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Einlagen gegen die Skoliose ?
Verfasst: Mi, 03.05.2006 - 23:13
von hseiling
Bin Neuling und grüsse hiermit alle erstmals herzlich !
Ich bin für 70 Euro 3 D vermessen worden und bekam die Diagnose "Skoliose" verkündet. Zitat des Arztes „...ein statisches Problem...Sie bekommen Einlagen und das Problem wird sich geben!“
Das Wort "Skoliose" hat mich nun hier her geführt und nun stelle ich fest, von
Einlagen als wirksame Therapie gegen Skoliose ist hier gar nicht die Rede. Ist meine Hoffnung auf Hilfe nun völlig unbegründet !
mfG
der Heiko
Verfasst: Do, 04.05.2006 - 00:45
von Räkelkönigin
Hallo Hseiling,
Einlagen sind nur wirkungsvoll gegen eine Skoliose, wenn die Ursache der Skoliose in einer Beinlängendifferenz und einem daraus reslultierenden Beckenschiefstand der zur Skoliose führen kann/ führt liegt. Da Du offenbar nur teuer 3D-vermessen wurdest, halte ich das für einen fragwürdigen Befund für die Verordnung von Einlagen. Wurden Deine Beinlängen vermessen??? Wurde geröntgt und das Rö-Bild in Grad nach COBB ausgemessen?Das eine skoliose ein statisches Problem darstellt liegt in der Natur der Sache.....Wie stark ist die Skoliose???? Ich würde solche schnell verordneten Einlagen nicht anziehen!!!
Stattdessen solltest Du den Befund "Skoliose" nochmal genau abklären lassen!!
Schau mal unter "Gesucht_Gefunden", da findest Du hoffentlich einen kompetenten Orthopäden.
Wie gesagt, Einlagen machen nur Sinn , wenn Du eine Beinlängendifferenz hast!!!
RÄkelkönigin

Verfasst: Do, 04.05.2006 - 02:00
von hseiling
recht herzlichen Dank zunächst für die Antwort,
doch sogleich muß ich passen, denn ich habe zwar alle gemessenen Werte vorliegen, doch welcher Wert genau Auskunft gibt über den Grad meiner Skoliose weiß ich nicht genau. Auch weiß ich nicht, ob bei dieser Vermessung auch die Beinlänge vermessen wurde. Die Bezeichnungen der Werte geben jedenfalls darüber keinen Aufschluss.
Tatsächlich teilte man mir einen Beckenschiefstand mit-; folgt daraus zwingend unterschiedliche Beinlänge ?
Nun, geröntgt wurde bei mir nichts.

Verfasst: Do, 04.05.2006 - 17:42
von Räkelkönigin
Auch weiß ich nicht, ob bei dieser Vermessung auch die Beinlänge vermessen wurde.
Also ich kenne Beinlängenvermessung nur PER HAND, nicht mit einem 3-D-Gerät....!
Tatsächlich teilte man mir einen Beckenschiefstand mit-; folgt daraus zwingend unterschiedliche Beinlänge ?
NEin, nicht zwingend. Es kann sein, dass die Beinlängen unterschiedlich sind, und daraus , wie oben beschrieben ein Beckenschiefstand entsteht. Du kannst aber auch durch eine Skoliose ( die verschiedene Ursachen haben kann!, oder unbekannter Ursache ist) einen Beckenschiefstand bekommen. In solch einem Fall, wenn also die Skoliose die Ursache für den Beckenschiefstand ist, sind Einlagen KONTRAPRODUKTIV!
Daher ist es wichtig zu klären woher der Beckenschiefstand, sofern tatsächlich vorhanden, überhaupt kommt!
Rat: nochmal hingehen und nachfragen oder gleich zu anderem Orthopäden, der auf diesem Gebiet FÄHIG ist, gehen!
Nun, geröntgt wurde bei mir nichts.
Das würde ich an Deiner Stelle mal ins Auge fassen!! Darauf sieht man dann sowohl die Skoliose und ggf. auch den Beckenschiefstand.
Gruss
Räkelkönigin

Verfasst: Do, 04.05.2006 - 18:16
von hseiling
Danke für die ausführliche Antwort !
Heiko
Verfasst: Sa, 06.05.2006 - 11:26
von Charp
JUHU, mein Lieblingsthema...
Hallo,
guck doch noch mal in der Rubrik "Gesucht & Gefunden" nach einem einigermaßen Skoliose-kompetenten Arzt in Berlin. Ich bin übrigens die, die immer gegen Einlagen-verschreibungswütige Orthopäden schimpft
Hier mal wieder meine Geschichte zum Thema Einlagen
Ich habe vor ein paar Jahren, als ich leider noch nicht so gut informiert war und z.B. dieses Forum noch nicht kannte, diese 3D-Vermessung machen lassen, weil der Orthopäde das empfahl (natürlich privat bezahlt, damals 190 DM). Oft wird das gemacht, um dem Patienten ne Schuherhöhung zu verpassen... Ich bekam auch eine, da ich auf einem Bein 12 kg mehr Gewicht trage und das sollte unbedingt "ausgeglichen" werden. Die Einlage trug ich fast vier Jahre. Vor einem einem Jahr hab ich sie rausgenommen, weil ein junger Orthopäde (Assistenzarzt in ner Klinik) völlig irritiert meinte, dass meine Beine völlig gleich lang sind und mein Becken verdreht und nicht etwa schief ist. Bei meiner Reha in Bad Salzungen erfuhr ich dann von dem dortigen Orthopädietechniker, dass diese Einlage der größte SCH... war und mich noch weiter in die Krümmung reingezogen hat (7° Zunahme in den vier Jahren übrigens). Das also zu diesen tollen teuren Vermessungen. Die sind eher zur Verlaufskontrolle, wenn man nicht immer röntgen will, geeignet.
Die Tatsache, dass Du noch nicht mal geröntgt wurdest, spricht nicht grade für den Orthopäden. Und wie Räkelkönigin schon schrieb, ein verdrehtes (> "echte" Skoliose) und ein schiefes Becken (> Beinlängendifferenz, daraus resultierende funktionelle Skoliose) ist offenbar für viele Orthopäden schwer zu unterscheiden
Liebe Grüße und alles Gute für Dich,
Charp
Verfasst: Sa, 06.05.2006 - 12:16
von Wiebi
Hallo!
Ich hatte vor ein paar Wochen auch ein Thema dazu geöffnet, es hat aber leider keiner dazu geantwortet.

Ich habe einen skoliosebedingten Beckenschiefstand und wurde neulich in BaSa mit und ohne eine Schuherhöhung geröngt, Ergebnis: beide Bögen verbessern sich um 5 ° mit Erhöhung! Die Drehung ist beim Packet besser, beim Lendenwulst aber etwas schlechter...
Ich trag nun eine Fersenerhöhung, obwohl ich keine unterschiedlich langen Beine hab (wurde nicht gemessen, geh ich mal von aus, weil mir eine Therapeutin in BaSa mal sagte, dass unterschiedlich lange Beine von Natur aus, so gut wie gar nicht existieren. Das wird nur oft wegen eines Beckenschiefstandes falsch diagnostiziert).
Ich denke, es ist für mich ganz gut, hab auch keinerlei Probleme, die Erhöhung zu tragen (habe sogar das Gefühl, vom Stehen und Gehen weniger Rückenschmerzen zu bekommen, habe aber den Extremfall Shoppen seitdem noch icht ausprobiert

).
Denkt ihr, es könnte doch schlecht sein, die Erhöhung zu tragen?
Verfasst: Sa, 06.05.2006 - 12:25
von elfi
Auch meine Tochter hat Einlagen bekommen - von Dr. Hoffmann und Rahmouni direkt angeordnet - ich würde daher nicht sagen wollen, dass Einlagen immer schlecht sind - hängt sehr davon ab, welcher Orthopäde sie warum verschrieben hat.
elfi
Verfasst: Sa, 06.05.2006 - 13:06
von Charp
- hängt sehr davon ab, welcher Orthopäde sie warum verschrieben hat.
Naja, kompetent scheint der Orthopäde in Heikos Fall ja nicht gewesen zu sein (genausowenig wie in meinem). Wenn Dr. Hoffmann Einlagen verordnet, ist das sicher was anderes.
@Wiebi: Wenn Dr. Steffan das auch abgesegnt hat, würde ich erst mal darauf vertrauen. Hast Du nur ne Fersenerhöhung oder ne durchgehende Einlage? Bei ner Fersenerhöhung wird das Becken mehr gekippt, würde ich sagen *überleg*, was in deinem Fall (Beckenverdrehung durch die Skoli) ja auch wichtig sein könnte. Hat Dr. Steffan/Herr Miller von ner durchgehenden Einlegesohle oder nem "Fersenkeil" gesprochen? Ich hatte Deinem Beitrag gar nicht gesehen, sonst hätte ich bestimmt was dazu gesagt...
Achja, auf der Internet-Seite von der Christa Lehnert-Schroth (s. Linksammlung) ist was über Beinlängenausgleich bei Skoliose zu finden (als pdf).
Off-Topic:
Herr M. macht doch seine Doktorarbeit über Einlagen bei Skoli, gelle? Ich habe nicht über gestaunt, dass über ein so "allgemeines" Thema (ich meine, ist ja nicht weit hergeholt, das mal genauer zu untersuchen) noch promoviert werden kann. Da sieht man mal, wie es um die Skoliose-Forschung steht
LG,
Charp
Verfasst: Sa, 06.05.2006 - 13:20
von Wiebi
Dr. Steffan war nicht da, kam also nur vom Dr. Miller...
Mir wurde so ein Teil gleich mitgegeben, das liegt nur unter der Ferse, geröngt wurde ich aber auf was durchgängigem.
Aber würde man es nicht irgendwie merken, wenns schlecht wäre? Ich lass meine Eltern meinen Rücken mit und ohne nochmal inspizieren...
Verfasst: Sa, 06.05.2006 - 22:26
von Charp
Hallo Wiebi,
also, dass mit dem Fersenkeil die Hüfte stärker gekippt wird, als mit der durchgehenden Einlage, ist mir selbst an mir aufgefallen. Hatte mir für meine Sportschuhe einen Fersenkeil geholt, weil der billiger (*ähem*) war als die durchgehende Sohle... Finde ich eigentlich auch fast logisch, wenn der Fuß wie auf einem kleinen Absatz steht, ist die Hüfte stärker gekippt. Wobei meine Hüfte wegen der Thorakolumbalskoli echt ziemlich verdreht ist- Vielleicht ist der Unterschied bei dir ja nicht so extrem?!
Vielleicht sagt ja noch jemadn was dazu????
Ansonsten finde ich die Idee mit den Eltern ganz gut, Lendenwulst, Taillendreieicke, wie gucken die Hüftknochen hervor etc.... Ansonsten kann man sich ja auch beim Orthopädieschuhmacher ne dxurchgehende Sohle holen, kostet halt etwas mehr als der Keil, geht aber. Auf Rezept geht das auch.
Wie hoch ist die Einlage überhaupt??
Ganz viele liebe Grüße *Bussi*
Charp
Verfasst: Sa, 06.05.2006 - 23:38
von Räkelkönigin
Denkt ihr, es könnte doch schlecht sein, die Erhöhung zu tragen?
Ich finde das merkwürdig, die Skoliose so korrigieren zu wollen und würde keine Einlage anziehen..... aber das ist meine persönliche Meinung.
Wichtig ist sicherlich ob Du ein gutes Gefühls damit hast!!, und offenbar ist ja röntgenbildmässig eine leichte Verbesserung eingetreten .

Räkelkönigin
Verfasst: So, 07.05.2006 - 08:35
von Wiebi
Also, als ich den Keil bekommen hab, hab ich auch schon an die Kippung gedacht, aber ich dachte mir, dass Dr. Miller mir das schon nicht geben würde, wenn das ne total andere Wirkung hat.
Ich glaub, der Keil ist 1cm hoch, ich mess gleich nochmal.
Ich finde es eigentlich nicht so unlogisch, die Skoli so verbessern zu wollen, man muss ja irgendwo mal ansetzen. Und wenn die Hüfte gerader ist, dann kommt ja auch der Bogen gleich ganz anders daraus.
Ich hab übrigens auch ne thorakolumbale Skoli, meine Hüfte hängt also auch ganz schön auf halb 8. Wobei sie nicht total verdreht ist, natürlich n bissl, aber das stärkste ist einfach der Höhenunterschied.
Verfasst: So, 07.05.2006 - 13:46
von Charp
Naja, wenn die richtige Seite gekippt wird? Müsste man ja erkennen können, wenn du vorne deine Hüftknochen sehen kannst. Ist die Einlage an der Lendenwulst-Seite? Warst du 3B "mit tiefgerutschtem Bogen" oder 4B TL?
Ich finde es echt seltsam, dass du mit ner durchgehenden Einlage geröntgt wurdest und dann nen Keil bekommst???!! Ich finde die Wirkung schon unterschiedlich. Bei mir waren es nur 5 mm , aber es wurde ausgerechnet auch noch die Hüfte, die eh nach vorne verdreht/gekippt ist, weiter gekippt und die schwache Stelle zusammengedrückt. Deshalb das Entsetzen des Bad Salzunger OTs. Bei mir funktioniert das mit ner Einlage halt einfach gaaar nicht.
Was sagt denn deine Physiotherapeutin dazu, falls du ne kompetente hast? Die hat vielleicht nen guten Blick dafür?
LG!!