Ja, ich will hier auch keine Panik vor einer normalen Geburt machen. Und es hat natürlich auch noch keiner einen Blinddarm ohne Narkose rausoperiert bekommen (zumindest nicht in heutigen Zeiten). Oder kann ich deinem Post entnehmem, Illerhexle, dass dir das tatsächlich mal passiert ist?
Alles was ich sagen wollte ist, dass es meiner Ansicht nach nicht sinnvoll ist, auf Biegen und Brechen eine normale Geburt haben zu wollen, wenn die mit mehr Risiken verbunden ist.
Es braucht zum aktiven Pressen zwar wirklich nicht viel Beweglichkeit im LWS-Bereich, da kann man vieles mit nur ein paar Wirbeln kompensieren. Wie es allerdings mit gar keiner Beweglichkeit aussieht, da fehlt mir dann wirklich die Vorstellung (so mal im Selbsttest, bekomme ich hier ohne jede Bewegung praktisch gar nichts hin).
Kann vielleicht jemand mehr zu sagen, der so eine Versteifung hat und wie gut die Geburt dann ggf. ohne aktives Pressen voran geht.
Es sind außerdem immerhin 28% aller Entbindungen, die per Kaiserschnitt durchgeführt werden. Muss man also unbedingt eine normale Geburt haben, nur um das (sorry

) traumatische Schmerzerlebnis direkt danach wieder mit dem tollen Ergebnis verdrängen zu können?
Im Endeffekt läuft es doch immer so ab:
1.) Ach, haben tausende vor mir auch geschafft.
2.) Oh Gott, auf was hab ich mich da eingelassen?! Nie wieder!!!
3.) Na, war ja doch nicht so schlimm, das schaff ich auch noch mal.
4.) Oh Gott, auf was hab ich mich da....
5.) Na, war ja doch...
...
Das ist die Natur des Menschen. Wir verdrängen vorher und wir verdrängen nachher, und wenn wir gerade mitten im Schlamassel drin sitzen, fragen wir uns, wie wir da rein gekommen sind. Wir sind halt ein bißchen "blöd" in dem Bezug. (Schlimm wird es am Ende nur für die Leute, die nicht verdrängen können.)
Plant man von vorne herein einen Kaiserschnitt (sei es egal aus welchem Grund), spart man sich zumindest den Schlamassel mitten drin. Ich persönlich würde alleine schon bei Zwillingen einen Kaiserschnitt haben wollen und keine normale Geburt, allein wegen des zusätzlichen Risikos (mehr schmerzhaft ist es ja noch nicht mal). Aber natürlich kommen wahrscheinlich die meisten Zwillinge auch bei uns in Deutschland vaginal zur Welt. Das ist halt Einstellungssache und den Krankenkassen gefallen von Kosten Seite normale Geburten auch viel besser, von daher sicherlich keine Werbung von dieser Seite her.
Es macht meiner Meinung nach auch einen Unterschied, ob man zu einem geplanten Kaiserschnitt erscheint, und wenn es dann tatsächlich mal wegen mehreren Notfällen zu Personalmangel kommt, dann halt wieder nach Hause geschickt wird, oder ob man dann am Ende per Zufall zusammen mit anderen Notfällen und gleichzeitiger Unterbesetzung jetzt sofort das Kind haben muss oder es ist dann behindert oder tot. Man kann sich ja dann nun nicht aussuchen, wann es kommt und sicherstellen, dass auch das entsprechende Personal für den Notfall dann zur Verfügung steht. Bei anderen kann es schließlich auch um Leben und Tod gehen.
Es haben nicht selten Väter ihren eigenen Kinder in einem Krankenhaus alleine auf die Welt geholfen, weil als es dann so weit war, einfach keiner mehr da war...
Jedes zusätzliche Risiko bedeutet am Ende schließlich immer, dass es irgend einen trifft. Einer zahlt immer den kompletten Preis für alle, die das Risiko eingehen.
Ein freiwilliger Kaiserschnitt ist, denke ich, also nicht immer nur eine "Ich-will-keinen-Schmerz"-Entscheidung, sondern auch eine rationale verantwortungsbewußte Vernunftsentscheidung.
Wenn auch jemand mit dem Argument kommt, dass man eine normale Geburt haben möchte, weil es der natürliche Weg ist und es deswegen so sein sollte: In dem Moment sprechen wir von nichts anderem als von natürlicher Selektion, nämlich der Möglichkeit, daß Mutter und Kind wärend der Geburt sterben und die damit Fortpflanzungskette abbricht.
Wer solch eine Einstellung vertritt, der müsste dann konsequenterweise auch auf alle ärztlichen Behandlungen bei sich selbst und seinem Kind verzichten.
Der Trend zur Hausgeburt oder in Geburtshäusern (also weit weg vom OP-Saal und irgend einer Intensivstation) ist für mich daher auch überhaupt nicht nachvollziehbar. Das ist meiner Meinung nach unverantwortliche Propaganda der Hebammen und wirklich Traumtänzerei. Sollen sie sich besser dafür einsetzen, natürliche Geburten in den Kliniken zu ermöglichen und nicht sonstwo.
Insofern würde ich nicht unbedingt so viel auf die Meinung von so mancher Hebamme geben, bei denen es wohl auch überdurrchschnittlich viel an Grips zu mangeln scheint. Das scheint wohl so eine zweite Berufsgruppe neben den Orthopäden (in Bezug auf Skoliosebehandlung) zu sein, bei denen man besser selber das Denken übernimmt.
Ich finde man sollte schon realistisch bleiben und nicht Schwangere in Watte packen und alles schön reden damit sie "schön entspannt" da durch kommen, wenn das dann dazu führt, dass sie unnötige Risiken eingehen.
Man kann eine normale Geburt ohne PDA mit den Schmerzen, so wie sie halt sind, durchstehen. Wenn es dann soweit ist, gibt es eh kein Zurück und man hat ohnehin keine Wahl mehr, und danach ist es dann vergessen bis zum nächsten Mal. Die Schmerzen und die Frage nach normaler Geburt ohne PDA sind am Ende also wirklich noch das wenigste Problem. Viel gravierender sind irreparable Geburtsschäden.