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Pressemitteilung wegen Praxis- und Rezeptgebühr

Verfasst: Mi, 28.01.2004 - 15:03
von stonewoman
Zwangspause für chronisch Kranke

Skandal im Gesundheitswesen –
Langzeittherapien sollen für viele Patienten wegfallen

Auf Millionen Schlaganfallpatienten, Rheumatiker, körperlich- und geistig Behinderte, Kinder mit Entwicklungsstörungen, Multiple-Sklerose-Patienten, Mucoviscidose-Patienten und viele mehr kommt ab April ein Horrorszenario zu.

Still und heimlich wird neben den seit 1. Januar 04 geltenden Zuzahlungsregelungen im Bereich der Physiotherapie, Massage, Ergotherapie und Logopädie, die bereits zu einer deutlichen Mehrbelastung der Patienten führen, eine Änderung im Heilmittelbereich in Gang gesetzt, die Millionen von Langzeitpatienten zu einer Zwangspause verdonnern soll. Ein entsprechender Sparkurs wird in der Heilmittelversorgung gerade hinter den Kulissen in einer Nacht- und Nebel-Aktion festgelegt.

Noch sind die geplanten Änderungen nicht abgesegnet, doch der Proteststurm von betroffenen Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen und Berufsverbänden fruchtet bislang wenig. „Wir hoffen noch auf ein Stop in letzter Minute“ so Gabi Ites, Geschäftsführerin des Zentralverbandes für Physiotherapeuten (ZVK) Landesverband Niedersachsen. „Eine Umsetzung dieser Änderungen würde bedeuten, dass die betroffenen Patienten künftig nicht mehr regelmäßig zur dringend benötigten Physiotherapie gehen könnten.“ Die Verordnungen wären lediglich in sporadischen Blockbehandlungen möglich. Sind diese Therapietermine ausgeschöpft, müssten die Patienten zwölf Wochen allein klarkommen. Nach dieser Auszeit erhielten sie dann von ihrer Krankenkasse erneut Therapieeinheiten finanziert. „Ein Ding der Unmöglichkeit“ kritisierte Heino Schumacher, Geschäftsführer des ZVK Landesverbandes Hamburg/ Schleswig-Holstein. „Die Patienten würden ständig zurückgeworfen und müssten nach zwölf Wochen immer wieder von vorn anfangen.“ Fortschritte in der Therapie würden so immer wieder zunichte gemacht. Tausende Patienten würden zum Pflegefall ohne Hoffnung auf Besserung.

Das Horrorszenario nimmt seinen Lauf: Ein Schlaganfallpatient, der gerade mühsam wieder die ersten Sätze erlernt hat, anfängt seine Bewegungen zu koordinieren oder seinen Namen schreiben kann, fängt nach zwölf Wochen Pause wieder bei Null an.

Koordinations- oder wahrnehmungsgestörte Kinder sind abhängig von einer kontinuierlichen physiotherapeutischen Behandlung. Eine Zwangspause von drei Monaten wäre absolut kontraindiziiert.

Wenn diese Änderungen im Heilmittelbereich vom Bundesausschuss Ärzte/ Krankenkassen durchgesetzt werden, verfällt unser Gesundheitssystem in einen hundertjährigen Schlaf. Ein massiver Rückschritt für die betroffenen Patienten wird in Gang gesetzt.

Verfasst: Mi, 28.01.2004 - 15:04
von stonewoman
Dazu hab ich heute in meiner Pysio-Praxis ein Schreiben bekommen. Dieses Schreiben sollte jeder Betroffene mit Adresse, Datum und Unterschrift versehen und an:

Frau
Bundesministerin Ulla Schmidt
Am Probsthof 78a
53121 Bonn

schicken:

Ich bin Patient und mein Unmut über das Chaos bei der Einführung der Praxisgebühr (bei Ärzten) und der Rezeptgebühr (bei Pysiotherapeuten) wird immer größer. Zusätzlich muss ich nun eine drastische Verschlechterung meiner Versorgung befürchten.

Wie ich haben bis jetzt auch viele andere Patienten die Brisanz und das gesamte Ausmaß noch gar nicht erkannt. Von den Folgen drastischer Rationierungen werden die chronisch Kranken wie z.B. Schlaganfallpatienten, MS-Patienten, Rheumatiker, Kinder mit frühkindlich erworbenen Hirnschädigungen, Schmerzpatienten usw. am stärksten betroffen sein. Schuld daran ist die bereits beschlossene Überarbeitung von Heilmittel-Richtlinien und Heilmittel-Katalog durch den Bundesausschuss Ärzte/Krankenkassen.

Noch ist es nicht zu spät, noch kann der Zünder entschärft werden!

Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) kann die Überarbeitung noch beanstanden. Gründe dafür gibt es mehr als genug. Geschieht dies nicht, nehmen wir als Betroffene auch Sie in die politische Verantwortung. Handeln Sie deshalb schnell.

Treffen Sie bitte die allein richtige Entscheidung:
-> die Überarbeitung der Heilmittel-Richlinie / des Heilmittel-Kataloges vor allem zu Lasten der chronisch Kranken muss jetzt per Beanstandung gestoppt werden.

Verfasst: Mi, 28.01.2004 - 15:47
von Gast
Das es so schlimm wird hätte ich nicht gedacht. Ich werds kopieren und hinschicken

Yvonne