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Operationsalter bei Morbus Scheuermann

Verfasst: Mi, 14.04.2010 - 07:04
von Jörn
Hallo zusammen!

Ich habe mich mitlerweile (denke ich) ganz gut in das Thema Morbus Scheuermann eingelesen, trotzdem ist mir eines noch unklar geblieben:

Auch wenn man das sicherlich individuell entscheiden muss - wann, also in welchem Alter, wird / sollte eine OP beim Morbus Scheuermann durchgeführt werden?
Ich habe teilweise gelesen das man besser abwarten sollte bis das Wachstum abgeschlossen ist, andererseits auch das es nur nicht vor dem 10ten Lebensjahr sein sollte, und dann noch das es am besten kurz (?) vor dem Abschluss des Körperwachstums geschehen sollte.

Kann man das überhaupt so grob verallgemeinern? Oder ist die Entscheidung völlig individuell zu treffen und es lässt sich nicht verallgemeinern?

Bin verwirrt :rolleyes:

Danke und Grüße,
Jörn

Re: Operationsalter bei Morbus Scheuermann

Verfasst: Mi, 14.04.2010 - 12:00
von Stoiker
Jörn hat geschrieben: - wann, also in welchem Alter, wird / sollte eine OP beim Morbus Scheuermann durchgeführt werden?
Am besten gar nicht! Es hat die oberste Priorität ein solche OP zu vermeiden!
Morbus Scheuermann an sich ist keine OP-Indikation. Millionen haben M. Scheuermann, ohne Schmerzen ohne Probleme.
Wenn eine OP-Indikation entsteht, dann ist es der "Sekundärschaden" des M. Scheuermann die aus den Keilwirbeln entstehende BWS-Hyperkyphose und LWS-Hyperlordose. Bei M. ScheuermannTyp II eventuell eine Kyphose der LWS (wo eigentlich eine physiologische Lordose sein sollte.
Aber man darf es mit der Konservativen Therapie ( Schroth und Korsett) gar nicht bis in die OP-Indikation kommen lassen.
Jörn hat geschrieben: Ich habe teilweise gelesen das man besser abwarten sollte bis das Wachstum abgeschlossen ist, andererseits auch das es nur nicht vor dem 10ten Lebensjahr sein sollte, und dann noch das es am besten kurz (?) vor dem Abschluss des Körperwachstums geschehen sollte.
Das halte ich für Quatsch.
Wenn man wartet bis das Wachstum abgeschlossen ist, dann lässt man den M. Scheuermann sein "Schlachtfeld" (kaputte Knorpel-Knochen-Verbindungen, Keilwirbel, Einbrüche und Kavernen in die Wirbelkörper, Abnutzung und Direktberührungen der ventralen Wirbelkörperkanten usw... geschehen. Ausgewachsen sind junge Männer manchmal erst mit 19 Jahren. Andererseits warum eine lebensgefährliche OP machen und eine junge noch heilbare Wirbelsäule irreversibel versteifen, ein Leben lang mit Stahl und Titan in der WS herumlaufen, wenn diese Erkranken mit konservativen Methoden und bei rechtzeitiger und konsequenter Behandlung absolut beherrschbar ist?

Jörn hat geschrieben:
Kann man das überhaupt so grob verallgemeinern?
Natürlich nicht.
Wenn ein 10-jähriges Kind schon 80° Kyphosewinkel hat und sich überhaupt nicht mehr (auch nach 6 Wochen Intensiv-Schroth-Reha nicht) aufrichten kann, wenn ein Korsett gar nicht vertragen oder akzeptiert wird, wenn alle qualitativen konservativen Therapien erfolglos ausgeschöpft sind und der Jugendliche sich wegen seines Buckels schon Suizid-Gedanken macht, dann mag eine OP-Indikation eventuell nach Abwägung der sonstigen Risiken gegeben sein.
Jörn hat geschrieben:Oder ist die Entscheidung völlig individuell zu treffen und es lässt sich nicht verallgemeinern?

Bin verwirrt :rolleyes:
Kein Wunder.
Die Chirurgen wollen immer nur das tun was sie am besten können und womit sie das meiste Geld verdienen.

Was hat Du denn schon konservativ alles versucht, daß Du gezwungen mit so verzweifelt über OP nachzudenken???