Servus Leute!

Schreibe deinen Erfahrungsbericht zur Skoliose, Schmerzbekämpfung etc. oder tausche Erfahrungen mit Leidensgenossen aus
Bier Willi
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Servus Leute!

Beitrag von Bier Willi »

Hallo erstmal!

ich hab jetzt viel im forum gestöbert und mir gedacht, dass es an der zeit ist, dass ich auch meine geschichte erzähle.
ich bin ein junger mann von bald 23 jahren und leide seit meiner kindheit an skoliose.
ich war 2 mal in sobernheim und habe jahrelang fleißig schroth übungen zuhause gemacht. auch hatte ich einige korsetts. hab diese aber leider nicht konsequent getragen weil ich schmerzen damit hatte, sie nicht richtig gepasst haben und ich als kind von 10 jahren oder so nicht verstand worum es ging. meine skoliose hat sich schnell ausgeprägt. dann kam die scheidung meiner eltern, ein schmutziger scheidungskrieg und meine mutter zog mit meinen kleinen geschwistern weg. ich wohnte bei meinem vater, der allerdings seiner arbeit wegen nur einen tag die woche daheim war. ich verlor den boden unter den füßen und versumpfte im alkohol. ich kümmerte mich nicht weiter um meine skoliose. wählte chemie und mathe als leistungskurse und deckte mich somit mit einem enormen lernaufwand ein um keine zeit mehr zum grübeln zu haben. immer häufiger war ich betrunken. die stunden in denen ich absolut blau war und nichts mehr mitbekam erschienen mir als die schönsten.

ich schaffte das abitur und ging zum studieren. die täglichen schmerzen und vorallem der psychische druck der mich wegen meiner skoliose belastete wurden jedoch schlimmer und schlimmer. deswegen unterbrach ich mein studium und lies mich operieren.

meine skoliose betrug mittlerweile 80 und 68 grad. die op war im august 2008. ich hoffte dass sich mein leben durch die op ändern würde. aber der mensch denkt und gott lenkt:

ein paar tage nach der op (übrigens war die op ganze 2 tage nach meinem 21. geburtstag) bekam ich starke schmerzen. hohes fieber kam hinzu und ich konnte kaum mehr atmen. schüttelfrost.

ich hatte eine mrsa infektion! (mrsa ist ein antibiotika resistenter keim). sofort wurde ich notoperiert. mir musste ein teil des metalls entfernt werden. die situation war lebensbedrohlich. ich kam erneut auf die intensivstation und wurde noch 4 mal operiert. im abstand von jeweils 3 tagen. mir wurde mein gesamtes blut ausgetauscht (vor jeder op bekam ich 2 konserven; während einer op sogar 6). fragt mich nicht nach den schmerzen.

nach 2 monaten konnte ich aus der klinik entlassen werden. ich hatte ein korsett und strikte anweisung der ärzte. einmal die woche musste ich zur blutkontrolle zum hausarzt. bei fieber hätte ich mich sofort wieder in der klinik vorstellen müssen. außerdem wurde bereits bei der entlassung geplant, dass das metall ein jahr später entfernt werden muss. weil sich der keim sonst immer zwischen metall und knochen halten könnte. es wurde praktisch nur die verknöcherung abgewartet.

die metalentfernung geschah dann im oktober 2009. bis dahin hatte ich oft höllische schmerzen. aber die sind seither weg. jedoch wollte die wunde wieder nicht heilen. man fand erneut "massenhaft mrsa" (zitat aus dem arztbrief) und ich wurde an eine vakuumpumpe angeschloßen. d.h. ein kleiner schwamm steckte in dem offenen teil der wunde und daran war eine elektrische pumpe angeschloßen die das wundsekret absaugte. alle 3 tage wurde der schwamm unter vollnarkose gewächselt und die wunde stück für stück, schicht für schicht genäht. ich war schmerzfrei.
kurz vor weihnachten konnte ich in eine anschlußheilbehandlung entlassen werden.

heute blicke ich somit auf 18 narkosen zurück. insgesamt war ich 5,5 monate in kliniken unterwegs. mein studium habe ich abgebrochen, meine eigene wohnung aufgegeben. meine sozialen kontakte haben sich ziemlich verlaufen, meine finanziellen mittel/ reserven sind lange aufgebraucht.
manchmal (was heißt manchmal? eigentlich immerzu!) möchte ich verzweifeln. warum nur schlägt das leben so auf mich ein?

hab mich jetzt um einen studienplatz beworben. fürs kommende wintersemester. aber am liebsten würde ich zuhause bleiben (ich wohne wieder bei meinem vater) und abwarten.
in der klinik war ich so stark! und nun? ich habe mich nie über meine entlassung gefreut! obwohl ich nahezu schmerzfrei bin.
auch hat mir ein oberarzt eine rippenbuckelresektion versprochen. alle anderen raten aber davon ab. zu groß das risiko der erneuten infektion. und mit durchtrennten rippen fast ein todesurteil. weil der keim dann an die lunge könnte. ich bringe die kraft für eine erneute op nicht mehr auf (bis vor kurzem war ich noch ganz heiß drauf). aber mit dem buckel leben fällt mir auch so schwer.
im grunde stehe ich vor den gleichen problemen wie vor der op. nur etwas hoffnungsloser und ängstlicher.

die ärzte haben sich mit mir soviel mühe gegeben und ich weis dass ich ihnen viele nerven gekostet habe! normal müsste ich doch etwas aus meinem leben machen um ihnen zu zeigen dass ich zu schätzen weis dass sie mir das LEBEN gerettet haben!

ich hoffe, dass alles irgendwann gut wird. wie - das weis ich im moment noch nicht!

entschuldigt dass ich an einigen stellen ziemlich holprig formuliert hab aber es fällt mir schwer darüber zu sprechen/ schreiben.

ich bedanke mich für eure aufmerksamkeit!

würd mich freuen von euch zu hören!

vlg
minimine
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Beitrag von minimine »

Hallo neuerGast,

herzlich Willkommen hier im :forum:

Ich kann mir vorstellen, dass es dir nicht leicht gefallen ist, über deine Erfahrungen zu schreiben. Auch als Außenstehender klingt das alles sehr schlimm, was du durchgemacht hast. :/
Darf ich fragen, wo du operiert wurdest?
Ist denn bei dir jetzt alles verknöchert?
Hast du schonmal daran gedacht, dir psychologische Hilfe zu holen? Es scheint dich ja sehr zu belasten, was auch absolut nachvollziehbar ist.

Ich wünsche dir, das wirklich alles gut wird, du keine weiteren Infektionen mehr haben wirst und du ohne Einschränkungen leben kannst. :ja: :kleeblatt:

Ich würde mich auch freuen, wenn du dich hier anmelden und berichten würdest. Ich bin mir sicher, dass du auch anderen mit deinen Erfahrungen helfen kannst. :)

LG
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Mama Mücke
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Beitrag von Mama Mücke »

Hallo neuer Gast,

ich begüße dich recht herzlich im :forum: .

Du hast ja :ja: schon viel mitgemacht und viel ertragen. MRSA ist eine heimtückische,die sich leicht auf andere Organe (die Lunge/die Haut)übergreift. Bis zu einer Heilung vergeht oft einige Zeit, aber sie kommt. Danach ist das Risiko bei einer weiteren OP erheblich geringer. Soweit es für dich erträglich ist, warte deine Heilung von MRSA ab.
:juggle: :gruebel: :juggle:
:wink:
VG Mama Mücke
:wink:
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SchwarzeSchnecke
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Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo neuerGast,

Deine Geschichte ist heftig.

Ich würde Dir auch empfehlen, psychologische Hilfe zu suchen. (Bin selber auch wegen meiner depressiven Erkrankung in Behandlung.)

Infektionen während operativer Eingriffe sind auf mangelnde Hygiene im Krankenhaus zurückzuführen. An Deiner Stelle würde ich mich, falls ich die Nerven dazu hätte, über meine rechtlichen Möglichkeiten (Stichwort Entschädigung) informieren.

Wegen der weiteren Behandlung der Skoliose würde ich mich an Dr. Hoffmann wenden: http://www.dr-hoffmann-leonberg.de/

LG, Anne
Ausgewachsen und trotzdem korrigierendes Korsett? - Na klar!

Letzter Korsett-Thread: viewtopic.php?t=20971 • Reha in Bad Salzungen: viewtopic.php?f=9&t=10543 • Hypermobilität: viewtopic.php?f=4&t=21414

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Schnecke007
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Beitrag von Schnecke007 »

Hallo neuerGast,

herzlich willkommen im Skoliose-Info-Forum und danke fürs Aufschreiben Deiner Geschichte (klingt wirklich übel!). Wenn Du Zeit und Lust hast, melde Dich doch bei uns an. :)

Alles Gute und viele Grüße,
Schnecke
Bier Willi
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Beitrag von Bier Willi »

Hallo! guten abend!

Danke für eure schnellen antworten! freut mich! ist echt klasse dass es dieses forum gibt! :-)
leider habe ich kaum menschen mit denen ich über meine probleme sprechen kann / möchte. die familie will ich nicht weiter belasten. und freunde, denen ich etwas erzählt habe, naja, die können sich ja auch nix drunter vorstellen... schwierig!
umso schöner dass man sich hier mit leidensgenossen austauschen kann!
geteiltes leid ist nunmal halbes leid!

zu euren fragen: (ich hoffe ich vergesse nichts :-))
ich befinde mich nicht in psychologischer behandlung. habe in der klinik 4 oder 5 sitzungen mit einem psychologen / psychotherapeuten gehabt. aber naja, ich meine halt die skoliose ist ein anathomisches problem und kein psychisches :-). die ärzte haben mir auch angeraten (und sogar in den arztbrief geschrieben) dass ich mich in behandlung begeben soll. nunja, sehe aber auch darin ein problem, dass es wohl schwer werden dürfte einen psychologen zu finden der sich mit skoliose auskennt. mir erscheint das nämlich wichtig...
habe aber seit meiner ersten op keinen alk mehr getrunken! :-)

wie funktioniert das mit dem zitieren? :-)

zur frage ob bei mir jetzt alles verknöchert ist: also die ärzte haben mir gesagt sie haben während der metallentfernung an allen wirbeln geruckelt und gewackelt und es war alles fest gewesen. nur das ganze metall war wegen dem keim schon locker. daher hatte ich auch die höllischen schmerzen. jedoch habe ich das gefühl dass die krümmung in der lws etwas abgesackt ist. hm. aber die schmerzen sind weg.

wegen entschädigung möchte ich nichts anfangen. wer weis wie mich der keim erwischt hat. (mitgebracht hab ich ihn nicht weil ja abstriche gemacht wurden vor der op. und alle waren negativ). naja, ich finde die ärzte haben sich alle mühe mit mir gegeben. ich würde es nicht übers herz bringen da gegen die klinik vorzugehen. es war halt mein schicksal denk ich mir oft. klingt vielleicht blöd, aber wenn man so sieht naja, manchmal werden leute auf offener straße / nur in einem zelt operiert. und es geht gut. der andere kommt in den sterilen op saal und ... das musste wohl so sein. vielleicht ne naive sicht der dinge aber...

ich habe absichtlich nicht geschrieben in welcher klinik ich operiert wurde. ich möchte nämlich der klinik keine schuld zuweisen wie gesagt!
sie haben gute arbeit geleistet! waren für mich da usw.
auch hat mir der oberarzt gesagt er könnte sich nur an einen einzigen solchen fall in seiner ganzen laufbahn erinnern.

es ist aber auch so, dass ich nicht weis ob diese klinik die einzige bleiben wird in der ich vorstellig werde. mir hat einer der oberärzte gesagt er würde meinen rippenbuckel operieren. aber gleichzeitig raten alle anderen davon ab. einer sagte sogar dass demjenigen der mir den rippenbuckel operieren würde die hand abgehackt gehöre. :-( hätte es lieber wenn ein ärzteteam geschloßen hinter mir steht!
eine ärztin sagte zum thema rippenbuckelop: "das ist eine schönheitsoperation. sie sind ein mann sie brauchen keine schönheitsoperation!" :-) darf ich als mann nicht eitel sein? :-)

mensch jetzt hab ich wieder so nen langen text geschrieben...
hab mir heut übrigens gedacht: fals ich durch ne weitere op noch ein semester ausfalle dann lass ich mirs einfach als wartesemester anrechnen! vielleicht studier ich dann auch mal medizin... :-) mitreden kann ich ja :-)

ich wünsch euch eine geruhsame nacht! und freu mich weiterhin auf jede nachricht!

vlg
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sloopy
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Beitrag von sloopy »

Hallo neuer Gast,

auch von mir ein herzliches Willkommen im SIF!
Was hindert dich daran, dich hier anzumelden?

Zum zitieren drückst du den Button Quote.

Liebe Grüße und viel Spaß hier,
sloopy
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Bier Willi
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Beitrag von Bier Willi »

Hi!

eben, was hindert mich daran? :-) hab mich grad angemeldet. warte nur noch auf den administrator.

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minimine
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Beitrag von minimine »

Hallo neuerGast,

klar verstehe ich es, wenn du den Namen der Klinik nicht nennen möchtest. Aber ich denke, eine MRSA-Infektion kann in jedem Krankenhaus vorkommen :/ leider hat es halt dich getroffen.

Wegen der Rippenbuckelresektion weiß ich nicht, ob ich das machen lassen würde, wenn ich die gleiche Geschichte hätte. Stört dich denn "nur" die Optik oder beeinträchtigt dich der Buckel auch beim Sitzen und Liegen? Auf jeden Fall würde ich mich aber in mehreren spezialisierten Kliniken vorstellen.

Bist du jetzt eigentlich schmerzfrei durch die OP? Wie fühlst du dich von den Bewegungen her?
hab mich grad angemeldet. warte nur noch auf den administrator.
Super :zustimm:

LG
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Bier Willi
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Beitrag von Bier Willi »

Hallo minimine!

Bin zur zeit ziemlich schmerzfrei. mal drück es hier, mal zieht es da, aber es sind keine schmerzen die ich nicht aushalten könnte. sagen wir so: ich brauch keine schmerzmittel um über den tag zu kommen. jedoch muss ich auch sagen dass ich noch nicht in meinen früheren alltag zurückgekehrt bin. früher habe ich rucksack getragen und einkaufstaschen und so. das hab ich seit meiner ersten op nicht mehr getan.
habe derzeit noch ein stechen in den füßen. dies begann so ab mitte januar. erst ein gefühl als wären die füße eingeschlafen. dann über die tage ein unaussprechlicher schmerz! stechen und piecks4en. ich konnte in der nacht gar keine ruhe mehr finden. ich wurde dann in einer neurologischen klinik untersucht. mrt und soweiter. man sagte mir dass es nicht vom rücken kommen würde. die ärzte meinten es wären wohl nebenwirkungen vom antibiotika das ich bis dahin wegen der infektion genommen hatte (immerhin 80 tage!)
ich musste tilidin nehmen. ansonsten bekam ich diese schmerzen nicht in den griff! aber jetzt seit ca 14 tagen nehm ich nichts mehr. die schmerzen haben nachgelassen. die füße kribbeln nur noch. unangenehm aber nicht schmerzhaft.
der rücken an sich meldet sich nur kurz nach dem aufstehen ganz grob. bis ich halt in bewegung bin. ansonsten fühlt er sich sehr verspannt an.
muss aber auch sagen dass ich wieder seit anfang april fleißig trainiere. das tut mir sehr gut!

der rippenbuckel stört mich halt kosmetisch enorm. habe ihn röntgen lassen. da schaut er gar nicht so schlimm aus. aber wenn ich vorm spiegel steh... bin auch dazu übergegangen mich zu filmen. weil ich mir dachte vielleicht lägs an der perspektive. ich wollte mich halt als aussenstehender betrachten können. bin unglücklich!
beim sitzen nervt er. sitze daher meistens etwas schräg. beim liegen merk ich ihn garnicht.

ich hab schon wieder nen roman geschrieben :-) sorry! :-)

wünsch euch einen schönen abend!

vlg
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DerGast

Beitrag von DerGast »

Wenn du glaubst das du der einzige bist der mit einer starken Skoliose durch die Welt läuft hast du dich geirrt. Irgendwann in meiner Jugend wurde ich zum Krüppel, ohne es zu merken. Sobald man das Problem kennt ist es zu spät. Schule und Uni war für mich die Hölle, ich hasse es wenn andere auf mich starren da ich mich selbst ekelhaft finde.
Im Sommer gehe ich nur raus wenn es unbedingt sein muss und niemals mit nur einem T-Shirt. Hört sich für den einen oder anderen bestimmt ziemlich gestört an aber ich habe eine 64° Skoliose. Ich wäre viel lieber psychisch krank!
Egal wieviel Sport ich treibe ich werde niemals geheilt werden. Ich versuche meinen Kummer mit Alkohol und Marihuana zu betäuben und das klappt bis jetzt ganz gut. Die Skoliose bestimmt mein Leben ob es jetzt Klamotten sind oder eine Arbeitsstelle alles wird so ausgesucht das ich niemanden auffalle. Sogar die zahl meiner Freunde ist rapide gesunken da ich mich von denen die es wissen distanziere. Ich will einfach nicht wie ein kleines behindertes Tier behandelt werden! Aber genau das tut jeder der meinen entstellten Körper sieht.

Mir kann niemand helfen. Ein Psychiater würde mir nur den gleichen Müll erzählen wie alle anderen. „Wichtig ist dein Inneres bzw. wer du bist“ usw. aber das ist Blödsinn. Man sagt das doch nur weil das überhaupt nicht stimmt. Mit einer Skoliose hat man überall nur Nachteile und mir persönlich macht das Leben damit nicht so wirklich Spaß.
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Klaus
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Beitrag von Klaus »

DerGast hat geschrieben:Sobald man das Problem kennt ist es zu spät.....aber ich habe eine 64° Skoliose
Es ist niemals zu spät!
Eine Behandlung ist immer möglich, wie intensiv erfolgreich die ist, hängt schon davon ab, wann bzw. in welchem Alter man das Problem erkennt.

Ich kann gut verstehen, wenn Du Dir hier den Frust von der Seele redest, aber Du provozierst damit auch energischen Widerspruch.

Die meisten leider inkompetenten Orthopäden sprechen oft von "da kann man nichts mehr machen". Da würde ich Deine Haltung verstehen.
Aber dem ist absolut nicht so! Es gibt optimale konservative Methoden, die man wenigsten ausprobieren sollte. Und mit 64 Grad ist man im unteren Bereich einer OP Indikation, die dann auch noch möglich ist.

Gruss
Klaus
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sloopy
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Beitrag von sloopy »

DerGast hat geschrieben:Mir kann niemand helfen.
Das ist richtig, wenn du keine Hilfe annehmen möchtest, denn man kann niemand helfen, der sich nicht helfen lassen will.

Die Frage ist also, willst du deine Probleme weiterhin mit Hilfe von Alk und Marihuana verdrängen oder bist du bereit, aktiv etwas für dich, deine Wirbelsäule und damit verbunden deine Optik tun?

Gruß,
sloopy
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Beitrag von Lady S »

Hallo DerGast!

Wenn das Leben "nicht so wirklich Spass" macht und Du Dich "ekelhaft" findest, wird es höchste Zeit, etwas zu unternehmen!
Auch wenn Du es nicht glauben magst - Hilfestellung durch einen Psychotherapeuten/Psychologen (nicht Psychiater!!) wäre bestimmt nützlich.

Wie wäre es übrigens mit einer Schroth-Reha in Salzungen?
Dort tust Du aktiv was für Dich und Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden, Du lernst jede Menge über Deinen Körper und Deine Skoliose, dort sind lauter "solche" :D - der Austausch mit anderen Betroffenen ist enorm wichtig - es gibt verschiedene Angebote zur Beratung (Psychologe, Sozialtherapeuten,...).
Nicht zuletzt ist das auch eine schöne Auszeit vom Alltag, wo man sich so über manches klar werden kann.

Nimm die Sache in die Hand!!
Wenn Du den Kopf in den Sand steckst, Dich zurückziehst vor allem und Dich mit Drogen zudröhnst, wirkst Du über kurz oder lang wirklich wie ein "kleines behindertes Tier" und die Umwelt reagiert entsprechend.
Grüsse, Lady S
Schalke-Andy
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Beitrag von Schalke-Andy »

Hallo DerGast
Also, erstmal Respekt, daß Du Dein Seelenleben hier so offen schilderst! Aber Deine Zeilen rufen natürlich den Schalke-Andy auf den Plan! Einige Punkte Deiner Zeilen kann ich gut nachvollziehen, aber für ein paar Punkte habe ich nur ein Kopfschütteln übrig.
Klar, das wir mit einer starken Skoli (ich habe die 100° überschritten) keine Muscle-Shirts tragen können. Na und?!? Und schräge Blicke stören, mich jedenfalls, nicht.
Deinen Freundeskreis kannste inne Tonne kloppen, wenn Die so reagieren, wie Du es geschildert hast. Fahre mal nach Sobi und schau Dir an, wie "behinderte Tiere" Spaß haben können und trotz Ihres Mankos Freude am Leben haben. Ich lade Dich gerne mal einen Tag nach GE ein, damit Du siehst, daß man auch Spaß mit einem "normalen" Freundeskreis haben kann.
Und der Punkt mit dem Alk und dem Marihuana ist natürlich arg übel. O.K. gegen aufkommende Schmerzen, bei mir, hat Marihuana besser geholfen wie jede Chemie!! Aber das darf man ja nicht laut sagen...
Versuche trotzdem Dein Leben zu genießen. Du hast nur eins....!
Oder richte Dich nach dem Vorschlag von Lady S und nimm psychologische Hilfe an!
Gruß Andy
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Beitrag von minimine »

Hallo DerGast,

auch wenn ich deine Wortwahl mehr als unpassend finde, liest man doch heraus, dass du sehr verzweifelt zu sein scheinst.
Was hast du denn schon an Therapien hinter dir?
Auch wenn ich immer dafür bin, eine OP ganz an den Schluss einer Behandlungskette zu stellen, aber hast du schonmal darüber nachgedacht, dich in einer guten Skoliose-OP-Klinik vorzustellen? Wenn du so stark unter deiner Optik leidest, dass du regelrecht depressiv wirst und auch zu Drogen greifst, dann besteht da schon dringender Handlungsbedarf. In der Indikation für eine OP wärst du auf jeden Fall.
Es gibt aber auch konservative Therapiemöglichkeiten, z.B. KG nach Schroth oder Korsett. Wobei ich hier allerdings glaube, dass du mit deinem Aussehen so große Probleme hast, dass du auch ein Korsett nicht in die Öffentlichkeit anziehen würdest.

LG
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SchwarzeSchnecke
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Beitrag von SchwarzeSchnecke »

DerGast hat geschrieben:ich hasse es wenn andere auf mich starren da ich mich selbst ekelhaft finde.
Im Sommer gehe ich nur raus wenn es unbedingt sein muss und niemals mit nur einem T-Shirt. Hört sich für den einen oder anderen bestimmt ziemlich gestört an aber ich habe eine 64° Skoliose.
Es gibt Menschen mit mehr als 100°, die sich nicht ekelhaft finden.
Ich wäre viel lieber psychisch krank!
Wie bitte – wäre?!
Du machst Dir da ganz schön was vor.
Du magst zwar (noch) keine schwere Depression oder Psychose (kann man sich mit THC prima "anrauchen", wenn man entsprechend veranlagt ist) haben (und falls Du eine hättest, würdest Du sie mit Vergnügen gegen eine Skoliose eintauschen!), aber wer seine Probleme mit Alkohol und THC zu "behandeln" versucht, der ist mit Sicherheit nicht psychisch gesund!
Egal wieviel Sport ich treibe ich werde niemals geheilt werden.
Manchmal kann schon ein Teilerfolg die Lebensqualität erheblich verbessern.
Die Skoliose bestimmt mein Leben ob es jetzt Klamotten sind oder eine Arbeitsstelle alles wird so ausgesucht das ich niemanden auffalle. Sogar die zahl meiner Freunde ist rapide gesunken da ich mich von denen die es wissen distanziere.
Niemand zwingt Dich zu diesen Maßnahmen außer Du selber. Das mußt Du nicht tun.
Ich will einfach nicht wie ein kleines behindertes Tier behandelt werden! Aber genau das tut jeder der meinen entstellten Körper sieht.
Stimmt das überhaupt?
Und falls ja: Vielleicht liegt das dann nicht oder zumindest nicht primär an Deiner Skoliose, sondern an Deinem Verhalten.
Mir kann niemand helfen.
Sofern Du Deine Einstellung nicht änderst, trifft diese Aussage zu.

Selbstmitleid hat auf Dauer übrigens noch niemandem geholfen. (Ich muß allerdings zugeben, daß ich auch eine Weile dazu gebraucht habe, es mir abzugewöhnen.)
Ein Psychiater würde mir nur den gleichen Müll erzählen wie alle anderen. „Wichtig ist dein Inneres bzw. wer du bist“ usw. aber das ist Blödsinn.
Das ist weder "Müll" noch "Blödsinn". Aber es ist auch nichts, das man in jemanden reinprügeln könnte. Einige begreifen es eben irgendwann, die meisten jedoch nie. Die haben dann eben Pech gehabt – egal, ob nun mit oder ohne Skoliose.

Anne
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Beitrag von Schnecke007 »

Super Antwort, Anne! :dito:
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Beitrag von Mama Mücke »

:hallo: Hallo Neuer Gast :tach:

Willst Du zu deiner Skoloise noch ein Alkohol und Drogen-Problem bekommen. Ich glaube dir, das DIR DEINE SKOLIOSE und der REST
DEINES LEBENS "betäubt" nicht mehr ausmacht.

Aber hast du die Folgen bedacht:
-Führerschein weg
-Anklage wegen Besitz von BTM's
-Unzuverläßigkeit im Beruf---Verlust der Arbeit
-Entzugsprogramm mit Methadon über Jahre (täglich sich zitternend die Tagesdosis abholen in einer Methadonausgabestelle- evtl. mit Alkoholfahne)
-----danach eine 4-6 monatige Drogen-und Alkoholentziehungkur

Ist das Dein ZIEL???

Wenn KG, Kur ,Schmerztherapie und Psychotherapeut nur ein wenig helfen--so ist das doch ein anzusterbendes ZIEL, oder???

Ich habe des öfteren mit POLIS (Personen des Polamidon-Programms)
zu tun und wünsche es keinem dazu zu gehören.

DENKE nochmal ÜBER DEIN L E B E N nach !!!

:versteck: :steinigung: oder :bindafür: für mein Leben :licht:

ich drück dir die Daumen :biggthumpup:

Mama Mücke
Laßt uns dem Leben trauen, weil wir es nicht alleine zu leben haben,weil Gott es mit uns lebt.(Alfred Delp)
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Beitrag von Bier Willi »

so servus leute!

wow, das hat sich ja ganz schön entwickelt hier....

@DerGast: ich kann dich sau gut verstehen! ich mach genau das durch was du beschreibst. (nur dass ich mit alk und drogen nichts mehr am hut hab). ich mauer mich immer mehr ein. hab mittlerweile sämtliche fenster meiner wohnung verhängt. will nicht nach draußen schaun und niemand soll reinsehen. jetzt kommt wieder der sommer. da muss man mit nem hemd nach draußen gehen. wird wieder ein spießrutenlauf. den winter übersteh ich immer ganz gut. da ich immer nen pulli mit kaputze trag. find dass die kaputze wenigstens teilweise vom rippenbuckel ablenkt. naja.

is halt alles Sch******. oder um es mit den worten eines guten freundes von mir zu sagen (damals war er sturzbesoffen!): "das leben ist ein scheißhaus. seien wir froh dass wir nicht das leben sind!"
weis zwar nicht wie ich das richtig eindeutschen soll aber ich finds unheimlich poetisch!

@Mama Mücke: da is ein unterschied zwischen "neuer gast" und "der gast". ich (anfangs "neuer gast", jetzt angemeldet als "bier willi") nehme keine drogen! :-)
ich geb dir vollkommen recht! drogen verschlimmern die situation nur!
ich glaub aber auch nicht dass mir eine psychotherapie helfen könnte. der psychologe bringt ja meinen rippenbuckel nicht weg! :-)

ich wünsch euch was!

vlg
Der Mensch denkt und Gott lenkt.
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