Welche Gymnastik bei Osteochondrose im Lendenwirbelbereich?
Verfasst: Sa, 05.07.2008 - 08:46
Liebe alle,
seit gestern habe ich nach MRT der LWS (auch sagittal) die Diagnose durch meinen Neurochirurgen: "aktivierte Osteochondrose L5/S1". Bin w, 34 Jahre und habe einen 5-jährigen Sohn.
Bei der Anamnese war auch von Hohlkreuz, Plattfüßen und Skoliose der BWS und LWS sowie von Z.n. M. Scheuermann die Rede. Mir fiel dann wieder ein, dass das vereinzelt bereits der Schularzt (!) und verschiedene Orthopäden festgestellt hatten, dass ich als Jugendliche eine Zeitlang KG wg. des Hohlkreuzes hatte, deswegen mit dem Ballettunterricht und dem Schwimmen hatte aufhören müssen etc; weiterer Handlungs-/Therapiebedarf wurde jedoch nie formuliert. Die Skoliose scheint aber geringfügig, nicht fortschreitend und im Moment auch nicht ursächlich für meine akuten Schmerzen zu sein.
Im Vergleich zu vielen Geschichten hier im Forum erscheint mir meine sehr viel weniger gravierend, aber danke: Die jetzigen Schmerzen, die Eingeschränktheit, die Aussicht auf Verschlimmerung und entsprechende Frustrationen reichen mir.
Ich bin noch dabei, in der Situation anzukommen und herauszufinden, was zu tun ist. Denn mir ist klar, dass ich viel selbst herausfinden und tun muss und kann. Erstaunlicherweise hat mir der Neurochirurg so gut wie keine Therapie verordnet. Allerdings hätte ich seiner Meinung nach große Chancen, eine Reha (bzw. Mutter-Kind-Kur) zu bekommen.
Aus dem Forum weiß ich nun, dass sowas nicht übers Knie gebrochen sein will. Die Diagnose muss kompetent, ausführlich und die Kureinrichtung entsprechend ausgesucht sein. Außerdem haben wir mit ambulanten Maßnahmen ja noch nicht einmal angefangen.
Als erstes werde ich mir eine zweite Meinung holen, vom Orthopäden! Ich wünsche mir eigentlich gezielte KG. Ergänzend wollte ich mal eine Osteopathin aufsuchen.
Mit der Kurentscheidung werde ich mir Zeit nehmen, um die richtige Wahl zu treffen.
In meinem heutigen Post geht es also um die Übergangszeit. Was kann ich konkret tagtäglich un?
Empfehlungen des Neurochirurgen:
Beckenbodengymnastik, Yoga, VIEL Laufen - sicher richtig, aber sehr ungezielt, oder? Außerdem MBA-Schuhe (kosten 200,- EUR) - hätte es ein Versuch mit Kork-Einlagen nicht auch erstmal getan?
außerdem habe ich ein TENS-Gerät bekommen, denn durch die Schonhaltung sind die Po-Muskeln schon extrem verkrampft
Er hat mir auch Schmerzmittel angeboten, damit ich überhaupt Gymnastik machen kann, da er aber gleich von kontinuierlicher Einnahme sprach, habe ich zunächst abgelehnt.
Ich selbst doktere seit einem Jahr wie folgt herum:
Massagen, Wärme, Entspannung, Bewegung, sanfte Bewegungen beim Aufstehen, Heben, beim Schlafen in Seitenlage Kissen zwischen die Beine etc.
Pilates - lacht ruhig. Hab natürlich wieder aufgehört. Durch die vielen Hebelbewegungen ist das der Killer für eine vorgeschädigte LWS. Für einen gesunden Rücken jedoch super zur Ausbildung der Tiefenmuskulatur des Bauches, des Beckenbodens und macht auch Spaß.
Feldenkrais, Susan-Klein-Technik - super zur Entspannung, Ausbildung des Körperbewusstseins und "Neu-Programmierung" von Bewegungsabläufen auf weniger belastende Art
Yoga - super zur Streckung, Stärkung der Muskulatur, Ausbildung des Körperbewusstseins, Beweglichkeit der WS. ABER: Nicht alle Übungen tun gleich gut, wenn eine Schädigung vorliegt.
Hier im Forum habe ich vereinzelt gelesen, man solle keine Überkopf-Übungen machen. Warum? Sollte ich den "Hund" im Yoga jetzt nicht mehr machen? Er fühlt sich aber gut an, und das sollte doch die Richtschnur sein, oder?
Und: Hat mal jemand etwas von "Rolfing" gehört? Dabei wird wohl die Struktur der gesamten Wirbelsäule neu "aufgebaut". Weiß jemand von Erfolgen, wo die WS deformiert und bereits Folgeerkrankungen aufgetreten waren?
Vielen Dank für Anregungen zu konkreten Übungen, vielleicht auch der Nennung guter Anleitungen (CDs, DVDs, Bücher). Ich weiß wohl, dass Jede/r selbst herausfinden muss, was gut tut. Mein Repertoire an Übungen ist im Moment einfach noch sehr klein. Kennt Jemand eine gute Anleitung zu Beckenbodengymnastik? Auch die mehr imaginären Übungen ("Stellen Sie sich vor, an ihrem Steiß hängt ein Löwenschwanz....").
Ein etwas langes Post, ich weiß. Aber mir ist aufgefallen, dass die langjährig Erkrankten hier im Forum gern genauer wissen wollen, womit sie es zu tun haben.
Einen freundlichen Dank und Gruß und allen Betroffenen einen möglichst schmerzarmen Tag wünscht
Nathalie
seit gestern habe ich nach MRT der LWS (auch sagittal) die Diagnose durch meinen Neurochirurgen: "aktivierte Osteochondrose L5/S1". Bin w, 34 Jahre und habe einen 5-jährigen Sohn.
Bei der Anamnese war auch von Hohlkreuz, Plattfüßen und Skoliose der BWS und LWS sowie von Z.n. M. Scheuermann die Rede. Mir fiel dann wieder ein, dass das vereinzelt bereits der Schularzt (!) und verschiedene Orthopäden festgestellt hatten, dass ich als Jugendliche eine Zeitlang KG wg. des Hohlkreuzes hatte, deswegen mit dem Ballettunterricht und dem Schwimmen hatte aufhören müssen etc; weiterer Handlungs-/Therapiebedarf wurde jedoch nie formuliert. Die Skoliose scheint aber geringfügig, nicht fortschreitend und im Moment auch nicht ursächlich für meine akuten Schmerzen zu sein.
Im Vergleich zu vielen Geschichten hier im Forum erscheint mir meine sehr viel weniger gravierend, aber danke: Die jetzigen Schmerzen, die Eingeschränktheit, die Aussicht auf Verschlimmerung und entsprechende Frustrationen reichen mir.
Ich bin noch dabei, in der Situation anzukommen und herauszufinden, was zu tun ist. Denn mir ist klar, dass ich viel selbst herausfinden und tun muss und kann. Erstaunlicherweise hat mir der Neurochirurg so gut wie keine Therapie verordnet. Allerdings hätte ich seiner Meinung nach große Chancen, eine Reha (bzw. Mutter-Kind-Kur) zu bekommen.
Aus dem Forum weiß ich nun, dass sowas nicht übers Knie gebrochen sein will. Die Diagnose muss kompetent, ausführlich und die Kureinrichtung entsprechend ausgesucht sein. Außerdem haben wir mit ambulanten Maßnahmen ja noch nicht einmal angefangen.
Als erstes werde ich mir eine zweite Meinung holen, vom Orthopäden! Ich wünsche mir eigentlich gezielte KG. Ergänzend wollte ich mal eine Osteopathin aufsuchen.
Mit der Kurentscheidung werde ich mir Zeit nehmen, um die richtige Wahl zu treffen.
In meinem heutigen Post geht es also um die Übergangszeit. Was kann ich konkret tagtäglich un?
Empfehlungen des Neurochirurgen:
Beckenbodengymnastik, Yoga, VIEL Laufen - sicher richtig, aber sehr ungezielt, oder? Außerdem MBA-Schuhe (kosten 200,- EUR) - hätte es ein Versuch mit Kork-Einlagen nicht auch erstmal getan?
außerdem habe ich ein TENS-Gerät bekommen, denn durch die Schonhaltung sind die Po-Muskeln schon extrem verkrampft
Er hat mir auch Schmerzmittel angeboten, damit ich überhaupt Gymnastik machen kann, da er aber gleich von kontinuierlicher Einnahme sprach, habe ich zunächst abgelehnt.
Ich selbst doktere seit einem Jahr wie folgt herum:
Massagen, Wärme, Entspannung, Bewegung, sanfte Bewegungen beim Aufstehen, Heben, beim Schlafen in Seitenlage Kissen zwischen die Beine etc.
Pilates - lacht ruhig. Hab natürlich wieder aufgehört. Durch die vielen Hebelbewegungen ist das der Killer für eine vorgeschädigte LWS. Für einen gesunden Rücken jedoch super zur Ausbildung der Tiefenmuskulatur des Bauches, des Beckenbodens und macht auch Spaß.
Feldenkrais, Susan-Klein-Technik - super zur Entspannung, Ausbildung des Körperbewusstseins und "Neu-Programmierung" von Bewegungsabläufen auf weniger belastende Art
Yoga - super zur Streckung, Stärkung der Muskulatur, Ausbildung des Körperbewusstseins, Beweglichkeit der WS. ABER: Nicht alle Übungen tun gleich gut, wenn eine Schädigung vorliegt.
Hier im Forum habe ich vereinzelt gelesen, man solle keine Überkopf-Übungen machen. Warum? Sollte ich den "Hund" im Yoga jetzt nicht mehr machen? Er fühlt sich aber gut an, und das sollte doch die Richtschnur sein, oder?
Und: Hat mal jemand etwas von "Rolfing" gehört? Dabei wird wohl die Struktur der gesamten Wirbelsäule neu "aufgebaut". Weiß jemand von Erfolgen, wo die WS deformiert und bereits Folgeerkrankungen aufgetreten waren?
Vielen Dank für Anregungen zu konkreten Übungen, vielleicht auch der Nennung guter Anleitungen (CDs, DVDs, Bücher). Ich weiß wohl, dass Jede/r selbst herausfinden muss, was gut tut. Mein Repertoire an Übungen ist im Moment einfach noch sehr klein. Kennt Jemand eine gute Anleitung zu Beckenbodengymnastik? Auch die mehr imaginären Übungen ("Stellen Sie sich vor, an ihrem Steiß hängt ein Löwenschwanz....").
Ein etwas langes Post, ich weiß. Aber mir ist aufgefallen, dass die langjährig Erkrankten hier im Forum gern genauer wissen wollen, womit sie es zu tun haben.
Einen freundlichen Dank und Gruß und allen Betroffenen einen möglichst schmerzarmen Tag wünscht
Nathalie