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Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Fr, 22.07.2011 - 12:16
von emjay28
Hallo, ich bin 28 Jahre alt und habe folgende Leidensgeschichte hinter mir
Nachdem ich seit Jahren unter Rückenschmerzen gelitten habe hat nun der 4. Orthopäde die Diagnose Morbus Scheuermann gestellt, deswegen habe ich auch einen starken Rundrücken und ein Hohlkreuz.
Meine Beschwerden sind vor allem in der rechten Schulter/Nacken wo sich ein brennender Schmerz vom Nacken über die gesamte Schulter bis zum Armansatz zieht. Ferner schmerzt der untere Rücken - mal mehr mal weniger.
Gegen diese Beschwerden habe ich immer wieder KG bekommen, meist verschwanden die Schmerzen dann für einige Zeit, kamen dann aber wieder. Zur Zeit mache ich zweimal wöchentlich die KG-Übungen und einmal in der Woche Rehasport. Vor allem den Rehasport finde ich als eher sinnlos, ich konnte noch keine positive Wirkung feststellen. Laut meinem Arzt resultieren meine Schmerzen aus Verspannungen die durch meine Fehlhaltung enstehen.
Welche Sportarten sind gut für mich (ich kann leider nicht sonderlich gut Schwimmen und habe auch etwas Angst vor tiefem Wasser)?
Was kann man unternehmen um verspannte/verhärtete Muskeln zu lockern?
Habe ich ein Recht auf regelmäßige Krankengymnastik (z. B. einmal jährlich)?
Wie geht man allgemein mit dieser Krankheit um, vor allem was passiert eigentlich wenn man älter wird? Ich habe Angst dass die Beschwerden mit zunehmenden Alter eher noch schlimmer werden.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Fr, 22.07.2011 - 13:08
von alex1605
Hallo emjay28,
wenn ich dein Posting so lese erinnert es mich sehr an mich, als ich angefangen habe hier Hilfe zu suchen
Bevor ich mich in diesem Forum angemeldet habe war ich auch bei vielen Ärzten, die mir aber nicht helfen konnten bzw mir immer die Standartsprüche reingedrückt haben "Machen Sie Sport - Da kann man nichts mehr machen, Sie sind ausgewachsen"
Für dich ist es jetzt wichtig herauszufinden, was der Scheuermann bei dir angerichtet hat.
Dass du einen Rundrücken und ein Hohlkreuz hast, weisst du ja schon. Allerdings wäre es sehr wichtig herauszufinden, um wieviel Grad deine Wirbelsäule verkrümmt ist. Dann kann dir auch besser gesagt werden, was du jetzt tun kannst.
Dazu solltest du einen kompetenten Orthopäden aufsuchen, nur dann kann dir geholfen werden.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Fr, 22.07.2011 - 15:05
von Silas
Hast Du schon einmal KG nach Schroth ausprobiert - das hilft vielen weiter?
Wurde Deine Hyperkyphose / Hyperlordose vermessen - das ist diagnostisch wichtig?
Zu geeigneten Sportarten gibt es aktuell einen schon langen Beitrag, lies Dich doch dort mal ein.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Sa, 23.07.2011 - 12:20
von Klaus
emjay28 hat geschrieben:Laut meinem Arzt resultieren meine Schmerzen aus Verspannungen die durch meine Fehlhaltung enstehen.
Mit dieser Feststellung hat der Arzt sehr wahrscheinlich Recht, wobei man noch genauer sagen muss, dass diese Verspannungen durch Überlastung entstehen. Allerdings hast Du mit 28 Jahren nach einem abgelaufenen Morbus Scheuermann wohl eher eine Fehlstellung als eine Fehlhaltung, die man einfacher korrigieren könnte.
Was kann man unternehmen um verspannte/verhärtete Muskeln zu lockern?
Das Ziel muss also sein, gegen die Fehlstellung ganz individuell vorzugehen, das ist weder mit normaler KG noch durch den REHA Sport gewährleistet, wass Du ja selber festgestellt hast.
Die von Silas angesprochene Schroth KG ist in einer stationären REHA eine optimale Möglichkeit die Situation zielgerichtet zu verbessern.
Habe ich ein Recht auf regelmäßige Krankengymnastik (z. B. einmal jährlich)?
Der Orthopäde muss schon die richtige Diagnosegruppe für die Verordnungen finden, das ist bei Fehlstellungen immer die "WS 2", da langfristiger Bedarf besteht. Dann sollten zunächst mal 3x6 KG Behandlungen möglich sein. Viele Orthopäden sind bereits da leider sehr zurückhaltend.
Aber nach einer stationären REHA muss man die erlernten Übungen sowieso zuhause selbstständig weiter machen, sodass dann nur gelegentliche Kontrollen durch den Schroth Therapeuten vor Ort notwendig sein sollten.
Wie geht man allgemein mit dieser Krankheit um, vor allem was passiert eigentlich wenn man älter wird? Ich habe Angst dass die Beschwerden mit zunehmenden Alter eher noch schlimmer werden.
Zunächst mal muss, wie hier schon gesagt, eine kompetente konkrete Diagnose mit Winkelangaben erstellt werden, um dann gezielte Maßnahmen wie die Schroth REHA in die Wege zu leiten.
Leider ist das nur bei wenigen Spezialisten möglich, die Suche in der Region ist meistens aufwendig und erfolglos, weil den Orthopäden bei Hyperkyphose/Skoliose die notwendige Kompetenz fehlt.
Guck bitte mal in die Rubrik Gesucht/Gefunden und da insbesondere in die "Überregionale Sprechstunden".
Gruss
Klaus
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mo, 25.07.2011 - 09:01
von emjay28
Von Schroth KG habe ich bisher noch nichts gehört. Meine bisherigen Erfahrungen waren:
Orthopäde 1: Rundrücken, mehrmals KG, "treiben Sie Sport"
Orthopäde 2: stellte mich als Simulant hin (treiben sie Sport, stellen sie sich nicht so an)
-> überwies mich vor dieser Aussage in ein regionales Krankenhaus, die aber zu keinem Ergebnis kamen (Rundrücken, Verhärtungen, Fehlhaltungen/stellungen "mehr Sport")
danach bin ich zu einem Heilpraktiker gegangen, der den Hauptnerv der vom rechten Auge über die Schulter bis zum Arm führt betäubte - ohne Erfolg
auch wurde ich von einem zweiten Heilpraktiker/Chiropraktiker mehrmals eingerenkt und von einem chinesischen Arzt akkupunktiert - ohne Erfolg.
mein jetziger Orthopäde stellte die Diagnose Scheuermann, verordnete mir einmal KG, gab mir den Rat schwimmen zu gehen und verordnete mir den Rehasport.
Bevor ich zu einem überregionalen Spezialisten gehe, werde ich meinen momentanen Orthopäden nochmals aufsuchen und gezielte Fragen stellen.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mo, 25.07.2011 - 09:28
von sloopy
emjay28 hat geschrieben:Bevor ich zu einem überregionalen Spezialisten gehe, werde ich meinen momentanen Orthopäden nochmals aufsuchen und gezielte Fragen stellen.
Ich würde mir die Zeit und Energie sparen und lieber gleich einen Spezialisten aufsuchen. Aus welcher Gegend kommst du? Vielleicht können wir dir jemanden empfehlen.
Gruß,
sloopy
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mo, 25.07.2011 - 10:18
von alex1605
emjay28 hat geschrieben:
Bevor ich zu einem überregionalen Spezialisten gehe, werde ich meinen momentanen Orthopäden nochmals aufsuchen und gezielte Fragen stellen.
Also ich kann dich schon verstehen, ich habe in diesem Forum bevor ich mich angemeldet habe schon lange mitgelesen und habe versucht hierrüber einen Arzt in meiner Umgebung zu finden, der empfohlen wird. Leider ohne erfolg.
Wenn du dich in diesem Forum etwas einliest, wirst du merken dass hier fast immer die gleichen Ärzte empfohlen werden und das Leute riesige Strecken aufnehmen um zu diesen Ärzten zu gelangen.
Du kannst dich ja gerne nochmal an deinen bisherigen Orthopäden wenden und vielleicht hast du ja Glück und er kann dir weiterhelfen.
Allerdings glaube ich dass er dir nicht "ausreichend" behilflich sein kann. Wenn er dir jetzt schon sagt "Stellen Sie sich nicht so an" scheint er dein Problem weniger ernst zu nehmen , was scheinbar bei vielen Orthopäden der Fall ist, wenn es um Wirbelsäulendeformitäten geht.
Ich habe mich irgendwann aufgrund meiner immer schlimmer werdenden Schmerzen entschlossen, einen von den hier erwähnten Ärzten aufzusuchen (Dr. Hoffmann - Leonberg (Stuttgart).
Ich kann nur sagen - es hat sich gelohnt. Ich war 7 Jahre lang bei ingesamt 5 verschiedenen Ärzten, die mir im Prinzip genauso geantwortet haben wie auch dir.
Jetzt weiss ich wenigstens woran ich bin und das man noch viel erreichen kann.
Also wenn dich dein nächster Termin nicht weiterbringen sollte, würde ich dir wirklich empfehlen zu einem Spezialisten wie Dr. Hoffmann zu fahren. Ich habe es nicht bereut.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mo, 25.07.2011 - 11:09
von emjay28
Ich momentan bei Orthopäde Nummer 4 in Behandlung (die Aussage "stellen sie sich nicht so an", kam von einem anderen Arzt), bei dem ich aber erst ein paar Mal war, von daher weiß ich nicht wie gut er ist. Immerhin hat er als erster den Morbus Scheuermann erkannt, von daher hoffe ich dass er Erfahrung mit der Krankheit hat - außerdem fühle ich mich recht wohl bei ihm. Seine Behandlungsmethoden weichen auch von denen seiner Kollegen ab. Als ich mit starken Schulterschmerzen zu ihm kam, diagnostizierte er eine leichte Muskelentzündung und gab mir eine Spritze. Bei ähnlichen Beschwerden, wurde mir bei seinen Kollegen die nur üblichen Methoden (Schröpfköpfe, Tens usw.) angewandt und evtl. noch KG.
Ich komme aus der Region Trier und war bis jetzt bei folgenden Orthopäden (ich hoffe man darf die Namen hier öffentlich nennen, sonst bitte streichen):
Dr. Ossen, Schweich
Dr. Kaltenkirchen, Trier
Fachabteilung des Krankenhauses der barmherzigen Brüder, Trier
Dr. Ludes, Trier (bei dem ich z. Zt. in Behandlung bin)
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mo, 25.07.2011 - 11:40
von Klaus
emjay28 hat geschrieben:Immerhin hat er als erster den Morbus Scheuermann erkannt, von daher hoffe ich dass er Erfahrung mit der Krankheit hat - außerdem fühle ich mich recht wohl bei ihm.
Bei Hyperkyphose/Skoliose ist es leider so, dass man mit dem "sich wohl fühlen" oder "er lässt sich Zeit" bzw. "ist verständnisvoll" oft einfach nicht weiterkommt. Schon deshalb, weil man ja gar nicht weiß, was optimale konservative Behandlung bedeutet.
Du hast jetzt den Vorteil, dieses Forum zu nutzen, um Deine eigene Kompetenz aufzubauen und dann auch beurteilen zu können, ob der Arzt wirklich kompetent ist bzw. den Arzt vorsichtig auf die richtige Spur zu bringen.
Zu einer Diagnose gehört eine Röntgen-Ganz-Aufnahme der Wirbelsäule und zwar von vorn und von der Seite. Dann müssen die entsprechenden Gradzahlen ermittelt werden, nicht nur von der Skoliose, sondern auch von der Hyperkyphose! Der Morbus Scheuermann ist nur ein Auslöser und schon längst inaktiv. Zusätzlich sollte die Beweglichkeit der Wirbelsäule getestet werden.
Zu den Behandlungsempfehlungen sollte eine stationäre Schroth REHA gehören, die durch einen gezielten Antrag vom Orthopäden unterstützt werden muss. Falls es die Indikation zulässt, ist auch an ein Korsett zu denken, das wirst Du aber nur wohl bei Dr. Hoffmann bekommen.
Glaub mir, alle Berichte hier im Forum sprechen dafür, dass eine Anzahl von 4 Orthopäden ganz normale Erfahrungswerte bei der frustrierenden erfolglosen Suche in der Region sind. Eine weitere Steigerung hat vielen auch nicht weitergeholfen.
Gruss
Klaus
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mo, 25.07.2011 - 11:41
von sloopy
Hallo emjay,
schön, mal jemanden aus der Nähe hier zu haben.

Ich komme aus der Eifel und kenne auch den ein oder anderen Trierer Arzt, daher wundern mich deine Schilderungen jetzt erst recht nicht mehr. Ich fahre von hier (Kreis Bitburg-Prüm) seit Jahren in die Ambulanz der Katharina-Schroth-Klinik, Bad Sobernheim.
Dr. Ludes kenne ich nicht. Ich war mal mit meinem Sohn (nicht wegen einer Wirbelsäulenerkrankung) bei Dr. Andreas Meyer (
http://www.ortho-trier.de) in Behandlung und hab mich bei der Gelegenheit ein bisschen mit ihm über Skoliosetherapie unterhalten. Er machte auf mich einen kompetenten Eindruck, beim Thema Korsett sagte er von sich aus, dass er dafür die jugendlichen Patienten immer nach Bad Sobernheim schickt, weil die hiesigen Sanitätshäuser nicht ausreichend Erfahrung haben. Wie er allerdings Erwachsene behandelt, weiß ich nicht. Über mein Korsett war er zwar erstaunt, aber nicht abgeneigt und er zeigte sich interessiert. Ich meine sogar, dass er Wirbelsäulenganzaufnahmen machen kann, da bin ich allerdings nicht ganz sicher.
Die Ambulanz in Bad Sobernheim hat sehr lange Wartezeiten, aber vielleicht wäre das eine (langfristige) Option für dich? Ich kann den etwas weiteren Weg nach Sobernheim bei den mir hier in der Region bekannte Orthopäden unbedingt empfehlen. Sollte für dich eine Korsett-Therapie in Frage kommen, musst du eh dahin.
Gruß,
sloopy
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mo, 25.07.2011 - 14:43
von emjay28
Bisher wurde ich mehrmals geröntgt, sowohl von vorne als auch von der Seite. Die Röntgenaufnahmen wurden im Stehen gemacht und zeigen den oberen Rücken, die Brustwirbelsäule und ich glaube auch (da müsste ich nochmal schauen) die untere Wirbelsäule. Bei Interesse kann ich die Bilder auch hier mal posten - vielleicht ist ja hier ein Fachmann der dazu etwas sagen kann. Auch ein Knochenszintigramm wurde erstellt.
Es ist bei mir jetzt nicht so, dass ich vor Schmerzen nicht mehr laufen kann. Meine Beschwerden kommen und gehen. Manchmal sind sie für Tage/Wochen ganz verschwunden, nach Anstrengung oder ungewohnter Belastung treten sie dann auf einmal wieder heftigst in Erscheinung. Im Momentan habe ich einen leichten, aber dauernden Schmerz im mitterleren Rücken und meiner rechten Schulter. Erträglich, aber so richtig schön ist das auch nicht.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Di, 26.07.2011 - 09:50
von Klaus
emjay hat geschrieben:Bei Interesse kann ich die Bilder auch hier mal posten - vielleicht ist ja hier ein Fachmann der dazu etwas sagen kann.
Das kannst Du natürlich machen, aber eine konkrete Diagnose mit Angabe der Gradzahlen muss der Orthopäde machen !!
Es ist bei mir jetzt nicht so, dass ich vor Schmerzen nicht mehr laufen kann. Meine Beschwerden kommen und gehen. Manchmal sind sie für Tage/Wochen ganz verschwunden, nach Anstrengung oder ungewohnter Belastung treten sie dann auf einmal wieder heftigst in Erscheinung. Im Momentan habe ich einen leichten, aber dauernden Schmerz im mitterleren Rücken und meiner rechten Schulter. Erträglich, aber so richtig schön ist das auch nicht.
Dazu hast Du jetzt viele Tipps bekommen, um die Sache tatsächlich konkret und kompetent vorwärts zu bringen.
Beschwerden können ganz unterschiedlich sein und durchaus auch so erträglich, dass man keinen Anlass sieht, das mal umfangreich (auch weiter Weg) abklären zu lassen. Das kann sehr tückisch sein, weil sich die Situation auch im Erwachsenalter weiter verschlimmern kann. Dann wird so eine Behandlung auch immer weniger optimal!
Gruss
Klaus
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Di, 02.08.2011 - 10:10
von emjay28
Nur mal der aktuelle Stand:
Momentan habe ich starke Schmerzen die ich mit Ibuprofen 400mg behandle. Ich war bei meinem Orhopäden, mein behandeltender Arzt war nicht da, nur sein Kollege der mich einrenkte und mir eine Spritze gab. Der Kollege empfahl Fitnesstraining. Bei meinem behandelnden Orthopäden habe ich am Montag einen Termin.
Es gibt in Trier eine Physiotherapie-Praxis die KG nach Lehnert-Schroth anbietet, bei der werde ich nachfragen falls ich KG verschrieben bekommen sollte.
Ferner bin ich in Trier auf der Suche nach einem Physiotherapeuten der auch Gerätetraining anbietet. Ich denke dort bin ich besser aufgehoben als in einem normalen Fitness-Studio. Vor allem nach meinen schlechten Erfahrungen mit Kieser-Training. Vielleicht hat hier jemand einen heißen Tipp für mich.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Di, 02.08.2011 - 10:42
von Klaus
emjay hat geschrieben:Ferner bin ich in Trier auf der Suche nach einem Physiotherapeuten der auch Gerätetraining anbietet. Ich denke dort bin ich besser aufgehoben als in einem normalen Fitness-Studio. Vor allem nach meinen schlechten Erfahrungen mit Kieser-Training. Vielleicht hat hier jemand einen heißen Tipp für mich.
Du hast Dich also entschieden, unsere Tipps nicht anzunehmen. Ist das richtig, nicht dass ich das falsch verstehe ?
Insofern sind meine Anmerkungen nur noch auf generelle Dinge bezogen, weil es ja sicherlich viele stille Mitleser gibt.
Obwohl man bei Hyperkyphose mit angepassten Fitness Training/Gerätetraining einiges machen kann, sollte das zumindest am Anfang nur mit Schroth KG parallel und natürlich mit den entsprechenden Kenntnissen durchgeführt werden. Und damit ist auch das Erlernen/Spüren des eigenen richtigen Körpergefühls gemeint, was nur im intensiven Austausch mit einem erfahrenen Therapeuten über eine längere Zeit während einer 3-4 wöchigen stationären REHA gelingt.
Will man das ambulant annäherungsweise durchziehen, so müsste es schon ein Schroth Therapeut sein, der Gerätetraining anbietet. Der Therapeut sollte sich wirklich gut auskennen, gerade bei Hyperkyphose und es sollte eigentlich jeden Tag über 3-4 Wochen Übungen gemacht werden. Das ist nur auf Privat Ebene machbar und hätte nicht den gleichen Effekt wie eine REHA, wo den ganzen Tag geübt wird.
Ein "normaler" Therapeut kennt sich nicht unbedingt mit solchen Fehlstellungen aus, Dein Vergleich mit einem Fitness Studio ist nicht zulässig, weil beide nicht die Kompetenz haben. Es wäre reiner Zufall, wenn ein Therapeut/Trainer die gleiche Rückensituation hätte wie Du und sich optimal behandelt.
Gruss
Klaus
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Di, 02.08.2011 - 15:41
von emjay28
Ich kann ja mal aufzählen, was ich am Montag bei meinem Orthopäden ansprechen werde:
1. genaue Diagnose (wenn möglich mit Gradzahlen)
2. mitteilen dass Rehasport ohne erwünschten Effekt ist (bin seit rund 5 Monaten dort)
3. fragen was ich seiner Meinung nach tun sollte, auch auf fehlende Körperwahrnehmung (eigene Erfahrung und Aussage eines Physiotherapeuten) hinweisen.
Ich bezweifle dass er mir eine stationäre Reha verschreibt, sollte er der Meinung sein, dass meine Beschwerden durch gezieltes Training zu beheben ist. Vielleicht sind meine Beschwerden/Fehlhaltungen auch nicht so gravierend, so dass man mit normalen Sport/Training etwas dagegen unternehmen kann.
Falls ich KG verordnet bekomme, werde ich auf jeden Fall die Praxis aufsuchen, die KG nach Schroth-Lehnert anbietet.
Als letzte Möglichkeit sehe ich dann nur noch die Alternative wirklich mal nach Bad Sobernheim zu fahren. Vorher möchte ich aber alle regionalen Möglichkeiten ausschöpfen.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Di, 02.08.2011 - 16:04
von Toni
emjay28 hat geschrieben:Vorher möchte ich aber alle regionalen Möglichkeiten ausschöpfen.
In der Regel ist das pure Zeitverschwendung und Verschwendung von Krankenkassenbeitragsgeldern.
Aber es muss wohl jeder immer wieder aufs neue die selben Erfahrungen selbst machen.
Jungen Hunden muss man höchstens 2 mal ihre Nase in ihr "Wissi" stubsen, bis sie kapieren, daß sie nun selbstständig stubenrein werden sollten.
Manche Menschen (so wie ich) brauchten 9 verschlissene "Feld-Wald-Wiesen-Lokal-Orthopäden" im "Doktor-Hopping-Try and error-Verfahren", bis sie begriffen, daß sich auch 1000 km lohnen, wenn man zum RICHTIGEN Facharzt gelangt!
Von Trier nach Bad Sobi wär für mich eine schöne Radltour ( wenn ich gesund wäre!) und absoluter Nahbereich.
In unserer Branche kannst Du Gott auf den Knieen danken, wenn ein wirklich empfehlenswerter Facharzt IM Bundesland verfügbar ist.
Höre auf unseren Rat oder mach zuerst alle Erfahrungen eben selber.
Gruß Toni
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Di, 02.08.2011 - 16:17
von emjay28
Ich warte Montag ab - höre mir an was der Arzt zu sagen hat und entscheide dann, wie es weitergeht.
Wenn ich das Gefühl habe es geht mit diesem Arzt (wieder) nicht vorwärts werde ich einen Termin in Bad Sobernheim machen.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Di, 02.08.2011 - 22:19
von Dolphingirl94
Hallo emjay,
Ich kann dir auch nur raten, direkt nach Sobernheim zu fahren. Ich komme dort immer aus Düsseldorf hin!!
Jahrelang dachte ich so wie du und was bleibt mir davon? Ich habe einige Jahre in einem unzureichend korrigierenden Korsett verbracht, bei einem Arzt, der vielleicht überall sonst kompetent ist, nur bei Skoliose eben nicht. Du würdest doch auch, wenn du etwas am Auge hättest, nicht zu "irgendwem" gehen, sondern zu dem Besten! Warum willst du das bei deiner Wirbelsäule nicht auch machen?
Wahrscheinlich bringt dir der Termin nichts. Der Orthopäde sagt:
a) Dass du weiter Sport machen sollst und dann würde es schon besser.
b) Dass du ein oder zweimal KG bekommen kannst, aber nur zur Linderung akuter Beschwerden.
c) Dass du simulierst.
d) Oder dass du eine so schreckliche Hyperkyphose hast, dass du operiert werden musst.
Von Trier aus würde ich mich sofort nach Bad Sobernheim aufmachen. Du sagst doch, du hast schon vier Orthopäden durch. Warum gibst du dich immer noch mit dem Zweitbesten zufrieden?
LG, Dolphingirl
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mi, 03.08.2011 - 09:00
von emjay28
Das Grundproblem ist, das ich momentan noch gar nicht so richtig weiß, wie stark mein Rücken verkrümmt ist und wie gravierend das Problem ist.
Skoliose schließe ich mal aus, da ich keine seitwärts gedrehte Wirbelsäule habe. Diagnostiziert wurde bis jetzt ein Rundrücken und Hohlkreuz, ausgelöst durch abgelaufenen Morbus Scheuermann.
Von Gradzahlen etc. wusste ich bisher überhaupt nichts.
Was erwartet mich denn in Bad Sobernheim? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es denn überhaupt bei einem Rundrücken? Wie ich die heutige Situation der Krankenkassen kenne, müssen schon sehr starke Beschwerden vorhanden sein, um eine stationäre Reha bezahlt zu bekommen. Und die hier gepriesene Schroth-KG könnte ich ja auch in Trier bekommen. Momentan höre ich zwar den Rat: "geh nach Bad Sobernheim", weiß aber einfach nicht was dort anders ist.
Re: Diagnose Morbus Scheuermann - und nun?
Verfasst: Mi, 03.08.2011 - 11:05
von Klaus
emjay hat geschrieben:Momentan höre ich zwar den Rat: "geh nach Bad Sobernheim", weiß aber einfach nicht was dort anders ist.
Offenbar hat auch Toni in seiner eindringlichen Art

nicht rüber bringen können, wie die Situation in Deutschland ist.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es denn überhaupt bei einem Rundrücken?
Die Schroth KG mit etwas anderen Übungen als bei Skoliose. Abgesehen von einem evtl. Korsett.
Der Rundrücken ist genauso ernst zu nehmen, wie die Skoliose und prinzipiell genauso zu behandeln.
Und Schmerzen sollten doch nun wirklich Anlass genug sein, den inkompetenten Ärzten das Vertrauen zu entziehen.
Und die hier gepriesene Schroth-KG könnte ich ja auch in Trier bekommen.
Da habe ich ja nun konkret beschrieben, dass normale ambulante Schroth Therapie nur mit größtem privaten Aufwand einer stationären REHA ähnelt, aber auf keinen Fall gleichwertig ist!
Ok, wir können hier nur Tipps geben, die angenommen werden oder auch nicht.
Es ist nur ärgerlich, wenn man seine eigene Situation sieht und auf die Fehler hinweist, die man selber gemacht hat.
Abgesehen von den Erfahrungen hier im Forum, wo User mehr oder weniger lange Zeit brauchen, um dann sehr positiv von den Spezialisten berichten.
Gruss
Klaus