnittlich viel oder wenig bewegen. Bei Handballern gibt es beispielsweise Untersuchungen, die Seitenunterschiede hervorbringen, die in ihrer speziellen Statik lange nicht mit Skoliosen vergleichbar sind. Die Frage nach dem Ei kann somit also klar geklärt werden: eine "klassische" Skoliose verursacht die Dysbalancen, nicht umgekehrt. Ganz selten gibt es zwar auch andere Fälle, diese sollten aber vor allem von Ärzten recht schnell anhand der Form der WS erkannt werden. "Unechte" Skoliosen sind meist auf einen Haupt- und wenige kaum sichtbare Nebenbögen ohne Rotation beschränkt.
Wolm hat geschrieben:Physiotherapeuten ist es schon oft aufgefallen, das meine Muskulatur links stärker ist als rechts obwohl ich Rechtshänder bin.
Erklären konnten sie dies jedoch nicht.
[...]
Ich meine die Rückenmuskulatur.
...Das ist bei mir auch so!
(Ich hab 'nen Z.n. M. Scheuermann, Hyperkyphose, (Ex-)Hyperlordose und eine leichte Skoliose. Der BWS-Bogen (ca. 10-15°) geht (von mir aus gesehen) nach rechts.
Schnecke007 hat geschrieben:Übrigens glaube ich nicht, dass die Ausprägung der Rückenmuskulatur stark davon abhängt, ob man Rechts- oder Linkshänder ist.
Ich hab meinen Physiotherapeuten auch schon darauf angesprochen, und der sieht das so:
Die Händigkeit ist nicht die Ursache der Skoliose, aber sie kann Einfluß darauf nehmen, wie die Bögen verlaufen – da die Muskulatur der Seite, auf der sich die dominante Hand befindet, stärker gedehnt wird.
Die Händigkeit ist nicht die Ursache der Skoliose, aber sie kann Einfluß darauf nehmen, wie die Bögen verlaufen – da die Muskulatur der Seite, auf der sich die dominante Hand befindet, stärker gedehnt wird.
Abhängig von der Tätigkeit! Wer den ganzen Tag nur am PC oder vor dem Fernseher sitzt, der wird keine nennenswerten Einflüsse seiner bevorzugten Handseite auf seine WS haben. Ein "Normalo" kann das Thema getrost ausblenden.