Die Frage nach einem geeigneten Job

Schreibe deinen Erfahrungsbericht zur Skoliose, Schmerzbekämpfung etc. oder tausche Erfahrungen mit Leidensgenossen aus
verena*1992
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Juni 2010 Skoliose OP von th 3- l 1 restkrümmung etwa 15°

Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von verena*1992 »

Hallo
Nun da ich bald mit der Schule fertig sein werde, entweder ganz ganz bald (hoffentlich nicht) oder in einem halben Jahr, stellt sich auch mir die Frage nach einem Job. Eigentlich wollte ich dabei auf die Skoliose garkeine Rücksicht nehmen, weil ich einfach das machen möchte was mir gefällt. Aber es bringt vermutlich auch nichts nach einem Jahr nicht mehr weiter darin arbeiten zu können vor Schmerzen oder ähnlichem.
Würde nun gerne mal wissen, was Jobs wären, die bei einer OPERIERTEN, aber schmerzfreien Skoliose machbar sind. Ich habe zum Beispiel schonmal ein PRaktikum als Kinderkrankenschwester gemacht und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, da war ich allerdings auch noch nicht operiert und glaube da selbst schon das es schwierig sein könnte. Würde aber schon gerne was mit Kindern machen. Lehrerin hatte ich auch schon ins Auge gefasst, falls ich tatsächlih studieren möchte. Aber geht das?
Desweiteren wäre, was völlig anderes allerdings, auch Bankkauffrau oder etwas anderes in die Richtung interessant, aber da sitzt man sehr viel am Schreibtisch.
Reisen wäre auch noch etwas schönes- also Richtunge Reiseverkehrskauffrau.
Ich weiß, dass sind alles sehr verschiedene Dinge und ihr könnt mir nicht sagen, was davon ich nun machen soll, dass muss ich selbst wissen, aber was wäre Rückentechnisch am Besten? Was habt ihr so für Berufe mit denen ihr gut klar kommt?
Dazu muss ich sagen, habe weder vor noch nach der OP je irgendwelche Rückenschmerzen gehabt, also nie sonderlich Probleme mit der Skoliose. Im Prinzip würde ich darauf auch keine Rücksicht nehmen, aber ich möchte den Beruf ja dann auch schon lange machen und ich weiß das Schmerzen dann eventuell sehr hinderlich wären.
Lieben Dank schonmal für eure Antworten
Verena
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die_olle_Ente
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von die_olle_Ente »

Hallo Verena,

ich habe damals eine Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin gemacht und hatte wirklich massive Probleme.

Bei den Säuglingen und Kleinkindern ging es noch - aber wenn Du dann auf einer Station mit Schulkindern bis hinauf zum 18. Lebensjahr eingesetzt wirst, die schwerst körperlich / geistig behindert sind, wird es rückentechnisch echt hart.

Das sind dann heftige Gewichte, die Du heben oder bewegen musst.

Es ist ein schöner Beruf - keine Frage - aber jedem Menschen mit Wirbelsäulenproblemen kann ich nur abraten.

LG,

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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Kaffeetrinker »

Moin,

Wenn du dich operieren läßt heisst das nicht automatisch dass du hinterher schmerzfrei bist oder bleibst.
Die angrenzenden Wirbel die nicht versteift sind werden dann umso mehr belastet und da ist es nicht gut wenn man täglich dann die KInder anhebt/rumträgt usw. Zumal das auch in einer eher ungesunden/vorgebeugten Haltung geschieht. Das wird wohl nix werden. Ist halt schade, ist bestimmt ein schöner Job, bringt dir aber nix wenn du dich selbst kaputt machst. Und bis du die OP überstanden hast bis zur vollen Belastung kann auch durchaus 1 Jahr vergehn, je nachdem.Das sollte man alles berücksichtigen, auch wenn die Ärzte was anderes sagen, was meistens eh zu optimistisch ist,m aber das kennen wir hier ja zur Genüge. :D

Gruß
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von verena*1992 »

hey
glaube ist in meinem Text nicht ganz rausgekommen, aber bin schon seit etwa einem dreiviertel Jahr operiert, gehe aber zur Zeit noch in die Schule ;)

Danke schonmal für die Antworten, das habe ich auch schon fast gedacht das Kinderkrankenschwester vermutlich schwierig sein könnte, auch wenn ich es echt gerne machen würde. Aber wenn jemand sogar schon selbst die Erfahrung mit dem Job gemacht hat und das dann nochmal hört, wird mir schon klar das das wohl schlecht wäre. Will ja nicht nach 1 Jahr wieder einen anderen Job lernen müssen.

verena :)
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Kaffeetrinker »

Ups, ich hatte zwar links dein Profil gelesen aber wir haben ja schon 2011 :D
Glaub ich brauch ein Kaffee :D
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo Verena,

auch ich habe meine Berufsausbildung nach der OP angefangen (OP mit 13, Ausbildungsbeginn mit 16).
Bei mir war es auch etwas schwierig, da ich Interesse an einem technischen Beruf hatte; mich interessierte u.a. Energieelektronikerin und Mechantronikerin.
Bei meiner langen Versteifungsstrecke ist das aber ziemlich ungeeignet, und Lust auf einen kaufmännischen Beruf (was man mir dann empfahl) hatte ich absolut nicht. Bürokauffrau, Versicherungskauffrau o.ä. hätte mir gar nicht gefallen.
Gefunden hatte ich dann den Beruf "Fachinformatikerin", und hatte nie damit Probleme. Ich schreibe "hatte", da ich inzwischen Physik studiere, aber das Studium ist keinesfalls aus Beschwerden begründet. Den Beruf habe ich immer beschwerdefrei ausüben können, und arbeite weiterhin nebenbei.

Was ich damit sagen will, auch wenn dich, wie ich herauslese, eher Sozialberufe interessieren:
Auch, wenn der eigentlich angestrebte Beruf nicht rückenfreundlich ist, findet sich meist eine Alternative, die zu den gleichen Interessen passt.

Allgemein sollte ein für Leute mit WS-Versteifung geeigneter Beruf folgende Kriterien erfüllen:
- nicht schwer heben
- keine Zwangshaltungen (Zwangshaltungen sind Positionen, die man unbedingt und genau so einnehmen muss - dazu gehört z.B. Arbeiten an einer Supermarktkasse oder LKW-Fahrer, da man sitzen bleiben muss, und der Arbeitsplatz nicht ergonomisch umrüstbar ist; auch die typischen Haltungen eines z.B. Fliesenlegers gehören dazu, und durchaus auch jene von Kinder- oder Altenbetreuungspersonen)
- Stehen und Sitzen ist nach Möglichkeit in beliebigem Wechsel möglich
- möglichst keine Tätigkeiten, bei denen es auf besondere Beweglichkeit ankommt, man klettern muss etc. (dürfte aber sowieso klar sein ;))
verena*1992 hat geschrieben:Würde aber schon gerne was mit Kindern machen. Lehrerin hatte ich auch schon ins Auge gefasst, falls ich tatsächlih studieren möchte. Aber geht das?
Lehrerin ist recht gut, aber es hängt natürlich vom Fach ab.
Sportlehrerin geht nicht (dürfte aber sowieso klar sein ;)), aber auch ein Lehrberuf, in dem manuelle Tätigkeiten unterrichtet werden (Handarbeits-, Werk-, Hauswirtschaftslehrerin), scheint mir ungeeignet. Da muss man eben doch häufig schwer tragen, sich zu Schülern nach vorne beugen um etwas vorzumachen etc.
Gegen das Unterrichten von Fächern, die mit solchen körperlichen Dingen nichts zu tun haben, spricht aber meiner Meinung nach nichts.
Die Abwechslung zwischen Stehen und Sitzen kommt körperlich den Anforderungen eines WS-Versteiften schon sehr zugute.
Ich hatte z.B. mal einen Englischlehrer, der kleinwüchsig war (ca. 1,20 m Körpergröße) ; klar, das ist eine andere körperliche Einschränkung, aber auch eine und sogar, finde ich, eine deutlichere.
verena*1992 hat geschrieben:Desweiteren wäre, was völlig anderes allerdings, auch Bankkauffrau oder etwas anderes in die Richtung interessant, aber da sitzt man sehr viel am Schreibtisch.
Reisen wäre auch noch etwas schönes- also Richtunge Reiseverkehrskauffrau.
Bei der Reiseverkehrskauffrau muss ich dich ernüchtern: Dabei reist man nicht wirklich viel.
Wenn dir der Beruf aber "trotzdem" gefällt: Warum nicht?
Diese Berufe müssen nicht unbedingt mit extrem viel Sitzen zu tun haben.
Mein oben genannter Beruf, Fachinformatikerin, klingt ja nun auch nach einem typischen "Sitzberuf". Mit einem passenden Stuhl, zwischendurch aufstehen wenn möglich (Telefonate kann man z.B. auch oft im Stehen führen) und im Idealfall noch einem Steharbeitsplatz kann man aber viel daran optimieren. Wie gesagt, ich persönlich hatte davon nie Beschwerden, auch nicht bei einer (manchmal nötigen) 60-Stunden-Woche. In meinem Studium komme ich ferner auch auf sehr hohe Schreibtischzeiten, habe noch einen Nebenjob als Programmiererin... Insgesamt führe ich also eine solche Tätigkeit seit 12 Jahren aus. Bei Praktika im Elektronik- und Mechanik-Werkstattbereich (gehört leider zu meinem Studium dazu) habe ich meist ab dem ersten Tag Schmerzen gehabt. Es macht mir zwar Spaß, aber solche Tätigkeiten gehen für mich gar nicht.
Ich werde nach dem Studium wieder im Büro arbeiten und keinesfalls in einer Werkstatt; aufgrund des Bereichs, auf den ich mich spezialisiere (Theorie, Simulationstechnik), ist dies aber auch sehr gut möglich.

Meiner Meinung nach hängt, wie gut man Sitzen verträgt, extrem vom Stuhl ab - bei uns Operierten wohl noch mehr als bei anderen. Ggf. macht auch ein speziell angefertigter Stuhl Sinn ("Skoliosestuhl", erkundige dich danach mal hier und im skoliose-op.info).

Jedenfalls ist ein Büroarbeitsplatz viel besser ergonomisch anpassbar als eine Tätigkeit im Bereich Kinderbetreuung, Pflege, Handwerk.

Ich hoffe, ich konnte dir hiermit etwas weiterhelfen :)

Viele Grüße,
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von sloopy »

Hallo Verena,

(Kinder-)krankenschwester halte ich für genauso ungeeignet wie Altenpflegerin o.ä.

Ich hab wie Raven eine Ausbildung zur Fachinformtikerin gemacht, allerdings eine andere Fachrichtung (Systemintegration). Bei diesem Beruf verbringt man zwar viel Zeit am PC, kann den Arbeitsalltag aber durch die verschiedenen Aufgabengebiete durchaus abwechslungsreich gestalten.

Seit mein Sohn ein logopädische Behandlung hinter sich hat, halte ich den Beruf LOGOPÄDIN für sehr rückenschonend. Man arbeitet mit allen Altersklassen, je nach Einsatzgebiet überwiegend mit Kindern und kann seine Tätigkeit sowohl sitzend als auch stehend verrichten. "Unsere" Logopädin saß mal mit unsrem Sohn am Schreibtisch, mal auf dem Boden, mal haben sie Bewegungs- oder Ballspiele gemacht- alles in allem sehr abwechslungsreich und schwer heben musste sie auch nie.

Ich denke, Bankkauffrau o.ä. Berufe sind auch ok, man sitzt zwar auch viel am Schreibtisch, aber den perfekten Beruf gibt es sowieso nicht. Man muss dann sehen, dass man seinen Arbeitsplatz ergonimisch gestaltet, ausreichend Bewegungspausen einlegt und sich damit selbst ein bisschen hilft. Wie Raven schon schrieb, sollte man keinesfalls einen Beruf wählen, den man nur in einer bestimmten Haltung verrichten kann.

Liebe Grüße,
sloopy
Mein Thread: Mein CCtec (Erwachsenen)korsett und ich

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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo sloopy,
sloopy hat geschrieben:Ich hab wie Raven eine Ausbildung zur Fachinformtikerin gemacht, allerdings eine andere Fachrichtung (Systemintegration). Bei diesem Beruf verbringt man zwar viel Zeit am PC, kann den Arbeitsalltag aber durch die verschiedenen Aufgabengebiete durchaus abwechslungsreich gestalten.
bei mir war es die Fachrichtung Anwendungsentwicklung (wie du schon richtig geraten hast).
Die andere Fachrichtung hätte ich nicht geschafft, bzw. die hätte mich geschafft ;) - mal einen PC tragen, mal untern Tisch krabbeln, am Boden sitzen etc. kann ich nicht, was bei meiner langen Versteifungsstrecke bis L5 auch nicht verwunderlich ist.
Nicht alle FI-SI machen im Beruf letztendlich sowas Hardware-nahes, klar, aber ich wollte nicht eine Fachrichtung wählen, bei der gerade in der Ausbildung solche für mich nicht geeigneten Dinge öfter mal vorkommen. Es war mir damals auch wichtig, meine Einschränkung notfalls verbergen zu können, falls Chef und Kollegen nicht so tolerant wären. Diese stellten sich dann übrigens als sehr tolerant und hilfsbereit heraus, aber konnte ich vorher ja nicht wissen... Und in dem Alter war es mir generell noch ziemlich wichtig, dass keiner meine Einschränkung merkt - von dieser Einstellung bin ich aber weg, worüber ich sehr froh bin :)

Liebe Grüße,
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Pirat1988 »

Hallo Verena
Ich bin in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger (= Krankenschwester :D). Jetzt wirst du vermutlich denken: Oh mein Gott und das mit einer 50 Grad Lumbalskoliose.... genauso reagiert jeder der Ahnung hat (und vor allem jeder Arzt)

Na ja so schlimm ist es aber gar nicht. Es ist bestimmt nicht der ideale Beruf.... und ich will auch Ende des Jahres Medizin studieren. Ich war im Laufe meines Einsatzes auch auf der Pädiatrie eingesetzt und ich fand den Bereich eigentlich sehr rückenschonend (außer man arbeitet natürlich in einem Bereich wie olle_Ente ihn erwähnte. Du musst natürlich auf deinen Rücken achten (-> rückenschonendes Arbeiten!!!!!!!!!)

Von den Schmerzen her kann ich nur sagen, dass ich im praktischen Einsatz meist weinger Beschwerden habe als in der Schule, wo ich ja den ganzen Tag sitze. Ich finde du solltest überlegen ob du lange sitzen kannst ohne Schmerzen oder ob du lange stehen kannst ohne Schmerzen oder ob du beim laufen und Wechseln der Lage eher Schmerzen bekommst.

Wenn dir der Beriech Spaß macht dann mach doch noch mal ein Praktikum in die Richtung

UND nach der Ausbildung kann man sich ja auch einen rückenschonenden Beriech aussuchen (-> zB Kinder und Jugendpsychiatrie)

Lehrerin finde ich auch eine gute Idee

Bei Logopädin/Ergotherapeutin/Physiotherapeut muss ich Sloopy ein wenig widersprechen. Hier kommt es wie in der Pflege auch stark auf die Richtung und den Bereich an in dem du arbeitest. So wie Sloopy es schilderte ist natürlich schön und super für den Rücken, aber in der Ausbildung arbeitest du ja acuh auf der Neurologie und in der Geriatrie und musst auch eventl heben. Ich will dir diese Berufe nicht vermiesen aber du solltest auch bedenken, dass die Ausbildung in allen drei oben genannten Berufen Geld kostet.

Ok das wars.... hoffentlich habe ich dir geholfen und wenn du genauere Fragen zur Ausbildung hast, kannst du dich acuh gerne bei mir per PN melden :)

LG Pirat
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von minimine »

Hallo Verena,

das ist eine schwierige Frage. Ich bin der Meinung, dass es DEN optimalen Beruf bei Skoliose nicht gibt, da man nie wissen kann, wie sich die Wirbelsäule mit dem Alter entwickelt und nicht doch irgendwann Probleme kommen.

Ich habe zunächst eine Ausbildung im Einzelhandel gemacht, was zwei Jahre auch ganz gut geklappt hat - dann kamen die Schmerzen. Habe dann die Zähne zusammengebissen und mit täglichen Schmerzmitteln die Ausbildung zu Ende gebracht. Ich hab mir gesagt, dass dann ja die Schmerzen sicherlich wieder weggehen würden, dem war aber nicht so, da sich der Schmerz bis dahin chronifiziert hatte. Meine Skoliose war damals noch relativ gering mit 27°.

Danach hatte ich mich dazu entschieden, wieder die Schulbank zu drücken und Abi nachzuholen. Auch hier hatte ich große Probleme mit dem langen Sitzen und hab auch mein Abi nur mit Schmerzmitteln gemacht. Danach kam die Reha und somit meine Schmerzfreiheit für die nächsten zwei Jahre. D.h. mein Studium hab ich schmerzfrei begonnen, hatte mit dem noch viel längerem Sitzen überhaupt keine Probleme. Selbst wenn meine Kommilitonen über die verheerenden Sitzmöglichkeiten in den Vorleesungsräumen und dadurch verursachte Rückenschmerzen geflucht haben, war ich absolut schmerzfrei. Als dann später das Korsett kam sowieso.

Mittlerweile bin ich im Beruf (sitzende Tätigkeit) und ich hatte erst Bedenken, da ich mein Korsett nur noch Nachts trage. Aber ich spüre während der Arbeit absolut gar nichts im Rücken. Ab und zu mal ein wenig Verspannungen in den Schultern, aber ansonsten kann ich nicht klagen. Am Abend fühlt sich mein Rücken lediglich immer ein wenig "schwach" an, aber ich würde es nicht als Schmerz bezeichnen. Wo ich aber starke Probleme habe, ist längeres Stehen (wobei hier auch schon 10 Minuten anstehen z.B. beim Bäcker ausreichen), dann fühlt sich mein Rücken an, als ob er jeden Moment durchbrechen würde. Ich vermeide es daher, ohne Korsett längere Zeit stehen zu müssen.

Ich würde dir raten auf jeden Fall etwas zu machen, woran du Spaß hast und nicht nur wegen der Skoliose irgendwas zu wählen. Vielleicht kannst du ja erstmal Praktikas machen, um dir verschiedene Berufe anzugucken. Lehrerin ist doch auf jeden Fall ein Beruf, der ziemlich rückenschonend ist (viele haben hier aber Probleme mit der Verbeamtung). Man kann das ja generell ein wenig gegenseitig abwägen, aber wenn du unbedingt was ganz bestimmtes machen willst, dann mache das!!

Doof finde ich allerdings, dass man mit Skoliose keine Chance mehr hat noch ne Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Ich meine, es ist nunmal ne Erkrankung, die bereits im Kindesalter entsteht, aber niemand denkt wohl daran für ein Kleinkind so eine Versicherung abzuschließen.

Wünsche dir viel Erfolg bei der Berufswahl (und dann natürlich noch für den Bewerbungsprozess).

LG
Minimine
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Da hier Leute mit Versteifung (Verena und ich) sowie ohne Versteifung geschrieben haben:
Ich bin unschlüssig, inwieweit man dies vergleichen kann. Im Prinzip sind dies doch zwei recht verschiedene Krankheitsbilder bzw. anatomische Abweichungen.

Viele Grüße,
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Kaffeetrinker »

Ja das denke ich auch, wenn ich Schmerzen habe dann bewege ich mich entsprechend für ein wenig Linderung, das geht wohl bei ner versteiften WS nicht.

Gruß
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Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo minimine,
Ich würde dir raten auf jeden Fall etwas zu machen, woran du Spaß hast und nicht nur wegen der Skoliose irgendwas zu wählen.
das sehe ich auch so :ja:
Einen Beruf nur deshalb, weil er als rückenfreundlich gilt, zu wählen, ist definitiv nicht gut; eine mir empfohlene Ausbildung als Bürokauffrau hätte ich wahrscheinlich "mit Murren und Knurren" durchgezogen, oder auch abgebrochen (die Inhalte interessieren mich nicht, Berufe mit direktem Kundenkontakt empfinde ich als sehr stressig).
Andererseits sollte man natürlich auch keinen Beruf, der körperlich ungeeignet ist, wählen - selbst, wenn das Interesse groß ist. Eine Ausbildung als Mechatronikerin hätte mir mit hoher Wahrscheinlichkeit starke Beschwerden beschert (wenn ich das mal vergleiche, wie es mir geht, wenn ich entsprechende Tätigkeiten auch nur mal mache), womöglich Ausbildungsabbruch.
Vielleicht kannst du ja erstmal Praktikas machen, um dir verschiedene Berufe anzugucken.
Das würde ich auf jeden Fall empfehlen; auch für Leute ohne Erkrankungen/Behinderungen finde ich ein Praktikum sehr wichtig.
Doof finde ich allerdings, dass man mit Skoliose keine Chance mehr hat noch ne Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Ich meine, es ist nunmal ne Erkrankung, die bereits im Kindesalter entsteht, aber niemand denkt wohl daran für ein Kleinkind so eine Versicherung abzuschließen.
Ich stimme dir zu.
Wenn meinetwegen nur WS-Erkrankungen ausgeschlossen wären, fände ich persönlich das noch okay (wennauch zähneknirschend...)
Nur können leider auch andere später auftretende Beschwerden, Erkrankungen, Behinderungen auf die Skoliose geschoben werden - um es mal salopp zu sagen:
- "Depressionen? Na, bei Ihrer Krankheits-Vorgeschichte wundert es nicht, depressiv zu werden..."
- "Knie kaputt? Kein Wunder, Überlastung wegen der versteiften Wirbelsäule..."
- "Querschnittlähmung nach Unfall? Na, bei der vorgeschädigten Wirbelsäule..."
- "Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Na, klar dass er/sie mit so einer Wirbelsäule zu wenig Sport macht..."
- etc.

Viele Grüße,
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo Kaffeetrinker,
Kaffeetrinker hat geschrieben:Ja das denke ich auch, wenn ich Schmerzen habe dann bewege ich mich entsprechend für ein wenig Linderung, das geht wohl bei ner versteiften WS nicht.
mir hilft gegen Schmerzen auch Bewegung - eine Runde Spazieren gehen, Swingstick, Gymnastik etc. geht auch mit Versteifung ;)
Was ich eher meine:
Mit Versteifung werden bestimmte Körperhaltungen unmöglich oder sehr mühsam. Man muss, um in bestimmte Positionen annähernd zu kommen, die noch beweglichen WS-Abschnitte oder auch andere Körperteile deutlich stärker abbiegen....
Dir wird es, vermute ich mal, zumindest ohne Korsett keine deutliche Mühe bereiten, auf dem Boden zu sitzen - ich kann das mit meiner langen Versteifung nur ganz kurz, es sieht sehr auffällig/tollpatschig aus und ich komme nur mit Mühe wieder vom Boden hoch in den Stand. Zu Hause mit schlabberiger Jogginghose und in Socken noch gerade so machbar, "draußen" mit Schuhen und vernünftiger Hose geht das gar nicht.
Oder am Boden liegend irgendwelche Verkabelungsarbeiten ausführen - ich komme gar nicht richtig in die passende Position, bzw. kann dann nicht mit zwei Händen arbeiten, also nicht brauchbar.
Oder Tätigkeiten, bei denen man sich stehend über einen Tisch beugt (hinter einer sitzenden Person stehend dieser Person etwas erklären, oder auch viele Tätigkeiten aus dem technischen Bereich wie z.B. einen Versuchsaufbau auf einem Tisch anlegen und dann auch noch drübergebeugt die ganzen Sachen ablesen; oder mal, weil kein Tisch da ist, in einem auf die Knie gelegten Heft schreiben) - ich komme kaum in die passende Position, zumindest nicht exakt und für brauchbare Zeit, und die Sache wird zittrig, das Arbeitsergebnis ungenau. Bei Werkstattpraktika ist es von den Arbeitsergebnissen her deutlich aufgefallen (konnte nicht so exakt arbeiten, und hab' viel öfter eine Pause eingelegt als andere), und mir bzgl. Schmerzen natürlich auch.
Solche Haltungen (bzw. zu versuchen, in eine ähnliche zu kommen) sind für mich extrem gemein, und wenn die Geräte in entsprechenden Höhen stehen, kann man leider nicht auf eine ergonomische Arbeitsweise bestehen:
http://www.iveco-lehrlinge.ch/projekte/ ... astar6.jpg
http://www.microsystem-components.com/a ... _Labor.jpg
http://www.lug-kirchheim.de/lugv3/sites ... ikum01.jpg
http://www.traugott-weise-schule.de/typ ... d00171.jpg

Bei einer Skoliose, mal grob gesagt, ist es eher die Belastung.
Bei einer Versteifung sind es eher bestimmte Positionen, die für Leute mit flexibler WS alltäglich sind, aber mit Versteifung schon einer Geschicklichkeitsübung gleich kommen oder durch anstrengende Alternativbewegungen/-haltungen kompensiert werden müssen; insbesondere bei langstreckiger Versteifung.
(So aus dem Alltag: Ich habe es mit viel Übung geschafft, es zu erlernen, mir selber die Zehennägel zu schneiden. Geht. Erfordert aber echte Verrenkungen von Hüfte und Beinen, und nach zwei, drei Zehennägeln erst mal absetzen und tiiiief durchatmen. Mit "nur" Skoliose sicherlich einfacher ;) )

Viele Grüße
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Kaffeetrinker »

Ja ich kenne das vom Korsett her mit den Körperhaltungen :juggle: :juggle: viele einfache Dinge sind deutlich schwerer oder unmöglich......
und schmerzhafter wenn man es doch versucht.

Mit meiner Bewegung wenn ich Schmerzen habe meinte ich eher meinen Rücken, mal verdrehen und vorbeugen, Katzenbuckel und umgekehrt, das wird wohl nicht möglich sein mit ner versteiften WS.

Gruß
fischotter
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von fischotter »

Hallo Raven,

spazieren gehen, ist ja ein guter rat, aber bei mir bemerke ich jeden Wirbel im Rücken. Ich merke bei jedem Schritt den ganzen ganzen Schrott im Rücken.

Ciao

Peter
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Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo Fischotter,

bei deiner doch sehr großen Problematik kann ich das verstehen :ja: :eek:
Ich will auch keinesfalls verallgemeinern, dass etwas Bewegung gegen jegliche Schmerzen hilft.

Viele Grüße,
Raven

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Hallo Kaffeetrinker,
Mit meiner Bewegung wenn ich Schmerzen habe meinte ich eher meinen Rücken, mal verdrehen und vorbeugen, Katzenbuckel und umgekehrt, das wird wohl nicht möglich sein mit ner versteiften WS.
das geht nicht. Bisschen die Rippen bewegen geht, aber ansonsten ist bei mir zwischen Th3 und L5 so viel (... oder wenig) Bewegung möglich wie z.B. zwischen Ellenbogen und Handgelenk oder zwischen Knie und Sprunggelenk, also außer etwas Muskeln anspannen nix. Ist ja ein einziger Knochen ;)
Wenn ich Schmerzen habe, dann sind die aber meist in den angrenzenden Bereichen, einfach Überlastung - z.B. Nackenschmerzen, wenn andauerndes Nach-oben-schauen nötig war, oder Schmerzen in der Hüftmuskulatur, wenn ich mich ewig über einen Tisch beugen musste. Da hilft es mir aber, eben diese angrenzenden Bereiche zu bewegen. Im versteiften Bereich kenne ich eigentlich keine Schmerzen (fast hätte ich "keinerlei" geschrieben, aber das "eigentlich" habe ich dennoch eingebaut, weil ich sowas wie den Druckschmerz durch z.B. eine geriffelte Stuhllehne, die voll auf die Implantate drückt, schon kenne; aber eben kein Belastungsschmerz in dem Bereich).
Ich empfinde somit meine Versteifung nicht als Hindernis, Schmerzen wegzubekommen.

So "allgemeine" Schmerzen habe ich nicht, sondern eigentlich immer mit einer klar definierten Ursache (die zumeist auch vermeidbar ist).

Viele Grüße,
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von verena*1992 »

Hallo ihr lieben,
vielen vielen Dank schonmal für die ganzen Vorschläge, Erfahrungen und Hinweise. Bin ich wirklich dankbar drüber.
Den Vorschlag von Pirat mit einer speziallisierung fand ich schon sehr interessant. Kinder und Jugendpsychatrie würde mich auch interessieren, nur ist das das mit einer Ausbildung als Kinderkrankenschwester vermutlich verbunden.
Ich hab auch schon ein Praktikum in diesem Bereich gemacht, allerdings war ich doch nohc nicht versteift sondern trug nur ein Korsett. Außerdem war es die Säuglingsstation. Es hat mit wahnsinnig Spaß gemacht mit den kleinen Würmern zu arbeiten, aber nach den zwei Wochen hab ich dann doch manches mal gemerkt, was ich am Tage so gemacht habe. Wenn es zum Beispiel um das Hochheben der Kinder ging und auch das viele rumlaufen auf der Station. Wie es nun mit Versteifung aussieht keine Ahnung, aber sicher nicht leichter. Und vorallem war es ja nur die Säuglingsstation die Kinder waren noch leicht.
Natürlich werde ich meinen Beruf vorallem nach meinen Interesse richten und nicht weil er rückenschonend ist. Dann wäre ich ja echt blöd, will den Beruf ja dann schon auch lange machen und er soll ja Spaß machen.
Logopädin/Ergotherapeut/Pysiotherapeut sicher ganz tolle Berufe, aber war bei allen dreien lange als Patintin und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das als Beruf zu erlernen. Als Patient das hat mir gereicht. :P
Eigentlich würde ich sehr gerne die Arbeit mit Kindern in Verbindung mit einem Medizinischen Beruf machen. Medizin zu studieren wäre toll, aber das dauert mir dann doch zu lange.
Auch Lehrerin wäre gut, bin mir aber wie gesagt mit studieren noch nicht so sicher. Nochmal für so lange Zeit in einer Uni zu sitzen, möchte lieber was praktisches machen oder Duales Studium in diesem Bereich.
Der Beruf in einem Büro wäre sicher leichter für mich, kann mich trotz Versteifung ziemlich gut bewegen, da ich schon ab dem 7. Lebensjahr täglich ein Korsett getragen habe und seit dem praktisch schon steif bin und gelernt habe mich damit zu bewegen. Nach der OP war das für mich also garkeine Umstellung, Schuhe binden und ähnliches konnte ich sofort. Auch das auf dem Boden liegen/sitzen macht mir absolut nichts aus. Wie gesgat, habe eigetnlich nie Schmerzen, aber will sie natürlich auch nicht durch irgendeinen Beruf provozieren.
Wie sieht das denn zum Beispiel aus, ich weiß das ich einen Behindertenausweis habe glaube um die 50 (%?) Manche Betriebe müssen ja solche Leute einstellen. Aber ist es leichter auf dieser Grundlage einen Betrieb zu finden oder sollte man das lieber verheimlichen?
Freue mich auch weiterhin über zahlreiche Vorschläge und Erfahrungen :) :)
Liebe Grüße
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Raven »

Hallo Verena,
verena*1992 hat geschrieben: Der Beruf in einem Büro wäre sicher leichter für mich, kann mich trotz Versteifung ziemlich gut bewegen, da ich schon ab dem 7. Lebensjahr täglich ein Korsett getragen habe und seit dem praktisch schon steif bin und gelernt habe mich damit zu bewegen. Nach der OP war das für mich also garkeine Umstellung, Schuhe binden und ähnliches konnte ich sofort. Auch das auf dem Boden liegen/sitzen macht mir absolut nichts aus. Wie gesgat, habe eigetnlich nie Schmerzen, aber will sie natürlich auch nicht durch irgendeinen Beruf provozieren.
ich war vor der OP auch Korsettträgerin (ab dem 9. Lebensjahr).
Dass dir auf dem Boden sitzen nichts ausmacht, kommt wohl von deiner geringeren LWS-Versteifung im Gegensatz zu mir - bei dir nur L1, bei mir L5!
Vieles kann man gut kompensieren - mir merkt im Alltag auch kaum einer die Versteifung an - , aber gerade das Abbiegen der unteren LWS ist kaum mit anderen Körperbereichen kompensierbar.
verena*1992 hat geschrieben:Wie sieht das denn zum Beispiel aus, ich weiß das ich einen Behindertenausweis habe glaube um die 50 (%?) Manche Betriebe müssen ja solche Leute einstellen. Aber ist es leichter auf dieser Grundlage einen Betrieb zu finden oder sollte man das lieber verheimlichen?
Einen Schwerbehindertenausweis darf man meines Wissens nach verheimlichen - jedoch fallen dann auch betriebliche Vorteile wie mehr Urlaubstage, besonderer Kündigungsschutz etc. weg.
Was man jedoch angeben muss: Einschränkungen, die sich auf den konkreten Arbeitsablauf auswirken. Dazu gehören auch solche, bei denen man keinen Schwerbehindertenausweis bekommt (z.B. Rot-Grün-Sehschwäche, die "Farbenblindheit").
Ein Schwerbehindertenausweis gibt dir ferner den Vorteil, dass du zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden musst - du hast also im Zweifelsfall mehr Möglichkeiten, zu überzeugen.
Allgemein würde ich einen Schwerbehindertenausweis angeben (ich habe jedoch nur einen GdB von 40, somit kein Schwerbehindertenausweis).

Viele Grüße,
Raven
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Re: Die Frage nach einem geeigneten Job

Beitrag von Pirat1988 »

Hallo verena
Also noch mal zur Kinderkrankenpflege.
Also du machst ein Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin (3 jahre). In der Zeit wechselst du zwischen allen Bereichen der Kinderheilkunde (also auch kinderpsychiatrie, kinderonkologie,kinderintensiv, neugeborenenzimmer, wöchnerinnen und vl noch ein paar andere die mir gerade nicht einfallen). Danach kannst du in die Psych gehen und da arbeiten. Nach 2 jahren kann man noch eine Fachweiterbildung machen.

Wie oben genannt kann man auch auf der Wöchnerinnen arbeiten und da eine fachweiterbildung machen als Stillberaterin. Also alles auch sehr rückenschonend :)

LG Pirat
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