Hohlrundrücken bei 20-jähriger Person
Verfasst: So, 14.02.2016 - 12:53
Hallo Community,
vielleicht gibt es schon ein Thema, welches ähnlich ist und meine Fragen beantworten kann, aber ich habe jetzt hier im Forum so viele Beiträge gelesen, teilweise von 2005, teilweise von 2016 und bin daher leicht verunsichert und möchte mein Problem doch eher individuell schildern, da ich gemerkt habe, dass man hier sehr freundlich und hilfsbereit ist. Dann komme ich mal zu meinem Problem, ich gehe einfach mal zeitlich vor:
Ich bin momentan 20 1/2 Jahre alt. Einen Tag vor meinem 10. Geburtstag bin ich von einem Klettergerüst gefallen und habe mir zwei Brustwirbel angebrochen. Nach einigen Monaten wenig Sport und Bewegung und ich denke 12 physiotherapeutischen Behandlungen bin ich wieder als fit und gesund erklärt worden und habe wieder Fußball im Verein gespielt.
Dies habe ich dann auch weiter getan, bis ich 16 Jahre alt war, natürlich nie gedehnt außer zum Aufwärmen vor Spielen am Wochenende! Mein Vater (welchen ich aus Trennungsgründen meiner Eltern nicht so oft gesehen habe) hat mich öfter darauf hingewiesen, dass ich doch meinen Rücken mal gerade machen soll und gerade stehen soll. Ich hatte daher in der Zeit, bis ich 16 Jahre alt war dann noch zwei 6-er Rezepte Krankengymnastik, was aber bei nicht sehr motivierten Physiotherapeuten war, die Motivation hatte mich da also nicht so richtig gepackt. Dazu kommt, dass ich in der Schule viel gesessen habe und zu Hause natürlich auch wieder am PC gezockt habe.
In der 10. Klasse kam dann die Pubertät bei mir auch mal an und mir viel meine Haltung zumindest etwas auf, deshalb bin ich in ein Fitnessstudio gegangen. Bis zum Sommer 2014, also bis ich mit dem Abitur fertig war, habe ich das aber eher unregelmäßig verfolgt. Dann jedoch kam sozusagen ein Einschnitt, ich spätpubertäre Person habe tatsächlich mal angefangen, mich verstärkt für die Frauenwelt zu interessieren und fing an, mich selbst zu beobachten. Meine Erkenntnis: Ich bin ein "Schmali" (also sehr dünn) und habe eine verdammt schlechte Haltung (Hohlkreuz und Rundrücken). Mein Selbstbewusstsein ging ab diesem Zeitpunkt in den Minusbereich, ein Schwimmbad zum Beispiel hab ich seit diesem Zeitpunkt nicht mehr aufgesucht und wenn ich mit Freunden am WE weg bin, wäre ich froh, wenn ich mal eine Frau ansprechen könnte.
Nach meinem Umzug nach Erlangen/Nürnberg (aufgrund meines Studiums) fing ich also verstärkt mit dem Kraftsport an, also so ab Oktober 2014. Seitdem habe ich ganz gut Muskeln aufgebaut, ich bin immer noch ein sehr schmaler Körpertyp (jetzt halt mit Muskeln), aber seitdem sind es zumindest 7 Kilo mehr - ich bin ja noch nicht "fertig". Ich habe bei dem Training darauf geachtet, mehr den Rücken als die Brust zu trainieren (für die Aufrichtung) und den Bauch und Beinbeuger zu stärken (auch die tiefe Bauchmuskulatur) wegen dem Hohlkreuz. Dehnung habe ich nur sehr unregelmäßig betrieben.
Seit August 2015 bin ich in einem neuen Fitnessstudio. Seitdem mache ich mehr Übungen für die Aufrichtung und arbeite mit der Blackroll meine verklebten Faszien ab. Dies mache ich mittlerweile auch verstärkt zu Hause. Gedehnt habe ich mich weiterhin leider nur unregelmäßig. Ich war bei zwei Orthopäden, welche mich beide für 3 Minuten anschauten und etwas nach dem Motto sagten wie: "Naja sie hatten eben einen Wirbelbruch, machen sie Krafttraining. Ganz gut wird es nicht, aber besser." Und mit der Hyperlordose gleicht mein Körper wohl meine Hyperkorphose aus. Ich fing daher Ende November 2015 mit Rolfing an (alternativ-medizinische Faszientherapie), da ich mir davon sehr viel versprochen habe. Habe mittlerweile 6 Behandlungen hinter mir und naja, so richtig besser ist es nicht!
Seit Mitte Januar kam dann aber die Einsicht, mal konsequenter sein zu müssen, da ich immer noch von Fuß bis Kopf verkürzt bin und ich einfach mal Regelmäßigkeit reinbringen muss. Ich mobilisere mich jetzt jeden morgen und dehne mich jeden Abend in einem 18-Minuten-Programm. Meinen Kraftsport mache ich weiterhin 4-5 mal die Woche, achte da verstärkt auf die Gesundheit und die zusätzliche Dehnung. Außerdem mache täglich ich das 28-Tage Mobility- und Muskellängen-Programm von Benni Heizmann, welches mir nach 6 Tagen schon sehr gut tut und mir ganz klar aufzeigt, dass meine gesamten Muskelketten einfach viel uzu kurz sind. Des Weiteren bin ich, da meine Rolferin einen Monat in Neuseeland ist, in Behandlung bei einem Physiotherapeuten (Manuelle Therapie). Er ist auch der Ansicht, dass ich überall verkürzt bin, wo es nur geht und versucht mich auf Länge zu bringen. er mobilisiert auch meine Wirbelsäule und meint, dass meine Wirbel gar nicht so schlecht zueinander stehen, mir aber eben komplett die Länge fehlt. Die Behandlung tut mir echt sehr gut und er nimmt sich meistens mehr Zeit, als die 30 Minuten auf dem Rezept, da es ihm am Herzen liegt und er sagt, dass bei mir im jungen Alter echt noch viel zu machen ist, es aber momentan eben so ist, dass viele seiner 50-jährigen Patienten beweglicher sind, als ich.
Den Personen, die bis hierhin gelesen haben, bin ich schon einmal sehr dankbar! Worauf ich nun hinaus will: Sollte ich eventuell darüber nachdenken, einen ordentlichen Orthopäden aufzusuchen (hier wird ja oft von Dr. Hoffmann gesprochen - die 250km würde ich, wenn das wirklich empfehlenswert ist, sicher auf mich nehmen, da meine Psyche und mein Selbstvertrauen eben sehr darunter leiden)? Und vielleicht auch über die Hürde eines Korsetts nachdenken?
Hier ein Bild ohne Anspannung (ich weiß - schrecklich): Siehe Anhang ohneAnspannung_klein
Hier ein Bild mit angespanntem Bauch und Schultern leicht nach hinten korrigiert(das bekomme ich nur nicht so richtig automatisch einprogrammiert, muss also immer daran denken - und selbst so ist es denke ich nicht optimal): siehe Anhang mitAnspannung_klein
Vielen vielen Dank für die Aufmerksamkeit und im Voraus für die Antworten!
Grüße
Ron
PS: Rückenschmerzen habe ich übrigens keine, aber ich gehe davon aus, dass das bei der Haltung mit dem Alter kommen wird.
vielleicht gibt es schon ein Thema, welches ähnlich ist und meine Fragen beantworten kann, aber ich habe jetzt hier im Forum so viele Beiträge gelesen, teilweise von 2005, teilweise von 2016 und bin daher leicht verunsichert und möchte mein Problem doch eher individuell schildern, da ich gemerkt habe, dass man hier sehr freundlich und hilfsbereit ist. Dann komme ich mal zu meinem Problem, ich gehe einfach mal zeitlich vor:
Ich bin momentan 20 1/2 Jahre alt. Einen Tag vor meinem 10. Geburtstag bin ich von einem Klettergerüst gefallen und habe mir zwei Brustwirbel angebrochen. Nach einigen Monaten wenig Sport und Bewegung und ich denke 12 physiotherapeutischen Behandlungen bin ich wieder als fit und gesund erklärt worden und habe wieder Fußball im Verein gespielt.
Dies habe ich dann auch weiter getan, bis ich 16 Jahre alt war, natürlich nie gedehnt außer zum Aufwärmen vor Spielen am Wochenende! Mein Vater (welchen ich aus Trennungsgründen meiner Eltern nicht so oft gesehen habe) hat mich öfter darauf hingewiesen, dass ich doch meinen Rücken mal gerade machen soll und gerade stehen soll. Ich hatte daher in der Zeit, bis ich 16 Jahre alt war dann noch zwei 6-er Rezepte Krankengymnastik, was aber bei nicht sehr motivierten Physiotherapeuten war, die Motivation hatte mich da also nicht so richtig gepackt. Dazu kommt, dass ich in der Schule viel gesessen habe und zu Hause natürlich auch wieder am PC gezockt habe.
In der 10. Klasse kam dann die Pubertät bei mir auch mal an und mir viel meine Haltung zumindest etwas auf, deshalb bin ich in ein Fitnessstudio gegangen. Bis zum Sommer 2014, also bis ich mit dem Abitur fertig war, habe ich das aber eher unregelmäßig verfolgt. Dann jedoch kam sozusagen ein Einschnitt, ich spätpubertäre Person habe tatsächlich mal angefangen, mich verstärkt für die Frauenwelt zu interessieren und fing an, mich selbst zu beobachten. Meine Erkenntnis: Ich bin ein "Schmali" (also sehr dünn) und habe eine verdammt schlechte Haltung (Hohlkreuz und Rundrücken). Mein Selbstbewusstsein ging ab diesem Zeitpunkt in den Minusbereich, ein Schwimmbad zum Beispiel hab ich seit diesem Zeitpunkt nicht mehr aufgesucht und wenn ich mit Freunden am WE weg bin, wäre ich froh, wenn ich mal eine Frau ansprechen könnte.
Nach meinem Umzug nach Erlangen/Nürnberg (aufgrund meines Studiums) fing ich also verstärkt mit dem Kraftsport an, also so ab Oktober 2014. Seitdem habe ich ganz gut Muskeln aufgebaut, ich bin immer noch ein sehr schmaler Körpertyp (jetzt halt mit Muskeln), aber seitdem sind es zumindest 7 Kilo mehr - ich bin ja noch nicht "fertig". Ich habe bei dem Training darauf geachtet, mehr den Rücken als die Brust zu trainieren (für die Aufrichtung) und den Bauch und Beinbeuger zu stärken (auch die tiefe Bauchmuskulatur) wegen dem Hohlkreuz. Dehnung habe ich nur sehr unregelmäßig betrieben.
Seit August 2015 bin ich in einem neuen Fitnessstudio. Seitdem mache ich mehr Übungen für die Aufrichtung und arbeite mit der Blackroll meine verklebten Faszien ab. Dies mache ich mittlerweile auch verstärkt zu Hause. Gedehnt habe ich mich weiterhin leider nur unregelmäßig. Ich war bei zwei Orthopäden, welche mich beide für 3 Minuten anschauten und etwas nach dem Motto sagten wie: "Naja sie hatten eben einen Wirbelbruch, machen sie Krafttraining. Ganz gut wird es nicht, aber besser." Und mit der Hyperlordose gleicht mein Körper wohl meine Hyperkorphose aus. Ich fing daher Ende November 2015 mit Rolfing an (alternativ-medizinische Faszientherapie), da ich mir davon sehr viel versprochen habe. Habe mittlerweile 6 Behandlungen hinter mir und naja, so richtig besser ist es nicht!
Seit Mitte Januar kam dann aber die Einsicht, mal konsequenter sein zu müssen, da ich immer noch von Fuß bis Kopf verkürzt bin und ich einfach mal Regelmäßigkeit reinbringen muss. Ich mobilisere mich jetzt jeden morgen und dehne mich jeden Abend in einem 18-Minuten-Programm. Meinen Kraftsport mache ich weiterhin 4-5 mal die Woche, achte da verstärkt auf die Gesundheit und die zusätzliche Dehnung. Außerdem mache täglich ich das 28-Tage Mobility- und Muskellängen-Programm von Benni Heizmann, welches mir nach 6 Tagen schon sehr gut tut und mir ganz klar aufzeigt, dass meine gesamten Muskelketten einfach viel uzu kurz sind. Des Weiteren bin ich, da meine Rolferin einen Monat in Neuseeland ist, in Behandlung bei einem Physiotherapeuten (Manuelle Therapie). Er ist auch der Ansicht, dass ich überall verkürzt bin, wo es nur geht und versucht mich auf Länge zu bringen. er mobilisiert auch meine Wirbelsäule und meint, dass meine Wirbel gar nicht so schlecht zueinander stehen, mir aber eben komplett die Länge fehlt. Die Behandlung tut mir echt sehr gut und er nimmt sich meistens mehr Zeit, als die 30 Minuten auf dem Rezept, da es ihm am Herzen liegt und er sagt, dass bei mir im jungen Alter echt noch viel zu machen ist, es aber momentan eben so ist, dass viele seiner 50-jährigen Patienten beweglicher sind, als ich.
Den Personen, die bis hierhin gelesen haben, bin ich schon einmal sehr dankbar! Worauf ich nun hinaus will: Sollte ich eventuell darüber nachdenken, einen ordentlichen Orthopäden aufzusuchen (hier wird ja oft von Dr. Hoffmann gesprochen - die 250km würde ich, wenn das wirklich empfehlenswert ist, sicher auf mich nehmen, da meine Psyche und mein Selbstvertrauen eben sehr darunter leiden)? Und vielleicht auch über die Hürde eines Korsetts nachdenken?
Hier ein Bild ohne Anspannung (ich weiß - schrecklich): Siehe Anhang ohneAnspannung_klein
Hier ein Bild mit angespanntem Bauch und Schultern leicht nach hinten korrigiert(das bekomme ich nur nicht so richtig automatisch einprogrammiert, muss also immer daran denken - und selbst so ist es denke ich nicht optimal): siehe Anhang mitAnspannung_klein
Vielen vielen Dank für die Aufmerksamkeit und im Voraus für die Antworten!
Grüße
Ron
PS: Rückenschmerzen habe ich übrigens keine, aber ich gehe davon aus, dass das bei der Haltung mit dem Alter kommen wird.