korrigierende einseitige Fußerhöhung??

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Momo71
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korrigierende einseitige Fußerhöhung??

Beitrag von Momo71 »

Hallo zusammen,
ist es eigentlich ein "übliches" Verfahren zu versuchen die Skoliose mit einer Fußerhöhung (als Einlage) zu "beeinflussen".
Meine Tochter bekommt ja bereits Schroth Therapie.
Nun hat die Orthopädin zusätzlich eine solche Fußerhöhung verordnet, obwohl bei meiner Tochter eigentlich keine Beinlängendifferenz vorliegt. Zunächst war die Physiotherapetuin nicht sehr begeistert und meinte (Zitat) "Das ist totaler Quatsch". Nachdem sie dann selbst mit der Orthopädin telefoniert hat ist sie zwar zurückgerudert, aber mein Eindruck ist nicht weil sei überzeugt wurde, sondern weil da ganz klar die Ärztin quasi "das Sagen hat". Die Physio äußert sich noch immer kritisch, aber vorsichtig.
Ich hatte auch bei der Verordnung irgendwie eher das Gefühl, dass die Ärtzin meinte etwas tun zu müssen, und zwar so was "Handfestes", über Schroth hinaus. Da es für ein Korsett nicht "schlimm genug" ist, dann eben die Fußerhöhung (ich weiß etwas doof ausgedrückt, aber ich hoffe ihr versteht was ich meine?!)

Meine Schwester, die auch Physiotheraüpetuin ist, aber keine Schrothausbildung hat, ist auch eher der Meinung, dass das wenig Sinn macht, genauso wie ihre Kollegen, wobei die alle eben keine Schrthhausbildung haben und eher vorsichtig sind mit Äußerungen. Meine Schwester meinte dann noch, dass ihrer Meinung nach die Fußerhöhung eigentlich ein Widerspruch zu Schroth ist, weil man dann eben "künstlich auskorrigiert", wobei sie auch-beim ansehen- festgestellt hat, dass wenn überhaupt nur die Drehung, zumindest optisch ausgeglichener (nicht weg) scheint, nicht aber die Krümmung auskorrigiert ist. Insgesamt stimmen die Physiotherapeuten überein, dass man heutzutage auch bei einer wirklichen Beinlängendifferenz unter 1 cm nicht mehr auskorrigiert mit Einlagen.
Nun habe ich eigentlich vor, die Orthopädin mit diesen Bedenken zu konfrontieren (will vorher aber auch nochmal mit der Schroth TH. sprechen).
Nun also die Frage: ist das üblich mit Fußerhöhung zu arbeiten und trügt mich da mein Bauchgefühl?
Oder ist es wirklich eher kontraproduktiv?

Immer mal wieder was Neues...

Grüße
Momo
Momo 71 mit Tochter
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Klaus
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Re: korrigierende einseitige Fußerhöhung??

Beitrag von Klaus »

Momo71 hat geschrieben:Nun also die Frage: ist das üblich mit Fußerhöhung zu arbeiten und trügt mich da mein Bauchgefühl? Oder ist es wirklich eher kontraproduktiv?
Ich formuliere das mal so:
Es ist leider bei inkompetenten Orthopäden üblich.
Wenn die Beine tatsächlich nicht gleich lang sein sollten, würde man das machen. In den meisten Fällen ist das aber nicht so. Vorstellbar ist, dass man bei großen Beinlängendifferenzen durch die Skoliose temporär mit Einlagen arbeitet, bis eine entsprechende Korrektur durch Schroth-Übungen und/oder Korsett erreicht ist.

Im übrigen ist das ein immer wiederkehrendes Diskussionsthema.

Gruß
Klaus
Momo71
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Re: korrigierende einseitige Fußerhöhung??

Beitrag von Momo71 »

Hallo Klaus

so auch mein Bauchgefühl.
Als bei meiner Tochter im Herbst die Skoliose festgestellt wurde, hat sie sehr gründlich untersucht und eine Differenz der Beinlängen ausgeschlossen...
Nun hatten wir vor ein paar Wochen eine erneute Kontrolle und irgendwie hatte sie scheinbar das Gefühl sie müsste was machen, obwohl meine Tochter bereits Schroth macht. Da meine Tochter sich leider weigert eine Reha zu machen und ein Korsett einfach aufgrund der "wenigen" Schwere nicht indiziert ist ihr wohl die Fußerehöung eingefallen, weil das Becken scheinbar schief steht (laut meiner Schwester wegen der Rotation)... zumindest hatte ich so das Gefühl.
Auf meine krtische Nachfrage dass die Beine doch eigentlich nicht ungleich lang seien, meinte sie dann es sei ein Versuch.
Die spontane Reaktion der Schroth Therapeutin hatte ich ja oben schon beschrieben...
Da ich durch meine Schwester, die ja selbst Physiotherapeutin ist, schon eher ein Skepikter bin was Orthopäden angeht, bin ich jetzt erst echt skeptisch, zumal eben die Therapeuten (denen ich mehr vertraue) es als "Quatsch" beschreiben.

Grüße
Momo
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Re: korrigierende einseitige Fußerhöhung??

Beitrag von Momo71 »

fredalz05 hat geschrieben:BildIch formuliere das mal so:
:?: :?: :?:

fredalz05 ist mittlerweile als SPAM User gelöscht. Klaus
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Re: korrigierende einseitige Fußerhöhung??

Beitrag von Saphira »

Hallo Momo,

beim Thema Schuherhöhung streiten sich in der Tat die Geister, vor allem, wenn eben keine echte Beinlängendifferenz besteht. Bei mir streiten sich die Ärzte da auch immer. Ich habe einen massiven Beckenschiefstand und eine deutlich aus dem Lot geratene Skoliose, aber keine echte Beinlängendifferenz. Dennoch wollte Dr. Hoffmann mir auch schonmal eine Erhöhung verschreiben. Auf die Krümmung hatte diese überhaupt keinen Einfluss und das Becken blieb trotzdem noch schief und verdreht. Da ich durch das Tragen der Erhöhung vermehrt Probleme mit dem Laufen bekam und Schmerzen in der Hüfte (habe da leider auch noch eine Fehlstellung), habe ich die Einlegesohlen wieder verbannt. Sie hatten keinerlei nennenswerten positiven Einfluss bei mir. Man wollte versuchen, dadurch die Skoliose wieder mehr ins Lot zu bringen und die Rotation etwas abzuschwächen, was aber so nicht ganz funktioniert hat und ich damit leider lauftechnisch überhaupt nicht klarkam. Die Ärzte, bei denen ich wegen meiner Hüftgeschichte in Behandlung bin, rieten mir von einer Erhöhung ab. Am besten besprecht ihr das nochmal mit eurer Orthopädin, welches Ziel sie mit der Erhöhung verfolgt. Ihr könnt es euch dann ja überlegen, ob ihr es versuchen wollt oder nicht. Ich hatte es versucht, kam damit allerdings überhaupt nicht klar und es hatte auch keinerlei positiven Effekt und somit laufe jetzt wieder normal ohne Erhöhung rum. Aber wie gesagt, bei diesem Thema streiten sich die Geister (und auch die Ärzte).

Grüßle,

Saphira
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Re: korrigierende einseitige Fußerhöhung??

Beitrag von Lady S »

Ich habe auch keine echte Beinlängendifferenz und mir wurde von Dr. Hoffmann schon vor Jahren eine 0,5-cm-Erhöhung empfohlen. In der 3-D-Vermessung sieht man damit eine Verminderung der Krümmung und Rotation.
Bei meiner Reha war der Chefarzt (damals noch Dr. Steffan) erst skeptisch, hat aber mit dem Skoliometer ebenfalls eine verminderte Rotation gemessen und gemeint, ich solle dabei bleiben.
Ich selbst stelle fest, dass ich deutlich seltener Probleme mit dem ISG habe, wenn ich die Erhöhung dauerhaft trage.

Nun bin ich aber nicht nur erwachsen, sondern sozusagen in einem sehr fortgeschrittenen Alter :P
Wenn jemand noch im Wachstum ist, sieht das wieder ganz anders aus! Das würde ich schon sehr genau hinterfragen.

Grüsse, Lady S
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Re: korrigierende einseitige Fußerhöhung??

Beitrag von skoliose-gondelsheim »

Oh je, das Dilemma kenne ich. Einerseits weiß man als Therapeut, dass eine Einlage nichts bringt und im schlechtesten Fall sogar kontraproduktiv ist, andererseits möchte man dem behandelnden Arzt nicht auf die Füße treten und schon gar nicht möchte man, die Patienten verunsichern. Als Therapeut braucht es da viel Fingerspitzengefühl, allen Beteiligten nahezubringen, was sinnvoll und/oder notwendig oder eben Nonsens ist.
Wäre ich allerdings selbst Patientin, würde ich mich wie du im Netz oder sonstwo informieren und dann dem Arzt klipp und klar meine Rechercheergebnisse und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen mitteilen.
Auf gut Deutsch: du weißt jetzt, dass eine solche Einlage nichts bringt, also kannst du sie guten Gewissens ablehnen.
Vor allem im Hinblick darauf, dass dein Eindruck der ist, dass die Ärztin nicht wirklich weiß, was sie bewirken möchte.

Viel Erfolg bei der Therapie

Karin
Wer nicht kämpft hat schon verloren
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