Frau - Behinderung - Sexualität

Grüße und alles, was sich sonst nicht einordnen lässt.
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anne
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Frau - Behinderung - Sexualität

Beitrag von anne »

Im Radio hörte ich heute zufällig einen Bericht darüber, dass in London auf dem Trafalgar Square die Satue einer nackten, schwangeren, behinderten Frau enthüllt wurde. Diese Aktion wurde schon im Vorfeld heftig diskutiert und auch jetzt gibt es dazu einige Beiträge, u. a. auch in der BBC. Es geht um die Frage, sollte eine behinderte Frau mit ihrer Behinderung in der Öffentlichkeit dargestellt werden? Ist das Feminismus? Trägt dies zum Selbstbewusstsein behinderter Frauen bei? usw.

Ich selbst finde die Aktion sowohl mutig als auch völlig in Ordnung. Für mich drückt sie das Recht auch von behinderten Frauen aus, über ihren Körper zu entscheiden, sich sowohl behindert und gleichzeitg auch völlig in Ordnung zu fühlen. Für viele ist das sicher eine Provokation, aber warum auch nicht. Die Welt ist so vielfältig, die Menschen sind so vielfältig, das sollte auch in der Kunst zum Ausdruck kommen. Liefen alle abgesaugt, Silicon unterlegt, mit aufgespritzten Lippen, und sonstwie modelliert nach dem Schönheitsideal der plastischen Chirurgie herum, wie langweilig und beschränkt wäre es!

Wer mehr über die Aktion lesen möchte, findet etwas unter den nachstehenden links:
http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp ... et,g_a_s_t

http://www.bbc.co.uk/ouch/news/btn/lapper/[/quote]

Anne
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DAGI T
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Behinderungen...

Beitrag von DAGI T »

:/ Hhmmmmm,

ich weiss nicht, habe hierzu noch nichts gesehen und gehört... grundsätzlich bin ich auch ein offener, toleranter, liberaler, nein... eher demokratischer Mensch, und finde solche Aktionen auch oft mutig... und hielt mich auch immer für "emanzipiert" ( von wem oder was auch immer...)

jedenfalss denke ich das oben genannte alles von mir... ob ICH tatsächlich SO tolerant bin... keine Ahnung...

ich gucke mir vielleicht gleich dazu noch Deine Hinweise an und melde mich nochmal

finde aber allein DEINE Frage/Deinen Kommentar hierzu schon einmal gut, denn auch solche Sachen hier im Forum zu besprechen, finde ich echt klasse
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Dalia
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Beitrag von Dalia »

Hier die Statue, um die es geht:

Bild

Quelle ist der zweite Link, den Anne nannte: http://www.bbc.co.uk/ouch/news/btn/lapper/ (mit Slideshow zum Weiterklicken)

Ich finde die Statue optisch sehr ansprechend und es regt mich auf, dass so etwas überhaupt diskutiert wird (damit meine ich nicht dich, Anne).

Es würde keine Behinderten geben, wenn man in der Gesellschaft endlich damit aufhören würde, zwischen behindert und nicht behindert zu unterscheiden.

Was soll dieser Zirkus? Kann man mit so etwas nicht natürlich und ungezwungen umgehen? Entscheidend ist, dass diese Frau, die Modell stand, es freiwillig und gern tat, wo also bitte ist das Problem? Wenn die sogenannten Behinderten (sind sie wirklich behindert?) damit ein Problem haben, melden sie sich schon. Aber es sind die angeblichen Nichtbehinderten, die so 'n Theater machen, und sie merken dabei nicht, dass sie mit ihrer ach-so-gutherzigen-Art selbst zur Separierung beitragen.

Dalia
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
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Beitrag von kessi »

Dalia hat geschrieben:Es würde keine Behinderten geben, wenn man in der Gesellschaft endlich damit aufhören würde, zwischen behindert und nicht behindert zu unterscheiden.
...schöner Satz...
Bambi
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Statue

Beitrag von Bambi »

Hallo Anne und Dalia,

auch ich finde es nicht abstoßend, eigentlich natürlich. Warum sollen diese menschen nicht in der Öffentlichkeit stehen? Das Problem ist: Unsere Gesellschaft schaut weg.

Schlimmer finde ich wie sie die angeblichen hochtalentierten Schauspielerinnen etc. sich benehmen, aber das ist leider so geworden, die Leute schauen dahin. Ich verstehe es nicht, was interessiert mich z.B. Carmila und Charles ihr Privatleben! Es war nicht okay, was mit Diana abgezogen wurde, aber es ist Vergangenheit, eher könnte ich mich über die Monarchie deren verhalten aufregen.

Wenn ich mit meinem Mann durch die Stadt gehe, schauen die Leute weg, gehe ich alleine schauen sie hin, ja was soll das!

Mein Mann hat ein Parkausweis und vor unserem Haus ist dafür ein Parkplatz. Wenn ich besorgungen mache und aussteige, irgendeiner rennt immer zu mir, Junge Frau schauen sie mal dort: Meine Antwort, dann schauen sie mal zur Frontscheibe und gehe. Manche versuchen sich dann mit anzulegen, ich bin denen keine Rechenschaft schuldig und da meine Chefin Polizessin ist :D bin ich aufgeklärt und alle die hier rum laufen, lachen dann immer wenn einer eine diskussion anfängt und kommen dann dazu, dann gehts richtig zur Sache.

Meine Mutter hatte auch ein Contergan Kind geboren, was sofort starb und wir hätten es genauso lieb gehabt.

Andere Situation finde ich noch schlimmer; Lebensmittelgeschäfte, die Waren sind so hoch gestapelt das ich schon manchmal mir einen großen Kerlie holen muss, damit ich die Ware bekomme. Was ist mit den alten oder kranken Menschen? Da hilft keiner, da ich schon eh sozial eingestellt war, helfe ich immer und lasse dann auch schon mal was los, das die anderen Einkäufer es mit bekommen. Ich habe Jahre an der Kasse gearbeitet, wenn man dann mitbekommt, das einer eben halt langsamer ist mit der Ware aufs Band zu legen und die Leute regen sich auf, dann habe ich aus Trotz langsamer gearbeitet und denen noch geholfen die Ware einzupacken. Mein Chef konnte es per Video immer sehen und bekam keine Rüge sondern ein Lob.

Wo das noch alles hinführt keine Ahnung?

Wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende

Euer bambi :musik:
kessi
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Re: Statue

Beitrag von kessi »

Liebe Bambi,

So hoffnunglsos ist die Welt auch nicht. Ich komme gerade vom einkaufen wieder. Folgende Bilanz:
Ein Verkäufer hat seine Ware am Ende eines Regals so umgreäumt, dass ich ihne groß rangieren durchkam. 2x wurde mir die Türe aufgehalten, 2x angeboten ob ich was von dem oberen Regal bräuchte (bin da so lang rumgestanden, weil ich mich nicht entscheiden konnte), eine Frau bot mir den Berg runter "Bremshilfe" an, ein älteres Ehepaar wollte mir den Bordstein hoch helfen, Mann der mir bergaufwärts entgegen kam lobte meine Kraft (er kann ja nicht wissen, dass ich einen Antrieb habe ;-) ),
fremde Frau in meinem Treppenhaus hat mir ungefragt reingeholfen...negatives Erlebnis: heute (noch) keins. Und das war alles nur gerade eben beim einkaufen.
Natürlich ist das nicht immer alles so. Auf dem Dorf bei meinen Eltern ist es meist umgekehrt.
Nur ich verstehe noch nicht ganz, wieso Du auf dem Behindertenparkplatz parkst, wenn Du (ohne Deinen Mann?) Besorgungen machst? Oder hab ich das nicht richtig verstanden?.

Ansinsten finde ich es auch bedenklich, dass sich nicht-behinderte Menschen über solche Dingen mehr aufregen als behinderte Menschen...

Ich wünsche Dir und Deinem Mann ganz viele schöne Begegnungen, die Deine Hoffnung auf mehr Verständnis wachsen lassen
schöne Grüßla,
kessi
Bambi
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Behindertenparkplatz

Beitrag von Bambi »

Liebe kessi,

erstmal hattest du wirklich Glück mit der Hilfe. Es ist selten.

Deine Frage zu dem Behindertenparkplatz: Ich darf mich als Ehefrau dort hinstellen, wenn ich Besorgungen für meinen Mann mache. Wenn ich z.B. Schwimmen fahre oder einfach sage fahre zu meiner Oma, ist die Karte natürlich für mich perse nicht vorhanden. Es darf das Auto nur nicht direkt auf dem Besitzer der Karte angemeldet sein. Es ist ein bißchen Kompliziert, ich weiß, aber meine Chefin und eine Kollegin von ihr haben mich mal richtig aufgeklärt. Wenn du z.B. sagst, Mensch Frau Meyer ich kann heute kein Schritt gehen, würden sie für mich heute mal einkaufen und zur Apotheke fahren? Sie sagt dann ja, muss du ihr ein Formloses Blatt mitgeben, in dem steht das sie für dich Besorgungen macht, das Datum ist nicht unbedingt erforderlich, zudem bekommst du ja auch ein Merkblatt und Zusatz mit , dieses muss natürlich die Person dann bei sich haben. Sie darf dann auch auf einem Behindertenparkplatz vor eurem Haus und die ware zu dir bringen. Sobald die Ware aber abgegeben ist, ist sie widerum verpflichtet das Auto dort zu entfernen, weil du ja ihr die Karte wieder abgenommen hast.

Z.B. dein Auto ist auf dich angemeldet um Steuern zu sparen, kann dein Partner Erledigungen für dich ausführen, ist aber nicht berechtigt mit dem Fahrzeug Freunde zu besuchen etc. Das heißt das Auto ist für ihn dann absolut Tabu!

Mein Vater hat auch eine Karte, aber das Auto ist auf meine Mutter angemeldet, lieber zahlt sie Steuern, als Bußgeld.

Das wissen viele nicht und beim Unfall kommt die Versicherung nicht dafür auf, wenn nicht nachweisbar ist, das er für dich zum Arzt,Apo, Einkaufen war.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen :)

deine

Bambi
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Re: Behindertenparkplatz

Beitrag von kessi »

Ach so Bambi, das wusste ich bisher nicht. Es ist im Grunde dann so, wie mit dem Merkzeichen "H" und den Steuern, wenn jemand für mich (aber ohne mich) mit Auto unterwegs ist?! (muss man sich denn immer alle Infos selber zusammenkratzen... :< )
Allerdings sehe ich den Sinn dieser Regelung (noch) nicht. :confused:
Denn wozu sollte jemand "gesundes", der für einen behinderten Menschen unterwegs ist auf dem Behindertenparkplatz halten und eventuell diesen blockieren (der eigene vor dem Haus und Arbeit oder so ist natürlich nicht gemeint). Ich halte es lieber so, dass selbst wenn ein anderer Parkplatz frei ist, von dem ich sehen kann, dass er reicht und für mich in Ordnung ist, ich lieber den Behindertenparklplatz freihalte, falls noch ein anderer kommt.

liebe grüße,
kessi
Bambi
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Beitrag von Bambi »

hey kessi,

ich hatte ja auch geschrieben, das wenn ich für mich unterwegs bin, die Karte nicht benutze. Sie bleibt vorne bei uns liegen, musste nähmlich mal Bußgeld bezahlen, weil ich vergessen hatte die dort hin zu legen und Jörg ist natürlich los, stellt sich zuhause wieder auf dem Parkplatz und sieht oder denkt auch nicht mit ob die Karte noch dort liegt. Peng, da hatten wir den schönen Schein. Seither bleibt er dort liegen. Wenn es nur leichte Sachen sind sei es eben beim Doc. Rezept abholen, dann stelle ich mich auch auf die normale, nur wenn ich das für Jörg abholen soll und der Parkplatz kostet auch noch was, dann sage ich mir, nein, wir sind schon alle bestraft genug, dann stelle ich mich dort hin.

Stadt Hamm hat leider nur noch ausschließlich Parkplätze wo bezahlt werden muss, auch die Anwohner!! Es gibt wohl den Anwohnerausweis, aber da bezahlt man auch schon mittlerweile kommt auf das Gebiet an im Jahr an die 100 € und diese liegen dann meist noch bis ca. 900 m entfernt, jetzt komm du mal da als Mutti mit 2 Kindern, Hände voll Einkaufstaschen, gutes Gewicht an ! Hamm wollte sich als Behinderten Freundliche Stadt auszeichnen ist sie aber nicht, es gibt noch immer zuviele Hinderungen gerade was Bordsteinkanten angeht, naja lassen wir es, das führt zu einer Diskussion ohne Ende.

Ich wünsche dir auf jedenfall ein schönes Wochenende :tanz:

Liebe Grüße

Bambi
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Statue

Beitrag von Bambi »

Hallo Anne,

hatte nun mehr Zeit mich mit einer Freundin auszutauschen und den Bericht zu übersetzen.

Der Bürgermeister selbst hat die Zeremonie im Trafalgar Quadrat vorgestellt und durch geführt. Diese Entscheidung, hat bei einigen Engländern Empörung verursacht, aber überwiegend positiv.

In London findet man viele Kriegshelden und da es eine der berühmten Londons Durchgangsstrasse ist, hatte man sich schon was bei gedacht.
Im Grunde hat es viele Bedeutungen, denn auch behinderte Frauen sollen glückliche Mütter werden.

Durch meine Freundin diese Sprachenwissenschaftlerin und Ägyptologin ist, habe ich erfahren, das im Herzen die Engländer sehr offen sind, nur zeigen tun sie es nicht. Man merkt es schon daran, das sie kaum bereit sind, einem Touristen zuhelfen, wenn diese sich mit ihrem Schulenglisch einen abquetschen. Ist man aber in Gefahr wird dort nicht so weg geschaut wie z.B. hier in unserem Lande.

Die Engländer selbst haben sich in diesem Bericht sehr positiv gezeigt, bis auf 2e die es als Verachtung empfanden.

Ich konnte nur jetzt das entnehmen was dort stand.

Meiner Ansicht nach sollte, wie einer schreibt auch dort eine Taube ihren Platz bekommen, denn ohne sie, wären im Krieg viel mehr Menschen gestorben( sein Kommentar Nigel, London).

Sollte einer von euch Schwierigkeiten haben, den Text zu übersetzen, bin ich gerne bereit dieses zutun.

Liebe Grüße

eure

Bambi
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Beitrag von kessi »

Liebe Bambi
Es tut mir leid zu hören, dass es in Hamm so schlecht aussieht. Leider ist es sehr zeitintensiv und nervenaufreibend nur kleine Veränderungen zu erreichen.
Es ist tatsächlich so, dass manche Städte fast perfekt sind und in anderen geht gar nix. Es wundert mich nur, dass es sich mit den Menschen dort oft genauso verhält.
Aber das war jetzt wirklich genug off-topic.
Ich glaube der Grad des Verständnisses und der Hilfsbereitschaft ist auch vom Geschlecht abhängig. Zumindest kommt es mir oft so vor, dass mir die Leute Hilfe anbieten, weil sie mich als kleines, schmächtiges Mädchen sehen und mir nicht so viel zutrauen, sodass Überzeugungsarbeit geleistet werden muss die Selbstständigkeit zu bewahren.
Hab auch Du ein schönes WE,
kessi
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