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Skoliose unheilbar?

Verfasst: Di, 12.06.2007 - 20:55
von guy
Abend allerseits
Als bei mir (20 Jahre alt) im Februar Skoliose diagnostiziert wurde (LWS, leichte, Vergleichsbild: Bild in etwa diesen ausmaßes, kann mein bild leider nicht einscannen) hat mir jeder Arzt, bei dem ich war gesagt, sie wäre nicht wirklich wieder geradezubiegen. Einen präzisen Grund hab ich leider nicht bekommen.
Da ich weder fehlgebildete Wirbel noch Beinlängendifferenz hab, fragte ich mich warum sie nicht heilbar sein soll, da sie demnach rein muskulär sein muss.
Ich hab mich geweigert die Krankengymnastik zu machen und das stattdessen einfach selbst versucht.
In den nächsten 3 Monaten hab ich durch ständige Haltungskorrekturen, ein/ausatmen, an/entspannen meine Skoliose korrigieren können. Mit ständig meine ich, 24/7 bis es einen zur Weißglut treibt und es nurnoch ein kampf ist. Die Entspannung habe ich rein kopfgesteuert herbeigeführt - erst die spannung im körper spüren, dann loslassen. Die Veränderungen, die mir in den 3 Monaten wiederfahren sind gehen wirklich an die substanz - geistig und körperlich.
Und nun bin ich meine Skoliose los.
Im nachhinein muss ich sagen, dass für eine angeblich unheilbare Krankheit mir diese sache, obwohl es hart war, ziemlich banal erscheint. Da gibt es schlimmeres.

Frage: Was haltet ihr davon, warum werden Skoliosen als unheilbar eingestuft und was sind die gründe dafür? (außer natürlich offensichtliche Sachen, wie Beinlängendifferenz).
Zum Beispiel fand ich die mir verordnete Krankengymnastik gar kontraproduktiv. Ich bin der Meinung, wenn man alles körperliche dem Prinzip der Entspannung unterordnet, man dieselben Resultate erhalten kann wie mit muskelaufbauenden Übungen (es geht mir um die relation zwischen den Muskeln, nicht die absolute Muskelstärke die natürlich nur mit Muskelaufbau gesteigert wird, jedoch in erster linie irrelevant ist). Nach dem selben Prinzip (also der Entspannung) erreichen Klavierspieler eine perfekte Links-Rechts gleichheit zwischen den Händen. Da ich Klavierspiele kann ich das von jedem Tag aufs neue erfahren.

Würde gerne mal eure Meinung dazu erfahren. :)

PS: Noch zum Vergleichsbild: Meine Skoliose hat starke Ähnlichkeit damit, Unterschied ist, die Krümmung fängt in der LWS an und beschreibt einen gleichmäßigen Bogen bis oben zum hals, anders als auf dem bild wo die biegung in der mitte abnimmt.

Verfasst: Di, 12.06.2007 - 23:37
von Lynn
Hallo guy. Kannst du uns sagen, ob du einen Rippenbuckel hattest? Du beschreibst deine Wirbelsäule so, als handle es sich bei dir nur um einen einzigen schwachen Bogen. Es kann sich hierbei tatsächlich um eine muskulär bedingte "unechte" Skoliose handeln. Ähnliche Röntgenbilder findet man manchmal auch bei starken ISG-Blockaden. Beide Fällen lassen sich durch richtiges Training tatsächlich behandeln. Aber beide Fälle ähneln leider nicht unseren Skoliosen.
In der Theorie wäre es schon möglich, dass man auch eine sehr schwache Skoliose durch richtiges Muskeltraining wieder "hinbiegt". Das tun unsere Schrother hier im Forum ja Tag für Tag.
Aber dann wird sie so nicht bleiben! Denn auch wenn vielleicht die Wirbelkörper nicht verformt erscheinen, so sind bei echten ideopathischen Skoliosen die Bänder, Kapseln, Sehnen und Bandscheiben mit einbezogen. Die sind auf dem Röntgenbild nicht zu erkennen.
Woher weißt du überhaupt, dass die Skoliose jetzt "weg" ist? Hast du dich danach noch einmal röntgen lassen? Hat ein Arzt dir das bestätigt?
Echte Skoliosen sind definitiv "unheilbar". Das könnte für dich bedeuten, dass sie auch bei dir wiederkommt, sobald du dein "Training" einstellst. Mehr Informationen über deine Ausgangslage wären hilfreich, aber es klingt so, als hätten deine Ärzte da nicht genug nachgeforscht. Oder hast du noch mehr Infos? Gradzahlen, Beschreibungen, MRT-Bilder? Hat man dir gegenüber mal das Wort "sekundäre Skoliose" erwähnt?

Verfasst: Mi, 13.06.2007 - 09:18
von guy
Ulaschatz hat geschrieben:Hallo guy. Kannst du uns sagen, ob du einen Rippenbuckel hattest? Du beschreibst deine Wirbelsäule so, als handle es sich bei dir nur um einen einzigen schwachen Bogen. Es kann sich hierbei tatsächlich um eine muskulär bedingte "unechte" Skoliose handeln.
Ich hatte einen Buckel. Meine Skoliose war dergestalt, dass Rotation und Krümmung vorhanden war, wobei ich den Eindruck hatte Krümmung entstand erst durch rotation.
Aber dann wird sie so nicht bleiben! Denn auch wenn vielleicht die Wirbelkörper nicht verformt erscheinen, so sind bei echten ideopathischen Skoliosen die Bänder, Kapseln, Sehnen und Bandscheiben mit einbezogen. Die sind auf dem Röntgenbild nicht zu erkennen.
Danke, das ist ne interessante info, davon wusste ich nichts. Um ehrlich zu sein, trotz einiges an recherche und mehreren Ärzten hab ich nicht wirklich präzise Auskunft über die Natur der Skoliose an sich bekommen.
Woher weißt du überhaupt, dass die Skoliose jetzt "weg" ist? Hast du dich danach noch einmal röntgen lassen? Hat ein Arzt dir das bestätigt?
Glaub mir, da brauch ich kein Röntgenbild dazu, wenn sie weg ist spürt man es einfach, undzwar mit 100% sicherheit. Ich mein, is ja immerhin die Wirbelsäule.
Aber ein Blick in den Spiegel und die Tatsache dass ich einfach mal den Rücken durchstrecken kann und jeden Muskel spüre, auch dass die Rotation und der Buckel weg ist sagt mir dass meine Skoliose weg ist. Zu guter letzt: Klavierspielen ist ideal um das zu merken, da es hier um sehr feine bewegungen geht. Ist auch nur um millimeter etwas nicht im lot merkt man es sofort.
Echte Skoliosen sind definitiv "unheilbar". Das könnte für dich bedeuten, dass sie auch bei dir wiederkommt, sobald du dein "Training" einstellst. Mehr Informationen über deine Ausgangslage wären hilfreich, aber es klingt so, als hätten deine Ärzte da nicht genug nachgeforscht. Oder hast du noch mehr Infos? Gradzahlen, Beschreibungen, MRT-Bilder? Hat man dir gegenüber mal das Wort "sekundäre Skoliose" erwähnt?
Nein, nie, auch was die Gradzahl. betrifft hat kein Orthopäde sich die Mühe gemacht die mir mitzuteilen (wusste da zum zeitpunkt der Arztbesuche nix davon).