Ich heisse Esther, bin 44 Jahre alt, und habe seit meine Jugend eine starke Skoliose (Beschreibung der vielen Schiefstände später), diagnostiziert mit 14 Jahren, aber wahrscheinlich war ich schon 2-3 Jahren "schief".
Ich konnte damals im meinen Heimatland eine Operation "abwehren" und innerhalb 3 Jahren mit INTENSIVER Physioteraphie und ein Monsterkorsett für Zuhause und Nachts (Metall und Kunststoff) und einen kleineren Korsett für die Schule (unter der Kleidung) die Skoliose super korrigieren.
Leider hat mich damals niemand gesagt (oder man wusste es nicht), dass eine sitzende Tätigkeit für den Rücken schlecht wäre. Ich hatte nie Schmerzen gehabt, bis dann die Zeit kam als ich meinen Diplomarbeit machte (ca. Mitte 20). Seitdem habe ich Schmerzen.
Ich bekam immer wieder 6x Krankengymnastik und viel Ibuprofen aber es wurde nur schlimmer. Klar, ich arbeitete damals bis zum 10 Stunden am Rechner. Dazu hat jeder Orthopäde behauptet: "wie interessant, man sieht in Deutschland heutzutage keine Skoliose mehr..". BANANE!
Als ich mit 33 Schwanger wurde, waren auf einmal alle Schmerzen weg, um nach der Geburt und der Kaiserschnitt noch stärker wieder zu kommen.
Ich versuche so wenig Tramadol wie möglich zu nehmen und mehr Krankengymnastik bedeutet für mich weniger Schmerztabletten. Trotzdem fühlte ich mich immer wie ein "Wrack", bis ich im November letztes Jahres den Kampfsport für mich entdeckte.
Ich kam zufällig darauf, weil meine Tochter Karate macht und ein Mädchen vom der Gruppe erzählte mir, dass ihr Vater Karate macht, um fit zu bleiben. Am dem Tag des Probetrainings gab es kein Karate aber Mixed-Martial-Arts (MMA), was eigentlich für fortgeschritten Sportler ist, aber es machte super Spass und ich blieb dabei. Ich strenge mich 20mal mehr als in einem Fitnessstudio oder ähnliches. Dafür verbesserte sich meine Kondition nach nur 3mal dahin gehen. Sogar eine (seit einem Jahr diagnostizierte) Asthma ging fast vollständig zurück. Die Treppe im Büro springe ich spielerisch hoch, und ich bin dabei Purzelbäume zu lernen (Judorolle). Natürlich habe ich als rückengeplagte Yoga , Pilates, ...Yogalates... ausprobiert, Kurse gemacht, aber ich habe oft nach dem 3. Termin aufgehört. Zum MMA-Training habe ich mich sogar mit Hüftenschmerzen und einem einschlafendenden Bein geschleppt. Nach 30min hat alles wieder funktioniert. Und oft kann ich nicht dahin wg. irgendwas das man für die eigene Familie erledigen muss.
Ich denke, es ist egal ob KunfFu oder Judo, beim Kampfsport gehen wir, schmerzgeplagte schiefe Menschen, wirklich über unsere Grenzen und darüber hinaus und das gibt dem Körper die Möglichkeit sich zu aktivieren. Also für alle, die sich noch bewegen können: sch*** auf Yoga, geh zum nächsten Sportverein und sucht was in eurem Stundenplan passt.
Ob Jujutsu, "Systema" oder Boxen, ihr wird schon beim aufwärmen mehr schwitzen als beim stärksten Cardiotraining. Aber Krankengymnastik nicht vergessen!
Und wenn ihr ein Trick weißt, wie man trotz Arbeit und Familie schafft jeden Tag die empfohlene 20 Minuten Krankengymnastik zu Hause zu machen, dann bitte her damit. Beste Grüße aus München!

