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Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 13:43
von chr1986
Hallo,
gestern musste ich zur Musterung. Ich habe jedoch eine zweifache Skoliose mit 14° und 18°, die mir beim stehen nach wenigen Minuten, beim gehen/laufen nach einer halben Stunde, und beim Tragen von Rucksäcken mit mehr als 5kg nach kurzer Zeit Schmerzen bereitet [so ca. alles].
Die Musterungsärztin schaute die Röntgenbilder bereits an als ich reinkam, fragte was ich dafür mache, ich sagte Krankengymnastik und das wars. Sie fragte nicht nach Beschwerden o. ä. Da ich aber auch psychische Probleme habe, schickt sie mich jetzt in 1,5 Monaten ins Bundeswehrkrankenhaus, um da mit einem Psychologen zu sprechen. Der "MusterungsErgebnisBeauftragte" meinte auf Frage meinerseits, dass wenn die Ärztin was gefunden hätte, was ausmusterungswürdig ist, es schon getan hätte.
Heißt das jetzt, mein Rücken, mit dem ich nichts kann, interessiert sie nicht? Oder hat sie mit einem Auge auf den Vermerk "Zivi" geschaut ?
Vielen Dank für Antworten,
Christian
Das ist der Text meines Attestes, gekürzt aufs Wesentliche:
....Behandlung auf Grund eines Holhrundrückens sowie einer Skoliose. Röntgenologisch am 27.10.04 linksknovex der LWS 18° und rechtskonvex der BWS 14° nach Cobb.....das Tragen schwerer Lasten ist orthopädischerseits zu unterlassen.
Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 13:46
von Chaney
Ist Dir nicht mitgeteilt worden, ob Du jetzt ausgemustert bist oder nicht? (Ich bilde mir ein, daß man das schriftlich erfährt?)
Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 14:08
von chr1986
Eben nicht, weil ich noch zu diesem Psychoheini ins Bundeswehrkrankenhaus muss, und das erst am 20. Dez...... Bis dahin mach ich mich verrückt [deswegen und wegen n paar anderer Sachen auch der Psychoheini

]
Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 16:11
von Damien
Hallo,
erstmal find ich es komisch, dass du mit deiner Miniskoliose schon so derbe Probleme hast, war bei mir damals mit knapp 50° nicht so krass, auch wenn ich auch einige Probleme hatte. Das sie eine Behandlung anordnen ist normal, dass macht jeder Arzt wenn er Probleme feststellt, soweit ganz normal. Sollte der Arzt der dich von nun an für den Bund untersucht nicht feststellen, dass deine Probleme nicht so schlimm sind wie du sagst (was so gut wie nie vorkommt, weil der Arzt dann auch für deine Aussage die Verantwortung übernehmen muss) wirst du mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgemustert oder schlimmstenfalls zu einem sehr leichten Dienst (Büro) eingeteilt. Ich musste damals auch mehrmals zu einem Orthopäden vom Bund, bevor ich dann ausgemustert wurde. Das Ergebniss wird dir in jedem Fall schriftlich mitgeteilt, sowohl wenn du eingezogen wurdest als auch wenn du austemustert wird, wenige Tage nachdem der Arzt in der Klinik dich untersucht hat.
Die Aussage des Musterungsarztes kannste getrost vergessen, woher solltest du den einen Vermerk du wärst "Ausmusterungswürdig" haben, den bekommt man nicht einfach mal so, nur wenn man den Arzt direkt danach fragt. Und dann sagen sie meistens, sowas entscheidet der Musterungsarzt. Die interessieren sich nämlich nur beschränkt für von ausen eingebrachte Ergebnisse, nur dass, was sie selbst festgestellt haben ist wirklich relevant. Mit deiner Skoliose kann schon sein, dass sie dir nicht glauben, weil eine derartige Schmerzproblematik bei so geringen Gradzahlen zwar möglich, aber doch eher selten ist. Liegt, wie gesagt daran, was der Orthopäde vom Bund dazu sagt, den musste halt "überzeugen". Gleiches gilt für den Psychoheini. Wobei weil beides zusammen kommt bleib ich dabei, wirst mit großer Wahrscheinlichkeit ausgemustert.
Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 17:25
von chr1986
Danke für die ausführliche Antwort !
Aber woher weiß die Musterungsärztin denn, dass ich solche Probleme habe, wenn sie nicht danach fragt ? Sie hat ja keinerlei Ahnung, welche Beschwerden ich habe, und wenn schon der Arzt schreibt keine schweren Lasten, wie soll ich denn da z B. das Marschgepäck tragen [mal abgesehn von Zivi, aber es werden ja alle gleich behandelt...] ?
Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 17:45
von Damien
Wäre möglich, dass wir uns vielleicht etwas falsch verstanden haben.
Es ist so, die Ärzte bei der Bundeswehr, die dich bei der Musterung untersuchen sind Allgemeinärzte, das bedeutet es fehlt ihnen die Kompetenz zu beurteilen, ob dein Rücken "schlimm genug" ist, um dich auszumustern oder ob eben nicht. Und erzählen kannst du ihnen ja viel. Sie würde niemals sagen du bist Diensttauglich anhand von Röntgenbildern mit denen sie nur bediengt etwas anfangen kann, da sie, wenn sie dich einfach aufgrund ihrer Meinung hin einziehen und du Folgeschäden davon trägts, dafür haftbar gemacht werden würde. Deshalb wirst du zu einem anderen Arzt geschickt, der es beurteilen kann und die nötige Kompetenz dafür besitzt, mit dem Psychologen verhält es sich genauso. Die Ärzte in dem Bundeswehrkrankenhaus werden dich also, sowohl hinsichtlich der Skoliose, als auch hinsichtlich deiner psyche, untersuchen und dann feststellen, ob du Wehrdienststauglich bist oder nicht. Solange musst du dich gedulden. Wenn du allerdings tatsächlich so starke Rückenprobleme hast und dann auch noch die Psyche hinzukommt wirst du, wie gesagt, mit großer Wahrscheinlichkeit ausgemustert. Zum Zivi kann dich eigentlich keiner Zwingen, wenn du nicht möchtest. Allerdings kann es dir dann passieren, dass du, wie erwähnt, zu Bürodienst oder ähnliches in der Kasserne eingeteilt wirst, statt eben normalen Wehrdienst. Kommt aber auch nicht oft vor.
Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 21:51
von chr1986
Wir haben uns immernoch missverstanden:
Sie schickt mich NUR zum Psychologen, zu einem Orthopäden schickt sie mich nicht. Sie hat von meinem Orthopäden den zwei Wochen alten Bericht und die Röntgenfotos, aber unternehmen tut sie damit nix.
Sie will mich nur zum Psychoheini schicken, weil ich auf die Belastung, 1,5std allein im Wartezimmer zu sitzen, mit leichten Ausbrüchen und viel heulen reagiert habe, und nach meiner Familiengeschichte möchte sie das doch mal bla.
Verfasst: Mi, 10.11.2004 - 22:45
von Damien
Aha, okay, sorry, jetzt hab ichs verstanden.
Dann würde ich mal sagen, es gibt mehrere Möglichkeiten: Sie findet tatsächlich, dass deine Miniskoliose (was sie technisch gesehen nunmal ist) zu gering ist um dich beim Wehrdienst zu behindern (was ich dann wie gesagt für sehr gewagt halte), oder es ist so, dass sie, und dass jetzt bitte nicht persönlich nehmen oder falsch verstehen, erstmal feststellen will, ob du psychisch normal bist und in der Lage bist, die psychischen Belastungen einer Wehrdienstausbildung überhaupt zu verkraften. Nachdem du wegen der Skoliose ja schon in Behandlung bist und auch ein ärztlicher Bericht drüber vorliegt, scheint das psychische Problem hier das gravierendere zu sein, weshalb die Skoliose ohnehin erstmal nebensächlich wird, bis der psychologe grünes licht gibt.
Ich tippe eher auf zweiteres, weil ich mir immernoch nicht vorstellen kann, dass sie die Berichte deines Arztes und die Skoliose einfach so übergeht und ignoriert. Musst du also abwarten, was dein Psychoheini sagt. Wenn du allerdings wirklich ein starktes Problem mit der Psyche hast und dies Nachweisbar ist, stehen die Chancen extrem hoch, dass du nicht zum Wehrdienst eingezogen wirst. Und die Rückenprobleme sind dann nurnoch der Punkt auf dem I. Dein Rücken wird also erst dann zum Thema werden, wenn der Pschyologe dich für voll Wehrdienstfähig hält.