Welche Ausdauersportarten bei operierter Skoliose?

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Sommerflieder
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Welche Ausdauersportarten bei operierter Skoliose?

Beitrag von Sommerflieder »

Hier weiß doch immer jemand Rat! :)

Ich werde bald 43 Jahre alt, wurde schon vor Ewigkeiten mit 3 Harrington-Stäben versorgt, rauche nicht, bin aber leider schon immer ein Sportmuffel.

Inzwischen bin ich leider extrem untrainiert, möchte/muss nun aber dringend etwas dagegen tun, da meine Blutdruckprobleme sich verschlimmert haben.

Welche Ausdauersportarten sind denn eigentlich für jemanden mit fast vollständig versteifter Wirbelsäule am besten geeignet?

Vor Jahren habe ich mal 1 1/2 Monate im Fitnessstudio trainiert, hatte an dieser Beingrätsche(?) aber immer Probleme mit der richtigen Haltung, was mir die Hüfte sehr übelnahm.

Was ich schon ab und an mache, sind Schwimmen und Radfahren. Ich denke, auch Nordic Walking wäre nicht schlecht. Aber was gibt es noch?

Ich müsste mich dringend für eine Mitgliedschaft im Sportverein o.ä. anmelden, um mich dazu zu zwingen auch am Ball zu bleiben. Nur fällt mir die Entscheidung schwer, weil ich immer denke, dieses und jenes fällt wahrscheinlich völlig flach.

Zur Skoliose kommt bei mir eine sehr starke Kurz- und Fehlsichtigkeit. Meine Familie ist nach 5 min Federball spielen mit mir immer schon verzweifelt, weil ich den Ball fast nie traf. :rolleyes:
Operierte Skoliose

Beitrag von Operierte Skoliose »

Hallo,

ich kenn deine Fragen nur zu gut. Ich wurde auch vor Ewigkeiten nach Harrington operiert, allerdings nur ein Stab und nur versteifte BWS. Den Stab bin ich schon lange los.
Ich bin auch ein Sportmuffel, hab auch Angst, etwas falsch zu machen. Ich hab von einem Orthopäden KG verschrieben bekommen. Das ging, nachdem ich ihn auf meine noch nicht versteifte LWS hingewiesen habe. Die KG konnte dann aber mit meiner Situation gar nicht umgehen. Ich konnte einige Übungen nicht, damit kam sie nicht klar.
Ich hab dann Rehasport verschrieben bekommen, da war halbe Stunde an Geräten, dass war individuell abgestimmt, halbe Stunde Gruppe.
In der Gruppe konnte ich auch nicht alle Übungen mitmachen, das war mir klar, aber die Leiter hatten ein Problem damit. Einige meinten, ich solle mir mehr Mühe geben, dann ginge das. Andere schreckten gleich zurück und ließen mich links liegen.
Ich erlebe keine großen Einschränkungen im Alltag, ich denk ich mach Bewegungen automatisch anders. Mir ist erst durch den Sport deutlich geworden, wie viel Bewegungseinschränkungen ich habe.
Ich kann damit gut leben, aber sportlich such ích mir doch jetzt lieber meine eigenen Wege. Ich muss lernen, auf meinen Rücken zu hören.
Ich habe auch gedacht, dass es mir nichts ausmacht, wenn ich Übungen nicht mit machen kann, ich wart dann einfach auf die nächste Übung. Aber auch da hab ich gemerkt, dass das vielleicht mit dem Kopf geht, nicht aber mit den Gefühlen. Es ist echt schwer.
Bei Sportvereinen solltest du dich gut erkundigen, ob sie auch Menschen mit Einschränkungen nehmen und damit umgehen können.Wie sind z.B. die Trainer ausgebildet? Du solltest auch auf jeden Fall eine Probezeit vereinbaren.
Walking und Radfahren ist sicher gut, Schwimmen wird heut wohl unterschiedlich gesehen, vor allem Brustschwimmen.
Einen Rat geben kann ich dir nicht wirklich, aber vielleicht helfen dir meine Erfahrungen ja auch weiter. Bleib auf jeden Fall am Ball. Ich versuch auch gerade, mich neu zu motivieren, denn wichtig ist es schon.

Viel Erfolg
minimine
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Beitrag von minimine »

Hallo Sommerflieder,
einen wirklichen Rat kann ich dir nicht geben, außer, dass es wohl am Besten sein wird, wenn du erstmal verschiedene Sachen ausprobierst, bevor du dich irgendwo fest anmeldest. Man merkt ja oft schnell, ob es einem gut tut oder eher nicht.

Auf eine entsprechende Ausbildung bei Trainern kann man eigentlich getrost verzichten, denn dass da einer Ahnung von Skoliose und dann auch noch einer operierten Skoliose hat, dass dürfte schon einem Sechser im Lotto gleichkommen :D

LG
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Sommerflieder
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Beitrag von Sommerflieder »

Danke schon einmal für Eure Meinungen.

Ich hatte im März mal kurz KG nach Schroth, aber das blieb ziemlich in den Anfängen stecken. Ich musste zwischenzeitlich kurz ins KH (nix Schlimmes) und bin dann wieder eingebrochen, was die täglichen Übungen zuhause anging. Seither habe ich mehr Probleme als vorher und zwar diesmal ziemlich eklige Stauchschmerzen. Deshalb möchte ich von KG und Funktionsgymnastik erst einmal die Finger lassen.

Reha-Sport ist nach Meinung meines Hausarztes was für Leute, die bereits einen Herzinfarkt hatten. Wegen der Wirbelsäulen-Problematik schickt er mich eh wieder zum Orthopäden, mit dem ich leider nicht so gut klarkomme. Bisher hatte ich auch nie soo großartige Wirbelsäulenbeschwerden, die züchte ich mir erst in den letzten 2-3 Jahren, aber es hält sich meist (noch) in Grenzen.

Mein Hauptproblem ist derzeit halt die schlechte Allgemeinverfassung mit den extremen Blutdruckschwankungen.

Brustschwimmen klappt bei mir bisher recht gut.

Ich hatte so ein bisschen halt auf Tipps gehofft à la "Reiten und Turmspringen lass lieber bleiben", nur halt mit weniger offensichtlichen Beispielen.

Wegen einer Probezeit im Sportverein könnte man natürlich mal fragen, das ist wahr. Bisher war mir so etwas nur von Fitnessstudios geläufig.

Tja, und damals im Fitnessstudio habe ich immer wieder um Hilfestellung an o.g. Gerät gebeten. Es hat sich leider aber niemand gekümmert und kurze Zeit später gab ich dann mein altes Fahrrad weg, weil meine Hüfte nach einer kurzen Fahrt tagelang schmerzte. :rolleyes:
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Beitrag von gauklerdavid »

Ich bin nicht operiert kann also dazu keine Erfahrung aus erster Hand beitragen. Was ich mir vorstellen koennte dass Nordic Walking und dies Fitnesscenter Langlaufcrosstrainer (Weist du was ich meine?) einen Versuch wert sind. Und dann halt langsam aufbauen, nicht uerbertreiben.Der Koerper sagt einem schon wenn was nicht gut ist.

david
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Beitrag von Sommerflieder »

Oh, Crosstrainer hört sich gut an. Danke!
minimine
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Beitrag von minimine »

Also ich wäre ehrlich gesagt vorsichtig mit Crosstrainer, da man dabei ja auch die Wirbelsäule rotiert und sie dann evtl. mobilisiert.
Ein Orthopäde meinte mal zu mir, ich könnte zwar Nordic Walking machen, soll aber die Drehbewegung weglassen, um das nicht (noch weiter) zu mobilisieren.

Aber probiere es einfach aus :ja:

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Lynn
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Beitrag von Lynn »

Den Crosstrainer kann man ganz gut machen, wenn man die Griffe nicht ganz oben anfasst und darauf achtet, dass man eben nicht rotiert. Da hat minime nämlich ganz Recht. Ich hatte damit anfangs auch Probleme (obwohl ich nicht operiert bin). Mit ein bisschen Übung und Technik funktioniert das aber.
Zur Sicherheit, und wenn es dir gefällt, dann kannst du auch den normalen Stepper machen. Da rotiert sicher nichts, dafür musst du aber etwas mehr treten, um den Puls nach oben zu bekommen.
Wie wäre es denn mit einfachem Walking auf dem Laufband oder Walking mit Arm- oder Beingewichten (falls es anstrengender sein soll?)
Liebe Grüße
~ ehemals Ulaschatz ~
Sommerflieder
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Beitrag von Sommerflieder »

Puh, schon erstaunlich, was man alles beachten muss. Ich habe mir über meine Wirbelsäule lange nicht mehr wirklich Gedanken gemacht, da die Stäbe bisher gut verankert zu sein schienen. Die seit dem Versuch mit Schroth auftretenden Beschwerden belehren mich da aber doch eines besseren. Seither kann ich nicht mehr auf meiner Federkerncouch liegen und mich räuspern, ohne das Gefühl, dass es an dem kleinen beweglichen Abschnitt meiner WS etwas gegeneinanderstößt/-reibt.

Vielleicht bleibe ich also doch lieber beim Schwimmen und Radeln. Walken hört sich für mich eher langweilig an, da ich als Nicht-Autofahrer eh sehr viel per pedes erledigen muss.
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