Korsett
Verfasst: Sa, 30.03.2019 - 16:26
Hallo, eigentlich schreibe ich nie in Foren, aber dieses scheint mir perfekt, um mein Anliegen los zu werden.
Ich, weiblich 15, habe seit 6.5 Monaten ein Korsett. Meine Skoliose wurde sehr früh diagnostiziert und seitdem kratzte ich immer an der Grenze zum Korsett, trotz KG seit 2013. Im April 2018 wurde ich vorstellig in der Kieler Lubinusklinik bei Prof. Dr. Hopf. Und im Juli stand fest, dass ich aufgrund von ca. 33° ein Korsett brauche. Mitte September des selben Jahres bekam ich es dann. Obwohl ich schon älter bin, sollte es noch helfen, da meine Wachstumsfugen noch sehr geöffnet waren. Fakt ist, dass ich genau 5 Monate nach Therapiebeginn nur noch noch ca. 19° hatte und meine Wachstumsfugen, entgegen aller Ertwartungen, schon ziemlich weit geschlossen waren.
Man muss sagen, dass ich meine doofen Übungen von der KG, bei denen ich in jeder Hand eine zwei-Kilo-Hantel habe, auch zu Hause jeden Tag machen soll. Der Professor sagte allerdings, dass KG gar nicht so viel bringt. Meine Eltern glauben, dass ich meine Übungen bis zu dem Zeitpunkt immer gemacht habe. Ich habe sie es glauben lassen, aber es gar nicht gemacht. Auch sonst war/bin ich überhaupt nicht die Fleißigste, was das Tragen des Korsetts angeht. Häufig kriegen sie es gar nicht mit, dass ich mein Korsett nicht sooo trage, da ich es oft ablege, wenn ich aus der Schule nach Hause komme und alleine bin und auch viel Zeit unter der Bettdecke in meinem Zimmer verbringe. Eigentlich bin ich gar nicht so eine, die ewig nicht aus ihrem Zimmer kommt... Naja... seit diesem Besuch bei dem Professor zur Kontrolle, habe ich das Tragen leider offensichtlicher schleifen lassen. Außerdem habe ich offiziell jetzt auch mit meinen Übungen aufgehört. Schließlich weiß ich ja, dass sie eh nichts bringen, da ich sie ja inoffiziell gar nicht gemacht habe.
Dadurch, dass ich jetzt offensichtlich nicht mehr gerne das Korsett trage und auch keine Übungen mehr mache, streite ich mich manchmal mit meinen Eltern, besonders mit meiner Mutter. Sie ist von meiner "Abneigung" nämlich überhaupt nicht begeistert und lässt es mich immer durch Worte, Mimik und Gestik spüren. Das spornt mich aber irgendwie überhaupt nicht an, es konsequent anzugehen. Meine Mutter kann mich einfach nicht verstehen und das weiß sowohl ich als auch sie, nur leider versucht sie es noch nicht mal, sich in meine Lage zu versetzen, weil sie meint, es würde nichts bringen, da sie es ja ganz anders machen würde und ihr das an meiner Stelle sowieso viel wichtiger wäre. Das Problem ist halt, dass sie nicht meinen Alltag, meinen Körper, mein Alter hat und viel viel sportlicher ist als ich es bin. Ich sage ihr, dass diese Übungen komplett Sch****** sind und sie sagt, dass es ja wohl nicht so schlimm ist, diese Übungen 10-15 Minuten am Tag zu machen, aber sie macht solche Sachen ja auch gerne, ich nicht. Dort sind wir komplett verschieden und das sieht sie nicht. Nicht jeder hat Spaß daran.
Und ich merke es ja selbst. Je länger sie mir hinterher rennt und immer den Teufel an die Wand, wegen OP, malt, desto weniger habe ich Lust dieses Ding zu tragen. Ich bin einfach eine faulere Person als sie es ist. Und ich trage mein Korsett immer nachts und in der Schule. Nachmittags möchte ich dann einfach auf der Couch oder im Bett liegen, in einer Position, die angenehm ist und entspannen. Dann tanze ich zweimal die Woche und habe Theater-AG.
Ich habe, als Tipp für alle, die auch keine Motivation finden, meinem Korsett einen Namen gegeben. So ist Susi einfach menschlicher für mich und wirkt nicht so steif. Leider schalte ich diesen Gedanken schnell mal aus, aber es hilft auf jeden Fall.
Was kann ich machen, damit Mama und ich uns endlich eher auf Augenhöhe begegnen? Sie denkt, ich muss bald eine OP haben, weil ich inkonsequent bin. Aber ich weiß, dass mein Rücken sich auch ohne Übungen und nicht 23h am Tag tragen, verbessert hat. Das kann ich ihr leider nicht sagen, da ich sie ja über Monate angelogen habe.
Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, wie ich das Problem lösen könnte oder mir auch einfach zeigen, dass ich nicht alleine diese Ansicht vertrete.
Ich, weiblich 15, habe seit 6.5 Monaten ein Korsett. Meine Skoliose wurde sehr früh diagnostiziert und seitdem kratzte ich immer an der Grenze zum Korsett, trotz KG seit 2013. Im April 2018 wurde ich vorstellig in der Kieler Lubinusklinik bei Prof. Dr. Hopf. Und im Juli stand fest, dass ich aufgrund von ca. 33° ein Korsett brauche. Mitte September des selben Jahres bekam ich es dann. Obwohl ich schon älter bin, sollte es noch helfen, da meine Wachstumsfugen noch sehr geöffnet waren. Fakt ist, dass ich genau 5 Monate nach Therapiebeginn nur noch noch ca. 19° hatte und meine Wachstumsfugen, entgegen aller Ertwartungen, schon ziemlich weit geschlossen waren.
Man muss sagen, dass ich meine doofen Übungen von der KG, bei denen ich in jeder Hand eine zwei-Kilo-Hantel habe, auch zu Hause jeden Tag machen soll. Der Professor sagte allerdings, dass KG gar nicht so viel bringt. Meine Eltern glauben, dass ich meine Übungen bis zu dem Zeitpunkt immer gemacht habe. Ich habe sie es glauben lassen, aber es gar nicht gemacht. Auch sonst war/bin ich überhaupt nicht die Fleißigste, was das Tragen des Korsetts angeht. Häufig kriegen sie es gar nicht mit, dass ich mein Korsett nicht sooo trage, da ich es oft ablege, wenn ich aus der Schule nach Hause komme und alleine bin und auch viel Zeit unter der Bettdecke in meinem Zimmer verbringe. Eigentlich bin ich gar nicht so eine, die ewig nicht aus ihrem Zimmer kommt... Naja... seit diesem Besuch bei dem Professor zur Kontrolle, habe ich das Tragen leider offensichtlicher schleifen lassen. Außerdem habe ich offiziell jetzt auch mit meinen Übungen aufgehört. Schließlich weiß ich ja, dass sie eh nichts bringen, da ich sie ja inoffiziell gar nicht gemacht habe.
Dadurch, dass ich jetzt offensichtlich nicht mehr gerne das Korsett trage und auch keine Übungen mehr mache, streite ich mich manchmal mit meinen Eltern, besonders mit meiner Mutter. Sie ist von meiner "Abneigung" nämlich überhaupt nicht begeistert und lässt es mich immer durch Worte, Mimik und Gestik spüren. Das spornt mich aber irgendwie überhaupt nicht an, es konsequent anzugehen. Meine Mutter kann mich einfach nicht verstehen und das weiß sowohl ich als auch sie, nur leider versucht sie es noch nicht mal, sich in meine Lage zu versetzen, weil sie meint, es würde nichts bringen, da sie es ja ganz anders machen würde und ihr das an meiner Stelle sowieso viel wichtiger wäre. Das Problem ist halt, dass sie nicht meinen Alltag, meinen Körper, mein Alter hat und viel viel sportlicher ist als ich es bin. Ich sage ihr, dass diese Übungen komplett Sch****** sind und sie sagt, dass es ja wohl nicht so schlimm ist, diese Übungen 10-15 Minuten am Tag zu machen, aber sie macht solche Sachen ja auch gerne, ich nicht. Dort sind wir komplett verschieden und das sieht sie nicht. Nicht jeder hat Spaß daran.
Und ich merke es ja selbst. Je länger sie mir hinterher rennt und immer den Teufel an die Wand, wegen OP, malt, desto weniger habe ich Lust dieses Ding zu tragen. Ich bin einfach eine faulere Person als sie es ist. Und ich trage mein Korsett immer nachts und in der Schule. Nachmittags möchte ich dann einfach auf der Couch oder im Bett liegen, in einer Position, die angenehm ist und entspannen. Dann tanze ich zweimal die Woche und habe Theater-AG.
Ich habe, als Tipp für alle, die auch keine Motivation finden, meinem Korsett einen Namen gegeben. So ist Susi einfach menschlicher für mich und wirkt nicht so steif. Leider schalte ich diesen Gedanken schnell mal aus, aber es hilft auf jeden Fall.
Was kann ich machen, damit Mama und ich uns endlich eher auf Augenhöhe begegnen? Sie denkt, ich muss bald eine OP haben, weil ich inkonsequent bin. Aber ich weiß, dass mein Rücken sich auch ohne Übungen und nicht 23h am Tag tragen, verbessert hat. Das kann ich ihr leider nicht sagen, da ich sie ja über Monate angelogen habe.
Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, wie ich das Problem lösen könnte oder mir auch einfach zeigen, dass ich nicht alleine diese Ansicht vertrete.