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Skolioseuntersuchung! Wirklich dringend! Bis morgen !
Verfasst: Mo, 20.09.2004 - 18:57
von thunerfee
Hi,
morgen gehe ich zu einem speziellen arzt, ich habe skoliose und wir wollen gucken ob der mir mit einem korsett helfen kann. Und der muss mich natürlich vorher untersuchen! Und jetzt meine Frage : Weiss jemand was da bei so ner untersuchung vorgeht und ob man sich da ausziehen muss ? Die Frage ist zwar nicht lebenswichtig aber ich hab da voll die pein davor und wäre gerne vorbereitet darauf! Danke schonmal für die Antworten
Verfasst: Mo, 20.09.2004 - 19:16
von Simone
also, wenn das so ist wie bei mir
ich wurde nur gerönkt, durfte dabei unterwäsche anbehalten,
und als er meinen rücken angeguckt hat, auch!
^^
Verfasst: Mo, 20.09.2004 - 20:44
von micros
Hallo Gast,
zu welchem Arzt (Namen) gehst du denn?
ja, bei einer richtigen untersuchung muss man sich ausziehen, unterwäsche natürlich nicht.
Wichtig: Falls du aktuelle Röntgenbilder besitzt, dann nimm sie auf jeden Fall mit bzw. hol sie noch, wenn möglichl, aus der Praxis, wo sie sind vor dem Arzttermin.
Wie alt bist du denn?
Und wieviel Grad Skoliose hast du?
Lieben Gruß
micros
Verfasst: Mo, 20.09.2004 - 21:39
von Toni
Bei einem guten Orthopäden, der sich mit Skoliose auskennt wirst Du geröngt. Dazu ist es egal ob Du die Unterwäsche anbehältst.
BITTE FRAGE ZUERST ob Du Ganzwirbelsäulenaufnahmen im Stehen gemacht bekommst!!! Das ist GANZ WICHTIG!!! Einzelbilder kann man leider nicht richtig ausmessen! Wenn der Arzt KEINE Ganzwirbelsäulen machen kann, dann Soll der Dich in eine Klinik oder Radiologiepraxis weiterüberweisen, die das können! Lass auf GAR KEINEN FALL Einzelbilder der Brust- und Lendenwirbelsäule extra machen. Das wäre unsinnige und unnötige Stahlenbelastung!!!! Dann geh lieber zu einem anderen Arzt und Skoliosespezialisten die das können! Du bekommst noch Röntgenstahlendosis mehr als genug, falls Du tatsächlich Skoliose hast!
Fordere den Arzt sofort auf, die Röntgenbilder präzise auszumessen. Den Skoliosewinkel nach COBB und die Rotation nach NASH & MOE! wenn er das nicht tut oder nicht kann oder zögert das zu tun oder Ausreden hat(später, kein Messgerät da, usw....) dann ist er definitiv KEIN Skoliosespezialist und Du solltest die Röbis schnappen und schleunigst abhauen und zu einem richtig guten Skoliosespezialist gehen!
Der gute Orthopäde guckt Deinen Rücken NICHT durch die Unterwäsche an!
Den BH und Hose kannst Du sicher anbehalten. Aber er muss Deinen Rücken, die Dornfortsätze und deren Verlauf, die Rippen usw... sehen UND FÜHLEN. Er wird Dich auch anfassen, von hinten fest umarmen, Dich drücken und biegen um zu testen, wie fest oder flexibel/korrigierbar Deine Wirbelsäule ist. Ein Orthopäde der das NICHT TUT hat von Skoliose KEINE AHNUNG/KEINE ERFAHRUNG!
Vor einem Arzt solltest Du dich nicht genieren.
Der hat schon mehr nakte Körper gesehen als Du Dir vorstellen kannst.
Also keine Angst und keine Hemmungen.
Gruß Toni
Verfasst: Di, 21.09.2004 - 15:33
von Chaney
Toni hat geschrieben:
Er wird Dich auch anfassen, von hinten fest umarmen, Dich drücken und biegen um zu testen, wie fest oder flexibel/korrigierbar Deine Wirbelsäule ist.
Aber doch nur, wenn sich aus den Röntgenbildern eine Korsettindikation ergibt, oder? Diesen Beweglichkeitstest hab ich bisher nur einmal erlebt, und das war nicht bei Dr. Hoffmann.
Gruß
Chaney
Verfasst: Di, 21.09.2004 - 16:25
von Gast
also,mich hat noch kein arzt von hinten umarmt oder gebogen. wird das normal immer gemacht?? bei mir haben sie nur auf den rücken geklopft und rumgedrückt,mehr eigentlich nicht soweit ich mich erinnern kann...
ciao
maxy
Verfasst: Di, 21.09.2004 - 19:07
von bluecat
ich wurde bei meinem alten Ortopäden immer so untersucht, auf der Britsche gebogen bis zum geht nimmer, im Sitzen und im Stehen.
Doc Hoffmann hat das bei mir auch noch nicht so intensiv gemacht. Nur mal kurz nach vorne und zur Seite.
Beim Röntgen mußt du deinen BH evtl schon ausziehen.
Verfasst: Di, 21.09.2004 - 19:32
von Dalia
Ja, ich würde einen BH anziehen, bei dem man genug auf den Rücken sehen kann, dann ist es nicht notwendig, ihn beim Orthopäden abzulegen. Nur beim Röntgen kann es notwendig sein (war bei mir immer so), aber Unterhose darf auf jeden Fall anbehalten werden. Das geht aber sehr diskret vonstatten, man zieht sich in einer kleinen Kabine um, und von dort aus wird man dann zum Röntgen gebracht und dann geht man gleich danach wieder in die Kabine, um sich anzuziehen. Für die Arzthelfer/innen (bei mir waren das immer Frauen, die geröngt haben, fällt mir ein) ist es ganz normal, nackte Oberkörper zu sehen, die sehen das täglich tausendmal, von jung und alt, behindert und nichtbehindert usw.
Aber so wie ich das lese, was die Untersuchung anscheinend heute? Und wie war es?
Bei Dr. Hoffmann wurde ich ganz kurz von hinten "umarmt", aber sonst hat das nie ein Orthopäde gemacht. Dafür haben schon mehrere Orthopäden mit ihren Händen gegen die Krümmungen gedrückt.
Liebe Grüße,
Dalia
Ausziehen beim Orthopäden
Verfasst: Do, 16.12.2004 - 21:19
von Josefp
Also mal der Reihe nach:
In jedem guten Lehrbuch steht auf Seite eins: Die Untersuchung findet am unbekleideten Patienten statt.
Zur Skoliose:
Eine Skoliose kann man nicht durchs Gewand beurteilen, sondern nur am unbekleideten Patienten. Die Unterhose/den Slip kann er/sie anbehalten, aber der Oberkörper wird entkleidet. Auch der BH wird abgenommen, weil die Träger beim Untersuchen immer stören, vor allem, wenn man von hinten auf den gebeugten Rücken schaut. Auch beim Abtasten der Muskelwülste in der Brustwirbelsäule ist der BH immer im Weg. Und ein entkleideter Oberkörper ist heute wirklich keine Besonderheit. Wenn jemand sich nicht ausziehen möchte, respektiere ich das, vermerke es aber in der Akte.
Ferner ist es ganz normal, dass der Patient beim Untersuchen den Oberkörper maximal nach links und rechts verdreht. Dabei fixiere ich mit der Hand das Becken so, dass es sich nicht mitdrehen kann. Der Patient muss sich auch maximal zur Seite beugen, allerdings braucht man ihn dazu nicht zu fixieren.
Wenn der Patient dann im Lauf der Untersuchung Vertrauen gefaßt hat, mute ich ihm, wenn ich es für die Diagnose brauche, auch noch zu, die Unterhose so weit herunterzulassen, dass ich von hinten die Gesäßbacken und insbesondere die Gesäßfalte sehen kann. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sensibel dieser Parameter ist, insbesondere, wenn ich Patienten mit Beckenschiefstand auf unterschiedlich dicke Unterleg-Bretter steigen lasse. Gerade bei kräftigeren Staturen sieht man z. B. mit 0,5 oder 1,0 Zentimeter an der Wirbelsäule kaum eine Veränderung, aber sehr wohl an der Gesäßfalte. Außerdem kann man Seitenunterschiede im großen Gesäßmuskel (Glutäus) durch die Hose schlecht erkennen. Der Patient kann seine Unterhose dann schnell wieder anziehen.
Viel Spaß bei der nächsten orthopädischen Untersuchung! Hoffentlich ist sie gründlich genug.
Josef
Verfasst: So, 26.12.2004 - 15:35
von Silas
Ich kann mich da Josef voll anschließen.
Um einen Rücken vernünftig beurteilen zu können, ist es notwendig, dass der Oberkörper komplett entkleidet ist (durch ein Unterhemd ist es ausgeschlossen, eine Wirbelsäule in Augenschein zu nehmen oder korrekt abzutasten). Die Unterhose kann anbehalten werden, es wird allerdings im allgemeinen nötig sein, diese am Po etwas herunterzuziehen, damit die Analfalte sichtbar ist.
Um die Beweglichkeit der Wirbelsäule beurteilen zu können wird der Arzt zunächst zur passiven Bewegung gegen die Krümmung auffordern, dann selbst Hand anlegen und kräftige drücken (dabei kann es auch durchaus ziemlich im Rücken knacken). Zusätzlich werden oftmals sog. Bending-Röntgenaufnahmen gemacht, bei denen man sich entweder aktiv gegen die Krümmung streckt oder man am Kopf und an den Beinen kräftig aus einander gezogen wird.
Auf jeden Fall sollte man sich, wenn man diese Untersuchung peinlich findet, einen Orhopäden suchen, dem man vertraut - am besten jemanden gleichen Geschlechts, da sind die Hemmungen sicherlich geringer. Allerdings hat ein gestresster Orhopäde, der seine knappe Zeit zum Untersuchen optimal nutzen muss bestimmt keine Ambitionen, sich an nackten Körpern zu ergötzen - das ist für ihn Routine und Alltag.
All diese Untersuchungen mit entsprechendem Körperkontakt sind zur fachgerechten Beurteilung notwendig und nur zum besten des Patienten. Vielleicht kann es auch helfen zusätzlich eine Person des Vertrauens mitzunehmen.
Viele Grüße
Silas