Chronisches Schmerzsyndrom bei fixierter Skoliose, 50 Jahre
Verfasst: Mo, 03.05.2004 - 12:45
Mit Interesse verfolge ich seit einiger Zeit dieses Forum.
Oft von Orthopäden unverstanden gefühlt, finde ich hier teilweise eine exakte Beschreibung meiner Symptome wieder.
Ich habe eine bis vor 2 Jahren unbehandelte Skoliose nach Morbus Scheuermann.
Die Gradzahl ist mir unbekannt. Ich denke eher gering, da mit bloßen Auge außer einem Beckenschiefstand nicht viel sichtbar ist. Das „Fachauge“ erkennt eine Vorwölbung des linken vorderen Rippenbogens und beim Bücken soll auch dieser typische „Buckel“ erkennbar sein. Im Röntgenbild sind besonders im BWS-Bereich keilförmige Deformierungen, Veränderungen der Deckplatten sowie Spangenbildung zwischen mehreren Wirbelkörpern erkennbar. (Die letzten Röntgenbilder aus 2003 sollen dies besonders deutlich zeigen)
Mit circa 30 Jahren fingen die ersten Schmerzen z.B. bei langem Sitzen, Stehen oder Pflastergehen an.
Ab ca. Ende 30 bekam ich diese überwiegend muskulären Schmerzen mit Yoga und intensivem Feldenkrais gut in Griff. Orthopäden suchte ich diesbezüglich nicht/kaum noch auf, weil sie eh keinen Rat wussten und mir die üblichen Spritzen verpassen wollten.
Vor ca. 2 Jahren änderte sich die Qualität der Schmerzen gravierend in einen bohrend-dumpfen fast unerträglichen punktuellen Dauerschmerz im BWS-Bereich.
Diese Veränderung ging auch mit einer Lungenentzündung einher (mangelnde Durchlüftung?)
Nach 2 Jahren „Zähnezusammenbeißen“ begab ich mich wieder zum Orthopäden.
Verordnetes Kiesertraining, medizinisches Gerätetraining und herkömmliche KG verschlimmerten die Schmerzen. Ibuprofen und ähnliche Mittel blieben wirkungslos.
Schließlich suchte ich auf eigene Initiative eine Schmerzpraxis auf.
Eine Kombination aus Schmerzmitteln (Katadolon), Tensgerät, Akupunktur und kinesiologischen Tapes ließ den Schmerzpegel auf ein halbwegs erträgliches Maß senken und die Veränderung in der Wirbelsäule (Verdrehung der Brustwirbelkörper und ständige Blockaden) überhaupt erst spüren. Vorher war da nichts als Schmerz!
Linderung bringt auch cranio-sacrale Therapie. Dort werden die blockierten Wirbel spürbar gelöst. Doch kaum befinde ich mich in der Senkrechten beginnt der Schmerz von Neuem.
Im Zustand der blockierten Wirbel bringen mich selbst kleine Alltagsarbeiten aus dem Lot. Stehen und Gehen lässt die Muskulatur weiter verkrampfen und erhöht die Schmerzen. Neben dem dumpfen Dauerschmerz kommen auch vermehrt Atemprobleme hinzu. Die Atemmuskulatur funktioniert dann nicht mehr richtig und ich komme z.B. beim Treppengehen sehr schnell aus der Puste. Um den gesamten Brustkorb legt sich ein „Ring“. Die Bronchien schmerzen. Die Hände schlafen ein und in den Zehen und unter den Fußsohlen habe ich Schmerzen. Manchmal schmerzt die gesamte linke Hälfte oder das linke Bein schwillt an. Auch Schwindel oder Herzbeschwerden treten auf.
Hinzu kommen noch eine beidseitige Gonarthrose (Grad 2-4) nach Mehrfachoperationen (Meniskusentfernung, Patellasehnenversetzung und Knorpelshaving) und eine beginnende Coxarthrose links.
Mittlerweile wurde auch eine Beinlängendifferenz und ein Fehlbiss festgestellt.
Dies wird mit kinesiologischen Schuheinlagen sowie Aufbißschiene behandelt.
Eine erhoffte Schmerzreduktion in der BWS blieb aus.
Nach der letzten Knie-Op (Meniskus und Knorpelshaving links) befand ich mich bis letzte Woche in einer Reha-Klinik. Dort wurde sowohl die Arthrose als auch die Skoliose behandelt. Unter herkömmlichen Rückentherapien verschlechterte sich dort die Schmerzsymptomatik zusehends.
Im Abschlussgespräch riet mir der behandelnde Arzt zu einer KG nach Schroth und zu einer weiteren Reha in Bad Sobernheim / Bad Salzungen.
Er meinte mit entsprechender Formulierung könnten die üblichen 4 Jahre Wartezeit auf ggf. 2 Jahre verkürzt werden.
Meine Fragen hierzu: Werden in diesen Kliniken auch erwachsene Patienten mit chronischer Schmerzsymptomatik bei bereits fixierter Skoliose behandelt? Gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen den beiden Kliniken? Muss ich wirklich weitere 2 Jahre warten um eine adäquate Behandlung zu erhalten. Ich bin berufstätig und die Dauerschmerzzustände belasten nicht nur meine Arbeitsfähigkeit sondern auch meine gesamte Lebensqualität sehr. Hinzu kommt, dass nach den neuen Bestimmungen nur noch begrenzt KG verordnet werden darf. Was, wie , wo, kann ich tun, um eine wirklich sinnvolle und gute Behandlung zwischen den beiden Rehamaßnahmen zu erhalten? Wo finde ich im Raum Lübeck einen Schroth-Therapeuten bzw. einen Orthopäden mit mehr Skoliose-Verständnis/Erfahrung?
liebe Grüße Julia
Oft von Orthopäden unverstanden gefühlt, finde ich hier teilweise eine exakte Beschreibung meiner Symptome wieder.
Ich habe eine bis vor 2 Jahren unbehandelte Skoliose nach Morbus Scheuermann.
Die Gradzahl ist mir unbekannt. Ich denke eher gering, da mit bloßen Auge außer einem Beckenschiefstand nicht viel sichtbar ist. Das „Fachauge“ erkennt eine Vorwölbung des linken vorderen Rippenbogens und beim Bücken soll auch dieser typische „Buckel“ erkennbar sein. Im Röntgenbild sind besonders im BWS-Bereich keilförmige Deformierungen, Veränderungen der Deckplatten sowie Spangenbildung zwischen mehreren Wirbelkörpern erkennbar. (Die letzten Röntgenbilder aus 2003 sollen dies besonders deutlich zeigen)
Mit circa 30 Jahren fingen die ersten Schmerzen z.B. bei langem Sitzen, Stehen oder Pflastergehen an.
Ab ca. Ende 30 bekam ich diese überwiegend muskulären Schmerzen mit Yoga und intensivem Feldenkrais gut in Griff. Orthopäden suchte ich diesbezüglich nicht/kaum noch auf, weil sie eh keinen Rat wussten und mir die üblichen Spritzen verpassen wollten.
Vor ca. 2 Jahren änderte sich die Qualität der Schmerzen gravierend in einen bohrend-dumpfen fast unerträglichen punktuellen Dauerschmerz im BWS-Bereich.
Diese Veränderung ging auch mit einer Lungenentzündung einher (mangelnde Durchlüftung?)
Nach 2 Jahren „Zähnezusammenbeißen“ begab ich mich wieder zum Orthopäden.
Verordnetes Kiesertraining, medizinisches Gerätetraining und herkömmliche KG verschlimmerten die Schmerzen. Ibuprofen und ähnliche Mittel blieben wirkungslos.
Schließlich suchte ich auf eigene Initiative eine Schmerzpraxis auf.
Eine Kombination aus Schmerzmitteln (Katadolon), Tensgerät, Akupunktur und kinesiologischen Tapes ließ den Schmerzpegel auf ein halbwegs erträgliches Maß senken und die Veränderung in der Wirbelsäule (Verdrehung der Brustwirbelkörper und ständige Blockaden) überhaupt erst spüren. Vorher war da nichts als Schmerz!
Linderung bringt auch cranio-sacrale Therapie. Dort werden die blockierten Wirbel spürbar gelöst. Doch kaum befinde ich mich in der Senkrechten beginnt der Schmerz von Neuem.
Im Zustand der blockierten Wirbel bringen mich selbst kleine Alltagsarbeiten aus dem Lot. Stehen und Gehen lässt die Muskulatur weiter verkrampfen und erhöht die Schmerzen. Neben dem dumpfen Dauerschmerz kommen auch vermehrt Atemprobleme hinzu. Die Atemmuskulatur funktioniert dann nicht mehr richtig und ich komme z.B. beim Treppengehen sehr schnell aus der Puste. Um den gesamten Brustkorb legt sich ein „Ring“. Die Bronchien schmerzen. Die Hände schlafen ein und in den Zehen und unter den Fußsohlen habe ich Schmerzen. Manchmal schmerzt die gesamte linke Hälfte oder das linke Bein schwillt an. Auch Schwindel oder Herzbeschwerden treten auf.
Hinzu kommen noch eine beidseitige Gonarthrose (Grad 2-4) nach Mehrfachoperationen (Meniskusentfernung, Patellasehnenversetzung und Knorpelshaving) und eine beginnende Coxarthrose links.
Mittlerweile wurde auch eine Beinlängendifferenz und ein Fehlbiss festgestellt.
Dies wird mit kinesiologischen Schuheinlagen sowie Aufbißschiene behandelt.
Eine erhoffte Schmerzreduktion in der BWS blieb aus.
Nach der letzten Knie-Op (Meniskus und Knorpelshaving links) befand ich mich bis letzte Woche in einer Reha-Klinik. Dort wurde sowohl die Arthrose als auch die Skoliose behandelt. Unter herkömmlichen Rückentherapien verschlechterte sich dort die Schmerzsymptomatik zusehends.
Im Abschlussgespräch riet mir der behandelnde Arzt zu einer KG nach Schroth und zu einer weiteren Reha in Bad Sobernheim / Bad Salzungen.
Er meinte mit entsprechender Formulierung könnten die üblichen 4 Jahre Wartezeit auf ggf. 2 Jahre verkürzt werden.
Meine Fragen hierzu: Werden in diesen Kliniken auch erwachsene Patienten mit chronischer Schmerzsymptomatik bei bereits fixierter Skoliose behandelt? Gibt es diesbezüglich Unterschiede zwischen den beiden Kliniken? Muss ich wirklich weitere 2 Jahre warten um eine adäquate Behandlung zu erhalten. Ich bin berufstätig und die Dauerschmerzzustände belasten nicht nur meine Arbeitsfähigkeit sondern auch meine gesamte Lebensqualität sehr. Hinzu kommt, dass nach den neuen Bestimmungen nur noch begrenzt KG verordnet werden darf. Was, wie , wo, kann ich tun, um eine wirklich sinnvolle und gute Behandlung zwischen den beiden Rehamaßnahmen zu erhalten? Wo finde ich im Raum Lübeck einen Schroth-Therapeuten bzw. einen Orthopäden mit mehr Skoliose-Verständnis/Erfahrung?
liebe Grüße Julia