weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

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Tarquinio
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weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

Beitrag von Tarquinio »

Ok, der Titel ist hört sich ein bisschen nach Galgenhumor an aber ich weiß tatsächlich nicht so recht wie ich mit meiner blöden Skoliose umgehen soll.

Aber vielleicht erst mal ein paar Sätze zu mir:
Hi. Meiner einer ist 26 Jahre alt, männlich und hat gerade sein Studium abgeschlossen. Mit Beginn des Studiums (20. Lebensjahr) begannen die Schmerzen im unteren Ledenwirbelbereich. Am Anfang dachte ich nur an Verspannungen doch dann wurden die Schmerzen immer stärker. Ausserdem bemerkte ich vorm Spiegel, dass meine rechte Schulter deutlich tiefer saß als meine linke. Also ging ich zum Arzt. Die ersten vier Orthopäden konnten nichts feststellen. Erst der fünfte schaute mich an und sagte: "Das ist eindeutig eine Skoliose!" Er verschrieb mir zweimal Krankengymnastik die allerdings nicht wirklich half. Nun muss ich mich den ganzen Tag mit Schmerzen rumschlagen die, egal was ich mache, nicht besser werden. Am meisten Probleme hab ich beim Schlafen. Aufgrund der Schmerzen habe ich mir eine neue Matratze gekauft, bin vom Bauch- zum Seitenschläfer gewechselt (samt Seitenschläferkissen) und schlafe trotzdem nur durch wenn ich abends 800mg Ibuprofen schlucke. Ansonsten drehe ich mich nachts von einer auf die andren Seite. Da der ganze sch***, Entschuldigung, mittlerweile zu viele Auswirkungen auf das alltägliche Leben hat muss sich was ändern.

Nun weiß ich nicht wie ich am besten vorgehe. Ist es sinnvoll einen, auf Skoliose spezialisierten, Arzt aufzusuchen? Gibt es sowas? Oder erst nochmal eine andere Matratze + Bürostuhl ausprobieren? Oder regelmäßoge Krankengymnastik? Wie bzw. wo finde ich mehr über meine Skoliose heraus? Leider teilte mir mein Arzt abgesehen von der Tatsache, dass es sich um eine Skoliose handelt, nichts mit. Wie hat es bei euch angefangen? Habt ihr ein paar Tips für mich.

Achja: Obwohl ich im Büro arbeite und während des Studiums auch oft vorm Computer saß bewege ich mich oft. Ich tätige fast alle Einkäufe zu Fuß, besuche regelmäßig das Fitnessstudio, jogge im Sommer und im Winter spiele ich unregelmäßig Badminton.

Über ein paar Antworten würde ich mich sehr freuen und bedanke mich schonmal im Vorraus.

PS: Etwa seit Beginn meiner Probleme knackst es einmal deutlich und laut im Lendenwirbelbereich wenn ich die Beine in die eine und den Oberkörper in die andere Richtung drehe. Fühlt sich an wie eine Blockade die durch das Knacksen gelockert wird. Habt ihr das auch mal gehabt?
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beccarr
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Diagnose: Dezember 2010 - Diagnose: Khyphoskoliose.
~ Oben 48°, unten (ca.) 25°.

Anfang ReHa - 27.09.2011:
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Ende ReHa - 06.11.2011:
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Therapie: -Chenaukorsett, KG u. Physio nach Schroth
- September-November 6 Wochen ReHa Bad Elster
- vermutlich Ende 2013 3 Wochen ReHa. (Antrag auf Bad Elster)
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Re: weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

Beitrag von beccarr »

Das mit dem Knacksen kenne ich :) Schönes Gefühl, wenn die "Blockade" weg ist. Ob das gesund allerdings ist weiß ich nicht... mir gehts danach besser !

wenn nicht einfach mal EINEN SPEZIALISTEN AUFSUCHEN!
Ja, das ist SEHR SINNVOLL!
Eine Skoliose kann sich auch in deinem Alter noch verschlechtern, und wenn du so Schmerzen hast bringen selbst Schmerztabletten nicht viel. Sie mindern die Folge, nicht die Ursache.
Und die Ursache, scheint deine Skoliose zu sein! An der musst du arbeiten!
SCHROTH-Therapie ! Keine normale Physiotherapie,sondern Schroth. Vielleicht hast du mal von gehört - Das sind zum größten Teil Atemübungen, und speziell auf dein Wirbelsäulen"muster" abgestimmt.
Ansonsten würde ich noch Krankengymnastik empfehlen ... auch auf dein "muster" abgestimmt.

Ansonsten würde ich erstaml einen Spezialisten aufsuchen, deine komplette Wirbelsäule röntgen lassen (keine Teilbilder)
und dann deine Gradzahl abmessen lassen.
Auch im Erwachsenenalter kann man über ein Korsett nachdenken, lies dich mal im Forum ein :)

Als weiteren Sport wird übrigens Schwimmen noch empfohlen :)
Einseitige Sportarten würde ich unterlassen (Badminton), außer du wechselst regelmäßig den Arm.

Noch ein Tip, für aufrechtes Sitzen: ein Gummiball. Wird im Büro nicht grade machbar sein,aber für zuhause - einen großen Gymnastikball kaufen und mal darauf sitzen,anstatt auf dem normalen Stuhl ! :)
Einfach für die Haltung.


LG und viel Erfolg!
Becca.
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Silas
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Re: weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

Beitrag von Silas »

Hallo Tarquinio,

bevor wild drauf los behandelt wird, sollte erst einmal eine saubere Diagnose stehen.
Am besten Du gehst zu einem der empfohlenen Ärzte:
http://skoliose.net/links.html#Aerzte

Dort bekommst Du eine fachlich kompetente Diagnose und vielleicht wird auch gleich die Ursache Deiner Schmerzen gefunden. Es muss nämlich keineswegs die Skoliose sein, die solche Schmerzen verursacht, da kommen auch andere Kanditaten in Frage, die ausgeschlossen werden sollten.

Außerdem bekommst Du eine aussagekräftige Therapieempfehlung, um Deine Beschwerden zu lindern.

Was das Badminton angeht, so sehe ich das weniger kritisch, falls Du Rechtshänder bist (?). Da Du einen Schultertiefstand rechts hast, wird dieser durch die Bewegung beim Badminton gedehnt und Du bringst Dich in eine aufrechtere Haltung.

Dass Du Dich regelmäßig bewegst ist ein Plus, ersetzt allerdings nicht ggf. skoliosespezifische Krankengymnastik nach Schroth.

Viele Grüße,
Silas
"Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig."
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Tarquinio
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Re: weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

Beitrag von Tarquinio »

Vielen Dank für eure Hilfe.

Dann werd ich mir mal einen Arzt im Rhein-Main-Gebiet suchen. Habt ihr da spontan einen Tip oder sollte ich den ganzen Ärzte-Thread für das Rhein-Main-Gebiet durchlesen? Wie läuft das mit der Überweisung? Wird die vom Hausarzt oder vom bisherigen Orthopäden ausgestellt?
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Fusionsstrecke von Th2-L3 mit dem OMS-Implantat, dorsales Release von Th2-L3 bds.
Restkrümmung 40°

Re: weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

Beitrag von Lya500 »

Hallo Tarquinio,

einen Skoliose-Spezialisten findest du in Leonberg bei Stuttgart, dort hat Dr. Hoffmann seine Praxis zu ihm fahren viele aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Es gibt aber auch noch Dr. Steffan (privat ) und Dr. Verres in Bad Sobernheim Nähe Mainz die zu den großen Skoliose-Spezialisten gehören. Alle der hier genannten Ärzte sind im Forum bekannt und sehr beliebt. Du findest sie unter den Links & Adressen. Du brauchst auf jeden Fall erst einmal eine anständige Diagnose und dann wird man dir auch entsprechende Therapievorschläge machen können.

LG
Lya
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Re: weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

Beitrag von Lya500 »

Ach so, eine Überweisung habe ich mir von meinem Hausarzt geholt.

LG
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Silas
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Re: weiteres Vorgehen für "Skoliose-Anfänger"

Beitrag von Silas »

Tarquinio hat geschrieben: Dann werd ich mir mal einen Arzt im Rhein-Main-Gebiet suchen. Habt ihr da spontan einen Tip oder sollte ich den ganzen Ärzte-Thread für das Rhein-Main-Gebiet durchlesen?
Du solltest vor allen Dingen keine Expirimente machen, sondern lieber erst einmal den weiteren Weg zum Spezialisten auf Dich nehmen - das lohnt sich für Deinen Rücken.
Es bringt nichts, von Arzt zu Arzt zu laufen und immer nur unbefriedigende Rückmeldungen zu erhalten. Deshalb solltest Du nicht zögern, zu einem der in Links & Adressen empfohlenen Spezialisten zu fahren.
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