Morbus Scheuermann Diagnose - Was tun ?

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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dajo77
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Morbus Scheuermann Diagnose - Was tun ?

Beitrag von dajo77 »

Erstmal hallo an die nette Runde hier !

Bei mir wurde vor etwa 3/4 Jahr Post Morbus Scheuermann + leichte Hyperkyphose diagnostiziert, nachdem ich Wochenlang von einem zu anderem Arzt gerannt bin und mich jeder (außer Orthopäde) als völlig gesund befunden hat.

Der Orthopäde hat mir Krankengymnastik verschrieben, 6 Sitzungen und es wurde wesentlich besser. Seit einem Monat geht es schon wieder los. Rückenschmerzen sobald ich längere Zeit sitze, teilweise in Verbindung mit Herzrasen und einem nicht so intensiven Schmerz in der Herzgegend (relativ selten, kommt aber vor verbunden mit einer ich bezeichne sie mal als "innere Unruhe")

Hausarzt + Internist+ Psychologe fanden keine Ursache = Diagnose Geist und Körper sind OK, ich müsste mich nur mehr bewegen. EKG war OK, keine Herzrhytmusstörungen, kein Atemnot, auch nicht bei starker Belastung

Gesagt getan, doch es wird nicht wirklich besser. Ein anderer, mittlerweile altersbedingt nicht mehr tätiger Orthopäde, den ich konsultiert habe war der Auffassung, dass Herzrasen nichts mit Morbus Scheuermann zu tun haben kann. Hier im Forum lese ich immer wieder von Beschwerden von "Scheuermann-Geschädigten" die exakt die selben Beschwerden haben wie ich.

Meine Fragen an Euch: Hat der "alte" Orthopäde Recht? Wie würdet ihr an meiner Stelle vorgehen ?
Neuen Internisten/Kardiologen suchen oder lieber einen guten Orthopäden.


Ich wohne in der Nähe von Köln, 33 Jahre alt und bin für jeden Tipp sehr dankbar.
Lady S
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Re: Morbus Scheuermann Diagnose - Was tun ?

Beitrag von Lady S »

Hallo dajo77!
Der Orthopäde hat mir Krankengymnastik verschrieben, 6 Sitzungen und es wurde wesentlich besser. Seit einem Monat geht es schon wieder los.
Geht es schon wieder los, obwohl Du Krankengymnastik machst, oder hast Du nach den 6 Sitzungen aufgehört? Das wäre dann ja schon mal ein Hinweis ...
KG-Übungen sind eigentlich dazu gedacht, dass sie in den Sitzungen erlernt und zuhause regelmässig gemacht werden (das sage ausgerechnet ich... :lach: )

Weisst Du etwas über das Ausmass Deiner Hyperkyphose? "Leicht" sagt eigentlich nicht allzuviel.

Grüsse, Lady S
dajo77
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Re: Morbus Scheuermann Diagnose - Was tun ?

Beitrag von dajo77 »

Hallo Lady S,

Ich habe mit Krankengymnaskig aufgehört, weil mein Hausarzt gesagt hat, dass die Krankenkasse die Kosten nicht so oft übernimmt. Ich habe mich dummerweise nicht weiter drum gekümmert weil es mir besser ging. Wie stark der Eindrücken ist kann ich leider nicht sagen ; es hieß beim Orthopäden "leicht". Ich würde gerne wissen wie ich jetzt am besten vorgehen soll. Habe langsam den Eindruck, dass weder der Arzt noch der Physiotherapeut wirklich Bescheid wissen
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Klaus
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Re: Morbus Scheuermann Diagnose - Was tun ?

Beitrag von Klaus »

dajo77 hat geschrieben:Ich würde gerne wissen wie ich jetzt am besten vorgehen soll.
Für eine optimale Behandlung empfiehlt sich ein Besuch beim Spezialisten.
Konkrete Diagnose anhand einer Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule von vorn und von der Seite mit entsprechenden Winkelangaben. Danach je nach Diagnose Behandlungsvorschläge, wie z.Bsp Schroth KG erlernen in einer stationären REHA, für die der Antrag auch gleich unterstützt wird.

Es bringt nichts zu spekulieren, wenn man weiß, dass man eine Hyperkyphose hat, egal welcher Größe. Die kann durchaus zu Situationen führen, die Wirbelblockaden auslösen und "Herzschmerzen" imitieren. Ich hatte so etwas direkt am Tag meiner Anreise zur REHA in Bad Salzungen. EKG hat nichts gesagt, es wurde eingerenkt und gut war.

Guck mal in die Rubrik Gesucht/Gefunden und da insbesondere in "Überregionale Sprechstunden"
Ich habe mit Krankengymnaskig aufgehört, weil mein Hausarzt gesagt hat, dass die Krankenkasse die Kosten nicht so oft übernimmt.
Na ja, der Hausarzt hat bezüglich Heilmittelverordnung das geringste Budget (Richtgröße). Der wird sich also hüten, später evtl. in Regress genommen zu werden. Orthopäden, besser noch Fachärzte für physikalische Therapie, sind grundsätzlich die richtigen Ansprechpartner, wenn es um solche Verordnungen geht. Der Indikationschlüssel sollte WS 2... sein, damit mindestens 3x6 KG verordnet werden können.
Mit dieser Verordnung kann man auch einen ambulanten Schroth-Therapeuten aufsuchen. Das widerum sollte nur die Wartezeit bis zu einer stationären REHA (s.o) überbrücken, wo man dann Übungen lernt, die man eigenständig zuhause weiterführen muss.

Das Problem ist aber, dass Du dort in den meisten Fällen über solche Verordnungen nicht hinauskommst,(wenn überhaupt) weil Inkompetenz bezüglich Hyperkyphose/Skoliose weit verbreitet ist, leider !! Deswegen gleich Spezialist!

Gruss
Klaus
dajo77
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Re: Morbus Scheuermann Diagnose - Was tun ?

Beitrag von dajo77 »

Also, ich war heute noch einmal bei dem Orthopäden.

Diagnose: Blockierung der BWS Th8 (M99.82+G) , Spondylarthrose der BWS (M47.84+G), Hyperkyphose der BWS (M40.24+G)

Der Arzt hat die Blockade gelöst und ich fühle mich seitdem (abgesehen von den leichten Rückenschmerzen) wieder wohl.

Er hat mir einen Antrag auf Funktionstraining für die Krankenkasse mitgegeben. Ziel der Maßnahme: Funktionsaufbautraining

Ich verstehe leider nix davon; kann mich bitte jemand aufklären. Macht das alles Sinn ?
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Klaus
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Re: Morbus Scheuermann Diagnose - Was tun ?

Beitrag von Klaus »

dajo77 hat geschrieben:Ich verstehe leider nix davon; kann mich bitte jemand aufklären. Macht das alles Sinn ?
Abgesehen davon, dass die Hyperkyphose nicht in Gradzahl angegeben wurde, ist ein Funktionstraining nicht zielgerichtet bei Fehlstellungen. Ich würde nicht darauf eingehen.
Ich kann Dir nur raten, noch einmal meinen letzten Post genau zu lesen und einen Spezialisten aufzusuchen !!

Eine Blockierung kann jederzeit wieder erfolgen, weil das Lösen der Blockade nur die Behandlung eines Symptoms ist, aber an der Ursache nichts ändert.

Bei einer Fehlstellung (Hyperkyphose, Hyperlordose ??, Skoliose??) sind nun mal andere Bedingungen gegeben, als bei den vielfältigsten Problemen einer normal gestellten Wirbelsäule. Dafür ist auch das Funktionstraining, REHA Sport u.ä. gedacht.

Gruss
Klaus
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