Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

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Masa93
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Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » Fr, 03.01.2020 - 15:25

Hallo, vielen Dank für die Aufnahme in Eurer Gruppe.

Auch ich bin eine Skoliose geplagte Patientin.

Seit meinem 15 Lebensjahr ist meine ws grossflächig versteift.
Es ging auch bis vor ein paar Jahren alles gut, außer die "normalen" Wehwehchen...

Aber nun, bin ich wirklich am Ende. Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Ich habe seit ca. 3 Jahren durchgängig Schmerzen im LWS Bereich, vorallem beim Sitzen werden diese schlimmer.

Von den alltäglich Beschwerden im Hws Bereich mal abzusehen, treibt mich dieser dauerhafte Schmerz, echt in den Wahnsinn...Teiöweise fällt mir dann das Laufen schwer, meine Sonst so normalen Tätigkeiten wie Haushalt, Arbeiten, Freizeit habe ich mittlerweile auf ein Minimum reduziert. Was zusätzlich auf meine Laune schlägt, ich habe ein kleines Kind und war nie jemand der nur rumgelungert hat. Mittlerweile bekomme ich den Hintern kaum nich aus dem Bett. Ich bin einfach sooo furchtbar müde und kaputt...die Schmerzen machen mich trotz Einnahme diverser Medikamente, Antidepressiva, Opiat, Schmerzmitteln und das schon seit 2 Jahren, echt fertig.

Seit 3 Monaten bin ich nun komplett krankgeschrieben, da ich einfach keine Kraft mehr habe zu kämpfen...

Ich habe mich Tag für Tag gequält und versucht mein Bestes zu geben, aber ich kann einfach nicht mehr...

Eine Reha und auch Schmerztherapie habe ich bereits gemacht. Aktuell nehme ich Tabletten, gehe zur physio und benutze mein Tens Gerät, Ruhe mich aus und versuche sooft wie möglich meinen Rücken zu wärmen.


Leider sehe ich für die Zukunft keinerlei Besserung, sondern eher Verschlechterung...ich weiss ich soll Positiv denken, aber es ist ja stetig bergab gegangen und ich weiss einfach nicht weiter.

Das Mrt hat eine regenerative facettenathrose gezeigt, welche aber wohl nicht für die Schmerzen verantwortlich ist.

KEIN Arzt kann mir eindeutig sagen was es ist, außer Geduld haben und stark sein...das Beste draus machen...

Nun überlege ich eine Rente zu beantragen, da ich nicht mehr kann...ich habe meine Arbeitszeit nicht mehr geschafft, habe zig Fehler gemacht, konnte an Besprechungen nicht mehr teilnehmen.

Hat jemand bereits die gleichen Probleme, Erfahrungen gemacht und kann mir sagen ob es wieder bergauf geht oder ob eine EM rente überhaupt eine Option ist...

Danke euch,

Liebe Grüsse

Martina

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1980 Entfernung des Stabes.
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Malve » Fr, 03.01.2020 - 16:40

Hallo Matina,

eine EM Rente zu bekommen ist nicht so einfach, hängt auch stark von der persönlichen Situation ab und auch von der Einschätzung des jeweiligen Gutachters. Du hast ja schon Reha und Schmerztherapie gemacht, was haben die in ihren Abschlussbericht geschrieben? Da müsste auch etwas zur Arbeitsfähigkeit drin stehen. Daran werden sie sich bei einem Antrag sicher orientieren.
Du kannst dir bei der Rentenversicherung auch mal die Höhe deiner EM Rente ausrechnen lassen, das ist in der Regel nicht sehr viel. Würde dir das Geld reichen?
Vielleicht macht es auch Sinn noch mal einen anderen weiteren Arzt auf zu suchen. Solch starke Schmerzen müssen doch eine Ursache haben...
Hattest du im Rahmen deiner Schmerztherapie auch psychologische Unterstützung? Eine Freundin von mir hat damit gute Erfahrungen gemacht.
Das sind jetzt einfach so einige Ideen...
Ich selbst bekomme EM Rente, eine ideale Lösung finde ich das nicht.

Gruß
Elisabeth

Masa93
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » Fr, 03.01.2020 - 18:17

Hallo Elisabeth,

Vielen Dank für deine Antwort.

Das Problem ist, das ich mich die ganze Zeit zur Arbeit geschleppt habe und einfach nicht aufgeben und schwächeln zeigen wollte. Vollgepumpt mit Pillen, habe ich die Reha gut absolvieren können. Allerdings musste ich dort auch kaum sitzen und musste keine Arbeiten erledigen.Sprich Haushalt, einkaufen etc. Das war natürlich Schmerz stillende. Aber zurück im normalen Alltag, wurde es wieder schlimmer...

Mittlerweile bin ich auch in psychologischer Behandlung, dort habe ich zu erst die Schmerztheraphie in der Gruppe mit Entspannungs und ablenkungsstrategien erlernt. Anschließend sollte ich weiterhin zu Einzelsitzungen kommen. Da ich mittlerweile auch nur noch heulen könnte und kaum noch esse oder Lust habe irgendetwas zu machen, sagte meine Psychologin auch, das es ratsam wäre einen Antrag zu stellen..

Ich mache mir auch keine grossen Hoffnungen, aber ich weiss einfach nicht weiter und was ich hab, habe ich auch wenn es wenig Geld ist, wir schaffen das schon irgendwie...

Aber mein Mann muss mir ständig unter die Arme greifen, weil ich zu nix mehr in der Lage bin und neben seiner STRESSIGEN Arbeit und einer frustrierten heulenden Ehefrau, könnte er sich bestimmt auch schöneres vorstellen...

Zu den verschiedensten Ärzten bin ich bereits gegangen, Orthopäden, reha Arzt, Neurologin, da mein Bein teilweise taub wird und immer mal wieder wegsackt.... im Krankenhaus in der ws Chirurgie war ich, mein Schmerztherapeuth schüttet mich auch nur mit Medikamenten zu, die mich leider total wattig im Kopf machen und ich bereits 10 Kilo durch die Antidepressiva zu genommen habe, das verschlechtert meine Laune auch ungemein....und das obwohl ich kaum noch esse. Mir fehlt einfach der Lebensmut und die Hoffnung

Lady S
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Lady S » Sa, 04.01.2020 - 13:59

:welcome:
Masa93 hat geschrieben:
Fr, 03.01.2020 - 15:25
Seit meinem 15 Lebensjahr ist meine ws grossflächig versteift.
Wie lange ist die OP denn her?
An Deiner Stelle würde ich mich in einer Klinik vorstellen, die sich auf Skoliose-OPs spezialisiert hat (z.B. in der Schön-Klinik in Neustadt/Holstein) - da wäre mir kein Weg zu weit! Wenn sonst nichts gefunden wurde, liegt der Verdacht ja nahe, dass die Schmerzen mit der Versteifung zu tun haben.
Und irgendeine" WS-Chirurgieabteilung" oder irgendein Orthopäde bringt Dich da nicht weiter.

Grüsse, Lady S

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » Sa, 04.01.2020 - 16:22

Hi Lady S,

Vielen Dank für die Info. Ich habe mit einer Skoliose Spezialistin in der ws Chirurgie gesprochen. Sie sagte dass meine Versteifung soweit gut aussieht, dass die Beschwerden daher nicht kommen und sie auch nichts daran ändern würde. Ich weiss auch ehrlich gesagt einfach nicht mehr, wem ich was glauben soll..

Aber du hast Recht, ich werde mir in einer speziellen Klinik einen Termin machen.

Lg

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Klaus
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Klaus » Sa, 04.01.2020 - 18:17

Hallo Masa,
Ich habe mit einer Skoliose Spezialistin in der ws Chirurgie gesprochen..........Aber du hast Recht, ich werde mir in einer speziellen Klinik einen Termin machen.
Leider kann man sich nicht unbedingt darauf verlassen, wenn sich jemand Skoliose Spezialist nennt. Deshalb gibt es hier im Forum eine Liste von Ärzten, mit denen die User gute Erfahrungen gemacht haben. In erster Linie geht es allerdings um die konservative Therapie, dem Schwerpunkt in diesem Forum. Aber z. Bsp. in Bad Sobernheim gibt es laut Dr. Steffan (Forumsmitglied) leider auch Erfahrungen mit Spätfolgen einer OP. Erwachsene müssen einen Termin mit Dr. Odak machen.
http://www.skoliose-info-forum.de/viewt ... =25&t=6472
Da findest Du ganz am Ende unter Möglichkeiten zum Testen speziell den Dr. Trobisch (Forumsmitglied) mit: "Ein Spezialgebiet ist vor allem die Problembehandlung bei Zustand nach Jahre zurückliegender OP (z.B. Flatback, Stabbruch, etc...)". Und natürlich ist auch Neustadt/Holstein eine gute Adresse.
Seit meinem 15 Lebensjahr ist meine ws grossflächig versteift.
Grundsätzlich ist es so, dass nicht versteifte Bereiche so überlastet sein können, dass mit Beschwerden gerechnet werden muss.

Gruß
Klaus

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1977: Entfernung des Stabes, aufgrund perman. Fistelbildung
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Andrea61 » Sa, 04.01.2020 - 19:49

Hallo Masa,
darf ich fragen, wie alt Du bist.
Ich bin mittlerweile 58 und meine Wirbelsäule wurde mit 14 Jahren im Lendenbereich versteift.
Vor 10 Jahren bekam ich ähnliche Probleme wie Du. Ich hab einen Rentenantrag gestellt und nach Widerspruch wurde die EM-Rente ab 2008 bewilligt.
Seit 2 Jahren habe ich weniger Schmerzen, dafür aber Taubheit im rechten Bein und Gesäß. Die Skoliose hat sich extrem verschlechtert, sie liegt bei 90 Grad nach Cobb. Mein Körper sackt immer mehr nach einer Seite ab. Habe mich jetzt noch mal für eine OP entschieden.

Gruß
Andrea

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » Sa, 04.01.2020 - 23:03

Hi Andrea,

Also ich bin 35 und wurde mit 15 Jahren operiert...

Ich habe immer viel gemacht und die Schmerzen immer ignoriert. Ich wollte mich nicht bremsen lassen. Vielleicht hätte ich von Anfang an besser auf mich acht geben müssen....

Trotz jahrelanger KG und eigenübung musste es wohl soweit kommen...

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » So, 05.01.2020 - 11:12

@Klaus,

Vielen lieben Dank für die Infos. Ich bin froh das ich den Weg hier ins Forum gefunden habe und ich hoffe das Eure Tipps und Meinungen auch mir helfen werden. Von den meisten Ärzten bekommt man ja leider keinerlei hilfreichen Informationen...

Einen schönen Sonntag noch,

Liebe Grüsse

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Raven » Mo, 06.01.2020 - 18:25

Hallo Martina,

ich melde mich auf deinen Beitrag, weil ich ungefähr so alt bin wie du, meine OP ungefähr genauso lang her ist und ebenfalls eine langstreckige Versteifung vorliegt. (Rahmendaten: OP 1997 mit 13 Jahren, Versteifung Th3-L5, aktuelles Alter 36 Jahre, Röntgenbilder bei Interesse im Link in meiner Signatur einsehbar.)
Selbst habe ich die von dir beschriebenen dauerhaften Probleme nicht. (Rahmendaten: Arbeite in einem technischen Büroberuf mit flexiblen Arbeitszeiten in Vollzeit (kann jederzeit Pause machen, muss nicht z.B. wegen Kundenarufen o.ä. zu festen Zeiten am Platz bleiben). Kann leichte/mittlere Haushaltstätigkeiten vernünftig, jedoch ggf. etwas langsamer und mit mehr Pausen, durchführen. Achte stark auf Ergonomie, habe auch als Jugendliche klipp und klar gesagt wenn ich etwas nicht mitmachen kann/will.) Wenn es doch einmal nötig ist, von möglichst "rückengesundem" Verhalten abzuweichen, bemerke ich aber auch (!) rasch meine Grenzen, z.B. bei längeren Autofahrten, falschen Sitzgelegenheiten, schlechte Schlafgelegenheit, mehr tragen als ca. 5 kg, zu hoch an einen Computermonitor oder eine Tafel blicken müssen...

Probleme in der HWS und LWS klingen mir nach muskulären Problemen, ggf. auch Anschlussdegeneration, wie sie insbesondere nach jahrelangem unergonomischem Verhalten typisch sind. Wohlgemerkt: Keine Ferndiagnose, es klingt mir lediglich danach, und das gehört kompetent untersucht! Beschwerden zeigen sich selten im Bereich der Versteifung, sondern üblicherweise darunter und darüber, weil diese noch beweglichen Wirbelsäulenabschnitte sehr viel an Extraarbeit leisten müssen.
Insofern bringt die Aussage, dass die Versteifung gut aussieht, nicht viel.
Wie von Klaus empfohlen kann ich dir daher nur dringend (!) empfehlen, einen der hier gelisteten Spezialisten aufzusuchen.

Bezüglich des Berufs: Hier wäre ggf., abhängig von deinem Beruf und der angestrebten Rückkehr in den Beruf (du hast von einem kleinen Kind geschrieben) auch eine Umschulung oder auch ein Wechsel des Arbeitsbereichs innerhalb deines Berufs zu überdenken.

Welchen Beruf übst du aus, oder wenn dir das zu persönlich ist, wie lässt sich dein Beruf ungefähr umschreiben, z.B. Pflege, Büroberuf mit Kundenkontakt, Büroberuf mit Einsatz beim Kunden (das wäre z.B. Versicherungskauffrau), leichte handwerkliche Tätigkeit (das wäre z.B. Elektronikerin, Schneiderin)? (Ich würde meinen z.B. als "technischen Büroberuf ohne Kundenkontakt" beschreiben.)

Viele Grüße
Raven
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » Mo, 06.01.2020 - 19:30

Hi Raven,

Vielen Dank für deine Nachricht.
Wow da ist deine Versteifung ja sogar um 2 Wirbel versteifter als meine.

Ich denke das auch meine Lebensweise ihren Anteil dazu getan hat. Ich musste bereits mit 16 Jahren mein Leben komplett eigenverantwortlich bestreiten. Habe also Regale eingeräumt, Zeitungen ausgetragen, geputzt etc. Alles wohl nicht sehr Rückenfreundlich. Ich habe halt nie wirklich auf mich geachtet. Außer Physio und meine Übjngen, bin ich auch nicht wirklich regelmäßig beim Arzt gewesen. Ich habe alles so hingenommen, ging ja bis vor kurzem auch immer irgendwie...

Ich arbeite ja nur 35 Stunden die Woche, auch ich kann mir meine Pausen einteilen, aber ich schaffe es leider noch nichtmal eine Stunde auf dem Stuhl zu sitzen, selbst wenn ich zwischendurch laufen und Rückenübungen und Stretching mache.

Ich mache ja mittlerweile wirklich alles im Schneckentempo. Durch die Antidepressiva bin ich nicht mehr wirklich im stress. Aber es ist auch kein Zustand für mich, mit opiaten, Schmerzmitteln und Antidepressiva vollgepumpt zu sein. Das macht mir zusätzlich noch starke Bauchschmerzen...

Da sich mein Zustand aber seit Jahren eher verschlechtert als verbessert, habe ich eine RIESEN Angst vor der Zukunft.

Beruflich, finanziell und vorallem Familiär, von meinem Wohlbefinden mal abgesehen, weil was bin ich ohne meine Familie und Sicherheiten....

Ich arbeite als kaufmännische Angestellte in der Buchhaltung.

Meine Ärzte sagen auch immer, für mich gibt es eigentlich keinen besseren Job, sitzen, stehen im Wechsel aber das alles nervt ja auch die Kollegen und ich kann mich auch nicht auf meine Sachen konzentrieren, da ich mich immer nur mit mir und den Schmerz beschäftige. Was mich total nervt, aber ich kann es leider nicht abschalten...

Ich werde Klaus Rat befolgen und mich nach weiteren Ärzten umschauen.

Morgen bin ich nochmal bei meinem Schmerzterapheuten werde mich mit ihm abstimmen.

DANKE dir für deine Bemühungen,

Liebe Grüße und einen schönen Abend,

Martina

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von uhu » Mo, 06.01.2020 - 19:50

Hallo Martina,

erstmal wünsche ich Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Ich gehe den Thread chronologisch durch:

Meinen Vorschreibern kann ich mich nur anschließen: Suche möglichst kompetente Ärzte auf. Also nicht solche, die meinen, daß sie kompetent und erfahren seien, sondern eher die, die hier im Forum für gut befunden wurden.

Wie von Elisabeth geschrieben: Schau mal in den Abschlußbericht der Reha, da müßte was drin stehen, wie Deine Arbeitsfähigkeit aussieht. Wenn da was von Vollzeit steht, muß Dein behandelnder Arzt schon seeeeehr gute Gründe/Fakten anführen, um das zu kippen. Wie lange ich die Reha her?

Ein für Dich guter Punkt ist die Unterstützung Deiner Psychologin.
Denn mit einer befristeten EM-Rente könntest Du einerseits Ruhe und Kraft tanken und andererseits Dir über Deinen weiteren beruflichen Weg klarwerden.
Willst Du in Deinen alten Beruf zurück? Hast Du Dich gefragt, ob das inhaltlich, körperlich, usw. Dir entspricht und auch ob das Streßlevel und/oder (psych.) Druck gut für Dich sind?

Dein Absatz: „Zu den verschiedensten Ärzten bin ich bereits gegangen ...“ zeigt, daß die Wiesen- und Walddoktoren bei Dir nicht weiterkommen - aus welchen Gründen auch immer. Daher MUSS da ein oder mehrere Spezialist(en) ran. Und das schnellstens!!!
Da sich schon nervliche Schädigungen bereits zeigen ...

Und mache Dir bitte keine Selbstvorwürfe. Das bringt nichts und hilft Dir nicht einen Millimeter weiter. Selbst das Grübeln über was-wäre-wenn-und-überhaupt-und-erst-recht-wenn-die-Weggabelung-usw. Das ist ganz einfach geschrieben, gebe ich gerne zu. Dieses Gedankenkarusell zu stoppen, könnte vielleicht helfen.

Lasse Dir überall Deine „Fotos“ wie Röntgenbilder, MRT-Bilder (Dich haben sie mit einer Versteifung in ein MRT gelassen?????) aushändigen. Sammle auch sonst alle Berichte, Befunde, usw., die Du irgendwie in die Hände bekommen kannst.

Vielleicht noch ein paar Gedanken, die die Hauptsymptomatik nicht beheben können, die Du vielleicht auch mal schauen kannst:
Dicke/Größe/Form vom Kopfkissen
Matratze (zu weich? zu hart? zu alt?)
Selbstbeobachtungen im Alltag (Gehen manche Bewegungen anders? langsamer? mit anderen Hilfsmitteln? mit mehr Pausen?)
Was tut Dir gut? Wäre das ausbaufähig?
Hat Dich Dein Hausarzt auf den Kopf gestellt? (Blutbild? Hormonbild?) => ganzheitlicher Aspekt
Hat Dein Zahnarzt was festgestellt wie Zähneknirschen, CMD (= Fehlstellung im Kiefergelenk mal ganz einfach ausgedrückt).?
Helfen Dir Therapien bei der Physiotherapie wie bpsw. Fango, Manuelle Therapie?

Bitte halte uns auf dem Laufenden, wie es Dir geht.

Gruß uhu

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Raven » Mo, 06.01.2020 - 19:55

Hallo Martina,
Masa93 hat geschrieben:
Mo, 06.01.2020 - 19:30
Ich denke das auch meine Lebensweise ihren Anteil dazu getan hat. Ich musste bereits mit 16 Jahren mein Leben komplett eigenverantwortlich bestreiten. Habe also Regale eingeräumt, Zeitungen ausgetragen, geputzt etc. Alles wohl nicht sehr Rückenfreundlich. Ich habe halt nie wirklich auf mich geachtet. Außer Physio und meine Übjngen, bin ich auch nicht wirklich regelmäßig beim Arzt gewesen. Ich habe alles so hingenommen, ging ja bis vor kurzem auch immer irgendwie...
auch ich musste früh selbst für mich sorgen, hatte allerdings das Glück, von Anfang an (mit knapp 16) eine gutbezahlte technische Berufsausbildung mit minimalem körperlichem Anspruch absolvieren zu können. Damit habe ich mir auch das Abi auf dem 2. Bildungsweg wie auch das Studium finanziert (kein Bafög, keine Unterstützung durch Eltern, alles selber durch Arbeit finanziert). Körperlich belastende Aushilfstätigkeiten musste ich somit glücklicherweise (!) nie ausüben - und ich wäre sicherlich auch mit Regalen einräumen, putzen etc. im Rahmen einer Erwerbstätigkeit überfordert, könnte auch sowas wie kellnern oder irgendetwas ausfahren nicht machen. (Ich schaffe sowas in dem Rahmen, der für den Haushalt nötig ist - da kann ich mir aber auch Zeit lassen und es mir so einteilen, wie es für mich in Ordnung ist, ganz anders als bei entsprechender Erwerbstätigkeit, das ist mir bewusst.)
Ich arbeite ja nur 35 Stunden die Woche, auch ich kann mir meine Pausen einteilen, aber ich schaffe es leider noch nichtmal eine Stunde auf dem Stuhl zu sitzen, selbst wenn ich zwischendurch laufen und Rückenübungen und Stretching mache.
Eine Stunde am Stück könnte ich übrigens auch nicht sitzen - eher: eine halbe Stunde auf einem sehr guten Bürostuhl. Dann ist es für mich besser, wenigstens mal kurz aufzustehen oder - mein aktueller Arbeitgeber hat nun elektrisch höhenverstellbare Schreibtische für alle Mitarbeiter besorgt, ein Traum! - an einen Stehtisch zu wechseln. Ich schaue auch zu Hause niemals einen Film an Stück im Sitzen, sondern stehe zwischendurch auf (und gehe nicht ins Kino, da die Sitze schlecht für mich sind und zwischendurch aufstehen kaum möglich ist).

Manches davon halte ich für normal (= unabänderlich), wenn eine langstreckige Versteifung vorliegt. Langes Sitzen, schwer heben, niedrig herumputzen etc. geht damit einfach nicht; viele Sitzmöbel und Schlafgelegenheiten die für flexible Wirbelsäulen gemacht sind passen auch nicht.
Manches ist aber durchaus änderbar, und ich kann mir vorstellen, dass du mit einer guten (!) Untersuchung, Reha, Physiotherapie, Umstellung deines Alltags (zu Hause ergonomischer vorgehen, im Beruf einiges anpassen oder anderen Beruf) etliches verbessern kannst.
Ich arbeite als kaufmännische Angestellte in der Buchhaltung.

Meine Ärzte sagen auch immer, für mich gibt es eigentlich keinen besseren Job, sitzen, stehen im Wechsel aber das alles nervt ja auch die Kollegen und ich kann mich auch nicht auf meine Sachen konzentrieren, da ich mich immer nur mit mir und den Schmerz beschäftige. Was mich total nervt, aber ich kann es leider nicht abschalten...
Ich kann mir vorstellen, dass bei der Tätigkeit viel Verbesserungspotenzial da ist - sprich: äußere Gegebenheiten viel ausmachen.
Etwa die ergonomische Einrichtung deines Arbeitsplatzes. Möglicherweise hattest du bislang Standard-Büromöbel wie bei den Kollegen? Schmerzen im der HWS haben sehr häufig etwas mit der Blickhöhe auf den Computerbildschirm und der Tischhöhe zu tun, Schmerzen in der LWS häufig etwas mit der Art der Sitzgelegenheit. Ich merke selbst schon (ohne chronische Probleme zu haben!), dass es mir wesentlich schlechter geht, wechsle ich von meinem gut angepassten Arbeitsplatz an einen (ich meine hier nicht Arbeitgeberwechsel sondern z.B. mal in einem anderen Büro arbeiten, im Besprechungsraum sitzen etc.). Bei manchen kaufmännischen Angestellten hatte ich auch erlebt, dass neben der eigentlichen Tätigkeit immer wieder Tätigkeiten verlangt wurden wie schwere Packungen Büromaterial aus dem Lager holen, schweren Müll rausbringen, für Besprechungen aufbauen; das kann körperlich auch zu viel sein.

Allein durch eine Veränderung am Arbeitsplatz wirst du deine gesundheitlichen Probleme wahrscheinlich nicht in den Griff bekommen, aber berücksichtigt werden sollte diese Komponente unbedingt.

Viele Grüße
Raven
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Raven » Mo, 06.01.2020 - 20:17

noch kommentare zu Uhus Beitrag:
uhu hat geschrieben: Und mache Dir bitte keine Selbstvorwürfe. Das bringt nichts und hilft Dir nicht einen Millimeter weiter. Selbst das Grübeln über was-wäre-wenn-und-überhaupt-und-erst-recht-wenn-die-Weggabelung-usw. Das ist ganz einfach geschrieben, gebe ich gerne zu. Dieses Gedankenkarusell zu stoppen, könnte vielleicht helfen.
Zustimmung :ja:
uhu hat geschrieben: Lasse Dir überall Deine „Fotos“ wie Röntgenbilder, MRT-Bilder (Dich haben sie mit einer Versteifung in ein MRT gelassen?????) aushändigen. Sammle auch sonst alle Berichte, Befunde, usw., die Du irgendwie in die Hände bekommen kannst.
Unbedingt alles aushändigen lassen. Bekommt man heutzutage normalerweise auf CD-ROM. Warum aushändigen lassen?
- zu anderen Ärzten mitbringen
- ggf. hier im Forum hochladen (Namen und andere persönliche Daten vorher schwärzen!)

Zum MRT: Ich habe mich auch gewundert; möglicherweise war es CT? Viele verwechseln das. (Heutzutage kann man zwar meist mit Versteifung ins MRT, man wird also "rein gelassen", aber die Bilder sind meist aufgrund von Artefakten nicht gut auswertbar.)
uhu hat geschrieben: Vielleicht noch ein paar Gedanken, die die Hauptsymptomatik nicht beheben können, die Du vielleicht auch mal schauen kannst:
Dicke/Größe/Form vom Kopfkissen
Matratze (zu weich? zu hart? zu alt?)
Kann ich auch nur empfehlen. Zudem: Sitzmöbel. Gerade weiche Sitzmöbel (Couch, Kissen unterm Hintern etc.) sind bei langstreckiger Versteifung oft nicht gut, ebenso auf Standard-Wirbelsäulen (!) ausgerichtete "ergonomische Möbel" oder das von Menschen mit normaler Wirbelsäule oft als gemütlich empfundene niedrige Sitzen (Couch, Bodensitzkissen etc.).
Schlecht sind allgemein alle Kissen, Nacken-/Kopfstützen, Stühle, die den restlichen beweglichen Teil der Wirbelsäule versuchen in für normalbwegliche (!) Wirbelsäulen gedachte Positionen zu drücken. Manche Stühle haben z.B. Lordosestützen, die meinen kleinen beweglichen Rest der LWS in eine Form zu pressen versuchen, den er nicht annehmen kann. Manche Rückenlehnen drücken den Nacken runter, sodass man die HWS stark strecken muss, um überhaupt nach vorne gucken zu können. Mir wurde das auch erst einige Zeit (!) nach OP bewusst; zuvor wunderte ich mich, warum bloß ich das unbequem finde (= und Freunde, Verwandte mit normaler WS nicht) und dass ich vielleicht lernen müsse, das auszuhalten.
Eine Versteifung schränkt immer auch die Beweglichkeit, die vermeintlich von den unversteiften Wirbelsäulenabschnitten ausgeht, ein. Beispiel: In Bewegungen, die man dem Hals/Nacken zuschreibt, ist bei einer vollbeweglichen Wirbelsäule nicht nur die HWS involviert, sondern ein ganzes Stück der BWS. Versucht man diese Bewegungen mit Versteifungen in der oberen BWS, muss die HWS alles übernehmen, knickt oft stark ab, überlastet.
uhu hat geschrieben:Selbstbeobachtungen im Alltag (Gehen manche Bewegungen anders? langsamer? mit anderen Hilfsmitteln? mit mehr Pausen?)
Kann ich auf jeden Fall auch nur empfehlen. Langsamer, anders, mit anderen Hilfsmitteln hat mir auch häufig geholfen. Viele Standard-Hilfsmittel sind auf Standard-Bewegungen ausgelegt - die "wir" nicht können. (Beispiel: zum Putzen der Badewanne und Duschkabine nehme ich einen Fensterwischer mit langem Stiel, anstatt mich da in die Wanne runterzumühen. Einkäufe trage ich nicht mehr, sondern nehme schon seit meinem ca. 20. Lebensjahr einen Trolley (ja, so einen wie man ihn eher bei älteren Leuten sieht - egal, ob das manche seltsam finden). Nackenstütze im Auto hatte ich in der Autowerkstatt so verbiegen lassen, dass sie noch funktioniert und zulässig ist, aber nicht mehr beim Anlehnen meinen Kopf runterdrückt. Stühle zu Hause haben ein Keilkissen, Bürostuhl durch Knie-Bürostuhl ersetzt der viel Last von der LWS nimmt.)

Viele Grüße
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » Mo, 06.01.2020 - 20:57

Wow ich bin echt sehr dankbar für eure tollen Worte, Tipps und Ratschläge. vielen Dank Euch😀

Mit dem MRT hat alles geklappt, meine Orthopädin war sich anfangs auch nicht sicher aber es hat geklappt. Vielleicht liegt es daran, dass ich Titan Horizon Stäbe habe??

In dem Abschlussbericht der Reha stand das ich arbeitsfähig bin, das ich aber meine Arbeitszeit reduziere. Was ich auch für ein Jahr getan habe.

Die Reha fand vor ca. 1 1/2 Jahren statt. Solange ich nicht sitzen musste und keine Hausarbeiten etc. Verrichten musste, ist auch der Schmerz erträglich. Psychisch geht es mir dann folglich auch besser...aber dieses Ungewisse wie geht es weiter.

Die Angst und Panik die ich bekomme, wenn ich zum Beispiel beim einkaufen an der Kasse stehe und mich am Einkaufswagen festklammere weil ich kaum noch auftreten kann, das versetzt mich total in Angst und Bange.

Meine Haushaltspflichten habe ich schon sehr angepasst, lasse mir viele Lebensmittel liefern, mein Mann und Sohn helfen mehr mit als vorher, wir haben einen Fensterputzer engagiert etc......

Auf der Arbeit habe ich bereits einen höhenverstellbaren Schreibtisch und einen speziellen Stuhl. Ich kann also wechseln, was auch besser ist als ohne. Aber ich wechsele ständig, was die Konzentration der Kollegen auch beeinträchtigt.

Vor einem Jahr haben wir neue Matratzen und ein Seitenschläfer Kissen gekauft. Das ist wesentlich angenehmer als vorher.

Zahntechnisch und anderweitig ist auch alles ok. Bin regelmäßig wegen einer anderen chronischen Erkrankung in Behandlung. Dies hat aber nichts mit meinen Rücken Problemen zu tun...

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Wünsche euch noch einen schönen Abend

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von uhu » Mo, 06.01.2020 - 22:28

Nachtrag / weitere Idee:
Hast Du schon mal Schmerztagebuch geführt? (Wann? Wielange? In welcher Intensität? Bei bzw. nach welchen Tätigkeiten?) => um eventuell struckturierter ranzugehen ...

Zu den von Raven beschriebenen Punkten wie Stühle, Hilfsmittel, usw. kann ich voll unterschreiben. Da heißt es - wie überall - ausprobieren, ausprobieren und ausprobieren.
Kurze Anekdote: Mein großer Chef wollte mir was super tolles tun und meinen alten (inzwischen 14 Jahre alten, ganz geraden, ohne Schnickschnack) Bürostuhl gegen einen hypermodischen mit Netzbespannung, Kopfstütze und viel Tüdelü austauschen. Meine Reaktion: :angry: :dudu: Bloß nicht!!! Er war sehr irritiert und etwas enttäuscht, aber nach zwei erklärenden Sätzen wieder gut drauf. ;D

Dein Satz: "Die Angst und Panik die ich bekomme, wenn ich zum Beispiel beim einkaufen an der Kasse stehe und mich am Einkaufswagen festklammere weil ich kaum noch auftreten kann, das versetzt mich total in Angst und Bange." klingt ein bißchen nach: die Angst vor der Angst. Schleicht sich der Schmerz usw. an oder ist der urknallmäßig da? Wäre ggf. auch ein Thema für Deine Psychologin ...

Da ich nicht einschätzen kann, wie groß und in welchen Räumlichkeiten Deine Firma arbeitet, schieße ich mal ins Blaue: Antrag auf und Umzug in ein Einzelbüro? Oder anderweitige Abgrenzungen?

Erholsame Nacht :sleeping: euch allen wünscht
uhu

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Raven » Mo, 06.01.2020 - 23:00

uhu hat geschrieben:
Mo, 06.01.2020 - 22:28
Nachtrag / weitere Idee:
Hast Du schon mal Schmerztagebuch geführt? (Wann? Wielange? In welcher Intensität? Bei bzw. nach welchen Tätigkeiten?) => um eventuell struckturierter ranzugehen ...

Zu den von Raven beschriebenen Punkten wie Stühle, Hilfsmittel, usw. kann ich voll unterschreiben. Da heißt es - wie überall - ausprobieren, ausprobieren und ausprobieren.
Kurze Anekdote: Mein großer Chef wollte mir was super tolles tun und meinen alten (inzwischen 14 Jahre alten, ganz geraden, ohne Schnickschnack) Bürostuhl gegen einen hypermodischen mit Netzbespannung, Kopfstütze und viel Tüdelü austauschen. Meine Reaktion: :angry: :dudu: Bloß nicht!!! Er war sehr irritiert und etwas enttäuscht, aber nach zwei erklärenden Sätzen wieder gut drauf. ;D
Kann ich bestätigen :ja: Ich wurde auch schon öfter von netten Freunden oder deren Familie mit "Sachen für den Rücken" bedacht, die so toll sein sollten, aber einfach zu einer langstreckig versteiften Wirbelsäule nicht passen. (Kissen, Nackenkissen, probiere mal unseren neuen vollergonomischen Bürostuhl...)
Dein Satz: "Die Angst und Panik die ich bekomme, wenn ich zum Beispiel beim einkaufen an der Kasse stehe und mich am Einkaufswagen festklammere weil ich kaum noch auftreten kann, das versetzt mich total in Angst und Bange." klingt ein bißchen nach: die Angst vor der Angst. Schleicht sich der Schmerz usw. an oder ist der urknallmäßig da? Wäre ggf. auch ein Thema für Deine Psychologin ...
Der Schmerz beim Auftreten könnte von einem leichten Bandscheibenvorfall/Vorwölbung in der LWS stammen. Hatte ich vor Jahren: gehen ging meist, aber loslaufen :/ Z.B.: Ich stand an der Bushaltestelle, der Bus kam, aber ich konnte nicht zuverlässig zum Bus hinlaufen - wenn ich aber mal am Laufen war, ging es, auch flottes Laufen. Weitere Probleme zu der Zeit waren u.a. das Umdrehen im Bett, aus dem Sitzen aufstehen, Oberkörper nach vorne beugen, Beine drehen (Schuhe binden). In der Situation hatte ich, solange diese Beschwerden bestanden, durchaus Angst - z.B. Bus kommt und ich kann nicht einsteigen weil ich nicht richtig loslaufen kann, oder ich werde in einem Seminar nach vorne gebeten und kann nicht hinlaufen, was alles mit den Beschwerden realistisch war.
"Festklammern am Einkaufswagen" klingt mir auch danach: Loslaufen mit Festhalten ging besser, z.B. beim Hinlaufen zum Bus mich von der Stange des Haltestellenschilds abstoßen, oder beim Aufstehen vom Platz mich noch ein bisschen am Tisch festhalten und dann abstoßen. Das beschriebene "nicht auftreten können" klingt mir ebenso danach: Loslaufen ging nicht richtig, weil das Auftreten massiv im Rücken zog. Am schlimmsten, musste ich irgendwo tief hinunter treten, z.B. steile Treppen runter (rauf ging) oder über den Badewannenrand.

(Psychisch war bei mir zu dem Zeitpunkt alles tipptopp. Begonnen hatte das mit den Schmerzen an einem Tag plötzlich (beim Aufstehen bemerkt dass ich kaum aus dem Bett komme), die Schmerzen ließen durch Schonung innerhalb von ca. 2 Wochen nach bis sie nicht mehr zu bemerken waren. Trat danach nie wieder auf.)

@Masa93
Bestehen die Beschwerden (nicht gut loslaufen können, nicht richtig auftreten können) immer noch? Wurde zum Zeitpunkt der Beschwerden die LWS gründlich (!) untersucht?
Da ich nicht einschätzen kann, wie groß und in welchen Räumlichkeiten Deine Firma arbeitet, schieße ich mal ins Blaue: Antrag auf und Umzug in ein Einzelbüro? Oder anderweitige Abgrenzungen?
Besser meiner Meinung nach: Leichte Sichtschutzblenden, oder eigener Arbeitsplatz außerhalb des Blickfelds der Kollegen.

Ich hatte mal ein Einzelbüro (Gründe waren andere: ich bin lärmempfindlich, habe gerne meine Ruhe, mag keinen Trubel (wem das etwas sagt: bin Asperger-Autistin)... Ein Einzelbüro wurde frei, ich habe es mir sehr gerne genommen). Effekt: Man kriegt kaum mehr etwas von Kollegen mit. An "Ratsch und Tratsch" bin ich nicht interessiert, den meine ich nicht - aber die kurzen Unterhaltungen rund um Begrüßung, Verabschiedung, Mittagspause fallen weg, für neue Kollegen ist man bald nur noch "die da hinten".
Hier haben wir Sichtschutzblenden, die so hoch sind, dass man im Sitzen die Kollegen nur knapp sieht (nicht von mir angefordert, sondern die waren schon vorhanden). Eine einfachere Alternative dazu wäre ein halbtransparenter Raumtrenner, ähnlich wie in vielen Banken zwecks Kunden-Privatsphäre oder bei Ärzten als Umkleide-Sichtschutz.
Bei einem gut eingestellten Steharbeitsplatz sollte die Ablenkung von Kollegen dadurch auch nur minimal sein. Ich fühle mich z.B. durch die elektrisch höhenverstellbaren Schreibtische, die in meinem Büro alle Kollegen haben, nicht abgelenkt: die Schreibtisch fahren mit einem leisen summenden Geräusch hoch und runter, das war's. (Sage ich sogar als jemand, der sich von vielem was in Büros üblich ist - klackernde Absätze, klimpernder Schmuck, gar nicht zu reden von Telefonieren - rasch abgelenkt fühlt.) Größer kann die Ablenkung natürlich sein, wenn ein Laptop/PC jedesmal umgeräumt werden muss, manuelle Verstellmechanismen betätigt werden, umfangreich Arbeitsmaterialien zwischen zwei Tischen hin und her getragen werden etc. Dies sollte bei einem guten höhenverstellbaren Schreibtisch aber nicht der Fall sein.

Viele Grüße
Raven
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Masa93 » Di, 07.01.2020 - 10:14

Guten morgen,

Ein Schmerztagebuch führe ich tatsächlich, auch ein Schlaftagebuch um zu überprüfen, was und wie die Schmerzen und die Schlaflosigkeit ausgelöst werden...

Es ist halt eindeutig, das ich durch's Sitzen und Haushalt, Kuchen backen etc. Die Schmerzen unerträglich werden, dadurch natürlich auch die Psyche leidet und ich ohne Amitryptilin nicht schlafen kann.

Haushaltstechnisch habe ich mich ja bereits umgestellt, wenn ich mal nen Kuchen backen muss oder irgendwas aufwendigere Kochen muss, dann kann ich halt nix anderes mehr machen. Ich lasse es mittlerweile sehr ruhig angehen...

Aber Sitzen kriege ich halt nicht in den Griff. Man sitzt ja immer mal irgendwo. Es ist ja nicht nur Arbeitstechnisch, sondern auch auf Elternabenden, Geburtstagen etc.

Auf der Arbeit habe ich einen echt super Sattelstuh, wurde mir alles vom Orthopäden verschrieben und die Firma hat es gekauft.

Man merkt den Unterschied zu einem normalen Stuhl auf jedenfall.

Wenn ich das mit den ganzen Medikamenten noch nicht mal aushalte, will ich nicht wissen wie es ohne ist...

Ich bin heute nochmal beim Doc.

Vielleicht kriegen wir es ja anders hin.

Liebe Grüße und einen schönen Tag

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Klaus
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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Klaus » Di, 07.01.2020 - 12:15

Hallo Masa,
Eine Reha und auch Schmerztherapie habe ich bereits gemacht. Aktuell nehme ich Tabletten, gehe zur physio
......Außer Physio und meine Übjngen, bin ich auch nicht wirklich regelmäßig beim Arzt gewesen.
Die Frage ist auch, was konkret bei der REHA gemacht wurde und wie die Übungen zuhause aussehen.
Wie auch Raven geschrieben hat:
Raven hat geschrieben:Beschwerden zeigen sich selten im Bereich der Versteifung, sondern üblicherweise darunter und darüber, weil diese noch beweglichen Wirbelsäulenabschnitte sehr viel an Extraarbeit leisten müssen.
geht es ja um bestimmte Bereiche, die muskulär entlastet werden müssen.
Auch bei der "physio" muss die notwendige Kompetenz vorhanden sein, was leider nicht unbedingt immer gegeben ist. So gibt es für Operierte spezielle Gruppen bei einer stationären REHA nach Katharina Schroth. Eigentlich für die konservative Intensiv-Therapie von Fehlstellungen der Wirbelsäule gedacht, kann das auch für die gezielte individuelle Therapie von überlasteten Strukturen (Muskeln, Bänder und Sehnen) in den nicht versteiften Bereichen genutzt werden. Das sind durchaus andere Übungen, als man sie sonst so kennt.
Zumindest könnte ein ambulanter Schroth Therapeut hilftreich sein.

Ich bin als Nicht-Operierter in Behandlung bei einem Schmerztherapeuten (auch Sportmedizin) bezüglich zusätzlicher KG Therapie. Aber erst nachdem ich meine Situation nach Schroth REHA und dann angepassten fortlaufenden Fitness-Training abgeklärt hatte und nicht mit Tabletten hantieren wollte. Die multimodale Schmerztherapie ist grundsätzlich zwar ein guter Ansatz, aber die Fehlstellung der Wirbelsäule und erst recht die operierte Wirbelsäule sollte bei solchen Beschwerden zunächst dringend von einem Spezialisten abgeklärt werden.
Ich bin heute nochmal beim Doc.

Vielleicht kriegen wir es ja anders hin.
Das solltest Du deswegen bitte nur nutzen, um die akuten Beschwerden bis zum Termin beim Spezialisten in den Griff zu bekommen.

Gruß
Klaus

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Re: Spätfolgen der Skoliose Op Rente möglich?

Beitrag von Raven » Di, 07.01.2020 - 15:23

Hallo Martina,
Masa93 hat geschrieben:
Di, 07.01.2020 - 10:14
Es ist halt eindeutig, das ich durch's Sitzen und Haushalt, Kuchen backen etc. Die Schmerzen unerträglich werden, dadurch natürlich auch die Psyche leidet und ich ohne Amitryptilin nicht schlafen kann.

Haushaltstechnisch habe ich mich ja bereits umgestellt, wenn ich mal nen Kuchen backen muss oder irgendwas aufwendigere Kochen muss, dann kann ich halt nix anderes mehr machen. Ich lasse es mittlerweile sehr ruhig angehen...
was genau führt bei dir bei Backen und Kochen zu Beschwerden? Das Stehen selbst, oder treten die Beschwerden erst bei küchentypischen Arbeiten auf? Ist es eher schweres Heben, sind es die Armbewegungen, ist es das Stehen?

Ich mache selbst sehr viel in der Küche, auch ohne Kind (jeden Tag kochen, Brot selber backen, Gemüse einwecken etc.). Festgestellt habe ich dabei:

- Falsche Arbeitshöhe ist mies. Ich merke einen immensen (!) Unterschied zwischen zu niedrigen Arbeitsplatten (oder dem Versuch, stehend am Küchentisch zu arbeiten) und passender Höhe. Mittlerweile stelle ich mir notfalls etwas unter, z.B., wenn ich bei Freunden, in einer temporären Unterkunft... in der Küche arbeite (unters Schneidebrett eine Kiste, Putzwanne etc., hauptsache erhöhen). Zu niedrige Arbeitshöhe beim Kochen, aber auch Bügeln, geht extrem auf Nacken und Lendenwirbelsäule!

- Schwere (= mehr als zwei, drei kg) Gegenstände aus niedriger Höhe hochheben ist viel anstrengender als Heben von Tischhöhe. Genau an den von dir erwähnten Kuchen muss ich da denken: Eine volle Kuchen- oder Auflaufform in einen Backofen wuchten (ja, so kommt es mir vor) oder wieder heraus finde ich extrem anstrengend, das ist knapp an der Grenze meiner Leistungsfähigkeit (schaut man sich die Bewegung genauer an, sieht man, dass es sehr auf die LWS geht: das Gewicht, niedrig runter, die Backofentür ist im Weg sodass man mit versteifter Wirbelsäule nicht gut hineingreifen kann). Es gibt zwar erhöhte Backöfen, die ungefähr auf Tischhöhe sind, das wäre für mich ideal, aber die sind super teuer, und ich wohne zur Miete, war bis vor 4 Jahren noch Studentin, da muss ich mit der Küche zurechtkommen die vorhanden ist (ziehe zudem beruflich bedingt alle zwei bis drei Jahre um, das auch noch international, ich kann mir keine "Maß-Küche" machen lassen). Ich habe dann festgestellt, dass es ziemlich günstige (unter 100 Euro) Mini-Backöfen gibt, in der Größe einer Mikrowelle, aber ein echter Backofen mit Umluft. So einer steht mittlerweile als Ergänzung auf einem Tisch, darin kann ich zwar nicht alles machen da manches einfach nicht hineinpasst, aber vieles - viel weniger anstrengend, als etwas aus einem normalen Backofen zu wuchten. Für die schweren Sachen muss dann mein Mann ran.

Aber Sitzen kriege ich halt nicht in den Griff. Man sitzt ja immer mal irgendwo. Es ist ja nicht nur Arbeitstechnisch, sondern auch auf Elternabenden, Geburtstagen etc.
Das geht mir leider bei Anlässen auch so - ich kann mir ja nicht einen passenden Stuhl mitnehmen :/
Ich habe mir angewöhnt, möglichst oft aufzustehen/ zu stehen, notfalls auch während Veranstaltungen. (Ich bin beruflich z.B. häufig bei Kongressen, wohin ich fliege, teils interkontinental. Ich stehe im Flugzeug ganz häufig zwischendurch auf, bei den Kongressen auch... und privat bei Geburtstagen stehe ich auch andauernd auf. Wer mich schon kennt, weiß, weshalb - wer mich nicht kennt und fragt, bekommt eine ehrliche Antwort.)

Viele Grüße
Raven
Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.
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