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Unsicherheit nach Krankenhausaufenthalt

Verfasst: Mo, 02.01.2006 - 17:22
von dstev
Ich muss voranschicken, dass ich seit meinem 13. Lebensjahr eine diagnostizierte Skoliose habe. Behandelt wurde diese seinerzeit im Oskar-Helene-Heim in Berlin mit einem Milwaukee-Korsett für die Dauer von ca. 2,5 Jahren. Vor der Behandlung wies meine stärkere Krümmung 45° und die schwächere 39° auf. Eine OP wurde damals nicht in Erwägung gezogen. Nach "Ablegen" des Korsetts hatte ich noch eine stärkere Krümmung von 36 und eine schwächere von 28°. Bis ich 19 war, machte ich weiterhin 2x die Woche Krankengymnastik. Danach zog ich von zuhause aus und hielt es nicht mehr für nötig. Das einzige was ich bis zum vergangenen Jahr erhielt waren sporadische Massagen wegen bestehender Nackenverspannungen, allerdings arbeite ich auch täglich ca. 10 Stunden am PC. Ausserdem hatte ich noch 2 Schwangerschaften, welche ich ebenfalls beschwerdefrei überstand. Gut ich war nicht immer komplett schmerzfrei, aber es war auch nichtbesonders intensiv und hielt nie lange an.
Im vergangenen Jahr Mai hatte ich einen AUtounfall, d.h. jemand fuhr auf mein stehendes Auto mit ca. 30 km/h auf. Bereits als ich aus dem Auto ausstieg machte sich ein Schmerz in der Ischiasgegend bemerkbar, welcher abends noch durch ein Schleudertrauma ergänzt wurde. Aus diesem Grunde begab ich mich in die Notaufnahme unseres ortsansässigen Krankenhauses, wo ich mit einer Halskrause und 600er Dolgit versorgt wurde, den Schmerzen im LWS-Bereich wurde keine weitere Bedeutung zugemessen, da sich auf dem Röntgenbild keine weiteren Verletzungen zeigten. Seit diesem Zeitpunkt nahm ich zuerst 600er später 800er Dolgit und war schließlich seit Ende August nach einer zwischenzeitlichen Arbeitsaufnahme von 3 Wochen kontinuierlich krank geschrieben. Meine ortsansässige Unfallärztin verordnete mir ausserdem Physiotherapie. Meine Schmerzen verstärkten sich jedoch weiterhin, so dass ich ab Oktober auf Arcoxia i.V. mit Lyrica umgestellt wurde. Eines meiner schwerwiegendsten Probleme war, dass sich nach einer ca. 10 minütigen Autofahrt Schmerzen im Bereich des Steißbeins einstellten, welche sich bei längeren Fahrten bis in den Hüftbereich ausweiteten und auch Ausfallerscheinungen im rechten Bein mit sich brachten. Ausserdem hatte ich erhebliche Nackenbeschwerden, welch sich bis in die Schultergelenke zogen. Grundsätzlich hatte ich das Gefühl gänzlich meine "Mitte" verloren zu haben und ständig aus dem Gleichgewicht zu sein
Versuche meinerseits einen Termin bei einem kompetenten Orthopäden zu erhalten wurden mit Terminvorschlägen in 4 Monaten quittiert. SChließlich landete ich auf Empfehlung eines Freundes bei Dr. Seidel dem Chefarzt der Klinik für Manuelle Therapie in Sommerfeld. Dieser untersuchte mich ca. 1 Stunde und empfahl mir dann mich in die dortige Akutklinik zu einer ausführlichen Diagnose und Schmerztherapie einweisen zu lassen, was ich auch tat. Dort wurde auch meiner Skoliose und meinen Gleichgewichtsproblemen intensivst Rechnung getragen, d.h. nach einer ca einwöchigen Diagnosephase wurde ich intensiv manualmedizinisch therapiert, ich lernte die Methoden nach Janda und Brunckow kennen, meine Medikamente allerdings um ein Antidepressivum erweitert. Ferner erhielt ich noch Behandlungen in einem Spacecurl um mein Gleichgewicht wiederherzustellen. Zusätzlich erhielt ich noch psychologische Gespräche. Gegen Ende meines Aufenthaltes wurde schließlich noch eine Denervierung einer Wirbelfacette im LW - Bereich vorgenommen.
Fazit: Bei der Entlassung hatte ich gar keine Ausfälle mehr in den Beinen und meine Schmerzen in der LWS hatten nachgelassen. Die Nackenbeschwerden waren noch vorhanden aber hatten sich verringert.
Zur Zeit befinde ich mich in der poststationären Behandlung. Die Behandlungen im Spacecurl, welche ich nach wie vor erhalte, zeigen deutliche Besserung. Ausserdem erhalte ich neben der manualen Physiotherapie noch Sporttherapie zum AUfbau bisher vernachlässigter Muskelgruppen.
Die Schmerzen haben sich allerdings nach der Entlassung wieder verstärkt, auch wenn die Beschwerden beim Autofahren sich erst nach ca 30 bis Minuten bei einem ausgeruhten Zustand einstellen.
Nun soll ich nächste Woche wieder das Berufsleben aufnehmen und bin doch sehr unsicher! Zum einen habe ich Fahrwege mit dem AUto von rund 70 km (ca 1h) in eine Richtung zum anderen bin ich auf der Arbeit überwiegend mit Programmieren beschäftigt.
NAtürlich habe ich werde ich weiterhin meine Übungen machen und auch weiterhin zu einer Krankengymnastin gehen, aber die SChmerzen existieren nach wie vor und ich bin mir nicht sicher ob sie auf diesem Wege besser werden.
Was würdet ihr mir raten? Meine Befürchtung ist, dass sich die Probleme insbesondere beim Autofahren nicht mehr legen. Ich habe mich schon fast mit der ständigen Einnahme von Schmerzmitteln abgefunden, aber mein Freund ist der Meinung es muss mit 42 auch ohne gehen. Dazu kommt noch, dass ja die Verkehrstüchtigkeit bei der Einnahme von Medikamenten sehr fraglich ist. Ich bin einfach total unsicher.
Vielen Dank schon vorab für Eure Ratschläge
eure Dagmar