"die femurköpfe sind beiderseits nicht ideal überdacht" - wie schlimm ist das?

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
Antworten
schmidin
Newbie
Newbie
Beiträge: 6
Registriert: Mo, 05.09.2022 - 23:49
Geschlecht: weiblich

"die femurköpfe sind beiderseits nicht ideal überdacht" - wie schlimm ist das?

Beitrag von schmidin »

hallo,
kurz zur vorgeschichte: ich bin ende 30, versteift th5 bis l3, eigentlich geht es soweit ganz gut, selten schmerzen, ich habe viel kraft und bewege mich viel.
ich habe meine knie und hüfte röntgen lassen, weil ich abklären wollte ob meine beine /hüfte ok sind. jetzt habe ich einen befund zurückbekommen,
wo eben genau das vermerkt ist, dass meine femurköpfe nicht ideal überdacht sind, sonst unauffälliger befund. ich habe in der hüfte/den beinen keinerlei schmerzen, nur manchmal zieht es vom dermatom runter ins knie, das kommt aber von der ws. ich hab jetzt angst, nachdem ich das gegoogelt habe und die worte "hüftdysplasie- arthrose - künstliche hüfte" gelesen habe. kann mir eventuell jemand eine einordnung geben, wie arg die sache ist? wenn ich hüftdysplasie habe, wird das in grade eingeteilt? also nur "nicht ideal überdacht" ist nicht perfekt, aber nicht schlimm?
danke!
Dr. Steffan
Arzt / Ärztin
Arzt / Ärztin
Beiträge: 1462
Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
Geschlecht: männlich

Re: "die femurköpfe sind beiderseits nicht ideal überdacht" - wie schlimm ist das?

Beitrag von Dr. Steffan »

Der Befund klingt schon nach einer Hüftdysplasie. Da gibt es aber auch unterschiedliche Schweregrade. Posten sie mal ein Bild vom Rö. dann kann ich genaueres sagen. Grundsätzlich hat man bei der Dysplasie ein etwas höheres Risiko auf eine Arthrose. Hängt aber vom Befund ab und natürlich von der Belastung.
Dr. K. Steffan
schmidin
Newbie
Newbie
Beiträge: 6
Registriert: Mo, 05.09.2022 - 23:49
Geschlecht: weiblich

Re: "die femurköpfe sind beiderseits nicht ideal überdacht" - wie schlimm ist das?

Beitrag von schmidin »

hier ist das bild. ich will nur wissen, was ich mit dem befund anfangen soll. ich hatte nie probleme mit der hüfte und jetzt habe ich angst, dass sich schon wieder ein problem anbahnt. ich will einfach nie eine künstliche hüfte brauchen oder jetzt noch eine operation machen, zumal ich ja wie gesagt nie schmerzen oder irgendwelche anzeichen für ein problem mit meiner hüfte hatte, in all den jahren in denen ich wegen meiner wirbelsäule in behandlung war, wurde mir immer nur gesagt, dass meine hüfte sehr gut beweglich ist und dass das gut wäre. nach den ganzen dingen, die ich im internet gelesen habe, bin ich sehr beunruhigt.
Dateianhänge
hüfte.jpg
(111.26 KiB) Noch nie heruntergeladen
Dr. Steffan
Arzt / Ärztin
Arzt / Ärztin
Beiträge: 1462
Registriert: Fr, 24.05.2002 - 14:57
Geschlecht: männlich

Re: "die femurköpfe sind beiderseits nicht ideal überdacht" - wie schlimm ist das?

Beitrag von Dr. Steffan »

Die Hüftpfannen stehen schon etwas zu steil. Damit besteht ein etwas höheres Risiko einer Arthrose als bei normal stehenden Pfannen. Vorbeugen kann man indem man darauf achtet die Hüften nicht übermäßig zu belasten. Also dauerhaftes schweres Tragen, Stehende oder gehende Berufe, Körpergewicht, Sportarten wir Marathon oder Langstreckenlauf, ausgedehnte Rucksackreisen, etc. sollten vermieden werden. Dagegen ist z.B. Radfahren, Schwimmen, Muskelaufbau für Bein- und Po-muskulatur wichtig.
Dr. K. Steffan
Saphira
Profi
Profi
Beiträge: 1511
Registriert: Mo, 07.06.2010 - 13:49
Geschlecht: weiblich
Diagnose: Skoliose: hochthorakal 15°, thorakolumbal 19°;
Hüftdysplasie bds.
Therapie: "normale" KG; Schroth-Reha in Sobi 04.2011 und 12.2013; seit 11.2013 Korsett von CCtec -> Mitte 2014 wg. Hüft- und Knieproblemen samt OPs abgebrochen

Re: "die femurköpfe sind beiderseits nicht ideal überdacht" - wie schlimm ist das?

Beitrag von Saphira »

Hallo schmidin,

ich habe selbst leider auch eine beidseitige Hüftdysplasie. Ich hatte allerdings bereits Beschwerden, weshalb bei mir beidseits Umstellungsoseotomien durchgeführt wurden (rechts 2011 Tripleosteotomie und links 2016 intertrochantäre Umstellungsosteotomie, da hier vor allem eine Rotationsfehlstellung das Problem war). Leider hatte ich an beiden Hüften zusätzlich schon nen Labrumriss, der auch jeweils arthroskopisch operiert werden musste. Die OPs waren alle kein Spaß, aber mir geht es hüfttechnisch aktuell soweit gut. Ob ich irgendwann mal künstliche Hüftgelenke brauchen werde und falls ja wann, darüber mache ich mir aktuell noch keine Gedanken. Wenn's kommt, dann kommt's und dann bin ich froh um die Möglichkeit. Aber das brauchen auch viele Leute ohne Hüftdysplasie.

Ich versuche, mich rücken- und hüftschonend zu bewegen. Beim Sport vermeide ich sämtliche Kontaktsportarten und Sportarten, bei denen schnelle Stopps und Drehungen nötig sind (also alles in Richtung Fußball, Handball, Basketball, Tennis oder Squash) und Joggen geh ich auch nicht. Ich gehe aktuell hauptsächlich ins Fitnessstudio und sonst eher Reiten und Klettern (wobei Reiten und Klettern bei mir seit einer Knieverletzung leider kaum noch geht). Ich habe kein Übergewicht und versuche dies auch zu vermeiden.

Grüßle,

Saphira
Wer immer nur vom großen Glücke träumt, der findet nichts, weil er das kleine Glück versäumt.
Antworten