Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

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ramona99
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Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von ramona99 »

Ramonas Beinlängendifferenz (angeblich 24 mm) resultiert wahrscheinlich aus ihrer verdrehten Hüfte. Die Meinungen der Ärzte gehen zwar auseinander und raten zu einer Epiphysen-OP. (Herr Dr. Wilke hat mir jedoch total abgeraten)

Jetzt habe ich gelesen dass man die Diff. mit Chiropraktik beheben kann. Hat damit schon jemand Erfahrung?
Lady S
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von Lady S »

ramona99 hat geschrieben:Ramonas Beinlängendifferenz (angeblich 24 mm) resultiert wahrscheinlich aus ihrer verdrehten Hüfte.
So eine scheinbare Beinlängendifferenz gibt es bei sehr vielen Skoliosen.
In Deinem anderen Thread hast Du aber geschrieben, es handle sich um eine echte Beinlängendifferenz.
Das hiesse, dass die Knochen beider Beine verschieden lang sind.
Also was nun?
Bevor man über eine Epiphyseodese auch nur nachdenkt, sollte man das schon ganz genau wissen.
Wurde das denn mal exakt gemessen?
Durch Chiropraktik kann man natürlich keine Knochen verlängern und die Behandlung einer durch die Skoliose vorgetäuschten Beinlängendifferenz gehört in die Hand eines Skoliosespezialisten.

Noch eine Frage aus purer Neugier: Mit welcher Begründung hat Euch Dr. Wilke denn von der Epiphyseodese abgeraten?

Grüsse, Lady S
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ramona99
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von ramona99 »

Also ich komme mir momentan vor wie eine Kugel in einem Flipperautomaten. Auf und ab, hin und her. Ich weiß leider bis heute nicht, ob meine Tochter eine echte Beinlängendiff. hat oder ob das nur aus der Verwringung des Beckens resulierte (was Hr. Wilke feststellte/glaubt). Wie gesagt jeder Arzt sagt etwas Anderes - ja wem sollen wir den jetzt noch glauben? ;(
Sie wurde in der Schön-Klinik auch gleich wieder vermessen für ein 4. Korsett. Aber ich hab totale Zweifel an der Vermessungsmethode. Kein gipsen, kein Laser nur farbige Punkte manuelles Abmessen und Fotos in div. Positionen. Wie in aller Welt soll da ein passendes Korsett entstehen??
Nach 2 schlaflosen Nächten haben wir uns jetzt entschieden das Kontrollröntgen am 7.1. in Sbg. abzuwarten. Vielleicht können sie dann ein Ganzkörperröntgen machen und die Beine gleich vermessen...
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von minimine »

Hallo Ramona,

ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine so starke Beinverkürzung nur durch eine Beckenfehlstellung kommen soll. Ein Teil davon bestimmt, was auch ganz normal ist, aber komplett glaube ich nicht. Allerdings ist das dann eine andere Baustelle, bei der man dann wiederum bei einem Skoliose-Spezialisten falsch ist, hierfür gibt es andere Spezialisten, die du vielleicht unabhängig davon mal aufsuchen solltest.
LG
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von robinho »

Da ich selbst von beiden betroffen bin, also idiopathische Skoliose und echter Beinverkürzung, kenne ich mich ganz gut aus. Außerdem bin ich auch bei Dr. Wilke in Behandlung.
Ich verstehe da den Dr. Wilke nicht so ganz. Wieso wird keine Röntgen-Ganzbeinaufnahme im Stehen gemacht? Das ist doch nun wirklich der einzige, richtig aussagekräftige Weg, die Verkürzung auszumessen, und röntgentechnisch auch nicht sonderlich anspruchsvoll...
Ich war im ZEM in München wegen meines Beines in Behandlung. Das ist eine international renommierte Adresse, was Knochenverlängerungen anbelangt. Ich habe mich aber vorerst gegen eine Verlängerung entschieden, wobei ich aber denke, dass ich das aber in den nächsten 3 Jahren doch machen werde. Das Ding ist eben, dass ich nicht so wirklich sicher bin, welche Verkürzung ich habe. Also die haben 24mm Verkürzung anhand des Röntgenbildes ausgemessen, welche unmittelbar aus Verkürzungen des Unter- und Oberschenkels resultieren. Dann haben die aber nochmal eine zusätzliche Differenz von 9mm ausgemessen, bis Beckengeradestand besteht. Ich bin eben sehr skeptisch, was diese zusätzlichen 9mm anbelangt. Wenn ich mir das Röntgenbild anschaue, finde ich, dass diese 9mm nur zustande kommen, weil die rechte Beckenschaufel (das rechte ist mein "langes" Bein) einfach insgesamt höher ist als die linke Beckenschaufel. Für die Körperstatik ist es doch aber wichtig, wo die Beinkraft am Becken ansetzt. Also daher denke ich, 24mm zu verlängern wäre viel sinnvoller als diese 33mm, die die Leute im ZEM empfohlen habe. Naja, mal sehen... Dr. Wilke ist sich eben auch nicht sicher, ob sich eine Verlängerung von >1cm positiv bei mir auswirkt.

Es gibt auch in Jena einen Spezialisten auf dem Gebiet der Beinverlängerung. Da werde ich wohl auch mal vorstellig werden. Vielleicht wäre das auch eine Adresse für euch? Auf jeden Fall braucht ihr eine Ganzbein-Röntgenaufnahme im stehen!
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ramona99
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von ramona99 »

Eigentlich sind wir ja nur zur Skoliosesprechstunde nach München gekommen um uns eine zweite Meinung wegen der Epiphysen-OP einzuholen. Ein Röntgen bzw. eine Vermessung wegen eines Korsettes war ja gar nicht geplant.
Wir haben ja am 7.1 Kontrollröntgen und da wird es wohl möglich sein gleich ein Ganzkörperröntgen zu machen und endlich einmal die Beine zu vermessen.
Da meine Tochter erst 14 ist wäre eine echte Beinlängendiff. ja noch mit einer Epiphydeosen-OP einfach zu beheben da sie ja noch im Wachstum ist. Später nach dem Wachstum gestaltet sich eine Angleichung ja um einiges komplizierter!
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von sloopy »

Hallo Mama von Ramona!

Zur Beinlängendifferenz kann ich dir nicht viel sagen. Es ist aber oft so, dass "0815-Orhopäden" eine Beinlängendifferenz diagnostizieren, die in Wirklich keine echte ist und nur aus einem verdrehen Becken resultiert und im Zusammenhang mit der Skoliose gesehen werden muss. Du kannst auch mal die Suchfunktion bemühen und nach dem Thema suchen, da findest du bestimmt einige Beiträge.
ramona99 hat geschrieben:Sie wurde in der Schön-Klinik auch gleich wieder vermessen für ein 4. Korsett. Aber ich hab totale Zweifel an der Vermessungsmethode. Kein gipsen, kein Laser nur farbige Punkte manuelles Abmessen und Fotos in div. Positionen. Wie in aller Welt soll da ein passendes Korsett entstehen??
Das hab ich mich bei meinem ersten CCtec Korsett auch gefragt. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass daraus ein gut sitzendes Korsett entstehen kann, aber es funktioniert tatsächlich! Das können dir hier viele CCtec Patienten bestätigen. Darüber brauchst du dir die wenigsten Sorgen machen. ;)

Liebe Grüße,
sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von Silas »

Also mit Chiropraktik wirst Du auf keinen Fall einer Beinlängendifferenz beikommen können. Es kann zwar sein, dass es kurzfristig optisch so aussieht, als hätte sich etwas verändert, das ist aber nicht von Dauer.

Ramona ist noch im Wachstum begriffen und es ist möglich, dass eine wirkliche Beinlängendifferenz - so sie denn besteht - sich noch verwächst.

Es gibt in Sachen Beinlängendifferenz große Kontroversen. In den USA z.B. würde meine eine Beinlängendifferenz dieses Ausmaßes noch nicht einmal ausgleichen, während in Deutschland viele Orthopäden zu einem Fußkeil oder einer Schuherhöhung raten.

Die Beinverlängerung ist kein Zuckerschlecken und sollte die letzte Möglichkeit sein, dann wenn Beschwerden auftreten oder die Differenz sich verstärkt. Bei 2,4 cm würde ich keinesfalls eine solche OP empfehlen.
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von robinho »

Und wieso nicht? Die offizielle Indikation beginnt ab Verkürzungen von 22mm. 24mm sind schon ziemlich viel und bringen Probleme mit sich. Bei durchschnittlichem Verlängerungstempo, hätte man bei dieser Verlängerungsstrecke schon nach ca. 10 Wochen keine Krücken mehr.
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von Lady S »

Es geht hier überhaupt nicht um eine Beinverlängerung sondern um eine Hemmung der Wachstumsfuge am längeren Bein.
Aber solange nicht mal klar ist, ob es sich um eine wirkliche Längendifferenz handelt, sollte man da operativ nichts unternehmen.
Grüsse, Lady S
robinho
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von robinho »

Natürlich geht es hier um eine Verlängerung, schließlich soll doch das kürzere Bein genauso lang werden wie das längere, oder nicht?
Das kann man natürlich auf verschiedene Arten realisieren...
Lady S
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von Lady S »

Dann lies mal nach: Epiphyseodese
Es geht darum, das weitere Wachstum des längeren Beines zu stoppen (das funktioniert natürlich nur solange man noch wächst).
Grüsse, Lady S
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ramona99
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von ramona99 »

Lady S - du hast recht!

Hab noch etwas ganz Interessantes gefunden:

http://www.atlantotec.com/de/beschwerde ... ndifferenz

Hört sich für mich plausibel an.

Vor allem der Beitrag: Beckenschiefstand aus medizinischer und orthopädischer Sicht. Genauso hat es mir Hr. Dr. Wilke erklärt!
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von robinho »

Lady S hat geschrieben:Dann lies mal nach: Epiphyseodese
Es geht darum, das weitere Wachstum des längeren Beines zu stoppen (das funktioniert natürlich nur solange man noch wächst).
Grüsse, Lady S
Ja, und dadurch verlängert man das kurze Bein trotzdem, relativ zum langen eben.
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von Alex_activitas »

ramona99 hat geschrieben:Hab noch etwas ganz Interessantes gefunden:

http://www.atlantotec.com/de/beschwerde ... ndifferenz

Hört sich für mich plausibel an.

Vor allem der Beitrag: Beckenschiefstand aus medizinischer und orthopädischer Sicht. Genauso hat es mir Hr. Dr. Wilke erklärt!
Dieser Abschnitt stellt es auch sehr gut dar.
Dass jedoch "alles" von einer Fehlstellung des Atlas herrührt und dieser Effekt wie bei den "vorher-nachher-Bildern" eintritt, ist eher umstritten.

Rotationsfehlstellungen des Beckens können verschiedene Ursachen haben. Sicherlich kann (!) der Atlas und das Kiefergelenk eine Rolle spielen. Aber es nur darauf zu reduzieren, ist schlicht falsch.

Es sollte in Deinem Fall bzw. bei Deiner Tochter erst einmal geklärt werden, was für eine Art der BLD vorliegt. Das bedeutet, erst einmal zu wissen, was die Ärzte mit "verdrehter Hüfte" meinen: ist es eine Fehlstellung des Oberschenkelknochens oder eine Verdrehung (Ante- oder Retrotorsion) des Beckens auf einer Seite? (Das ist das, was im Röntgenbild aufgrund der 2-Dimensionalität nicht eindeutig erkennbar ist).
Wenn man hier erst einmal Gewissheit hat, kann man weiter nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Ob es gleich eine Operation - welcher Art auch immer - sein muss, ist erst einmal fraglich.

Wie immer: erst eine genaue Diagnostik betreiben, die zu einer echten (!) Diagnose führt und dann über das weitere Vorgehen diskutieren.
Nicht vorher schon die Pferde scheu machen, wenn noch gar nicht klar ist, was eigentlich vorliegt.

Damit meine ich auch, in's Blaue hinein zu therapieren macht keinen Sinn.
Dass jemand, der sich auf die (meist privat zu zahlende) Behandlung des Atlas spezialisiert hat natürlich das Problem auf diese Region reduziert, ist klar. Darauf deuten auch die "Heilsversprechen" hin, die im Text auftauchen. Hier sollte man zumindest hellhörig werden.
Wenn tatsächlich herauskommt, dass die Ursache der Störung im Atlas und/oder Kiefergelenksbereich liegt, steht einer solchen Behandlung nichts im Wege.
Aber einfach das mal probieren und dann schauen, ob es wirkt, macht keinen Sinn.

In der Autowerkstatt lässt man ja auch nicht einfach mal das Getriebe tauschen, wenn ein Geräusch auftaucht und schaut dann, ob das Geräusch weg ist. Und wenn es hinterher noch da ist, war es wohl der falsche Ansatz. Dann macht man halt weiter. Oder? ;)

Gruß,
Alex
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von ramona99 »

ja, Alex du hast Recht, das Wichtigste ist jetzt mal festzustellen ob wirklich eine Längendiff. vorliegt, dann kann man weiterreden. Und das geschieht am 7.1.
Ich hab schon angerufen wegen des Atlasses richten. Die Dame hat mir erklärt sie könne den Schiefstand um 20 % verbessern und was noch wichtiger ist, stoppen. Ich wäre mit 20 % Besserung schon zufrieden.
Ich frag mich, ob man die "Verdrehung" des Beckens mit einem Korsett korrigieren kann. :(
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von Alex_activitas »

ramona99 hat geschrieben:Ich hab schon angerufen wegen des Atlasses richten. Die Dame hat mir erklärt sie könne den Schiefstand um 20 % verbessern und was noch wichtiger ist, stoppen. Ich wäre mit 20 % Besserung schon zufrieden.
Und das konnte die "Dame" Dir am Telefon sagen, ohne Deine Tochter nur ein einziges Mal tatsächlich gesehen zu haben? Sei mir nicht böse, das halte ich nicht für seriös! Das sind Heilsversprechen, die so gar nicht gegeben werden dürfen...

Ich wäre mit meiner Tochter in dieser Situation sehr sehr skeptisch!

Gruß,
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von robinho »

ramona99 hat geschrieben:ja, Alex du hast Recht, das Wichtigste ist jetzt mal festzustellen ob wirklich eine Längendiff. vorliegt, dann kann man weiterreden. Und das geschieht am 7.1.
Ich hab schon angerufen wegen des Atlasses richten. Die Dame hat mir erklärt sie könne den Schiefstand um 20 % verbessern und was noch wichtiger ist, stoppen. Ich wäre mit 20 % Besserung schon zufrieden.
Ich frag mich, ob man die "Verdrehung" des Beckens mit einem Korsett korrigieren kann. :(
Das mit den 20% ist wirklich ziemlich lächerlich... Ich würde in diesen Laden niemals einen Fuß reinsetzen.
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von Saphira »

Hallo Ramona,

ich glaube dir, dass du momentan ziemlich verunsichert bist, auch weil dir jeder Arzt etwas anderes sagt. Und ich glaube dir auch, dass du nach jedem Strohhalm greifen möchtest um deiner Tochter zu helfen. Aber an erster Stelle steht jetzt eben eine konkrete Diagnose, woher die Beinlängendifferenz denn nun tatsächlich herrührt. Und erst dann könnt ihr euch Gedanken darüber machen, wie ihr diese am besten behandeln könnt. Mach dich also bitte vorher nicht zu sehr verrückt, sondern versucht erst, die Ursache abzuklären, vorher macht alles andere eh keinen Sinn ;) . Und wie meine Vorredner schon schrieben, mit Heilversprechen und Erfolgsgarantien wäre ich auch skeptisch. Niemand wird dir vorher genau sagen können, ob und wieviel Verbesserung eine Therapie bringen kann. Das ist mit allem so, es ist und bleibt immer ein gewisses Restrisiko, weil eben nicht jeder Mensch gleich ist. Und vor allem in eurem Fall, wo ja noch nichtmal ganz sicher ist, woher die Beinlängendifferenz stammt. Da würde ich an eurer Stelle nicht ins Blaue hinein therapieren. Wartet erstmal den Termin im Januar ab und dann könnt ihr weiter entscheiden ;) .

Ich selbst habe auch eine "Beinlängendifferenz" von 1,8 cm. Diese rührt aber auch größtenteils nicht von einer "echten" Beinlängendifferenz, sondern auch von meiner Skoliose in Verbindung mit einem ziemlich verdrehten Becken mit unterschiedlich gekippten Beckenschaufeln. Was man dagegen tun kann, das konnte mir bislang noch keiner sagen :confused: . Bei mir streiten sich die Ärzte ja schon darüber, ob es sinnvoll ist, eine Schuherhöhung zu tragen oder nicht. Aber da ich das Problem auch im Sitzen habe, bringt das bei mir leider nicht ganz so viel. Ein Korsett könnte das vielleicht teilweise mit behandeln. Aber das kommt bei mir leider nicht wirklich in Frage, da meine Krümmung zu gering und nicht wirklich progredient ist. Bei mir ist halt die Beckenverwringung das eigentliche Problem (in Verbindung mit einer seitendifferenten Hüftfehlstellung und einer seitendifferenten Beweglichkeit der Hüftgelenke).

Grüßle,

Saphira
Wer immer nur vom großen Glücke träumt, der findet nichts, weil er das kleine Glück versäumt.
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Re: Beinlängendifferenz mit Chiropraktik beheben?

Beitrag von ramona99 »

Ramona hat eine echte Beinlängendiff. von ca. 16 mm. Die Ursache steht nun wegen des Beinröntgens endlich fest: Ramona hat: Fibröse Dysplasie (FD) ist zwar eine relativ seltene Erkrankung der Knochen, jedoch die häufigste Knochenfehlbildung, die im Kindes- und Jugendalter auftritt. Dabei handelt es sich um eine chronische Störung im Aufbau von neuer Knochenmasse. Statt strukturiertem und mineralisiertem neuen Knochen wird nur Bindegewebe gebildet. In einer Röntgenaufnahme ist ein milchglasartiges Erscheinungsbild typisch für betroffene Knochen. Häufig kommt es durch FD zu einer Schwächung des Knochens, verbunden mit gestiegenem Frakturrisiko, sowie starken Schmerzen. Außerdem können Verformungen des Knochens auftreten.

Gesichts- und Schädelknochen sind am häufigsten betroffen. Problematisch sind Erkrankungen der Extremitäten, wie Oberschenkel, Oberschenkelhals, Unterarm etc., da sie besonders stark belastet und damit anfällig für Brüche sind. Weiterhin können Erkrankungen an Rippen und auch Wirbelkörpern auftreten.

Wir haben nun 2 MR Termine (Bein und Wirbelsäule) Ich hoffe, dass nicht auch die Wirbelsäule betroffen ist. :nein:
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