Wie steht es um meinen Rücken?
Verfasst: Di, 11.10.2005 - 02:03
Hallo,
ich habe zwar bald einen Orthopädentermin, aber ich hoffe ihr könnt mir helfen, meinen Rückenstatus einzuschätzen.
Meine Geschichte:
Bin männlich, 21 Jahre alt. Als ich 5 oder 6 war, habe ich mal für kurze Zeit Krankengymnastik wegen meinem Rücken erhalten, genaueres weiß ich aber nicht mehr. Rundrücken und Hohlkreuz habe ich seit meiner frühen Jugend, deutlich sichtbar aber immer schmerzfrei. Habe aber nie viel Sport gemacht, so dass meine Rückenmuskulatur nur bedingt entwickelt war. 2003 bin ich zur Bundeswehr, als Grundwehrdienstleistender auf einem Marineschiff als Navigator. Dort habe ich richtige Rückenschmerzen bekommen, rückblickend lag es wohl daran, dass ich überhaupt keinen Sport mehr gemacht habe und oft ohne Körperspannung am Kartentisch stand...
Nachdem die Schmerzen mich schließlich an meinem Dienst hinderten, bin ich zu einem BW-Orthopäden, der folgendes feststellte:
"Rezidivierendes Rückenschmerzsyndrom bei kombinierter WS-Skoliose mit teilkontraktem Hohlrundrücken stärkeren Ausmaßes."
Befund:
"Bei normalgewichtigem Habitus ist das Gangbild ungestört. Zehen- und Hackengang sind problemlos möglich. Das Abhocken und Wiederaufrichten ebenfalls. Beckengeradstand. In der Rumpfbeugung FBA 30cm- Die im Stand deutlich vermehrte BWS-Kyphose richtet sich bei der Reklination nicht vollständig auf, in der Inklination keine wesentliche Ausweichbewegung, aber Entwicklung eines ausgeprägten linksseiten Lendenwulstes bei nicht vollständiger Entfaltbarkeit der LWS. Die Seitneigungen sind bds. unangenehm, aber noch altersentsprechend frei. Leichte Klopfempfindlichkeit über den Dornfortsätzen der Wirbelkörper. Die Rückenstrecker sind vermehrt tonisiert, die Kibler'scher Hautfalte ist bds. praravertebral negativ. Eine Nachfederungsempfindlichkeit im Bereich des lumbosacralen Übergangs besteht nicht, die Kreuzdarmbeingelenke sind frei. Auf der Untersuchungsliege in Rückenlage ist das Lasegue-Zeichen bds. negativ. Hüft- und Kniegelenke frei beweglich. Grob neurologisch keine Auffälligkeiten im Bereich der unteren Extremitäten. Eine radikuläre Symptomatik besteht nicht.
Rö.: BWS/ LWS in jesweils 2 Ebenen:
Vermehrte BWS-Kyphose, angedeutete Keilwirbel im Kyphosescheitel, großbogige re.-konvexe Ausbiegung mit Scheitelpunkt bei Th 12, kuzbogiger Gegenschwung li.-konvex lumbal mit Scheitelpunkt bei LWK 3. Die Dornfortsätze L1 bis 5 sind aus der Mittellinie deutlich nach re. herausgedreht. Bogenschlussstörung S1. Nicht vollständig einsehbare Kreuzdarmbeingelenke, re. wesentlich schlechter einsehbar als li. Im Seitbild Fehlstatik in sehr ausgeprägtem Maße, das Lot aus dem Mittelpunkt von L3 fällt auf die Hinterkante von S1. Kein Anhalt für Wirbelgleiten. Sonst keine Bandscheibenraumverschmälerungen.
Röntgenbilder oder Gradangaben habe ich leider nicht.
Bin daraufhin für borddienstuntauglich erklärt und in eine Schreibeinheit versetzt worden. Zusätzlich Physiotherapie und Fango/ Massage. Zudem habe ich mit Kraftsport und Laufen begonnen und bin heute sehr aktiv.
Seit meiner BW-Zeit habe ich eine sehr gute Rückenmuskulatur entwickelt. Kann heute ohne Probleme 3 Sätze Kreuzheben a 8 Wiederholungen mit 80kg machen und steiger mich langsam beim Gewicht weiter. Ähnliches bei Kniebeugen, hier sogar noch mit etwas mehr Gewicht. Die Haltung bei diesen Übungen ist korrekt. Ich neige zwar noch zum Hohlkreuz und zum Rundrücken, wenn ich entspannt stehe, doch ist meine Haltung deutlich besser geworden. Eine leichte Dysbalanz fällt nur bei genauer Betrachtung meines freien Oberkörpers auf, nur wenn ich mich nach vorne beuge ist im Bereich der linken LWS ein Wulst fühl- und sehbar. Bis darauf, dass ich was Dehnübungen im Vergleich zu anderen nicht ganz so beweglich bin, fühle ich mich nicht weiter eingeschränkt, Rückenschmerzen habe ich auch bei Belastung keine mehr und ich bin um eine gute Körperhaltung bemüht.
Nun möchte ich gerne wieder zur See fahren und weiß, dass damit mein Rücken wieder stärker belastet wird. Dieser Belastung fühle ich mich aber absolut gewachsen.
Mein Problem ist aber die Seetauglichkeitsuntersuchung, die auch für die zivile Seefahrt nötig ist. Da ich damals wegen meiner Skoliose, die bis zu diesem Zeitpunkt niemand(!) bemerkt hat, untauglich wurde, habe ich Angst, es nicht zu schaffen. Die Ärze sagten mir damals, bauen sie ordentlich Stützmuskulatur auf und sie werden mit dem Rücken keine Probleme mehr haben.
Was meint ihr, kann ich mir Hoffnung machen?
Danke und Gruß
Robin
ich habe zwar bald einen Orthopädentermin, aber ich hoffe ihr könnt mir helfen, meinen Rückenstatus einzuschätzen.
Meine Geschichte:
Bin männlich, 21 Jahre alt. Als ich 5 oder 6 war, habe ich mal für kurze Zeit Krankengymnastik wegen meinem Rücken erhalten, genaueres weiß ich aber nicht mehr. Rundrücken und Hohlkreuz habe ich seit meiner frühen Jugend, deutlich sichtbar aber immer schmerzfrei. Habe aber nie viel Sport gemacht, so dass meine Rückenmuskulatur nur bedingt entwickelt war. 2003 bin ich zur Bundeswehr, als Grundwehrdienstleistender auf einem Marineschiff als Navigator. Dort habe ich richtige Rückenschmerzen bekommen, rückblickend lag es wohl daran, dass ich überhaupt keinen Sport mehr gemacht habe und oft ohne Körperspannung am Kartentisch stand...
Nachdem die Schmerzen mich schließlich an meinem Dienst hinderten, bin ich zu einem BW-Orthopäden, der folgendes feststellte:
"Rezidivierendes Rückenschmerzsyndrom bei kombinierter WS-Skoliose mit teilkontraktem Hohlrundrücken stärkeren Ausmaßes."
Befund:
"Bei normalgewichtigem Habitus ist das Gangbild ungestört. Zehen- und Hackengang sind problemlos möglich. Das Abhocken und Wiederaufrichten ebenfalls. Beckengeradstand. In der Rumpfbeugung FBA 30cm- Die im Stand deutlich vermehrte BWS-Kyphose richtet sich bei der Reklination nicht vollständig auf, in der Inklination keine wesentliche Ausweichbewegung, aber Entwicklung eines ausgeprägten linksseiten Lendenwulstes bei nicht vollständiger Entfaltbarkeit der LWS. Die Seitneigungen sind bds. unangenehm, aber noch altersentsprechend frei. Leichte Klopfempfindlichkeit über den Dornfortsätzen der Wirbelkörper. Die Rückenstrecker sind vermehrt tonisiert, die Kibler'scher Hautfalte ist bds. praravertebral negativ. Eine Nachfederungsempfindlichkeit im Bereich des lumbosacralen Übergangs besteht nicht, die Kreuzdarmbeingelenke sind frei. Auf der Untersuchungsliege in Rückenlage ist das Lasegue-Zeichen bds. negativ. Hüft- und Kniegelenke frei beweglich. Grob neurologisch keine Auffälligkeiten im Bereich der unteren Extremitäten. Eine radikuläre Symptomatik besteht nicht.
Rö.: BWS/ LWS in jesweils 2 Ebenen:
Vermehrte BWS-Kyphose, angedeutete Keilwirbel im Kyphosescheitel, großbogige re.-konvexe Ausbiegung mit Scheitelpunkt bei Th 12, kuzbogiger Gegenschwung li.-konvex lumbal mit Scheitelpunkt bei LWK 3. Die Dornfortsätze L1 bis 5 sind aus der Mittellinie deutlich nach re. herausgedreht. Bogenschlussstörung S1. Nicht vollständig einsehbare Kreuzdarmbeingelenke, re. wesentlich schlechter einsehbar als li. Im Seitbild Fehlstatik in sehr ausgeprägtem Maße, das Lot aus dem Mittelpunkt von L3 fällt auf die Hinterkante von S1. Kein Anhalt für Wirbelgleiten. Sonst keine Bandscheibenraumverschmälerungen.
Röntgenbilder oder Gradangaben habe ich leider nicht.
Bin daraufhin für borddienstuntauglich erklärt und in eine Schreibeinheit versetzt worden. Zusätzlich Physiotherapie und Fango/ Massage. Zudem habe ich mit Kraftsport und Laufen begonnen und bin heute sehr aktiv.
Seit meiner BW-Zeit habe ich eine sehr gute Rückenmuskulatur entwickelt. Kann heute ohne Probleme 3 Sätze Kreuzheben a 8 Wiederholungen mit 80kg machen und steiger mich langsam beim Gewicht weiter. Ähnliches bei Kniebeugen, hier sogar noch mit etwas mehr Gewicht. Die Haltung bei diesen Übungen ist korrekt. Ich neige zwar noch zum Hohlkreuz und zum Rundrücken, wenn ich entspannt stehe, doch ist meine Haltung deutlich besser geworden. Eine leichte Dysbalanz fällt nur bei genauer Betrachtung meines freien Oberkörpers auf, nur wenn ich mich nach vorne beuge ist im Bereich der linken LWS ein Wulst fühl- und sehbar. Bis darauf, dass ich was Dehnübungen im Vergleich zu anderen nicht ganz so beweglich bin, fühle ich mich nicht weiter eingeschränkt, Rückenschmerzen habe ich auch bei Belastung keine mehr und ich bin um eine gute Körperhaltung bemüht.
Nun möchte ich gerne wieder zur See fahren und weiß, dass damit mein Rücken wieder stärker belastet wird. Dieser Belastung fühle ich mich aber absolut gewachsen.
Mein Problem ist aber die Seetauglichkeitsuntersuchung, die auch für die zivile Seefahrt nötig ist. Da ich damals wegen meiner Skoliose, die bis zu diesem Zeitpunkt niemand(!) bemerkt hat, untauglich wurde, habe ich Angst, es nicht zu schaffen. Die Ärze sagten mir damals, bauen sie ordentlich Stützmuskulatur auf und sie werden mit dem Rücken keine Probleme mehr haben.
Was meint ihr, kann ich mir Hoffnung machen?
Danke und Gruß
Robin
