Kriterien für guten Physiotherapeuten
Kriterien für guten Physiotherapeuten
Nachdem ich hier im Forum eine Menge über Krankengymnastik gelesen habe, hätte ich gerne ein bisschen Hilfe bei der Beurteilung eines guten PT. Wir sind immer noch auf der Suche, nachdem wir von der ersten Therapeutin nicht so begeistert sind.
Meines Wissens hat ein Schroth-Therapeut einen etwa 2 bis 3 wöchigen Kurs in Bad Sobernheim (auf eigene Kosten etwa 2 bis 3000 €) belegt und damit diese Zusatzqualifikation erworben. Ich kann nicht beurteilen, ob das ausreicht, da alleine eine Reha-Maßnahme schon 4 bis 5 Wochen dauern soll. Ich denke, ein wirklich erfahrener Therapeut sollte eigentlich mindestens ein halbes Jahr an einer solchen Einrichtung gearbeitet haben, um dieses Wissen an eigene Patienten weitergeben zu können. Soweit der Exkurs.
Wie beurteile ich die Qualifikation des Therapeuten (ohne bisher eigene Reha-Erfahrung zu haben)?
Welche Ausstattung muss vorhanden sein (Spiegel, Sprossenwand)?
Was zeichnet ihn im Umgang mit dem Patienten aus (Jugendlichen)?
Sollte er speziell auf die persönliche Situation (Röntgenbild, COBB-Grad) eingehen und wie wirkt sich das auf die Therapie aus?
Reichen 25 Minuten für eine vernünftige Therapie überhaupt aus oder sollte man statt 2 x pro Woche die Einheiten besser zusammenfassen?
Vielleicht gibt es auch noch andere Kriterien, die mir im Moment nicht einfallen. Ich wäre dankbar für eine Entscheidungshilfe, weil die KG schließlich das A und O der Skoliosebehandlung ist und langes Herumprobieren wertvolle Zeit verschwendet.
Meines Wissens hat ein Schroth-Therapeut einen etwa 2 bis 3 wöchigen Kurs in Bad Sobernheim (auf eigene Kosten etwa 2 bis 3000 €) belegt und damit diese Zusatzqualifikation erworben. Ich kann nicht beurteilen, ob das ausreicht, da alleine eine Reha-Maßnahme schon 4 bis 5 Wochen dauern soll. Ich denke, ein wirklich erfahrener Therapeut sollte eigentlich mindestens ein halbes Jahr an einer solchen Einrichtung gearbeitet haben, um dieses Wissen an eigene Patienten weitergeben zu können. Soweit der Exkurs.
Wie beurteile ich die Qualifikation des Therapeuten (ohne bisher eigene Reha-Erfahrung zu haben)?
Welche Ausstattung muss vorhanden sein (Spiegel, Sprossenwand)?
Was zeichnet ihn im Umgang mit dem Patienten aus (Jugendlichen)?
Sollte er speziell auf die persönliche Situation (Röntgenbild, COBB-Grad) eingehen und wie wirkt sich das auf die Therapie aus?
Reichen 25 Minuten für eine vernünftige Therapie überhaupt aus oder sollte man statt 2 x pro Woche die Einheiten besser zusammenfassen?
Vielleicht gibt es auch noch andere Kriterien, die mir im Moment nicht einfallen. Ich wäre dankbar für eine Entscheidungshilfe, weil die KG schließlich das A und O der Skoliosebehandlung ist und langes Herumprobieren wertvolle Zeit verschwendet.
Ich muss mich selbst korrigieren. Auf der Bad Sobernheim Homepage werden Fortbildungskurse für Physiotherapeuten angeboten:
A-Kurs 3 Tage
B-Kurs 9 Tage
Das heißt , die Ausbildung zum Schroth-Therapeuten dauert sage und schreibe nicht länger als 12 Tage. Wie soll man in dieser kurzen Zeit zum Spezialisten für Skoliose werden?
A-Kurs 3 Tage
B-Kurs 9 Tage
Das heißt , die Ausbildung zum Schroth-Therapeuten dauert sage und schreibe nicht länger als 12 Tage. Wie soll man in dieser kurzen Zeit zum Spezialisten für Skoliose werden?
- chilli-pepper
- treues Mitglied

- Beiträge: 409
- Registriert: Sa, 16.12.2006 - 22:31
- Wohnort: Nähe Berlin
Hallo Lopi,
Liebe Grüße chilli-pepper
Ich habe mir eine Therapeutin gesucht, die schon seit 20 Jahren Schrotherfahrungen hat, da muss man nichts mehr erklären, Röntgenbilder braucht sie auch nicht... Da der Weg etwas weit ist, lege ich auch gleich zwei Therapieeinheiten zusammen.
Also, wenn du mich fragst- das geht gar nicht! Ich hätte das auf gar keinen Fall gekonnt... Zum ersten Mal habe ich von Schroth-Übungen gehört , als ich zur Mutter-Kind-Kur war. Meine Physio-Therapeutin (hatte in Sobernheim die Ausbildung gemacht) freute sich endlich mal eine Skoliose behandeln zu können und machte mir gleich eine "technische Zeichnung" von meinem Rücken,wo meine schwache Stelle ist und wo ich hinatmen muss und und und... Ich war total überfordert und wusste gar nicht was sie von mir will... Das waren einfach zu viele Infos auf einmal... Aber, ein Jahr später war ich dann in der richtigen Klinik und habs gelernt.Wie beurteile ich die Qualifikation des Therapeuten (ohne bisher eigene Reha-Erfahrung zu haben)?
Liebe Grüße chilli-pepper
Ein richtiger Schroth-Therapeut hat alles da, was es in der Klinik auch gibtWelche Ausstattung muss vorhanden sein (Spiegel, Sprossenwand)?
Ich habe mir eine Therapeutin gesucht, die schon seit 20 Jahren Schrotherfahrungen hat, da muss man nichts mehr erklären, Röntgenbilder braucht sie auch nicht... Da der Weg etwas weit ist, lege ich auch gleich zwei Therapieeinheiten zusammen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Therapeuten sich zur Ausbildung entschließen, da in ihrer Praxis von anderen Kollegen sowieso schon nach Schroth therapiert wird, somit ist es doch nicht alles so neu...Ich denke, ein wirklich erfahrener Therapeut sollte eigentlich mindestens ein halbes Jahr an einer solchen Einrichtung gearbeitet haben, um dieses Wissen an eigene Patienten weitergeben zu können.
- Klaus
- Moderator/in

- Beiträge: 15228
- Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
- Geschlecht: männlich
- Wohnort: Hannover
Da schliesse ich mich chilli-pepper voll an, das kann man nicht!Lopi hat geschrieben:Wie beurteile ich die Qualifikation des Therapeuten (ohne bisher eigene Reha-Erfahrung zu haben)?
Man kann vielleicht nach der Anzahl von Patienten fragen und insbesondere nach Erwachsenen, die behandelt werden.
Da vor meiner REHA gleich 3 Therapeuten in einer Praxis gearbeitet haben, ging ich davon aus, dass ich dort richtig bin.
Inzwischen weiß ich, dass man sehr genau zwischen Skoliose und Kyphose unterscheiden muss.
Kyphose Patienten gibt es in den Praxen sehr viel seltener, was auch an der mangelhaften Erkennungsrate durch die Orthopäden liegt. Deshalb muss man wegen dieser geringen Erfahrungswerte auch von einer mangelhaften Kompetenz ausgehen. Ich habe das selbst erlebt und habe dann aber wenigstens positiv registriert, dass die Therapeutin nach meiner REHA ganz schnell die Übungsanleitungen kopiert hat.
Deswegen sollte immer eine REHA gemacht werden. Die anschliessende Kontrolle ist dann immer mit eigener Kompetenz versehen und sollte dem Therapeuten auch klar gemacht werden.
Gruss
Klaus
(Lopi) Solche Antworten habe ich fast vermutet, finde es aber auch sehr niederschmetternd. Da eine Reha aber nicht holterdipolter zu bekommen ist, muss in der Zwischenzeit eben anders herangegangen werden. Das heißt, man muss wohl versuchen, irgendwie selbst zum Spezialisten zu werden.
Den gestrigen Samstag habe ich deshalb genutzt, um mir die gelbe Schroth-Bibel einzuverleiben. Glücklicherweise habe ich keine Probleme mit der Fachsprache und dem Lernen der, sagen wir mal, 20 wichtigsten Muskeln. Relativ viel Zeit hat die Verinnerlichung der Ebenen, Achsen, Konkav- und Konvexstellungen der WS-Abschnitte gebraucht, um diese dann für die Beschreibung der Atem- und Turnübungen gleich parat zu haben. Die Übungen selbst sind dann sehr leicht nachzuvollziehen, wenn man das einmal kapiert hat.
Ich finde das Buch übrigens richtig toll und eigentlich sollte sich jeder Skoliosepatient intensiv damit beschäftigen. Das Prinzip der Schroth-Therapie habe ich jetzt, glaube ich, genau begriffen und verstehe jetzt auch, warum es unbedingt Schroth sein muss. Was mir so daran gefällt, ist das Ziel, durch letztendlich unbewusste Atmung und Haltungskontrolle über die tägliche KG hinaus eine Art Dauertraining erreichen zu wollen.
Mir ist jetzt auch klar, was ich primär von der Physiotherapeutin erwarte:
Nicht, dass sie meiner Tochter eine Handvoll Übungen mit nach Hause gibt, sondern dass sie ihr ihre Fehlstellungen genau und für sie selbst nachvollziehbar erklärt, die Haltungskorrekturen einübt (Beckenaufrichtung!), die Atemtechniken der einseitigen Zwerchfellatmung beibringt (Korrektur der BWS) und gezielte Spannungsübungen zur Anregung und Kräftigung der gedehnten oder gestauchten Muskeln zeigt. Gleichzeitig werde ich sie bitten, meiner Tochter Übungen aus dem Buch zu empfehlen, die für sie speziell von Nutzen sind und welche Geräte und Hilfsmittel für zu Hause anzuschaffen sind. Darüber hinaus sollte sie dann diese Übungen regelmäßig so kontrollieren, dass sich keine Fehlstellungen einschleichen.
Eine Frage hätte ich aber jetzt noch: Wie unterscheidet man anhand der Röntgenaufnahme, ob es sich um eine dreibögige oder eine vierbögige Skoliose handelt. Es geht dabei wohl um den lumbalen (Becken-) Bogen. Aber ich verstehe nicht genau, wo der Unterschied ist, dass es da einen oder zwei Bögen gibt.
Den gestrigen Samstag habe ich deshalb genutzt, um mir die gelbe Schroth-Bibel einzuverleiben. Glücklicherweise habe ich keine Probleme mit der Fachsprache und dem Lernen der, sagen wir mal, 20 wichtigsten Muskeln. Relativ viel Zeit hat die Verinnerlichung der Ebenen, Achsen, Konkav- und Konvexstellungen der WS-Abschnitte gebraucht, um diese dann für die Beschreibung der Atem- und Turnübungen gleich parat zu haben. Die Übungen selbst sind dann sehr leicht nachzuvollziehen, wenn man das einmal kapiert hat.
Ich finde das Buch übrigens richtig toll und eigentlich sollte sich jeder Skoliosepatient intensiv damit beschäftigen. Das Prinzip der Schroth-Therapie habe ich jetzt, glaube ich, genau begriffen und verstehe jetzt auch, warum es unbedingt Schroth sein muss. Was mir so daran gefällt, ist das Ziel, durch letztendlich unbewusste Atmung und Haltungskontrolle über die tägliche KG hinaus eine Art Dauertraining erreichen zu wollen.
Mir ist jetzt auch klar, was ich primär von der Physiotherapeutin erwarte:
Nicht, dass sie meiner Tochter eine Handvoll Übungen mit nach Hause gibt, sondern dass sie ihr ihre Fehlstellungen genau und für sie selbst nachvollziehbar erklärt, die Haltungskorrekturen einübt (Beckenaufrichtung!), die Atemtechniken der einseitigen Zwerchfellatmung beibringt (Korrektur der BWS) und gezielte Spannungsübungen zur Anregung und Kräftigung der gedehnten oder gestauchten Muskeln zeigt. Gleichzeitig werde ich sie bitten, meiner Tochter Übungen aus dem Buch zu empfehlen, die für sie speziell von Nutzen sind und welche Geräte und Hilfsmittel für zu Hause anzuschaffen sind. Darüber hinaus sollte sie dann diese Übungen regelmäßig so kontrollieren, dass sich keine Fehlstellungen einschleichen.
Eine Frage hätte ich aber jetzt noch: Wie unterscheidet man anhand der Röntgenaufnahme, ob es sich um eine dreibögige oder eine vierbögige Skoliose handelt. Es geht dabei wohl um den lumbalen (Becken-) Bogen. Aber ich verstehe nicht genau, wo der Unterschied ist, dass es da einen oder zwei Bögen gibt.
- Klaus
- Moderator/in

- Beiträge: 15228
- Registriert: Mi, 23.06.2004 - 18:36
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Wenn Du das Buch von Christa Lehnert-Schroth meinen solltest, dann finde es schon erstaunlich, dass Du damit so konkret was anfangen kannst.Lopi hat geschrieben:Ich finde das Buch übrigens richtig toll und eigentlich sollte sich jeder Skoliosepatient intensiv damit beschäftigen. Das Prinzip der Schroth-Therapie habe ich jetzt, glaube ich, genau begriffen und verstehe jetzt auch, warum es unbedingt Schroth sein muss.
Ich habe vor meiner REHA nicht viel damit anfangen können, lediglich die extremen Bilder haben mir vor Augen geführt, dass ich doch sehr gut dran bin.
Und nach der REHA habe ich die Übungen eigentlich nicht so richtig wiedergefunden. Vieles ist abgewandelt.
Bei meiner Sitzkyphose habe ich allerdings ein Kapitel gefunden, dass mir ein paar zusätzliche spezielle Übungen zeigt.
Gruss
Klaus
Ja, das Buch meine ich;). Ich glaube, man sollte sich von den teilweise erschreckenden Beispielen nicht abhalten lassen. Es gibt auch sehr ermutigende. Zum Beispiel Seite 254, Abb. 606 a bis g (7.Aufl. 2007):
Entwicklung einer Skoliose von 30 ° Alter 14 Jahre bis 23 Jahre. Die Rückbildung des Lendenwulstes und die optische Aufrichtung der Wirbelsäule ist beeindruckend.
Zu der Aktualität der Übungen kann ich ohne Reha-Erfahrung natürlich nichts sagen. Man müsste auch den Grund kennen, warum die Übungen geändert wurden. Aber es muss ja nicht falsch sein, was da angeboten wird.
Naja, wahrscheinlich muss man eine Schwäche für dicke Schwarten haben, um sich da durchzuarbeiten.
Entwicklung einer Skoliose von 30 ° Alter 14 Jahre bis 23 Jahre. Die Rückbildung des Lendenwulstes und die optische Aufrichtung der Wirbelsäule ist beeindruckend.
Zu der Aktualität der Übungen kann ich ohne Reha-Erfahrung natürlich nichts sagen. Man müsste auch den Grund kennen, warum die Übungen geändert wurden. Aber es muss ja nicht falsch sein, was da angeboten wird.
Naja, wahrscheinlich muss man eine Schwäche für dicke Schwarten haben, um sich da durchzuarbeiten.
- Schnecke007
- Moderator/in

- Beiträge: 1987
- Registriert: Mi, 21.02.2007 - 22:41
- Geschlecht: weiblich
- Diagnose: Skoliose 4-bogig rechts
- Therapie: ambulantes Schroth
- Wohnort: Landkreis KA
Hallo Lopi,
das ist echt klasse, wie Du das gelbe Buch durchgearbeitet hast!
So weit ich weiß, unterscheiden die meisten Ärzte nicht zwischen 3- und 4-bogig, vielleicht weil man das anhand des Röbis gar nicht erkennt? (Man korrigiere mich!) Auf meinem KG-Rezept stand jedenfalls auch 3-bogig, obwohl ich 4-bogig bin.
Der Unterschied zeigt sich meines Wissens daran, ob die Hüfte, um genau mittig und gerade zu sein, auf eine Seite verschoben werden muss (4-bogig) oder eben nicht (3-bogig).
Viele Grüße,
Schnecke
das ist echt klasse, wie Du das gelbe Buch durchgearbeitet hast!
So weit ich weiß, unterscheiden die meisten Ärzte nicht zwischen 3- und 4-bogig, vielleicht weil man das anhand des Röbis gar nicht erkennt? (Man korrigiere mich!) Auf meinem KG-Rezept stand jedenfalls auch 3-bogig, obwohl ich 4-bogig bin.
Der Unterschied zeigt sich meines Wissens daran, ob die Hüfte, um genau mittig und gerade zu sein, auf eine Seite verschoben werden muss (4-bogig) oder eben nicht (3-bogig).
Viele Grüße,
Schnecke
Hallo Schnecke. danke für deine Antwort. Unser Arzt hat sich eben auch nicht geäußert. Nur scheint die Schroth-Therapie bei ihren Übungen deutlich zwischen 3- und 4-bogigen Sklerosen zu unterscheiden. Deshalb glaube ich, dass es wichtig ist. Der Arzt hat ja eigentlich nicht nur das Röbi zur Verfügung. In der Regel steht ja doch der leibhaftige Patient vor ihm. Aber die Ärztekompetenz ist natürlich wieder ein ganz anderes Thema.
Ich glaube, dass meine Tochter auch eine 4-bogige Skoliose hat. Die stärkste Abweichung liegt bei ihr am Lendenwirbel 5. Mal hören, was unsere PT dazu sagt.
LG
Ich glaube, dass meine Tochter auch eine 4-bogige Skoliose hat. Die stärkste Abweichung liegt bei ihr am Lendenwirbel 5. Mal hören, was unsere PT dazu sagt.
LG
- Schnecke007
- Moderator/in

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Hallo Lopi,
meine Physiotherapeutin meinte auch als erstes zu Beginn der Behandlung, sie wolle mal schauen, ob ich 3- oder 4-bogig bin. Für Schroth macht das tatsächlich einen großen Unterschied. Ein Therapeut wird das unterscheiden können, dem Arzt ist es womöglich egal, er kriegt für 4 Bögen ja nicht mehr Geld als für 3
und auch die KG-Verordnung (aus Sicht des Arztes) ist gleich.
Gruß,
Schnecke
meine Physiotherapeutin meinte auch als erstes zu Beginn der Behandlung, sie wolle mal schauen, ob ich 3- oder 4-bogig bin. Für Schroth macht das tatsächlich einen großen Unterschied. Ein Therapeut wird das unterscheiden können, dem Arzt ist es womöglich egal, er kriegt für 4 Bögen ja nicht mehr Geld als für 3
Gruß,
Schnecke
- Schu
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Zu allem etwas
Hallo Leute,
ich hoffe es fühlt sich keiner angegriffen, wenn ich hier meine Meinung und Erfahrung wiedergebe. Für alle die mich noch nicht kennen: Ich bin Dipl. Sportwissenschaftlerin, habe 5 Jahre als Sporttherapeutin in Bad Sobernheimgearbeitet und mich jetzt im Oktober selbständig gemacht.
Zu verschiedenen Sachen:
Die Ausbildung nach A und B Kurs, wie Lopi sie beschrieben hat, gibt es nicht mehr, sondern nur noch einen P-Kurs, der incl. Prüfungstag 10 Tage dauert.
Ich weiß nicht ob Du es schon weißt, aber Du kannst in Sobernheim anrufen und Dich nach Schroth-Therapeuten in Deiner Gegend erkundigen. Dann würde ich dort in den Praxen nachfragen, wann sie das letzte Mal zur Auffrischung in der Klinik waren. Denn wie bei allen Wissenschaften, ändert sich auch die Schroth-Therapie aufgrund von neuen Erkenntnissen. Daher kann ich Dir das gelbe Buch nur bedingt als Übungsanleitung empfehlen. Hut ab, dass Du Dich als Laie da durchgekämpft hast, aber sehr vieles wird mittlerweile anders gemacht. Zum Beispiel, die von Dir beschriebene Beckenaufrichtung ist gerade bei 4B-Skoliosen nicht immer richtig. Das blaue Buch (Dr. Weiß: Befundgerechte Physiotherapie) ist da auf einem aktuelleren Stand.
3B - 4B: Bei einer 4B-Skoliose geht immer ein Beckenschiefstand mit einher, dass heißt ein Beckenkamm (der, auf der Paketseite) steht höher. Zudem steht das Becken auf der Paketseite heraus. Es gibt aber auch 3B Skoliosen mit einer herausstehenden Hüfte, diese heißen dann 3BH-Skoliosen. Da steht das Becken auf der schwachen Seite heraus.
Viele Grüße, Katja
ich hoffe es fühlt sich keiner angegriffen, wenn ich hier meine Meinung und Erfahrung wiedergebe. Für alle die mich noch nicht kennen: Ich bin Dipl. Sportwissenschaftlerin, habe 5 Jahre als Sporttherapeutin in Bad Sobernheimgearbeitet und mich jetzt im Oktober selbständig gemacht.
Zu verschiedenen Sachen:
Die Ausbildung nach A und B Kurs, wie Lopi sie beschrieben hat, gibt es nicht mehr, sondern nur noch einen P-Kurs, der incl. Prüfungstag 10 Tage dauert.
Ich weiß nicht ob Du es schon weißt, aber Du kannst in Sobernheim anrufen und Dich nach Schroth-Therapeuten in Deiner Gegend erkundigen. Dann würde ich dort in den Praxen nachfragen, wann sie das letzte Mal zur Auffrischung in der Klinik waren. Denn wie bei allen Wissenschaften, ändert sich auch die Schroth-Therapie aufgrund von neuen Erkenntnissen. Daher kann ich Dir das gelbe Buch nur bedingt als Übungsanleitung empfehlen. Hut ab, dass Du Dich als Laie da durchgekämpft hast, aber sehr vieles wird mittlerweile anders gemacht. Zum Beispiel, die von Dir beschriebene Beckenaufrichtung ist gerade bei 4B-Skoliosen nicht immer richtig. Das blaue Buch (Dr. Weiß: Befundgerechte Physiotherapie) ist da auf einem aktuelleren Stand.
3B - 4B: Bei einer 4B-Skoliose geht immer ein Beckenschiefstand mit einher, dass heißt ein Beckenkamm (der, auf der Paketseite) steht höher. Zudem steht das Becken auf der Paketseite heraus. Es gibt aber auch 3B Skoliosen mit einer herausstehenden Hüfte, diese heißen dann 3BH-Skoliosen. Da steht das Becken auf der schwachen Seite heraus.
Viele Grüße, Katja
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es bei den ambulanten Schroth-Therapeuten nur auf das Talent ankommt.
Die besten, die ich erlebt habe, waren schon seit Jahrzehnten bei keinem Auffrischungskurs mehr, und bei denen, die gerade eben mal wieder in Sobi vorbeigeschaut haben, schien das leider auch nicht geholfen zu haben.
Ich habe sogar schon Physios erlebt, die noch nie einen Schroth-Kurs gemacht haben, und sich das nur von anderen haben beibringen lassen, die dort waren, und immer noch besser waren als so mancher, der die original Ausbildung hatte.
Beurteilen, ob ein Therapeut gut ist oder nicht, kann man denke ich also erst, wenn man selbst schon zur Reha war.
Die besten, die ich erlebt habe, waren schon seit Jahrzehnten bei keinem Auffrischungskurs mehr, und bei denen, die gerade eben mal wieder in Sobi vorbeigeschaut haben, schien das leider auch nicht geholfen zu haben.
Ich habe sogar schon Physios erlebt, die noch nie einen Schroth-Kurs gemacht haben, und sich das nur von anderen haben beibringen lassen, die dort waren, und immer noch besser waren als so mancher, der die original Ausbildung hatte.
Beurteilen, ob ein Therapeut gut ist oder nicht, kann man denke ich also erst, wenn man selbst schon zur Reha war.
Hallo Katja, ich bin sehr froh, wenn sich jemand mit Therapie-Erfahrung zu diesem Thema äußert. Also ist die Ausbildung in Bad Sobernheim noch einmal um 2 Tage gekürzt worden ( =>Homepage).
Für mich war das Durchlesen des Schroth-Buches natürlich vor allem von dem Wunsch bestimmt, das Wesen der Skoliose und den Therapieansatz besser zu verstehen. Dieses Forum hier zeigt ja deutlich, dass es nicht ausreicht, sich blind auf sogenannte Fachleute, sprich Ärzte und PTs, zu verlassen. Meiner Erfahrung nach ist es in den meisten Lebensbereichen einfach unumgänglich, sich tief genug in die Materie einzugraben, um dann selbst bewerten zu können, was man wirklich braucht.
Was die Änderung der Übungen anbelangt, würde es mich natürlich sehr interessieren, was und warum in letzter Zeit geändert wurde. Welche neuen Erkenntnisse dem zugrunde liegen und welchen Typ Übung oder Skoliose das betrifft. Welche Übungen jetzt vielleicht sogar als schädlich angesehen werden. Vielleicht lässt sich das in kurze und allgemeine Worte fassen. Details kann ich in solchem Forum von niemandem erwarten, das weiß ich.
Bei der 3- und 4-bogigen Skoliose und den Beckenaufrichtungen macht die 2007er Auflage Unterschiede (S. 75 und S. 86/87). Ich weiß nicht, ob das neu ist oder nun auch schon wieder überholt.
Eine Frage habe ich noch an eine Schroth-erfahrene PT: Unsere (Schroth-) Therapeutin möchte meine Tochter (Beinlängendifferenz 0.5 cm, eigene COBB-Winkelbestimmung (da gründlicher als die von Arzt): LWS 15°, BWS 12°, HWS 13°) symmetrisch therapieren, da sie die Winkel für minimal hält. Wie soll ich das bewerten?
@BZebra: Ich glaube auch, dass persönliches Engagement, Einfühlungsvermögen, Erfahrung (oder Begabung) viel wichtiger sind als 10 Tage Ausbildung und ein Schein an der Wand. Die eigene Reha-Erfahrung ist wahrscheinlich durch nichts zu ersetzen. Für uns persönlich hoffe ich nur, dass sie bei 15° (laut Arzt 17°) Maximalwinkel überhaupt ermöglicht wird (wenn der mit seinem schriftlichen Befund endlich mal zu Potte kommt...)
LG
Für mich war das Durchlesen des Schroth-Buches natürlich vor allem von dem Wunsch bestimmt, das Wesen der Skoliose und den Therapieansatz besser zu verstehen. Dieses Forum hier zeigt ja deutlich, dass es nicht ausreicht, sich blind auf sogenannte Fachleute, sprich Ärzte und PTs, zu verlassen. Meiner Erfahrung nach ist es in den meisten Lebensbereichen einfach unumgänglich, sich tief genug in die Materie einzugraben, um dann selbst bewerten zu können, was man wirklich braucht.
Was die Änderung der Übungen anbelangt, würde es mich natürlich sehr interessieren, was und warum in letzter Zeit geändert wurde. Welche neuen Erkenntnisse dem zugrunde liegen und welchen Typ Übung oder Skoliose das betrifft. Welche Übungen jetzt vielleicht sogar als schädlich angesehen werden. Vielleicht lässt sich das in kurze und allgemeine Worte fassen. Details kann ich in solchem Forum von niemandem erwarten, das weiß ich.
Bei der 3- und 4-bogigen Skoliose und den Beckenaufrichtungen macht die 2007er Auflage Unterschiede (S. 75 und S. 86/87). Ich weiß nicht, ob das neu ist oder nun auch schon wieder überholt.
Eine Frage habe ich noch an eine Schroth-erfahrene PT: Unsere (Schroth-) Therapeutin möchte meine Tochter (Beinlängendifferenz 0.5 cm, eigene COBB-Winkelbestimmung (da gründlicher als die von Arzt): LWS 15°, BWS 12°, HWS 13°) symmetrisch therapieren, da sie die Winkel für minimal hält. Wie soll ich das bewerten?
@BZebra: Ich glaube auch, dass persönliches Engagement, Einfühlungsvermögen, Erfahrung (oder Begabung) viel wichtiger sind als 10 Tage Ausbildung und ein Schein an der Wand. Die eigene Reha-Erfahrung ist wahrscheinlich durch nichts zu ersetzen. Für uns persönlich hoffe ich nur, dass sie bei 15° (laut Arzt 17°) Maximalwinkel überhaupt ermöglicht wird (wenn der mit seinem schriftlichen Befund endlich mal zu Potte kommt...)
LG
Hallo Lopi,
dieses Buch hier http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... infofor-21 ist sehr aktuell; da sind auch einigermaßen detaillierte Übungsbeschreibungen drin.
Diese Broschüre hier http://skoliose-info-forum.de/kb.php?mode=article&k=5 ist weniger aktuell.
Das gelbe Buch ist am wenigsten aktuell, vor allem die stark nackenbelastenden Übungen würde man wegen des Risikos heute nicht mehr machen. Es sind auch viele Übungen dabei, die ein intensives Vortraining erfordern und die selbst ich so ohne weiteres gar nicht hinbekommen würde.
Dafür enthält es viele andere Dinge, die in den anderen Büchern kaum oder garnicht enthalten sind, wie Skoliose schädliche Übungen und Verhaltensweisen (was man also nicht tun sollte), Übungsaufbau, Variationen und Gerätschaften, viele weitere Übungen die in den Übunsgstunden auch immer noch durchgeführt werden...
Die Unterschiede in der praktischen Übungsdruchführung sind immer nur gering. Ich bin seit 1991 dabei, und es wurde seit dem nichts abgeschafft, was, wenn richtig durchgeführt, schädlich gewesen wäre. Es sind meist nur Details, wie man das ein oder andere besser machen kann oder mehr erreicht. Oft werden auch sehr effektive Übungen nur aus ökonomischen Gründen abgeschafft, wie z.B. aufgrund eines zu großen Lern- und Personalaufwand oder der Annahme, dass die Übung aufgrund des Gerätebedarfes zuhause nicht durchgeführt werden kann oder wird. Und manchmal haben die Therapeuten auch einfach nur Jahre lang auf dem Schlauch gestanden
, und verkaufen eine Übungsvariation als neu, die man als Patient eigentlich schon immer so gemacht hat, weil es praktisch so am besten geht.
Also Therapeuten, die auch vor 20 Jahren schon ihre Ausbildung gemacht haben, haben noch heute valides Schroth gelernt, sind IMHO (unter Frau Lehnert Schroth) sogar besser, ganzheitlicher ausgebildet worden (besonders was die Atmung betrifft), als die, die ihre Ausbildung später gemacht haben. Da muss ich sagen, merkt man auch noch mal deutlich einen Unterschied unter den ambulanten Physios. Die von Frau Lehnert sind meiner Erfahrung nach fitter und sicherer in dem, was sie tun. Die Details, die mit der Zeit geändert wurden, sind dagegen weniger relevant bei den ambulanten Physios, weil so eine kurze Ausbildung ohnehin nicht so tiefgehend ist, dass es einen großen Unterschied machen würde. Die Ausbildung ist ja eigentlich nur gedacht zur Betreuung von Patienten, die bereits eine Reha hinter sich haben, nicht zum Beibringen der Methode.
Katja (Schu) ist übrigens top! Hatte ich schon in Sobernheim gehabt. Wenn man nähe Paderborn wohnt, dann ist es jetzt also ganz einfach da nen super Schroth-Therapeuten zu finden.
Siehe Skoliofit, Paderborn: http://skoliose-info-forum.de/links.php#Physiotherapie
dieses Buch hier http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3 ... infofor-21 ist sehr aktuell; da sind auch einigermaßen detaillierte Übungsbeschreibungen drin.
Diese Broschüre hier http://skoliose-info-forum.de/kb.php?mode=article&k=5 ist weniger aktuell.
Das gelbe Buch ist am wenigsten aktuell, vor allem die stark nackenbelastenden Übungen würde man wegen des Risikos heute nicht mehr machen. Es sind auch viele Übungen dabei, die ein intensives Vortraining erfordern und die selbst ich so ohne weiteres gar nicht hinbekommen würde.
Dafür enthält es viele andere Dinge, die in den anderen Büchern kaum oder garnicht enthalten sind, wie Skoliose schädliche Übungen und Verhaltensweisen (was man also nicht tun sollte), Übungsaufbau, Variationen und Gerätschaften, viele weitere Übungen die in den Übunsgstunden auch immer noch durchgeführt werden...
Die Unterschiede in der praktischen Übungsdruchführung sind immer nur gering. Ich bin seit 1991 dabei, und es wurde seit dem nichts abgeschafft, was, wenn richtig durchgeführt, schädlich gewesen wäre. Es sind meist nur Details, wie man das ein oder andere besser machen kann oder mehr erreicht. Oft werden auch sehr effektive Übungen nur aus ökonomischen Gründen abgeschafft, wie z.B. aufgrund eines zu großen Lern- und Personalaufwand oder der Annahme, dass die Übung aufgrund des Gerätebedarfes zuhause nicht durchgeführt werden kann oder wird. Und manchmal haben die Therapeuten auch einfach nur Jahre lang auf dem Schlauch gestanden
Also Therapeuten, die auch vor 20 Jahren schon ihre Ausbildung gemacht haben, haben noch heute valides Schroth gelernt, sind IMHO (unter Frau Lehnert Schroth) sogar besser, ganzheitlicher ausgebildet worden (besonders was die Atmung betrifft), als die, die ihre Ausbildung später gemacht haben. Da muss ich sagen, merkt man auch noch mal deutlich einen Unterschied unter den ambulanten Physios. Die von Frau Lehnert sind meiner Erfahrung nach fitter und sicherer in dem, was sie tun. Die Details, die mit der Zeit geändert wurden, sind dagegen weniger relevant bei den ambulanten Physios, weil so eine kurze Ausbildung ohnehin nicht so tiefgehend ist, dass es einen großen Unterschied machen würde. Die Ausbildung ist ja eigentlich nur gedacht zur Betreuung von Patienten, die bereits eine Reha hinter sich haben, nicht zum Beibringen der Methode.
Katja (Schu) ist übrigens top! Hatte ich schon in Sobernheim gehabt. Wenn man nähe Paderborn wohnt, dann ist es jetzt also ganz einfach da nen super Schroth-Therapeuten zu finden.
Siehe Skoliofit, Paderborn: http://skoliose-info-forum.de/links.php#Physiotherapie
Zuletzt geändert von BZebra am Do, 13.12.2007 - 19:18, insgesamt 1-mal geändert.
