Hab da mal ein Frage (oder auch zwei)

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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Liftboy
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Hab da mal ein Frage (oder auch zwei)

Beitrag von Liftboy »

Hallo,
ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen.Ich bin 35 Jahre alt und
seit meinem 19. Lebensjahr den Befund Scheuermann.Hatte immer wieder Probleme mit meinem Rücken(mal LWS,mal BWS)
Seit 2 Jahren etwa habe ich Schmerzen im Hals und Brustwirbelbereich.
Letzte Woche war ich zur MRT welche folgenden Befund erbrachte:
"Nachweis einer Fehlhaltung der HWS im Liegen bei fortgeschrittener Osteochondrose C3/4,C4/5,CO5/6 sowie C6/7. Vorwölbung der dorsalen Bandscheibenkonturen. Insbesondere ist bei C4/5 und CO5/6 weiter hin eine Pelottierung des Myelons zu erkennen. Keine Entzündungszeichen des Myelons.
Die bei der heutigen Untersuchung dargestellte BWS zeigt erhebliche Deckplatteneindellungen und größere Schmorl sche Knoten,insbesondere im mitteren bis unteren BWS-Bereich. Die dorsalen Konturen der thorakalen Bandscheiben sind insbesondere bei Th9/10/11 grob vorgewölbt und mit knöchernen Abstützreaktionen begleitet. Auch in Höhe Th3/4 und Th4/5 sind linksbetonte Retrospondylosen nachweisbar. Beginnende Spondylarthrosen.
Beurteilung: Relative Spinalkanalstenose mit Pelottierung des Myelons durch Retrospondylose, insbesondere C4/5 und C5/6 sowie C6/7."
So nun meine Frage, kann irgendwer etwas mit dem Befund anfangen?
Mein Orthopäde meinte, nur dann müssen Sie mit den Schmerzen leben da kann man nichts mach.
Kann man wirklich nichts machen?
Meine Wirbelsäule ist noch nicht vermessen worden.


Über eine (oder auch zwei) Antwort würde ich mich freuen
Gruß Dirk
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Silas
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Schroth KG

Beitrag von Silas »

Hallo Liftboy,

lass den Kopf nicht hängen, machen kann man immer etwas, als erstes einmal Schroth-KG und Kräftigungstraining, was nahezu immer eine Entlastung durch Muskelkorsett, Streckung und Aufrichtung bring.

Zunächst aber mal zur Erklärung der Teile Deines Befundes, die Du wahrscheinlich nicht ganz verstanden hast:

Osteochondrose:
Dabei hadelt es sich um eine degenerative Veränderung des Bandscheibenknorpels und einer Folgereaktion des Wirbelknochens. Auf dem Röbi oder MRT sieht man bei einer Osteochondrose eine Höhenminderung des Bandscheibenraums, der i. d. R. verschleißbedingt ist

Dorsal:
hintere

Pelottierung des Myelons:
Das ist ein etwas seltsamer Ausdruck, gemeint ist aber sicherlich Druck auf das Rückenmark (Myelon), die durch eine Protrusion (= Vorwölbung) der Bandscheiben verursacht wird

Schmorlsche Knoten:
Versprengte Bandscheibenanteile in die Wirbelkörper, typisch bei M. Scheuermann, genau wie die Deckplatteneindellungen

Retrospondylose:
Wirbel sind zackig / franzelig

Spondylarthrose:
... ist nicht ganz so leicht zu erklären... stell es Dir so vor, dass durch die unphysiologische Beanspruchung der Intervertebralgelenke (Zwischenwirbelgelenke) der Knorpel schwindet und die Zwischenwirbellöcher kleiner werden, was dann den Strukturen, die durch diese Löcher müssel Ärger macht und die Bewegungen schmerzhaft werden lässt

Spinalkanalstenose:
Einengung des Rückenmarkkanals


Also, such Dir einen vernünftigen Orthopäden, z. B. Dr. Hoffmann in Leonberg und probiere es mit Schroth-KG und medizinischem Kräftigungstraining.

Wenn alle Stricke reißen und Dir mit Schmerzmitteln nicht mehr zu helfen ist, kann auch ein chirurgischer Eingriff helfen, was aber per Ferndiagnose nicht zu entscheiden ist, da dazu ein Blick auf das MRT durch einen Fachmann erforderlich wäre.

Viele Grüße
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
(Stephen Hawking)
Liftboy
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Beitrag von Liftboy »

Hallo Silas,
vielen Dank für die ausführliche und verständliche Antwort
Die Kräftigungsübungen mache ich seit ca. 2 Jahren jeden Morgen eine halbe Stunde. Ohne die Gymnastik bekomme ich immer ein taubes Gefühl in den Fingern.
Einen Termin bei Dr.Hoffmann habe ich gleich heute gemacht.
Die Sache mit der Schroth KG muß ich erst mal sehen wer hier so etwas macht.
Vielen Dank nochmal
Gruß Dirk
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