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ich weiß nicht mehr weiter

Verfasst: Mi, 07.02.2007 - 18:11
von riga
Hallo Ihr Lieben!

Ich bin kürzlich auf Euer Forum gestossen und recht froh darüber! Da ich so langsam nicht mehr weiter weiß, werde ich mal kurz meine "Leidensgeschichte" nieder schreiben.

Schon als ich im Kleinkindalter war sagte man meiner Mutter, daß mit meinem Becken etwas nicht in Ordnung wäre, aber daß sich das von alleine regeln würde. Als Jugendliche hat ein Arzt dann eine leichte Verkrümmung der Wirbelsäule erkannt, aber mit ein bischen KG wäre dann alles wieder in Ordnung. Beide Dinge wurden dann bis ich 20 war nicht mehr untersucht!

Dann, als 20jährige kamen die ersten Schmerzen im Bereich der BWS an die ich mich richtig erinnern kann. Ich damals also zum OT, der auch ein paar Bilder von mir gemacht. Ich war ziemlich erschrocken, da meine Wirbelsäule im LW-Bereich ziemlich zu einer Seite abknickte und auch die BWS sah irgendwie komisch aus. Der OT hat dann fix entschieden, daß ein Bein kürzer ist, hat mir Einlagen verpaßt und fertig. Im Laufe der Jahre (bin nun 36) wurden meine Schmerzen häufiger und vor allen Dingen schlimmer. In den letzten ca. 6 Jahren habe ich im Raum PB so ziemlich alle OT durch, die es hier gibt, aber abgesehen davon, daß ich stetig zu hören bekommen habe, daß ich Sport treiben soll kam nichts.

So war es z. B., daß ich vor 3 Jahren tierische Schmerzen im Bereich der BWS hatte, das linke Schulterblatt unendlich weh tat und ich auch den Arm nicht mehr richtig heben konnte. Der erste Arzt sagte nur: Oh, daß wird lange dauern und weh tun. Ich gebe Ihnen mal ein paar Schmerzmittel, damit sie die nächsten Tage klarkommen, denn ich mache Urlaub. Danach sollte dann Reizstrom gemacht werden. Da es mir richtig übel ging und ich keine 2 Wochen warten konnte, habe ich mir den nächsten gesucht.
Der hat dann von BWS und LWS, nette Bilder gemacht, versucht Blockaden zu lösen, gesagt, daß ich ja irgendwie total schief wäre und hat mich 3 Monate gequadelt. Und als ich nach den 3 Monaten heulend vor ihm saß und sagte, daß es mir immer noch ziemlich schlecht ging, hat er auch noch die HWS als Foto verewigt und gesagt: Ups, könnte auch ein Bandscheibenvorfall in der HWS sein. Da ich meinen Arm aber schon besser bewegen konnte war das nicht mehr wichtig. 2 Monate später bin ich dann zum nächsten gewandert.
Der, ein OT aus Delbrück, hat mich dann in eine Klinik nach St. Goar überwiesen, weil er der Meinung war, daß dann alles wieder in Ordnung ist. Der Aufenthalt hat mir überhaupt nichts gebracht, im Gegenteil, danach ging es mir schlechter. Nachdem ich dem OT das erzählt habe, war er nicht mehr großartig an mir interessiert. Es gab ein paar Spritzen, Infusionen und diverse Versuche Blockaden zu lösen und immer weiter der Hinweis, daß ich Sport machen soll! Fertig.
Eine richtige handfeste Diagnose habe ich bis dahin (und auch heute) noch nicht bekommen. Es sind nur mal Worte gefallen wir: Scheuermansche, Beinverkürzung, Beckenschiefstand, leichte Skoliose, Versteifung der BWS, Hypermobilität, Abnutzungserscheinung und noch einiges anderes, was ich aber vergessen habe.
In den Jahren danach bin ich dann mal hierhin und mal dahin, um Blockaden lösen zu lassen (was meistens erfolglos war) und bin dann letztendlich zu einem Chiropraktiker weitergeleitet worden. Er hat sich die gesammelten Werke angesehen (mein Rücken scheint wirklich fotogen zu sein) und zumindest mal in ganzen Sätzen mit mir gesprochen.
BWS ist versteift, ansonsten überall hypermobil. Beine sind gleich lang, aber irgendetwas mit dem Iliossacralgelenk stimmt nicht, so daß das Becken ständig kippt, wodurch die Skoliose verschlimmert wird. Meine Hoffnung war, daß er mir zumindest irgendwie kurzfristig die Schmerzen in der linken Schulter und an der BWS nehmen kann, da die Schulter seit über einem halben Jahr täglich schmerzt ohne Ende (brennender Schmerz). Durch die Versteifung kann er aber nichts mehr machen, kann keine Blockaden mehr lösen und hat mich jetzt an einen anderen Arzt überwiesen. In der Zwischenzeit habe ich mir KG und Massagen selber gekauft (hier verschreibt ja keiner mehr was), aber auch die haben nichts gebracht. Die Muskulatur unterm Schulterblatt läßt sich nicht lösen, und die BWS ist weder durch Massage noch durch KG beweglicher geworden. Die Skoliose steht eh ganz außen vor.
So, daß war bis jetzt eine kurze Beschreibung meiner Geschichte.
Zum einen bin ich ziemlich frustriert, daß jeder mir sagt, daß man da aber was machen muß, aber keiner mir sagt, was ich denn nun eigentlich genau habe. Auf den Bildern ist zwar offensichtlich, daß meine Wirbelsäule verkrümmt ist (Rundrücken oben, stärkere seitlich Neigung unten, aber auch im Ganzen eher c-förmig, allerdings nicht so schlimm), aber wie schlimm das ist, daß sagt keiner! Ich komme mir langsam so vor, als ob ich mir meine Schmerzen einbilde! Aber sie sind da und werden ständig stärker. Mit etwas Glück ist es nur der obere Bereich, aber leider kommt auch immer wieder der untere Bereich dazu. Ich kann dann weder sitzen, noch liegen, noch stehen...

Ich weiß langsam nicht mehr weiter, denn wenn es wirklich schlimm bei mir wäre, dann hätte doch eigentlich einer mal dafür gesorgt, daß wirklich etwas gescheites mit mir gemacht wird! Aber auf der anderen Seite bilde ich mir meine Schmerzen nicht ein und Augen im Kopf habe ich auch...

Was soll ich tun?

Vielen Dank fürs Lesen. Ist länger geworden als geplant, aber ich mußte wenigstens mal ein bischen Frust ablassen.

Gruß,

Riga

Verfasst: Mi, 07.02.2007 - 21:03
von Klaus
Willkommen im Forum.
Was soll ich tun?
Sieht nach einer Kyphose mit Sekundär Skoliose aus, haben viele hier.

Du brauchst eine kompetente Diagnose, am besten bei Dr. Hoffmann in Stuttgart.
Der wird Dir auch den richtigen Behandlungsweg vorschlagen, eine spezielle REHA nach Schroth in Bad Salzungen oder Bad Sobernheim
und evtl. ein Korsett.

Lies Dich mal ein bischen durch das Forum, Du brauchst viele Informationen und auch die Erfahrungen vieler anderer, die es so ähnlich wie Du erlebt haben.

Gruss
Klaus

Verfasst: Do, 08.02.2007 - 23:02
von Sunflower
Hallo,

auch von mir erstmal ein herzliches Willkommen!

Deine OT-Odysee ist wirklich traurig aber leider kein Einzelfall. Wenn Du Dich hier im Forum umschaust und liest wirst Du feststellen dass viele von uns das gleiche erlebt haben, auch ich...
Die OT sind teilweise entweder nicht interessiert oder auch überfordert mit der Diagnose Skoliose und allem was dazu gehört. Deswegen kommt dann auch immer die Pauschalabfertigung "sie treiben ja auch viel zu wenig Sport, kein Wunder..." zum Einsatz. Mein OT meinte gar, ich solle den Beruf wechseln, eine sitzende Tätigkeit wie ich sie nunmal ausübe, würde mich über kurz oder lang sowieso in die Berufsunfähigkeit treiben... :cry: -etwas realitätsfern, der Gute...-
Auch mit den Schmerzen wird man schon gern mal in die "Psychoecke" geschoben...

Aber ich schliesse mich meinem Vorredner an, Du brauchst zuerst eine wirklich kompetente Diagnose, nach der sich dann auch Dein Therapieplan richten kann! Dafür drücke ich Dir ganz fest die Daumen!

Liebe Grüße!

Verfasst: Fr, 09.02.2007 - 00:17
von Galadriel73
Hallo,
und auch von mir ein herzliches Willkommen hier in unserem Kreis !

Ich kann bestens nachvollziehen wie es Dir geht, ich habe einen ähnlichen Ärzte-Marathon, wie so viele hier, hinter mir.

Kannst ja mal meine Vorstellung lesen als ich hierher gefunden habe
--> http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=6499

und wie mir Dr. Hoffmann in Leonberg bei Stuttgart endlich endlich eine vernünftige Diagnose stellen konnte kannst Du hier nachlesen
--> http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=6593

Seit dem 5.12.06 trage ich nun auch ein Korsett und es tut mir unglaublich gut, nachzulesen hier:
--> http://skoliose-info-forum.de/viewtopic.php?t=6707

Vielleicht wäre ein Besuch bei Dr. Hoffmann auch für Dich eine Überlegung wert?

Ich wünsche Dir viele hilfreiche Informationen hier im Forum, auf das es auch Dir ganz bald besser gehen möge!

Verfasst: Di, 13.02.2007 - 13:23
von riga
Hallo Ihr Lieben!

Erst Mal vielen Dank für Eure netten Worte!

Da mein letzter OT mich ja nun auch mal wieder weiterüberwiesen hat, wollte ich kurz mal sagen, was heute dabei rausgekommen ist.

Ich war also heute morgen bei einem Facharzt für Physiotherapie und Rehabilitationsmedizin (oder so ähnlich). Mein OT hat mich dorthin überwiesen, weil der mir ohne weiteres KG und ähnliches aufschreiben kann.

Also ich mit den gesammelten Fotos zu dem Dok, halbe Stunde gewartet, und los ging es.

Er wollte wissen, was ich für Beschwerden habe, die ich ihm dann auch alle aufgezählt habe. Als mir dann nichts mehr einfiel sagte er: Naja, ist ja auch schon was! (??)
Dann ausziehen und Untersuchung wie auf dem Schlachthof (so kam ich mir zumindest vor). Alles ging ratzfatz und fertig.

Ich wollte dann wissen, was seine Diagnose ist. Sein Antwort: Eigentlich soweit alles in Ordnung. Naja, die Wirbelsäule ist halt schief, aber das heißt ja nichts. Einige haben dann Schmerzen und andere eben nicht.

Okay, ich wollte dann wissen, was mit Scheuermann wäre. Antwort: Ja, haben Sie auch, aber da kann man ja eh nichts dran machen.

Dann habe ich noch gefragt, ob ihn die Bilder alle nicht interessieren. Antwort: Die zeigen ja nicht, wo die Schmerzen sitzen.
Immerhin hat er sich dann ca. 6-8 Bilder in ca. 20 Sek. angesehen.

Ich solle jetzt mal KG machen (6x) und dann könnte ich ja noch mal wiederkommen, wenn es nicht besser wäre. Auf meine Frage nach Schroth sagte er: Das können wir, wenn nötig, ja danach vielleicht noch machen.

Nun hat er auf dem Schein für die KG geschrieben, daß die sich um den HWS Bereich kümmern sollen. Primatoll, das ständig schiefe Becken wird gar nicht beachtet, geschweige denn die Skoliose im LW Bereich.
Wow, ganz toll!

Immerhin habe ich jetzt mal KG bekommen (ist ja auch schon was).

Ach ja, vom Krankenhaus in St. Goar habe ich den Befund gefunden. Schreibe, wenn ich Zeit habe, mal ein paar Dinge hier rein. Vielleicht kann mir einer sagen, was das heißt.

Viele Grüße,

Riga

Verfasst: Mi, 14.02.2007 - 12:12
von riga
Hallo Ihr Lieben,

so, den Befund aus der Klinik habe ich jetzt hier und würde mich sehr freuen, wenn mir jemand mal sagt, was das eigentlich bedeutet:

Diagnose: Gesamtwirbelsäulensyndrom bei mehrsegmentaler Funktionsstörung, Punktum maximum CTÜ, obere HWS links, TLÜ links sowie ISG-Störung rechts mit funktionellem Beckenschiefstand links.

Wirbelsäule: Bei Beckenschiefstand links von ca. 1,5 cm ist eine Vorbeuge mit einem FBA von 30 cm mit freier Entfaltung der Wirbelsäule vorführbar, hierbei Schober 10/13 cm. Die Seitenneigung ist links disharmonisch, sie kippt ab L4 nach links bis in die BWS ab.....

Im Bereich HWS K-J-Abstand 3/19 cm, Seitneigung bds 30°, Rotation in Neutralstellung 90 °, Rotation in Inklination bds 60°, Rotation in Reklination rechts 50°, links 40°.....

Auszug aus den Beurteilungen der Röbis, welche heute zwischen 4-8 Jahre alt sind:

LWS: Die a.p.-Aufnahme zeigt klassisches hohes Assimilationsbecken. Kreinbeinbasis nach links geneigt. Auch der linke Bekcenkamm tiefer stehend. Darüber baut sich die fünfgliedrige LWS deutlich linkskonvex auf. Wirbelkörper glatt berandet...

LBH im Stehen:
Mit Ausgleich von 1,5 cm links. Aufnahme zeigt die Beckenkämme gleichhoch stehend. Kreuzbeinbasis noch minimal nach links geneigt. Darüber baut sich die fünfgliedrige LWS weiterhin mit persistierender Linkskonvexität auf. ...
Die Seitenaufnahme zeigt weiterhin verstärkte Horizontalstellung des Os sacrum.

BWS:
Die a.p.-Aufnahme zeigt eine flache Rechtskonvexität im unteren Abschnitt, die obere BWS orthograd eingestellt. Pedikal abgrenzbar dargestellt. Keine Auffälligkeiten der Wirbelkörperstrukturen.
In der Seitenaufnahme zeigt sich verstärkter BWS-Kyphose im mittleren Abschnitt, hier mit beginnenden ventralen Kantenauszeichungen, auch z. T. etwas unruhige Konturierung der Grund- und Deckplatten, wahrscheinlich bei Th 7/8, Th 8/9 mit auch verbreitertem Querdurchmesser als Hinweis für abgelaufenen Morbus Scheuermann.

HWS:
Die a.p.-Aufnahme zeit die Kopfgelenke regelrecht angelegt. Die HWS steht in leichter Linkskonvexität...
In der Seitenaufnahme zeigt sich minimale Höhenminderung des ZWR C4/5 ohne wesentliche ossäre Kantenzeichnung, leichte beginnende ventrale Kantenauszeichung an der Grundplatte von C5 und C6. Regelrechte atlanto-dentale Distanz.


Es wäre wirklich superlieb, wenn mir einer sagen kann, was der ganze Kram eigentlich bedeutet und ob es sich überhaupt lohnt, zu Dr. Hofmann zu fahren. Für mich klingt das alles nicht so richtig schlimm. Wenn da nur die Schmerzen nicht wären...

Vielen Dank!

Gruß,

Riga

Verfasst: Mo, 30.04.2007 - 08:32
von Birgit.
Hallo Riga,

ich kann gut nachempfinden, wie es Dir geht.

Ich bin auch 36 Jahre und habe eine ähnliche Diagnose (Skoliose, Scheuermann, Streckfehlhaltung der HWS, allerdings auch noch zwei Bandscheibenvorfälle und mehrere Bandscheibenvorwölbungen). Nachdem ich zu Hause mit Krankengymnastik und Massage nicht mehr weiterkomme und sich meine Beschwerden immer mehr verschlimmern, gehe ich im Juni zur Reha nach Bad Salzungen. Ich hoffe sehr, dass ich dort lerne, wie ich mir in Zukunft selbst helfen kann (passende Übungen nach Schroth usw.).

Verfasst: Mo, 30.04.2007 - 09:10
von Klaus
Birgitt hat geschrieben:gehe ich im Juni zur Reha nach Bad Salzungen
Bist Du beim Skoliose Symposium dabei (30.6.)?

Gruss
Klaus

Verfasst: Di, 01.05.2007 - 11:20
von Birgit.
Klaus hat geschrieben:
Birgitt hat geschrieben:gehe ich im Juni zur Reha nach Bad Salzungen
Bist Du beim Skoliose Symposium dabei (30.6.)?

Gruss
Klaus
Hallo Klaus,

ich bin am 30.06. noch in Bad Salzungen und möchte wahrscheinlich am Symposium teilnehmen (kann ich aber noch nicht definitiv sagen, da mich an dem Wochenende evtl. mein Mann besucht).

Viele Grüße

Verfasst: Mo, 18.06.2007 - 22:01
von Birgit.
Hallo Riga,

zu meiner Nachricht von Ende April an Dich:

Ich hoffe, Du hast mittlerweile eine für Dich passende Therapie gefunden.

Ich bin jetzt seit einer knappen Woche in Bad Salzungen zur Reha. Zumindest aus momentaner Sicht war das mit Abstand das Beste, was mir passieren konnte. Meine Schmerzen haben sich schon gebessert (wobei es bei den Übungen teilweise ganz schön zwickt) und ich glaube, ich bin zur Zeit auf einem guten Weg, um langfristig etwas zur Stabilisation meines Rückens tun zu können.

Vielleicht würde auch Dir - für den Fall, dass ein auf Skoliose spezialisierter Arzt die Behandlung empfiehlt - eine Therapie nach Katharina Schroth weiterhelfen.

Viele Grüße