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Skoliose, Scheuermann... und extreme Schmerzen

Verfasst: So, 23.10.2011 - 21:31
von Poughie
Hallo zusammen :)

Da ich dringend nach Rat suche, schreibe ich mal eben meine "Geschichte"....

In der Pubertät begannen meine starken Rückenschmerzen, auch zuvor waren schon ein Rundrücken und Hohlkreuz zu erkennen. Ich ging sofort zu verschiedenen Orthopäden in Berlin. Der Eine sagte, ich hätte Wachstumsschmerzen, der andere verschrieb mir Bestrahlung, ein anderer Krankengymnastik, wieder ein anderer meinte, ich hätte seelische Probleme die ich auf meinem Rücken umhertrage :rolleyes:
Dann zog ich mit meiner Familie nach Eckernförde und ging dort auch wieder zum Orthopäden. Krankengymnastik, immer wieder, aber ich bekam nie eine Diagnose. Ich habe schon immer viel Sport getrieben und mir versucht einen starken Rücken zu erarbeiten, aber Schmerzen hatte ich dennoch. Irgendwann fand ich mich damit ab und habe die Ärzte gemieden. Nach 8 Jahren in Eckernförde zog ich 2008 wieder nach Berlin zurück und meine Schmerzen wurden heftiger. Ich suchte erneut einen Arzt auf. In dem Fall war es eine Ärztin. Sie erkannte ziemlich schnell, was ich hatte.

Dies ist die Diagnose von damals:
S-förmige skoliotische Fehlhaltung von BWS und LWS mit betonter Kyphosierung der BWS. Grund- und Deckplatten der BWS imponieren insgesamt wellig-irregulär mit angedeuteten Schmorl´schen Knötchen im Sinne eines M. Scheuermann.
Die ZWR lumbal sind nicht höhengemindert.
Kompensatorische Hyperlordose der LWS ohne Nachweis eine Wirbelgleitens, kein Anhalt für Spondylolyse. WK von Form und Höhe regelrecht, ISG frei.

Ich begann daraufhin eine KG nach Schroth. Bekam sie allerdings nur 6x verschrieben. Dort stellte man auch einen Beckenschiefstand fest.
Ich zog dann der Liebe wegen und nach langjähriger Fernbeziehung, nach Bremerhaven und wurde schon bald mit meinem Sohn schwanger :love:

In Bremerhaven habe ich leider (bis heute) keine KG gefunden die Schroth therapieren. Meine Schwangerschaft verlief gut, bis auf die Schmerzen... Meine Hebamme versuchte mir mit Akupunktur zu helfen und bis zum 4 Monat machte ich wieder KG- was bei mir eigentlich immer nur Massagen waren. (für die ich allerdings auch unendlich dankbar war) Die Geburt musste, nach 2 Wochen Übertragung, eingeleitet werden. Irgendwann ging es an die ungeliebte (von mir) PDA. Ich machte auf meine Skoliose aufmerksam, aber man meinte, dies sei kein Problem. Nachdem man sich 5 x verstochen hatte, durfte ich 15 Minuten später meinen Sohn in den Armen halten. Die PDA fing dann auch irgendwann an zu wirken- im linken Bein :tot:

Seit der Schwangerschaft werden meine Schmerzen immer schlimmer. 3 weitere Orthopäden standen ratlos vor meinem Rücken. Ein MRT wurde gemacht, hierzu muss ich die Diagnose allerdings erstmal raussuchen.... Es hieß aber, da sei nichts weiter, was mir diese Schmerzen verursachen könnte, ausser dass 2 Bandscheiben "abgenutzt" oder so ähnlich, wären.

Ich versuche mal zu erklären, wie sich diese Schmerzen anfühlen :rolleyes:
Mein Rücken knackt viele Male am Tag und das sehr laut, mein Mann muss mich oft heben/drücken, weil mir sonst alles schwer fällt, stehen, sitzen, liegen... Die Schmerzen sind stechend, entlang der gesamten WS, sie brennen wie Feuer, ständig fühlt sich etwas an den Schultern wie "eingeklemmt" an. Meine Rippenbögen stehen auch unterschiedlich hervor und ab und zu schmerzt mir der Brustkorb, dann habe ich Bauch- und Kopfschmerzen.
Und nur dann, wenn alles weh tut, greife ich zu Schmerztabletten. Sonst nicht...
Entlang meiner WS ist die Haut oberflächlich taub... Ich kann mich kaum nach vorn beugen, mit den Händen schaffe ich es bis an die Knie. Das seitliche Drehen fällt mir auch schwer, in beide Richtungen. Wenn ich versuche mich zu strecken, spüre ich einerseits etwas wie Erleichterung durch das Knacken, andererseits sterbe ich tausend kleine Tode.

Ich habe eben mal ein paar Rücken-Selbstportraits geschossen. Und würde mir sehr wünschen, dass ihr eure Meinungen dazu abgebt und über Ratschläge, wie ich mich weiter verhalten kann, würde ich mich auch sehr freuen. Und die Frage "kann es wirklich noch etwas anderes sein" das man bisher noch nicht entdeckt hat?

Vielen lieben Dank und Gruß,

B.

P.S. Außerdem habe ich heute ein Bild meines inzwischen 22 MOnate alten Sohnes geschossen. Ich hoffe sehr, dass er nur ungünstig steht. Ich hatte schon immer Angst, es an ihn weiter zu vererben (wie ich es übrigens von meiner Mutter vererbt bekam) und würde gern wissen, ab wann man Skoliose bei KIndern erkennen kann. Morgen werde ich eine Termin mit dem Orthopäden und einem Osteopathen vereinbaren. Er sitzt meistens ganz rund, KANN aber kerzengerade sitzen und meist sieht ebenso sein Rücken aus, manchmal meine ich aber zu sehen, dass er es nicht ist und mein Mann meint immer, ich würde Gespenster sehen.....

Re: Skoliose, Scheuermann... und extreme Schmerzen

Verfasst: So, 23.10.2011 - 21:37
von Poughie
Mein Rücken wurde nie vermessen, mir sind keine Gradzahlen oder dergleichen bekannt...

Re: Skoliose, Scheuermann... und extreme Schmerzen

Verfasst: So, 23.10.2011 - 21:48
von Poughie
Hier nochmal zwei Bilder meiner Rippen, wenn ich halbliege.

Re: Skoliose, Scheuermann... und extreme Schmerzen

Verfasst: So, 23.10.2011 - 23:13
von Toni
Hallo Poughie
erst mal willkommen!
Du hast eine sehr deutliche BWS-Hyperkyphose und LWS-Hyperlordose. Ich schätze mal ca. 70 bis 75° Cobb.
Auch die zu weit vorstehenden unteren Rippenbögen sind dafür ganz typisch!
Ich vermute bei Dir einen Zustand nach abgelaufenem Morbus Scheuermann- und wenn nicht, dann ist es auch egal.
Deine Wirbelsäulen-Fehlstellung ist schon dringend behandlungsbedürfig und die von Dir beschriebenen Schmerzen wundern mich kein bischen. Typisch, daß mehrere Orthopäden völlig rat- und hilflos die nicht helfen können oder helfen wollen.

Ich kann Dir nur raten einen der leider viel zu wenigen und zu dünn gesääten Spezialisten aufzusuchen und erst mal eine gründliche Diagnose machen zu lassen und dann kann erst über Therapie-Vorschläge gesprochen werden.
Alles in seiner richtigen Reihenfolge.
Zumindest solltest Du schon mal wohlwollend darüber nachdenken, ob Du eventuell bereit wärst ein Dich aufrichtendes Reklinations- Korsett zu (er)tragen?
Gruß Toni

Re: Skoliose, Scheuermann... und extreme Schmerzen

Verfasst: Do, 17.11.2011 - 16:26
von *sunshine*
Hallo,

auf der Suche nach Hilfe für meine Rückenprobleme bin ich auf diesen Beitrag gestoßen und da meine Rippen ähnlich aussehen wie deine, möchte ich hier ebenfalls um einen Rat bitten.

Ich bin 20 Jahre alt und seit ca. 5 Jahren plagen mich immer wieder Rückenschmerzen und Kieferschmerzen, seitdem ist mir auch aufgefallen, dass meine Rippen unter der Brust (ähnlich wie bei dir) sowie meine Schlüsselbeinknochen und auch Kieferknochen schief sind, d.h. auf der linken Seite stehen diese Knochen mehr hervor als auf der rechten Seite.

Ich war bei mehreren Orthopäden. Der erste sagte, das liege an einem Haltungsschaden, den ich mir „aufgebaut“ hätte und da könne man jetzt nichts mehr machen, der nächste diagnostizierte einen Rundrücken und ein Hohlkreuz, ein Hohlkreuz sei normal bei sehr schlanken Menschen, er renkte meinen Rücken ein und verschrieb Krankengymnastik, die nicht wirklich half. Der dritte sagte, ich hätte eine Skoliose und verschrieb ebenfalls Krankengymnastik.

Vor einem Jahr bin ich dann zu einem Chiropraktiker. Er meinte, ich hätte keine Skoliose, meine Wirbelsäule sei gerade, aber in sich verdreht und mehrere Wirbel im unteren Rückenbereich seien schief, deshalb würden auch die Rippen unterschiedlich hervorstehen. Er mobilisierte die WS mit gezielten chiropraktischen Eingriffen (ähnlich Einrenken) und zeigte mir Übungen mit dem Theraband, die ich zu Hause weiter durchführte. In regelmäßigen Abständen ging ich dann wieder hin, um meine WS mobilisieren zu lassen. Meine Haltung hat sich seitdem deutlich verbessert, die Fehlstellungen an Rippen, Schlüsselbein und Kiefer haben sich jedoch nicht verändert und verursachen hin und wieder auch deutliche Schmerzen. Außerdem macht auch meine HWS Probleme.

Mein Stiefvater, der ebenfalls schon lange Rückenprobleme hat, sagte mir jetzt, dass es nichts Schlimmeres gäbe als Einrenken, egal ob von Orthopäde oder Chiropraktiker. Er empfahl mir den Besuch eines Osteopathen.

Nun bin ich total verunsichert. Auch lese ich hier immer wieder von Kyphose, Hyperkyphose und Hyperlordose, kann damit jedoch nicht wirklich etwas anfangen. Ich möchte einfach nur gerade Knochen und keine Schmerzen mehr haben.

Über einen Rat würde ich mich wirklich sehr freuen.

Liebe Grüße

C.


P.S.: Zurzeit wohne ich in Frankfurt/Main, ziehe jedoch demnächst um nach Berlin.

Re: Skoliose, Scheuermann... und extreme Schmerzen

Verfasst: Do, 17.11.2011 - 18:20
von Dolphingirl94
Hallo sunshine,

Zunächst wäre wohl eine vernünftige Diagnose wichtig. Aufgrund deiner Wohnorte würde ich dir zu einem Termin bei Dr. Steffan bzw. Dr. Verres in Bad Sobernheim (Nähe Koblenz) oder bei Dr. Wilke in Berlin raten, je nachdem, wie schnell du umziehst (es gibt ja Wartezeiten).

Ähnlich hervorspringende Rippenbögen hatte ich früher übrigens auch. Bei mir standen die Rippen extrem weit auseinander. Mit Bauchmuskeltraining habe ich die Kraft entwickelt, die Rippenbögen zusammen zu ziehen und mittlerweile sind sie auch ein gutes Stück enger. Hier sollte man aber mit einer/em Physiotherapeutin/en zusammenarbeiten, damit nicht in die Fehlstellung (so vorhanden) hineintrainiert wird.

LG, Dolphingirl