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Fragen bzgl. Heilung, Korsett,..

Verfasst: Sa, 09.07.2011 - 16:06
von Sportfreund
Hallo,

ich bin 15 1/2 Jahre alt und männlich.
Vor ca. 2 Jahren war ich bei meinem Hausarzt, wegen Rückenschmerzen und Beschwerden in den Kniescheiben.
Man sah damals schon, dass mein Rücken ein bisschen krumm ist.
Ich habe dann Krankengymnastik und eine Überweisung zum Chirugen wegen meinen Kniescheiben bekommen. Mit meinen Kniescheiben war so weit alles in Ordnung, bloß das meine Sehnen in den Knien verkürzt oder so waren, sodass ich auch von ihm Krankengymnastik verschrieben bekam.
Durch die Krankengymnastik (keine Geräte) wurden meine Rückenschmerzen besser und die Kniescheibenschmerzen(z.B. beim Treppenlaufen) waren auch nach einer Zeit weg(in die Knie gehen und das länger halten kann ich aber immer noch nicht).
Da ich eigentlich immer ziemlich neugierig bin und mir nie gesagt wurde, was ich an der Wirbelsäule überhaupt habe, antworte mir meine Krankengymnastin auf meine Frage "Skoliose". Man bedenke, ich habe also mein leben lang Skoliose und bin seit über einem halben Jahr in Behandlung durch Krankengymnastik und erfahre dann erst, was ich überhaupt habe, weil ich selbst nachgefragt habe.
Wie das so ist, Krankengymnastik ist ziemlich anstrengend und das dann jeden Tag zu Hause machen ist nervig, also wurde mein Fleiß immer weniger. Mein Rücken tut also auch wieder ein bisschen weh, besonders morgen nach dem Aufstehen.
Nach einem Jahr war ich dann wieder bei meinem Hausarzt(Kinderarzt), einfach zur Kontrolle. Er verschrieb mir einfach noch mal Krankengymnastik und sagte, dass ich mir eine Sportart suchen sollte. Ich habe vor ca. 3 Jahren mit Handball und Tischtennis aufgehört. Habe auch nichts mehr angefangen.
Da bei der Krankengymnastik meine Fragen immer sehr komisch beantwortet wurden und viele mich sowieso fragten, warum ich noch nie beim Orthopäden war, ging ich diesmal zu einem anderen Arzt und bat ihn mir eine Überweisung zu einem Orthopäden zu geben.
Bei dem Orthopäden bekam ich dann auch endlich die Aufmerksamkeit, die ich mir gewünscht hatte. Er tastete meinen Rücken ab, konnte auf Anhieb teile der Diagnose stellen und anschließend wurde ich geröntgt. Man sah, der Mann verstand sein Fach und sein Ruf ist auch sehr gut. Als wir uns dann gemeinsam die Bilder ansahen, sagte und zeigte er mir, dass ich keine Skoliose habe. Er erklärte mir das so, dass ich zwar eine Krümmung drin habe, die man sehr deutlich auch sah, aber Skoliose erst dann ist, wenn die Wirbelsäule auch noch in sich gedreht ist, was bei mir nicht der Fall ist.
Im laufe des Termins bei ihm, sagte er, dass ich einen Rundrücken habe, einen Knick in der Wirbelsäule, ein Becken von mir ist 0,5 cm höher als das andere(wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe) und mein Nackenwirbel ist ganz ganz leicht schräg.
Als er sagte, dass ich gleich geröntgt werde, fragte ich ihm, ob man dann auch die Gradzahl ermessen kann von meiner Skoliose(da dachte ich ja noch, dass ich Skoliose habe und er auch, weil ich ihm sagte, dass das mal bei mir diagnostiziert worden ist, sagte er mir "Ja, die zeig ich dir gleich". Als er mir dann nach dem röntgten sagte, dass es keine Skoliose ist und mir auch keine Gradzahlen nannte, dachte ich mir, dass man die gar nicht errechnet in so einem Fall.
Damit ihr euch doch in etwa ein Bild von der Stärke machen könnt, beschreibe ich euch meine Wirbelsäule kurz: Wenn man mich von vorne ansieht, dann sieht man schon, wenn man darauf achtet, dass ich keine gerade Wirbelsäule habe, weil meine linke Seite(von mir aus) fast komplett gerade ist und der Bereich über meinem rechtem Becken eine Rundung nach innen macht, ein bisschen döller, als bei gesunden Menschen. Wenn man die Wirbelsäule runterfässt, merkt man den Knick, ein bisschen über dem unteren Rücken. Wenn ich mir an die rechte Brust fasse, fühlt sich diese auch kleiner als die Linke an. Dies war aber aber schon immer so bei mir, auch früher, so mit 10 Jahren, als ich noch sehr viel Sport gemacht habe und nie Beschwerden hatte. Also muss ich schon immer eine verkrümmte Wirbelsäule gehabt haben, die man nicht äußerlich sehen konnte, was darauf schließt, dass sich dies in den letzten Jahren verschlimmert hat.
Mein alter Hausarzt(Kinderarzt) riet mir extrem von Krafttraining ab und meine Krankengymnastin, bei der ich ja sehr lange war, empfahl es mir auch nicht. Der Orthopäde sagte zu mir, ich kann jede Sportart machen. Auch Krafttraining.
Auf die Frage, ob das heilbar sei, also, dass ich irgendwann mal wieder eine gerade Wirbelsäule habe, sagte er mir "Nein, das ist nicht möglich. Die Wirbelsäule ist kein Draht, den man wieder gerade biegen kann." Lustig ist, dass meine Krankengymnastin immer zu mir meinte, dass wir eine Übung bald auf die linke Seite verstärken werden, damit sich die Wirbelsäule gerade biegen kann...

Im Endeffekt sah die Diagnose wie folgt aus:
Wirbelsäule / lang:
Muskeldysbalance, -insuffizienz,
Cervicalsyndrom Dorsolumboischialgie re.
langgezogene li.-konvexe dorsolumbale Fehlstatistik

Therapieziele:
Wiederherstellung, Besserung der gestörten Muskelfunktionen

Verschrieben habe ich Gerätegestützte(sonst hatte ich ja immer ohne Geräte) Krankengymnastik. Der Termin war vor 2 oder 3 Wochen. Krankengymnastik habe ich noch nicht begonnen, weil ich mich noch nicht an einem mit gutem Ruf erkundigen konnte.


Vorgestern habe ich dann mit der Schwester meiner Freundin gesprochen, die im Krankenhaus arbeitet und mir was Korsetten erzählt und das ist auch ein Grund, warum ich hier jetzt ein paar Fragen stelle:

1.) Sollte ich mir nicht noch mal einen Termin geben lassen bei dem Orthopäden und ihn auf ein Korsett ansprechen?
1.2) Er meinte ja, dass die Wirbelsäule nicht mehr geradebiegbar ist. Auch nicht mit einem Korsett?
2.) Kann man auch in meinem Fall, obwohl es keine Skoliose ist, die Gradzahl der Krümmung errechnen lassen? Wenn ja, ist die wichtig, wenn ich mich weiter im Internet erkundigen möchte und sollte ich deswegen anrufen und mir die durchgeben lassen?
3.) Wenn ich keine Skoliose habe, was habe ich dann?
4.) Wenn ich richtig Muskeln aufbaue, biegt sich meine Wirbelsäule dann nicht automatisch wieder gerade?
5.) Denkt ihr, dass ich damit später noch an einer Universität zum Sportstudieren (auf Lehramt) angenommen werde?
6.) Ich muss das doch schon mein leben lang haben, oder nicht?
7.) Der Orthopäde meinte, dass sich das nicht verschlimmern kann. Stimmt das? Ich hab nämlich das Gefühl, dass sich meine Wirbelsäule in dem letzten halben Jahr ganz leicht weiter verkrümmt hat.

Im Allgemeinen, wie würdet ihr meine Situation bewerten?


Mit freundlichen Grüßen
Felix

Re: Fragen bzgl. Heilung, Korsett,..

Verfasst: So, 10.07.2011 - 10:10
von Klaus
Hallo Felix,
Im Allgemeinen, wie würdet ihr meine Situation bewerten?
Zunächst frage ich mich, warum Du offenbar gezielt in dieser Rubrik gepostet hast ??
Du hast nur ganz kurz erwähnt, dass der Orthopäde von einem Rundrücken gesprochen hat.

Grundsätzlich muss man sagen, dass man beim besten Willen wenig konkretes aus den Ausführungen zu Deinen möglichen Fehlstellungen finden kann. Bestenfalls kann man langgezogene li.-konvexe dorsolumbale Fehlstatistik als Skoliose bezeichnen, aber leider kein Winkel.

Ich spekuliere mal ein bischen, was häufig vorkommt ist eine Kombination aus Rundrücken (Hyperkyphose), Hohlkreuz (Hyperlordose) und begleitende geringe Skoliose.
Von Skoliose spricht man, wenn die Krümmung grösser als 10 Grad ist und bei der genannten Kombination geht das meistens bis max 20 Grad. Darüber hinaus wäre das eher eine Kypho-Skoliose.
Entscheidend ist der Grad der Hyperkyphose, denn das kann durchaus Dein Hauptproblem sein!

Die meisten Orthopäden ignorieren das leider und sind generell inkompetent bei Skoliose/Hyperkyphose !!

Ohne eine genaue und kompetente Diagnose anhand einer Röntgen-Ganz-Aufnahme der Wirbelsäule von vorn und von der Seite kommt man da bezüglich Behandlungsmöglichkeiten nicht weiter!
Mit 15 kann man noch jede Menge machen!, auch mit einem Korsett. Du brauchst dringend einen Spezialisten.

Guck mal bitte in die Rubrik Gesucht/Gefunden, insbesondere in die "Überregionale Sprechstunde".
Man muss sehr häufg mal einen weiten Weg in Kauf nehmen, um das abklären zu können, das ist oft weniger aufwendig, als einen Orthopäden nach dem anderen in der Region aufzusuchen, der überhaupt nicht weiterbringt.

Wo wohnst Du denn?

Gruss
Klaus

Re: Fragen bzgl. Heilung, Korsett,..

Verfasst: So, 10.07.2011 - 10:41
von Sportfreund
Hallo,

Zunächst frage ich mich, warum Du offenbar gezielt in dieser Rubrik gepostet hast ??
Du hast nur ganz kurz erwähnt, dass der Orthopäde von einem Rundrücken gesprochen hat.
Weil dies die einzige Rubrik ist, wo eins meiner Erkrankungen erwähnt ist:
Hohlkreuz/Hyperlordose, Rundrücken/Hyperkyphose, Morbus Scheuermann...
In "Skoliose Allgemein" hätte ich es ja nicht posten können, weil ich laut meinem Orthopäden ja noch nicht mal Skoliose habe.
Wenn es hier dennoch falsch ist, bitte ich es zu verschieben.
Ohne eine genaue und kompetente Diagnose anhand einer Röntgen-Ganz-Aufnahme der Wirbelsäule von vorn und von der Seite kommt man da bezüglich Behandlungsmöglichkeiten nicht weiter!
Also ich wurde schon von allen Richtungen geröntgt, worauf man schon schließen könnte, dass ich kein Hohlkreuz habe und Skoliose vermutlich auch nicht, weil er mir das auch erklärt hat, wieso ich keine habe. Was er alles gesagt hat, weiß ich nicht mehr. Ärzte fassen sich ja gerne schnell, wenn sie ihre Fachsprache benutzen..

Mein Rundrücken würde ich einfach mal als gar nicht stark ausgeprägt beurteilen. Das ist wirklich nicht doll und auch nur leicht sichtbar.

Das Hauptproblem ist, denke ich, die "langgezogene li.-konvexe dorsolumbale Fehlstatistik", also der Knick in der Lendenwirbelsäule. Genau von dem Punkt aus geht auch der Schmerz aus(, wobei es sich der Schmerz auch noch ganz minimal ein bisschen weiter nach oben und unten zieht).

Mein Wunsch ist es einfach, dass dieser Knick irgendwann mal wieder gerade ist, der leichte Rundrücken weg ist und ich durch Muskelaufbau keine Schmerzen mehr habe.

Danke für die hilfreiche Antwort.
Wo wohnst Du denn?
Ich wohne in der Nähe von 25746 Heide.


Mit freundlichen Grüßen
Felix

Re: Fragen bzgl. Heilung, Korsett,..

Verfasst: So, 10.07.2011 - 11:05
von Klaus
Ich wohne in der Nähe von 25746 Heide.
Zur Abklärung würde sich evtl. Prof Dr. Niemeyer in Hamburg anbieten, sofern Du eine Überweisung von einem Orthopäden bekommen kannst. Der ist zwar chirurgisch orientiert, aber der konservativen Behandlung gegenüber sehr aufgeschlossen. Auf jeden Fall solltest Du eine konkrete kompetente Diagnose bekommen.

Ansonsten Dr. Wilke in Berlin!

Dr. Hoffmann in Stuttgart möglicherweise zu weit.?

Gruss
Klaus

Re: Fragen bzgl. Heilung, Korsett,..

Verfasst: So, 10.07.2011 - 12:12
von Sportfreund
Klaus hat geschrieben:
Ich wohne in der Nähe von 25746 Heide.
Zur Abklärung würde sich evtl. Prof Dr. Niemeyer in Hamburg anbieten, sofern Du eine Überweisung von einem Orthopäden bekommen kannst. Der ist zwar chirurgisch orientiert, aber der konservativen Behandlung gegenüber sehr aufgeschlossen. Auf jeden Fall solltest Du eine konkrete kompetente Diagnose bekommen.

Ansonsten Dr. Wilke in Berlin!

Dr. Hoffmann in Stuttgart möglicherweise zu weit.?

Gruss
Klaus

Stuttgart ist definitiv zu weit, Berlin vermutlich auch. Hamburg ist in Ordnung.

Warum brauch ich für Dr. Niemeyer eine Überweisung von einem Orthopäden und nicht von einem normalen Hausarzt?


Mit freundlichen Grüßen
Felix

Re: Fragen bzgl. Heilung, Korsett,..

Verfasst: Mo, 11.07.2011 - 10:19
von Klaus
Sportfreund hat geschrieben:Warum brauch ich für Dr. Niemeyer eine Überweisung von einem Orthopäden und nicht von einem normalen Hausarzt?
Die orthopädische ambulante Versorgung (hier die Skoliose-Sprechstunde) in einer Klinik ist eine zusätzliche Möglichkeit über das hinaus, was ein Orthopäde leisten kann. Deshalb die Überweisung durch einen Orthopäden.
Prof. Dr. Niemeyer ist kein normaler niedergelassener Arzt, wie alle anderen Kollegen in den Kliniken auch.

Deshalb hatte ich auch geschrieben.
Klaus hat geschrieben:Guck mal bitte in die Rubrik Gesucht/Gefunden, insbesondere in die "Überregionale Sprechstunde".
Nur wenn es über diese Skoliosesprechstunde hinaus geht, hat man bei Prof. Niemeyer die Möglichkeit mit einer Einweisung (die aber trotzdem ambulant ist), die auch ein Hausarzt ausstellen kann. Das ist eine besondere Regelung.

Dr. Wilke in Berlin hat zusätzlich eine eigene Praxis, in der man mit normaler Überweisung oder direkt Checkkarte hingehen kann.

Gruss
Klaus