hallo,
ich bin Katrin aus Berlin. 34 Jahre alt, keine Kinder.
Habe einen angeborenen Herzfehler (offener Ductus art., Aortenisthmusstenose, Ventrikelseptumdefekt), deswegen schon 2 Ops im 1. Lebensjahr, 1 Op im Alter von 9 Jahren.
Bereits im Alter von 6 Jahren fiel "als Nebenbefund" eine Skoliose auf...
Sport durfte ich nie machen.
Ich weiss nicht, ob ich für jegliche Sportart zu schwach war. Aus meiner Erinnerung hatte ich nie Probleme, außer dass ich schneller kurzatmig bin als andere. Eine Krankengymnastik, vorallem Muskelaufbau, hätte mir bestimmt nicht geschadet... Vielleicht war das in den 70/80er Jahren nicht so üblich?
Zur Behandlung der Skoliose kriegte ich zunächst ein Gipsbett (total sinnlos, da ich mich darin im Schlaf immer auf den Bauch drehte... Und auch anbinden verhinderte das nicht) Später ein Korsett.
Dies konnte ich immer nur so lange tragen, bis ich an den Druckstellen offene Wunden hatte...
Unterstützende KG gabs auch dazu nicht. & vom Orthopäden die Auskunft, die Druckstellen könnten nicht verhindert werden, da es ja nun Ziel war, die Skoliose "gerade zu drücken"... Dieses ständige Hin & Her - mit Korsett - ohne Korsett - brachte natürlich keinen Erfolg.
Frustrierend war, dass mir immer unterstellt wurde, ich würde es NICHT tragen WOLLEN.
Operieren wollte man zunächst nicht so richtig, da nicht klar war, wie ich diese Op überstehe. Umso weniger verstehe ich, dass man mich nicht unterstützt hat während der Korsettzeit... Ich kam mir als "Weichei" abgestempelt" vor. Mit 16 hatte ich dann Th108°/L61° & musste doch op. werden (1988). Fazit des Orthopäden: nun MUSS es sein, sonst sitze ich bald im Rollstuhl.
Vor der Op wurde ich mit Halo gestreckt. Nach der Op 3 Monate Gips, 1 Jahr Stützkorsett.
Mit dem Ergebnis der Op bin ich teils zufrieden teils nicht.
Man hat den Rippenbuckel natürlich nicht so gut weg gekriegt, wie es heute möglich ist. Aber von vorn seh ich schön gerade aus.
Versteift wurde von Th4 - L4 nach Harrington, (nach Op: Th54°/L42° und 11 cm größer als vorher).
Ich war immer in der Berliner Charité in Behandlung.
Die Ops sind alle geglückt, das ist richtig, aber das ganze drumherum war schlimm: ständig wechselnde Ärzte, lange Wartezeiten, Abfertigung wie am Fliesband, keine psychologische Betreuung - ich musste zusehen, wie ich alleine mit allem klarkam.
Es lässt mich vorallem nicht los, dass ich vielleicht bei entsprechender Reha nach den herzOps nicht hätte so krumm werden müssen.
schliesslich kann ich jetzt auch Krankengymnastik machen - wieviel hätte verhindert werden können, als es noch nicht so schlimm war????
Ich habe jedenfalls Horror vor Ärzten & meide sie, wo ich kann.
Alle paar Jahre lasse ich die WS röngten, mache Krankengymnastik - ansonsten nichts.
Ich bin froh, dass ich keine Schmerzen habe. Aber so richtig los lässt mich das Thema trotzdem nicht.
Gibt es eigentlich einen guten Skoliose-Orthopäden in BERLIN?
Liebe Grüße, Katrin
Neu hier
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Clawi

