ich bin im Marienhospital Hamm operiert worden. Bei mir ging das mit der Skoliose sehr schnell im Wachstum. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich plötzlich sehr starke Rückenschmerzen hatte und der Besuch beim Kinderarzt (Beugen ...) jagte meinen Eltern Schrecken ein. Es ist einfach nicht vorher aufgefallen und es verlief wohl so schnell. Ich habe dann ein Jahr lang ein Korsett getragen - so eins mit Halsstütze etc. und ich war als Kind einfach nur heilfroh nicht operiert werden zu müssen. Der Zufall wollte es, dass ich damals in der "aktuellen Drehscheibe" (kennt das überhaupt noch jemand) genau diese OP gesehen hatte ... Bei einer Nachuntersuchung in der orth. Klinik in Emmerich (für die ich sozusagen Versuchskaninchen war) stellte sich wieder durch Zufall heraus, dass sich der Oberarzt beim Winkelmessen verrechnet hatte. Er hatte einfach den Winkelmesser falsch herum angelegt! Mein Vater hatte ihn damals sogar darauf angesprochen, aber der Arzt wußte es besser... Dann war "Holland in Not", denn die Verkrümmung war so groß (ich kann Dir ehrlich gesagt nicht sagen ob 50 oder 60 Grad), dass operiert werden musste.
Ich habe später ein Kindheitsfotos gefunden, aus der Korsettzeit, wo ich im Bikini von hinten fotographiert wurde. Es hat mich in der Tat sehr erschrocken, wie "verwachsen" ich aussah! Ich habe das aber selber, vielleicht wegen des fast ständigen Korsett-Tragens einfach nicht mitbekommen und von daher "nur" unter den quälenden Rückenschmerzen (ohne Korsett) gelitten. Von daher ist bei mir dieser Leidensdruck nicht so entstanden. Ich war in der Zeit eigentlich nur mit Korsett "zu besichtigen".
Natürlich denke ich, dass ich ohne OP keine entsprechende Lebensqualität gehabt hätte. Es wäre ja auch immer schlimmer geworden, da mache ich mir nichts vor.
Das Problem für mich war sicherlich, dass das Thema Skoliose nach OP bei meinen Eltern einfach verdrängt wurde. Ein Un-Thema, weil sie wohl sich selber Vorwürfe machen, nichts bemerkt zu haben. Es lief einfach alles weiter wie normal und ich hätte eben mehr natürlichen Umgang mit der "Krankheit" gebraucht. Das man dazu steht und nichts zu verstecken hat. Ich glaube ich habe da in einigen Dingen eben meine Traumata erlebt
Ich habe deshalb das mal reingeschrieben, mit der psych. Belastung - z.B. für Eltern, deren Kind operiert wird - es im Selbstwertgefühl zu stärken und auch "innerlich" zu begleiten, auch danach ...
Grüße Kitty


