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Skoliose auf RÖNTGENBILD nicht sichtbar??

Verfasst: Do, 07.04.2005 - 15:01
von Camel
Hallo erstmal an alle!

Ich bin grad auf dieses Forum gestoßen, nachdem ich heute von einem Orthopäden erfahren habe, dass ich eine Skoliose habe. Ich hab so einige Fotos gesehen, von Menschen, die Skoliose haben und ich bin im Moment ziemlich geschockt was ich da so gesehen habe. Denn wenn ich aufrecht stehe, stehe ich total gerade da (da ich Tanzsport betreibe, ist dies nämlich sehr wichtig für mich) und man sieht gar nichts von einer Verkrümmung oder ähnlichem. Der Arzt hat mich heute vorbeugen lassen und hat dann gemeint, ich hätte eben eine kleine Verkrümmung unten im Kreuz.
Ich bin heute zu diesem Orthopäden eher zufällig gegangen, weil ich vor 4 Wochen schoneinmal bei einem anderen Orthopäden war, aufgrund meiner Rückenschmerzen im Kreuz, die ich damals verstärkt hatte, und dieser hat mich eben vor 4 Wochen röntgen lassen und hat NICHTS festgestellt. Er sagte damals zu mir, dass er auf den Bildern nichts sieht, was an meinen Gelenken bzw. meiner Wirbelsäule verkehrt wäre.
Seit 3 Wochen aber kann ich eigentlich nicht mehr über Rückenschmerzen klagen, sie sind zu 85 % verschwunden, nur noch bei schwerer körperlicher Belastung ist ein kleiner Schmerz beim "Hohlkreuz machen" zu spüren.
Aber da ich mich nochmal absichern lassen wollte, bin ich heute zu einem anderen Orthopäden gegangen.

Meine Frage also: Ist es wirklich möglich eine Skoliose auf einem Röntgenbild zu übersehen? Oder ist die Diagnose, die ich HEUTE durch den Vorbeugetest bekommen habe, möglicherweise falsch?
Mein Problem ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Arzt soetwas auf einem Röntgenbild übersieht, und außerdem habe ich gerade eben, glaube ich, gelesen, dass eine Skoliose überwiegend weiter oben im Rücken (Brustbereich) vorkommt und nicht ganz unten im Kreuz.
Und außerdem stellt sich mir die Frage: Warum habe ich dann seit 3 Wochen so gut wie keine Schmerzen mehr? Wäre das "normal" bei einer Skoliose?

Ich hoffe, es kann mir jemand helfen!
Dankeschön schonmal!

Verfasst: Do, 07.04.2005 - 15:24
von Pela
Hallo Camel,

es gibt super viele Ärzte die sich wirklich kein bisschen mit Skoliose auskennen. Ein Problem das viele im Forum bestätigen können. Ich kann mir also gut vorstellen das Arzt Nr. 1 das wirklich nicht gesehen hat auf dem Röntgenbild - leider!

Hmm, ich glaube es ist auch "normal" trotz Skoliose "keine" Schmerzen zu haben. Ich habe eigentlich immer Schmerzen, durch SCHROTH KG sind die aber extrem zurück gegangen *freu*

Pela

Re: Skoliose auf RÖNTGENBILD nicht sichtbar??

Verfasst: Do, 07.04.2005 - 15:29
von Toni
Camel hat geschrieben: Meine Frage also: Ist es wirklich möglich eine Skoliose auf einem Röntgenbild zu übersehen?
Ja klar! Z.B. wenn Du zum Röntgen nicht mit beiden Beinen gleichbelastet gestanden bist, ein seitliche WS-Aufnahme gemacht wurde oder wieder nur nicht ausmessbare "Bildchen" von einzelnen WS-Abschnitten gemacht wurden, usw...

Ich schätze ernsthaft, daß sich von 1000 Orthopädiefachärzten nur ca. 5 mit Skoliose auskennen! ALLERHÖCHSTENS!!!
Camel hat geschrieben: Oder ist die Diagnose, die ich HEUTE durch den Vorbeugetest bekommen habe, möglicherweise falsch?
Wir haben hier nicht die geringste Ahnung ob Deine uns völlig unbekannten Ärzte recht haben oder nicht!
Es gibt aber "Spontanremissionen" von Skoliosen.
Erst kürzlich hat mir Dr. Hoffmann so einen Fall gezeigt.
Es kann sein Daß Du beim 1. Orthop. vor Schmerz einseitig verkrampft dagestanden bist was Dich in eine "Pseudo-Skoliose" hineingezogen hat, beim 2. Orthop. war Deine Muskulatur schmerzfrei und entspannt und es war nichts sichtbar. Schwer zu sagen!
Camel hat geschrieben: Mein Problem ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Arzt soetwas auf einem Röntgenbild übersieht, und außerdem habe ich gerade eben, glaube ich, gelesen, dass eine Skoliose überwiegend weiter oben im Rücken (Brustbereich) vorkommt und nicht ganz unten im Kreuz.
Das ist Quatsch. Es gibt rein lumbale Skoliosen, es gibt Skoliosen um lumbothorakalen Übergang, solche nur im Thorax, mehrbogige die sich von LWS bis zum Hals über 3- bis 4 Bögen erstrecken oder einbogige (c-förmige vom Becken bis zum Kopf wie unsere Silas z.B.
Solche die 2 Hauptbögen (DM= double major) haben die sich dann gegenseitig fast ausgleichen so daß die Körperstatik auffallend harmonisch ist trotz gewaltiger Krümmungen wie z.B. unsere Dalia, usw...
Skoliosen und Kyphosen können eine enorme Variabilität haben!
Camel hat geschrieben: Und außerdem stellt sich mir die Frage: Warum habe ich dann seit 3 Wochen so gut wie keine Schmerzen mehr? Wäre das "normal" bei einer Skoliose?
Seltsamerweise haben manchmal auch rel. "große" Skoliosen kaum Schmerzen, während Leute mit im Röntgenbild völlig "normalen"WS an Rückenschmerzen fast "eingehen"! Die Zusammenhänge zwischen Schmerz und Skoliosen sind unklar und dürfen nicht nach dem Motto: "je größer die Skoliose, um so mehr der Schmerz" pauschaliert werden!
Camel hat geschrieben:
Ich hoffe, es kann mir jemand helfen!
Dankeschön schonmal!
geh mal weniger in die Bewegungsmuster die Dir Schmerzen machen (z.B. ins Hohlkreuz) sondern übe eher die Stabilisierung und Aufrichtung als Beweglichkeit und Hypermobilität!
Z.B ist diese Tango-Haltung pures Gift für eine lumbale Skoliose:
Bild
Bild
Das wäre sogar für WS-gesunde Bandscheibenmörderisch!
Gruß Toni

Verfasst: Do, 07.04.2005 - 15:48
von Gast
Danke Pela und Toni für eure Antworten!

Ich werde zunächst einen Termin für die mir verschriebene Krankengymnastik machen und werde dann weitersehen, wie sich das entwickelt.

Vielen Dank nochmals! =)