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Hilfe! Was kann ich tun?
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 08:06
von mullemaus
Hallo!
Anfang Mai 2005 stellte mein Orthopäde (Schwerpunkte: Physikalische Therapie und Chirotherapie) ein "HWS-BWS-LWS-Syndrom" bei mir fest. Ich hatte starke Rückenschmerzen und bei bestimmten Körperhaltungen bekam ich Herzklopfen. So renkte er mich wieder ein und verschrieb mir 6 Massagen, die aber nicht viel brachten. Daraufhin stellte er mir ein Rezept für 6 x allgemeine Krankengymnastik aus. Das Folgerezept (6 x KG) bekam ich auch anstandslos.
Die Rückenschmerzen sind schon besser, nur habe ich immer noch Herzklopfen. Ich bin also wieder hin zum Orthopäden. Der fragte mich, ob ich momentan viel Stress hätte und wollte mir zur Entspannung gegen das Herzklopfen Tabletten verschreiben. Stress habe ich nicht übermäßig viel und die Tabletten kann ich nicht nehmen, da ich meine Tochter noch stille.
Im Prinzip könne er nichts machen. So sagte er mir: "Mit der Krankengymnastik sind wir durch. Die Übungen aus der KG kennen sie ja bereits und können sie jetzt anwenden. Und das Herzklopfen ist harmlos."
Mir tut die KG gut, deshalb möchte ich sie gerne weiter machen. Welche Möglichkeiten bleiben mir?
LG
Babs
Re: Hilfe! Was kann ich tun?
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 12:27
von Toni
Hallo Babs/Mullemaus!
mullemaus hat geschrieben:Hallo!
Anfang Mai 2005 stellte mein Orthopäde (Schwerpunkte: Physikalische Therapie und Chirotherapie) ein "HWS-BWS-LWS-Syndrom" bei mir fest.
Noch pauschaler und undifferenzierter kann man eine Diagnose nicht stellen!
Hast Du Skoliose, Kyphose, Lordose, Scheuermann oder was?
Wurdest Du geröngt oder vermessen?
War das der ganze Befund?
Wurdest Du vom Hausarzt zum Orthopäden überwiesen?
mullemaus hat geschrieben:Ich hatte starke Rückenschmerzen und bei bestimmten Körperhaltungen bekam ich Herzklopfen. So renkte er mich wieder ein und verschrieb mir 6 Massagen, die aber nicht viel brachten. Daraufhin stellte er mir ein Rezept für 6 x allgemeine Krankengymnastik aus. Das Folgerezept (6 x KG) bekam ich auch anstandslos.
Immerhin! Nur schade daß es keine SCHROTH-Therapie war!
mullemaus hat geschrieben:
Die Rückenschmerzen sind schon besser, nur habe ich immer noch Herzklopfen. Ich bin also wieder hin zum Orthopäden. Der fragte mich, ob ich momentan viel Stress hätte und wollte mir zur Entspannung gegen das Herzklopfen Tabletten verschreiben. Stress habe ich nicht übermäßig viel und die Tabletten kann ich nicht nehmen, da ich meine Tochter noch stille.
Hast Du es schon mal mit progressiver Muskelentspannung nach Jagobsen versucht? Hier gibts die Anleitung:
http://www.weltbild.de:80/suche.php?PUB ... g&x=25&y=6
mullemaus hat geschrieben:
Im Prinzip könne er nichts machen. So sagte er mir: "Mit der Krankengymnastik sind wir durch. Die Übungen aus der KG kennen sie ja bereits und können sie jetzt anwenden. Und das Herzklopfen ist harmlos."
Das würde ich im Zweifelsfall von einem Internisten und Kardiologen abklären lassen!
Die Übungen würde ich schonkonsequent weiter machen, wenn sie Dir gut tun! Hast Du eine Sprossenwand?
Was hast Du denn wür eine Wirbelsäulendeformation?
Evenuell wäre Schroth für Dich besser!
mullemaus hat geschrieben:
Mir tut die KG gut, deshalb möchte ich sie gerne weiter machen. Welche Möglichkeiten bleiben mir?
LG
Babs
Es ist wie der Arzt gesagt hast. Du kennst die Übungen und musst nun selbstständig und TÄGLICH weiterüben.
Aber erst mal brauchst Du überhaupt einen Befund und eine präzisere Diagnose, damit Du gezielter üben kannst!
Gruß Toni
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 13:13
von mullemaus
Hallo Toni,
vielen Dank für Deine Antwort.
Ich bin direkt zum Orthopäden gegangen - ohne Überweisung vom Hausarzt.
Der Arzt bzw. seine Sprechstundengehilfin hatte mich im Stehen geröngt: komplett die ganze Wirbelsäule. Vermessen wurde ich nicht. Der Arzt meinte nur, ich hätte eine schiefe Wirbelsäule... Die Diagnose Skoliose kam von meinem Physiotherapeuten, der nach Schroth in seiner Praxis behandelt.
Mit der progressiven Muskelentspannung habe ich noch keine Erfahrung. Ich danke Dir für den Link! Die Herzklopfen bei mir sind bewegungsabhängig: Wenn ich liege oder sitze habe ich sie. Beim Gehen oder Stehen nur bei bestimmten Bewegungen/Drehungen (z. B. beim Pullover über den Kopf ausziehen).
Im Besitz einer Sprossenwand bin ich nicht, habe aber auch schon mit dem Gedanken gespielt, mir eine zuzulegen. Die bislang erlernten Übungen mache ich auch täglich.
Ich weiß, daß Skoliosen fortschreitend verlaufen und somit ist die Krankengymnastik als Dauerbehandlung angezeigt, und erfordert regelmäßiges selbständiges Üben.
Wie bekomme ich aber weitere Rezepte? Kann ich den Arzt wechseln?
LG
Babs
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 13:28
von Eva
Hallo Babs,
sicher kannst Du den Arzt wechseln! Auf alle Fälle sollte Deine Wirbelsäule mal vermessen werden und, wie Toni schon schrieb, eine vernünftige Diagnose gestellt werden! Wenn Du dann weißt, was für eine Wirbelsäulenfehlhaltung Du hast, ist eventuell eine Reha in Sobernheim oder Bad Salzungen (Skoliosekliniken) angezeigt.
Solltest Du in Deiner Nähe keinen "vernünftigen" Arzt finden, ist es vielleicht ratsam mal einen Skoliosespezialisten aufzusuchen.
Wo wohnst Du? Vielleicht gibt's ja einen Spezialisten in Deiner näheren Umgebung.
Gruß Evi
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 13:37
von Toni
mullemaus hat geschrieben:Hallo Toni,
vielen Dank für Deine Antwort.
mullemaus hat geschrieben:Ich bin direkt zum Orthopäden gegangen - ohne Überweisung vom Hausarzt.
Das ist in so einem Fall nach meiner hheutigen Erfahrung fast ein fehler!
Ohne Überweisung müssen die Orthopäden an niemanden einen Bericht /Befund schreiben und machen sich mit der Diagnose noch weniger Mühe!
mullemaus hat geschrieben:Der Arzt bzw. seine Sprechstundengehilfin hatte mich im Stehen geröngt: komplett die ganze Wirbelsäule. Vermessen wurde ich nicht.
Wauh- Ganz-WS im Stehen ist schon mal sehr gut! Das können nur gaaaaanz wenige Orthopäden! Aber dann nicht vermessen???
mullemaus hat geschrieben: Der Arzt meinte nur, ich hätte eine schiefe Wirbelsäule...
Hält er dich für blöd? Schief sind ALLE WS! Keine ist ganz grade! Bestehe auf eine Vermessung und auf einen Befund! Andernfalls fordere die herausgabe Deiner Röntgenbilder wegen Einholung von Zweitmeinung. Das recht hast Du!
mullemaus hat geschrieben: Die Diagnose Skoliose kam von meinem Physiotherapeuten, der nach Schroth in seiner Praxis behandelt.
Aha- also immerhin ein Schroth-Therapeut! Das ist GUT so!
mullemaus hat geschrieben:
Mit der progressiven Muskelentspannung habe ich noch keine Erfahrung. Ich danke Dir für den Link! Die Herzklopfen bei mir sind bewegungsabhängig: Wenn ich liege oder sitze habe ich sie. Beim Gehen oder Stehen nur bei bestimmten Bewegungen/Drehungen (z. B. beim Pullover über den Kopf ausziehen).
Es könnten bestimmte Nervenwurzeln im bereich der BWS verengt oder "verklemmt" sein. Dazu ist vor allem Dehnung und Streckung im BWS Bereich angesagt. Laß Dir die Übungen "Großer Bogen" "Querholz", "50 mal" zeigen und sieh sie Dir mal hier an:
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic ... 2436#32436
http://skoliose-info-forum.de/viewtopic ... 2446#32446
mullemaus hat geschrieben:
Im Besitz einer Sprossenwand bin ich nicht, habe aber auch schon mit dem Gedanken gespielt, mir eine zuzulegen. Die bislang erlernten Übungen mache ich auch täglich.
Das wäre gut, da man gerade an der Sprossenwand die Übungen macht, bei denen man die WS in die Länge dehnt. Das schafft Freiraum für die Nerven.
mullemaus hat geschrieben:
Ich weiß, daß Skoliosen fortschreitend verlaufen und somit ist die Krankengymnastik als Dauerbehandlung angezeigt, und erfordert regelmäßiges selbständiges Üben.
Ja so ist es. Du hast nun lebenslänlich den Nebenberuf der "Wirbelsäulenpflegerin" . Wenn wir wüssten wieviel Grad Cobb Du hast wäre eventuell auch ein Korsett hilfreich und würde vor weiterer Verschlechterung schützen.
mullemaus hat geschrieben:
Wie bekomme ich aber weitere Rezepte? Kann ich den Arzt wechseln?
LG
Babs
Das ist das Problem. Das Buget/Richtgröße für KG ist extrem knapp!
Am besten wäre eine Reha in BaSa oder Sobi für Dich. Aber leider gibts da noch keine MUTTER mit KIND-Reha. Kann aber bisher noch nicht verstehen, warum Dr. Steffan noch keine 1€-Hartz4erin für die Kinderbetreuung in den Therapiestunden angeheuert hat. Das Problem sollte/ könnte lösbar sein.
Das wäre das allerbeste für Dich.
Nach einer reha bist Du so gut im Schrothen, daß Du eventuell kaum noch KG-verordnungen brauchst.
Gruß Toni
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 13:40
von mullemaus
Hallo Evi,
kann ich mir denn einen Überweisungsschein von meinem Orthopäden zu einem anderen Orthopäden holen?
Ich wohne in Hamburg.
LG
Babs
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 13:45
von Toni
Hallo Babs, das würde ich nicht so machen! So machst Du ihn sauer!
Fordere ZUERST eine sorgfältige Diagnose! Wenn er das nicht macht, fordere die Herausgabe Deiner Röbis!
Dann lass Dich vom Hausarzt zu einem anderen Orthopäden überweisen!
Natürlich kannst Du sofort zu einem anderen Orthopäden gehen... Du zahlst einfach nochmals die Praxisgebühr von 10€.
Aber dann bekommst Du/Dein Hausarzt wieder keinen Bericht, weil der neue Orthopäde niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig ist, was er diagnostiziert und therapeutisch macht.
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 14:32
von mullemaus
Hallo Toni,
erhält man die Diagnose in schriftlicher Form? Weicht sie von der Diagnose auf dem Rezept ab? Auf dem Rezept steht: "Wirbelsäule/lang: chron. HWS-BWS-LWS-Syndrom Muskeldysbalance, -insuffizienz, -verkürzung"
Die Röntgenbilder habe ich übrigens - hatte er mir gleich mitgegeben.
Einen Hausarzt habe ich nicht (mehr). Wir sind vor ca. vier Jahren von Schlewig-Holstein nach Hamburg umgezogen. Bislang brauchte ich noch keinen... Und wie läuft das denn theoretisch mit dem Bericht, wenn ich mir jetzt einen neuen Hausarzt suche? Fordere ich ihn bei meinem Orthopäden direkt an?
LG
Babs
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 14:37
von Emily
Hallo!
Im Bericht steht WEIT mehr als auf dem Rezept, er MUSS dann eine ordentliche Diagnose stellen. Bei mir sind solche Berichte ca. 2 DIN A 4 Seiten lang.
Wenn Du einen Hausarzt hast schickt der Orthopäde den Bericht an den verweisenden Arzt, also Deinen Hausarzt. Wir bekommen sogar immer eine Kopie, weil meine Mutter das mal so angefordert hat.
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 16:56
von Klaus
Hallo zusammen,
wenn der Orthopäde noch nicht mal vermessen hat (bzw. kann), dann müsste es eigentlich möglich sein, eine Überweisung zur Skoliose-Sprechstunde zu bekommen. Damit hätte man z.Bsp. die Möglichkeit, den Spezialisten Dr.Steffan in Bad Salzungen aufzusuchen.
Gruss
Klaus
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 21:29
von babsi
Ich habe mal eine Frage!Bei mir geht der Bericht auch zu meinem Hausarzt.Kann ich bei meinem Hausarzt anrufen und eine Kopie verlangen.Mich würde es eben einfach interessieren.Muß ich eine Begründung angeben,warum ich den Bericht bzw eine Kopie haben will?
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 22:38
von Toni
babsi hat geschrieben:Ich habe mal eine Frage!Bei mir geht der Bericht auch zu meinem Hausarzt.Kann ich bei meinem Hausarzt anrufen und eine Kopie verlangen.
Das würde ich NICHT tun! Wenn ich Hausarzt wäre, dann würde ich das als unverschämt empfinden! Er hat kopierkosten und Portokosten und diese Arbeit bindet eine Sprechstundenhilfe einige Minuten. Das sind ca. 10 € wenn man alles zusammenrechnet!
Ich würde ihn drum bitten Dir eine Kopie des Befundes zu machen und Du signalisierst aß Du bereit bist für die Kopie die Kopierkosten zu erstatten. Dann kann Dein Hausarzt fast nicht ablehnen!
babsi hat geschrieben:Mich würde es eben einfach interessieren.Muß ich eine Begründung angeben,warum ich den Bericht bzw eine Kopie haben will?
Klar. Als begründung dürfte doch reichen, daß Du Dich für die Befunde sehr interessierst und weil Du Dir auch eine private Anamnese-Akte zusammenstellst. Modernen Hausärzten sind engagierte interessierte Patienten lieber, die Selbstverantwortung und Compliance zeigen!
Gruß Toni
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 22:47
von kessi
hm...ich mach das immer so...gebe nie ein Entgelt davon und die Begründung ist ja sebstverständlich.
Ihm ist es wichtig, dass ich alle Sachen beisammen habe.
Wir vergleichen auch, welche Befunde usw. ich habe und er nicht und ich bringe dann Entsprechendes, was er nicht hat mit, damit es dort auch vollständig ist.
Bis eben dachte ich, das ist normal. Ist das wirklich unverschämt???
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 22:58
von babsi
Ja ok ich werde mal anrufen und fragen ob ich vorbei kommen könnte und mir die Kopie abholen könnte und dabei sagen das ich die Kopierkosten übernehme.Oder soll ich den Bericht lieber beim Orthopäden holen?
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 23:07
von Eva
Auf dem Rezept steht: "Wirbelsäule/lang: chron. HWS-BWS-LWS-Syndrom Muskeldysbalance, -insuffizienz, -verkürzung"
Hallo Babs,
...was da auf dem Rezept steht ist keine Einzeldiagnose speziell für Dich, sondern der Arzt hat es sich einfach gemacht und alle Diagnosegruppen, welche zum Indikationsschlüssel WS2c gehören einfach auf dem Rezept ausgedruckt (nach dem Motto, nehmen wir alles, dann ist bestimmt das richtiges dabei

).
Eine Überweisung von einem Orthopäden zu einem anderen O. geht mit Sicherheit nicht. Entweder wieder zum Hausarzt (mit Überw. wegen der 10 Euro) oder Du wartest bis zum 1. Juli, da fängt ein neues Quartal an und die 10 Euro sind sowieso wieder fällig.
Gruß Evi
Verfasst: Fr, 17.06.2005 - 23:08
von Toni
Eher beim Hausarzt!
DEIN Hausarzt sollte Der Arzt DEINES Vertrauens sein, Dein Ratgeber und DEIN Controller, damit alles richtig läuft!
Der Hausarzt ( Facharzt für Allgemeinmedizin!) sollte Deine Anlaufstelle sein der Deine Therapien und Diagnosen koordiniert und Deine GANZE Anamnese kennt. Fachärzte haben in der Regel viel zu wenig Zeit dafür.
@ Kessi, in Deinem Fall seh ich es als eher normal an, daß Du auf diese weise mit Deinem Hausarzt kooperierst. Ich hab auch noch nie für meine Facharztbefunde Kopierkosten bezahlen müssen, aber immer angeboten!
Das macht einfach ein gutes Verhältnis!
Mein Steierberater, mein Hausverwalter, mein Architekt, mein Rechtsanwalt (der besonders!) alle Behörden, meine Bank ich selber gegenüber meinen Kunden.... ALLE verlangen Kopierkosten! Nur mein Hausarzt nicht!
Gruß Toni
Verfasst: Mo, 20.06.2005 - 10:16
von Klaus
Eva hat geschrieben:Eine Überweisung von einem Orthopäden zu einem anderen O. geht mit Sicherheit nicht.
Damit jetzt keine Mißverständnisse entstehen, es gibt schon die Möglickeit, eine
Überweisung zur Skoliosesprechstunde zu bekommen. Das ist dann
quasi eine Überweisung von einem Orthopäden zu einem anderen Orthopäden.
Diese Möglichkeit, einen wirklichen Spezialisten aufzusuchen, sollte man nicht vergessen!
Immerhin hat man dann eine eindeutige Diagnose, mit der man bei den Ärzten vor Ort besser voran kommt.
Gruss
Klaus