Bekannter von mir mit Hohlkreuz und Schmerzen...

Infos zu weiteren WS-Deformitäten, die mit Skoliose zusammen oder alleine auftreten
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SchwarzeSchnecke
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Bekannter von mir mit Hohlkreuz und Schmerzen...

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo!

Ich habe schon seit einer Weile nichts mehr hier geschrieben...
Mir geht es nämlich deutlich besser – auch durch die Hilfe dieses Forums! :-)


Nun möchte ich auch jemandem helfen:
Ich poste hier für meinen lieben Bekannten R., der ebenfalls Probleme mit der WS hat.
Auffällig ist v.a. sein Hohlkreuz, durch welches er auch Schmerzen hat.


Die folgenden Informationen habe ich von ihm:

– Geburtsjahr 1959;
– Körperlänge ca. 165 cm;
– Körpergewicht ca. 72 kg;
– Schmerzen in der linken Schulter und in der LWS;
– die Schmerzen treten v.a. nach langem Stehen/ Sitzen und bei Belastung auf;
– mußte als Kind/ Jugendlicher schwere, teilw. unzumutbare Arbeit machen;
– das linke Schlüsselbein war gebrochen und ist schief zusammengewachsen;
– hat eine "Delle" in der Brust;
– hatte früher eine "Delle im Bauch";
– hat Gelenkbeschwerden, v.a. das linke Knie ist betroffen (Schmerzen);
– hatte 2x Bänderriß;
– hat ungleiche Füße (links Spreizfuß, rechts zu hoher Fußrücken)

Ich habe Fotos von ihm gemacht (siehe PDF-Datei) und sie bereits meinem Physiotherapeuten gezeigt. Dieser äußerte folgendes:

– sehr ausgeprägtes Hohlkreuz;
– die Muskulatur der rechten Seite ist schwächer als die der linken;
– die linke Schulter ist 0,5-1 cm höher als die rechte;
– der Kopf ist nach rechts gedreht;
– es besteht eine Asymmetrie

Ich habe schon mit R. darüber gesprochen, daß er nach Leonberg zu Dr. Hoffmann gehen und sich dort Schroth KG und evtl. auch ein Korsett verschreiben lassen könnte.
Es wäre wohl möglich, ihn dazu zu bewegen, 1x pro Woche zur KG zu gehen und die Übungen z.T. auch zu Hause zu machen.
Ich gehe jedoch davon aus, daß er nicht bereit wäre, einen Rahmouni-Panzer zu tragen. (Er hat mein "Klemmi" mehrmals angeschaut und dabei nicht so begeistert ausgesehen.)
:?: Gibt es irgendwelche leichteren Korsette gegen Hyperlordose, die zwar vielleicht nicht so stark korrigieren, aber dafür angenehmer zu tragen sind und die Bewegungsfreiheit nicht so sehr einschränken?
:?: Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, um zu erreichen, daß die Hyperlordose etwas zurückgeht bzw. wenigstens nicht zunimmt?


R.’s 44-jährige Frau (die sich nicht fotografieren lassen möchte) hat ebenfalls eine Hyperlordose, welche noch sehr viel ausgeprägter ist als die von R., aber keine Schmerzen.
:?: Sollte sie sich eurer Meinung nach behandeln lassen? (Sie geht äußerst ungern zum Arzt.)
:?: Ist damit zu rechnen, daß in einigen Jahren Schmerzen auftreten werden?
:?: Drohen bei einer Nichtbehandlung langfristig irgendwelche anderen unangenehmen Folgen?

Für informative und hilfreiche Antworten wäre ich sehr dankbar!

LG, Anne
Dateianhänge
R.’s_Rücken.pdf
Bilder von links, rechts, vorne, hinten auf 1 DIN A4-Seite
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

Anne hat geschrieben:Gibt es irgendwelche leichteren Korsette gegen Hyperlordose, die zwar vielleicht nicht so stark korrigieren, aber dafür angenehmer zu tragen sind und die Bewegungsfreiheit nicht so sehr einschränken?
Grundsätzlich sollten doch solche Korsetts viel kürzer sein, als normal.
Aber ohne eine Diagnose aus einem Röntgenbild würde ich nicht weiter spekulieren.
Mir fällt noch eine leichte Skoliose auf und die Korrekturhaltung sieht so aus, als ob nur der Bauch eingezogen wurde. Der muss natürlich auch etwas abgespeckt werden. :)
Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, um zu erreichen, daß die Hyperlordose etwas zurückgeht bzw. wenigstens nicht zunimmt?
Auch hier gilt es durch ein Röbi abzuklären, ob nicht auch ein (versteckter)Rundrücken vorhanden ist.
1x pro Woche KG ist völlig unzureichend. Auch eine Hyperlordose ist nur mit konsequenter Schroth KG anzugehen und das bedeutet auch erst mal eine REHA.
R.’s 44-jährige Frau (die sich nicht fotografieren lassen möchte) hat ebenfalls eine Hyperlordose, welche noch sehr viel ausgeprägter ist als die von R., aber keine Schmerzen.
Sollte sie sich eurer Meinung nach behandeln lassen? (Sie geht äußerst ungern zum Arzt.)
Ist damit zu rechnen, daß in einigen Jahren Schmerzen auftreten werden?
Drohen bei einer Nichtbehandlung langfristig irgendwelche anderen unangenehmen Folgen?
Alle 3 Fragen sind aus Sicherheitsgründen unbedingt mit ja zu beantworten.

Und nochmal, es ist ganz wichtig durch eine Ganz-Röntgen-Aufnahme in Frontal und Seitenstellung die Situation abzuklären!!

Schroth Therapeuten arbeiten zwar vorwiegend optisch, aber eine grundsätzliche Einschätzung der Wirbelkörper sollte unbedingt immer am Anfang stehen.

Gruss
Klaus
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SchwarzeSchnecke
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Fast 100 Klicks – und EINE Antwort...

Beitrag von SchwarzeSchnecke »


...Fast 100 Klicks, und genau EINE Antwort...
:rolleyes:


Danke für Deine Antwort, Klaus! :-)
Klaus hat geschrieben:Mir fällt noch eine leichte Skoliose auf und die Korrekturhaltung sieht so aus, als ob nur der Bauch eingezogen wurde. Der muss natürlich auch etwas abgespeckt werden.
Er hat überhaupt kein Gefühl dafür, wie man "richtig" dasteht. (Genauso wie ich anfangs auch.)
Auch hier gilt es durch ein Röbi abzuklären, ob nicht auch ein (versteckter)Rundrücken vorhanden ist.
Das mit dem Rundrücken habe ich auch schon gedacht...
1x pro Woche KG ist völlig unzureichend. Auch eine Hyperlordose ist nur mit konsequenter Schroth KG anzugehen und das bedeutet auch erst mal eine REHA.
Ja, schon... Allerdings hat der Mann leider auch noch andere Probleme als seinen Rücken... Und erst 2005 hat er eine Kur gemacht.

Ich wäre für den Moment schon zufrieden, wenn ich ihn dazu kriegen könnte, Dr. Hoffmann aufzusuchen...

LG, Anne
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SchwarzeSchnecke
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Update

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

... Inzwischen, nach etwa einem Jahr Bemühungen meinerseits, war R. endlich bei Dr. Hoffmann zwecks einer umfangreichen Diagnostik.
Und es ist alles noch viel schlimmer als angenommen:



– Beide Schultern sind von Arthrose betroffen.
– Beide Knie sind deformiert und instabil.
– Es besteht ein sogenanntes HWS-BWS-LWS-Syndrom, ausgeprägte Hyperkyphose und Hyperlordose.
– Fortgeschrittene Osteoporose v.a. im LWS-Bereich, dadurch bereits ca. 5 cm Größenverlust.
– Die untersten Wirbel sind kaputt, und eine Bandscheibe ist bereits angeschlagen.
– Skoliotische Verbiegung (linkskonvex) im LWS-Bereich, insgesamt Hang nach Links.
– Beinlängendifferenz von 0,9 cm.

:-(

Die Behandlung soll so aussehen:
– Kombinationspräparat (Tabletten, die täglich eingenommen werden müssen) zur Erhöhung der Knochendichte, um das Risiko für Knochenbrüche zu senken.
– 10x KG nach Schroth wegen der WS.
– 10x manuelle Therapie wegen der Schultern.
– 10x KG wegen der Knie sowie eine Anleitung für knieschonendes Verhalten.
– Schuheinlage mit 0,5 cm Erhöhung.
– Reha in Bad Salzungen so schnell wie möglich.
– Nach der Reha werden Entscheidungen bezüglich weiterer Maßnahmen (Bandage, Korsett, "Streckung") getroffen.

Dr. Hoffmann sagte offenbar auch, daß man noch viel mehr hätte machen können (v.a. bezüglich der Osteoporose), wenn R. bereits vor 5 Jahren gekommen wäre.

R. ist jetzt ziemlich verdutzt darüber, daß seine Situation noch wesentlich schlechter als meine ist (bisher ist er immer vom Gegenteil ausgegangen, u.a. weil ich ein Korsett trage).

:arrow: Ich kann nur an alle appellieren, rechtzeitig zu einem kompetenten Arzt zu gehen, wenn Beschwerden bestehen!
Eine merkliche Abnahme der Körperlänge ist verdächtig, und Osteoporose ist schwer zu behandeln! :-(
Osteoporose sieht man auf dem Röntgenbild erst, wenn sei bereits sehr ausgeprägt ist; vorher ist sie nur duch eine Knochendichtemessung festzustellen!


VG, Anne
Maestro
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Beitrag von Maestro »

Auf dem Bild hätte Ich nun erlich gesagt gar keine erhöte Krümmung im BWS erwartet, also das macht Mir jetzt schon Angst und nachdenklich wenn Ich Mir so die Bilder und die Diagnose anschaue generell und bringt Mich auch mal wieder ins grübeln :(
Ich wünsch Ihm jedenfalls eine gute Besserung und die optimale Behandlung und auch euch weiterhin alles Gute :) *wink*
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