Erst mal eine Bitte. Können bitte alle versuchen sich nicht gegenseitig zu beleidigen? Einfach ein bißchen nett sein zueinander? Denn wenn alle nett wären wäre die Welt viel schöner und warum fangen wir nicht hier und heute damit an?
Und nun mein Senf:
Wir leben in einem der reichsten Länder der Erde. Das ist kein Menschenrecht, sondern extremes Glück.Nicht in vielen Ländern gibt es eine so vergleichsweise umfasssende Abischerung wie in der BRD.
Beispiele: kostenlose Schulen, relativ umfassende Gesundheitsvor- und -fürsorge und massive staatliche und private (hier zähle ich auch kirchliche Einrichtungen) Hilfsangebote für fast alles.
Das kann niemand bestreiten. Wer sich die soziale Situation in zum Beispiel Bengalore im indischen Bundesstaat Kanataka ansieht muss sagen "verdammt, wir haben es gut hier". Indien gehört übrigens auch zu den Top-10-Volkswirtschaften/Industrienationen. Ich führe Bengalore an weil ich von dort zumindest Erste-Hand-Berichte habe, mein Mann hat Geschwister die in einem Waisenhaus im Slum abgegeben wurden weil ihr Vater sie nicht mehr versorgen konnte.
Und trotz dieses Reichtums gibt es in unserem Land Menschen die nicht genug zu essen haben. Trotz dieses Reichtums gibt es hier Menschen die im Winter frieren weil die Energiekosten so stark gestiegen sind dass sie das Geld dafür nirgends anders eingespart kriegen. Trotzdem gibt es Kinder die einfach keinen Wintermantel haben weil er "zu teuer" wäre. Es gibt Menschen die nicht zum Arzt gehen weil sie wissen dass sie sich die Zuzahlungen nicht leisten können.
Da stimmt doch was nicht.
Niemand kann mir erklären dass alles prima ist wenn jedes 7. Kind unter 14 in der BRD auf Sozialgeld angewiesen ist während gleichzeitig Managergehälter abstruse Höhen erreichen.
Oder wenn zwar die Arbeitslosenzahlen sinken aber gleichzeitig die Anzahl der Haushalte die auf Hartz IV angewiesen sind steigt.
"Arbeit juss sich wieder lohnen" tönen Politiker der konservativen Ecke und haben damit Recht. Es ist doch ein Unding dass man den ganzen tag Briefe durch die Gegend radelt, in Wind und Wetter, und dafür teilweise unter 1 Euro die Stunde erhält. Das reicht doch nicht mal für den Aufwärm-Kaffee zwischendurch!
Die USA, auf deren Sozialstandarts wir Deutsche gern herabblicken, haben einen staatlichehn MIndestlohn. Der liegt zwar nur bei 5 Dollar/Stunde und damit kommt man auch nicht so reicht weiter aber es ist besser als hier, wo die Anzahl der "working poor" steigt.
Ich persönlich halte es für ein Unding, dass aus Steuergeldern Löhne in der Privatwirtschaft subventioniert werden. Denn nichts anderes sind "Harzt IV zusätzlich" oder Kombilohnmodelle. So lassen sich nämlich Unternehmen zusätzliche Arbeitskräfte bezahlen. Arbeit soll einen auch unterhalten können und nicht nur beschäftigen und disziplinieren!
BGE (BürgerGrundEinkommen) wäre ein Ausweg, und zwar der von mir favorisierte. es geht nämlich nicht an, dass ein Großteil der für die Bedürftigen vorgesehenen Gelder in der Verwaltung der Armut landet. Armut sollte nicht verwaltet, sondern bekämpft werden! Jeder bekommt seinen Anteil und wem das nicht langt muss halt schauen dass er sich was dazuverdient. Revolutionäre Idee? Vielleicht. Aber die Vorteile wären:
- BAFöG, Kindergeld, Sozialgeld, ALG2, staatliche Zuschüsse zur Rente etc könnten gestrichen werden. Die Verwaltung kann entweder eingespart oder in Bereiche wo sie dringend gebraucht wird (Gewewrbeaufsichtsamt, Jugendamt etc) gesteckt werden.
Ich denke dass die Einführung des BGE den Arbeitsmarkt deutlich entlasten wpürde da (Ehe)Partner von denen einer nur auf 400 Euro Basis arbeitet diesen Job freimachen eher frei machen würden und so denen die zur Zeit gar kein Familieneinkommen (usser staatlichen Hilfen)haben so Gelegenheit geben selbst zu arbeiten.
Wie soll das finanziert werden?
Thüringens Ministepräsident Althaus (übrigens CDU) hat dazu ein paar sehr interessante Vorschläge gemacht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarisc ... BCrgergeld
Und jetzt kommt mein Aber:
Aber es gibt auch mit dem BGE kein "Recht auf Luxus". Selbst mit diesem Konzep bleiben Reitstunden, Urlaube, hübsche Wohnungen für die reserviert die dafür etwas tun (oder genug Geld geerbt haben). Und das ist auch in Ordnung so- denn irgendjemand muss das Geld aus dem dieses bezahlt werden könnte -sprich: die Steuern- auch erwirtschaften.
Aber meine Güte, es wird immer Leute geben die weder mit ihrem Gld umgehen können noch Lust haben zu arbeiten. Und die sitzen dann halt in ihrem 12-Quadratmeter-Einzimmerappartment und schauen den ganzen taglang RTL2.
Maestro, es gibt auch für Punx keine "Recht auf Vollsuff". Auch wenn das eine Lebensstilfrage ist und sie das wirklich glücklich machen würde. Dann müssen die sich eben eine gute Schnorr-Geschichte ausdenken (Geschichtenerzählen, also Unterhaltung, ist auch ein Talent) oder jemanden finden der sie für's Saufen bezahlt (RTL2 macht dann eine Reality-Doku draus... "Deutschland sucht den Super-Säufer" oder so) oder jemanden der ihr Bier sponsort oder... sich 'nen Job suchen.
Das Grundeinkommen stellt sicher dass niemand gezwungen ist für weniger als 1 Euro durch den Regen zu radeln sondern sagen kann "nö". Dann würden nämlich auch angemessene Löhne bezahlt werden von deren Steuern der Staat auch was hat.
Und nachher schreib ich was über "
wert- und zweckrationale Entscheidungen"

denn was wir hier diskutieren ist kein enklagbares Menschenrecht sondern eine Frage, ob wir das wollen oder nicht und warum.[/url]