Operationserfahrungen

Fragen und Antworten zu den OP-Kliniken für Wirbelsäulendeformitäten
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Lohminchen
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Operationserfahrungen

Beitrag von Lohminchen » Do, 26.03.2015 - 21:04

Meine 12-jährige Tochter soll nach einem Krankenhausmarathon unsererseits jetzt Gogh operiert werden! Sie will kein Korsett und die Ärzte Raten uns alle unabhängig voneinander zur Op.
Nun meine Frage: wie finde ich heraus, welches Krankenhaus wieviele Ops im Jahr macht?
Und wie ist es mit der Hygiene in den Kliniken bestellt?
Achso, wir waren in der Helios-Klinik in sahlenburg, in der Kinderorthopädie altona und in der asklepios Klinik St Georg!
In letzter fühlten wir uns gut aufgehoben, weil uns sämtliche fragen beantwortet wurden und unsere Tochter auch mit einbezogen würde!

Danke schonmal für eure Antworten!
Gruß lohminchen

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ramona99
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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von ramona99 » Fr, 27.03.2015 - 16:26

Meine Tochter 16 hat ungefähr die selben Werte . Eine op kommt aber noch nicht in frage. Aber wenn es sein muss dann in Neustadt.

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minimine
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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von minimine » Fr, 27.03.2015 - 16:52

Hallo Lohminchen,

soweit ich weiß sind die Kliniken mit den meisten Skoliose-OP´s:
- Werner-Wicker-Klinik Bad Wildungen
- Schön Klinik Neustadt

Weitere Kliniken, die viele Skoliose operieren z.B.:
- St. Franziskus-Hospital Münster
- SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach

Warum möchte deine Tochter denn kein Korsett? Wenn ich von Ärzten immer nur gehört hätte, dass es sowieso nichts bringt und eh operiert werden muss, hätte ich vielleicht auch so gedacht. ABER: Dass Krankenhausärzte zur OP raten ist normal, die sind eher chirurgisch orientiert. Ich bin überzeugt, dass ihr bei Dr. Hoffmann oder Dr. Wilke mit Sicherheit einen konservativen Behandlungsvorschlag bekommen würdet und im Alter deiner Tochter ist wirklich noch alles drin. Das solltet ihr schon wissen, bevor ihr euch entscheidet.
Allerdings kann ich auch absolut verstehen, wenn jemand kein Korsett tragen möchte. Dann sollte demjenigen aber auch alle Vor- und Nachteile bekannt sein. Denn auch eine OP bringt Einschränkungen, die Wirbelsäule ist dann für immer steif! Auch wenn deine Tochter erst 12 ist, sollte sie das wissen, um sich entscheiden zu können.
Vielleicht würde es ihr auch helfen, wenn sie mal jemanden trifft, der auch ein Korsett trägt?

Wünsche euch alles Gute!
LG
Minimine

Lerne von gestern, lebe und wirke im heute und hoffe für die Zukunft.
Albert Einstein

kiki68
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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von kiki68 » Fr, 27.03.2015 - 20:05

hallo Lohminchen,

deine Tochter ist in einem Altern, in dem ihr der Entscheid OP pro / contra nicht weg läuft. Sollte sie sich dafür entscheiden, nachdem alle anderen Alternativen gründlich überdacht und ausgetestet worden sind, bleibt ihr hierzu noch genügend Zeit. Ist sie aber erstmal operiert, kann dieser Weg nicht mehr rückgängig gemacht werden, d.h. sie ist lebenslang an den enstprechenden Stellen versteift.

Wäre es nicht ein machbarer Weg, zunächst einmal eine Reha in Bad Sobernheim zu absolvieren? Dort sind überwiegend Jugendliche, viele von denen tragen ein Korsett. Vielleicht nimmt ihr der Austausch mit gleichaltrig Betroffenen den Schrecken einer Korsett-Versorgung. Zudem erfährt sie dann sicherlich nochmals durch den dortigen Chefarzt nochmals eine weitere kompetente Meinung. Er ist dafür bekannt, dass er grds. den konservativen Weg bevorzugt aber auch ehrliche Empfehlungen zur OP ausspricht, wenn diese unumgänglich sind.

Zudem gibt es doch hier im Forum einen Bereich für Jugendliche. Man kann sich durch einen Administrator dazu frei schalten lassen und vielleicht macht ihr der ein oder andere dort Mut, es doch zunächst einmal mit einem Korsett zu versuchen.

Wichtig in der Korsett-Versorgung ist halt, dass der Weg durch einen kompetenten Arzt und Korsett-Bauer begleitet wird um ERfolge zu erzielen und nicht das Gegenteil zu bewirken.

Die WErte deine Tochter sind hoch und es steht noch die pubertäre Wachtsumsphase an. Dies bedeutet, dass es sinnvoll ist, schnell nach Alternativen zu schauen, um eventeulle Verschlechterungen zu vermeiden.

In welchem Teil von Deutschland wohnt ihr denn? Hier im Forum sind die Ärzte aufgelistet,die als sehr kompetente Skoliose-Mediziner gelten. Leider sind sie meist nicht um die Ecke. Ich kann dir aber aus Erfahrungen mit unserer Tochter raten, auch weitere Distanzen in Kauf zu nehmen, um in gute Hände zu geraten.

Der Weg einer Skoliose-Behandlung mit Korsett ist nicht vorhersehbar, es kann gut gehen, es kann aber auch auf eine OP raus laufen. Nur sollte eine OP stets als letzter Ausweg gelten, wobei die Entscheidungskriterien dafür sicherlich individuell verschieden sind.

Es ist jedoch stets zu bedenken, dass die Krankenhausärzte gerne zur OP raten, da es schließlich ihr Handwerk ist und auch finanziell nicht uninteressant für die Klinik ausgeht. Insofern ist deren Sichtweise sicher nicht falsch, lässt aber offen, ob eine Alternativmöglichkeit hierbei wirklich ausreichend abgewägt wurde.

Es ist ein schwerer Weg, einen richtigen Entscheid zu treffen, und ich mag aufgrund des Alters deiner Tochter in Frage stellen, ob sie sich tatsächlich der ganzen Bannbreite bewusst ist und die Langzeitwirkung der OP verstehen kann. Man kann sich dies als Elternteil ja schon gar nicht vorstellen.


Wühl mal hier im Forum rum, es gab mal einen Vater, der sehr, sehr ausführlich und anschaulich über den Skoliose - Weg seiner Tochter bis hin zur OP in Neustadt berichtet hat. ich meine, dass der nickname dad76 / daddy76 oder so ähnlich war. Der Name der Tochter lautet Janina, wenn du dies als Schlagwort eingibst, findest du etwas dazu. ISt sicher schon 1- 2 Jahre her, seit er hier zur OP gepostet hat, aber wird bestimmt noch auffindbar sein und hat mich wirklich sehr beeindruckt und ist mir in ERinnerung geblieben.


Auf alle Fälle wünsche ich euch, dass ihr den Weg, welcher auch immer es sein wird, immer positiv seht.

.

Lohminchen
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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Lohminchen » Fr, 27.03.2015 - 22:21

Danke für die Antworten! Im großen und ganzen habt ihr recht! Meine Tochter müsste dringender jemanden mit Korsett, bzw mit operierten Rücken persönlich kennenlernen!
Wir kommen aus dem Bremer Umland!
Also wenn ihr jemanden kennt, der in dér nähe von bremen wohnt, bzw. einen guten Alternativarzt, wäre ich über Kontaktadressen sehr dankbar!
Gruß Lohminchen

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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Tammi » Fr, 27.03.2015 - 23:00

Hallo Lohminchen,

ich würde euch dann Dr. Wilke in Berlin empfehlen, klar ist es nicht gerade nah, aber er ist wirklich top und CCtec als Korsettbauer ebenfalls. Ich bin auch gerade nach Berlin gewechselt und bis jetzt sehr zufrieden :).

LG
Tammi
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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Zebrastreifen » Sa, 28.03.2015 - 10:48

An euerer Stelle würde ich nach Berlin reisen und dort zu Dr. Wilke gehen für eine Zweitmeinung.

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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von kiki68 » Sa, 28.03.2015 - 14:46

hallo Lohminchen,

wenn ihr aus der Bremer Region kommt, dann wäre eine Alternative zu Berlin vielleicht noch das Franziskus-Hospital in Münster.
Ist zwar auch nicht um die Ecke, aber sehr viel näher bietet sich nichts.

Wir kennen es nicht aus persönlicher Erfahrungswerte, haben aber während unserer letzten Reha 2 Familien kennen gelernt, die dort in ambulanter Behandlung sind, und sowohl mit der Arzt als auch mit dem dort kooperierenden Korsett-Bauer zufrieden sind. Zudem gilt diese Klinik wohl auch als gut, wenn es denn tatsächlich um eine OP gehen sollte.

tschüss für heute und schönes Wochenende....

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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Nelly » So, 29.03.2015 - 11:39

Hallo Lohminchen,

auf der Reha werden die Kinder auch über eine OP aufgeklärt und da wird nichts schön geredet!
Meine Tochter hatte vor Ihrer Reha auch die Einstellung, dass sie sich lieber operieren lassen will. Aber danach war von einer OP nicht mehr die Rede!

LG
Nelly

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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Xgirl » Do, 04.10.2018 - 16:51

minimine hat geschrieben:Denn auch eine OP bringt Einschränkungen, die Wirbelsäule ist dann für immer steif!
Was bedeutet das genau?
Danke.

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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Raven » Do, 04.10.2018 - 17:12

Hallo Xgirl,
Xgirl hat geschrieben:
minimine hat geschrieben:Denn auch eine OP bringt Einschränkungen, die Wirbelsäule ist dann für immer steif!
Was bedeutet das genau?
Danke.
hierzu kann ich dir genaueres schreiben, da bei mir diese OP durchgeführt wurde.
Bei der OP werden viele Wirbel miteinander verschraubt (bei mir sind es 15) und zum Zusammenwachsen gebracht. Dieser versteifte Abschnitt ist dann so unbeweglich wie ein kompletter Knochen - denke z.B. an lange Knochen wie in einem Unterschenkel oder deinem Unterarm: Unterschenkel oder Unterarm kannst du nicht mittendrin abbiegen. Genauso wird die Wirbelsäule danach.
Die Bewegungseinschränkungen ähneln denen, dauerhaft ein Korsett zu tragen. Zudem bedeutet die Steifheit der Wirbelsäule im Prinzip eine neue Art von Fehlhaltung - d.h.: eine Körperhaltung, die so natürlicherweise nicht vorgesehen ist -, aus der sich häufig Probleme wie Verschleißerscheinungen der noch beweglichen Wirbel weiter unten ergeben.

ist bei dir oder einem Verwandten (Kind?) eine OP geplant?

Viele Grüße
Raven
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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Xgirl » Do, 04.10.2018 - 18:00

Raven, vielen Dank.

Bin neu auf diesem Gebiet und ziemlich unsicher. Mir wurde vor kurzem eine HWS-OP empfohlen, ich soll die machen lassen und nicht zu lange warten. Andererseits andere Ärzte sagen, ich soll es lassen so wie es ist, sonnst bricht alles zusammen wie ein Kartenhaus. Die Wirbelsäule sieht bei mir sehr schlecht aus und eine OP wäre riskant. Also zusammenfasen: eine OP wäre ok aber die wäre zu gefährlich. Keine OP ist auch keine langfristige Lösung. Jetzt überlege ich bei Klinik in Neustadt einen Termin zu machen. Bisher war ich bei keinem Arzt der sich auch für Skoliose spezialisiert. Ich habe keine Ahnung wie es weiter gehen soll... jetzt noch diese Versteifung. Ich wusste davon nichts :tot:

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Re: Operationserfahrungen

Beitrag von Raven » Do, 04.10.2018 - 18:18

Hallo Xgirl,

kannst du bitte - möglichst in einem neuen Thread - mehr dazu schreiben?
- Welche Diagnosen liegen bei dir vor?
- Von welchen Ärzten wurden diese Diagnosen gestellt? Bei welchen Ärzten warst du bislang in Behandlung?
Neustadt ist bzgl. Skoliose-OPs eine gute Wahl, eine OP sollte aber wirklich nur durchgeführt werden, wenn andere Behandlungen durchgeführt wurden aber nicht anschlagen, starke Probleme (wie z.B. Schmerzen) vorliegen oder eine Verkrümmung trotz Behandlung immer weiter zunimmt.
Eine Meinung von konservativ behandelnden (= nicht operierenden) kompetenten (!) Ärzten ist daher sehr wichtig. Darauf zielen auch meine Fragen bzgl. Diagnose(n) und Ärzten ab.

Viele Grüße
Raven
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