daybyday hat geschrieben:Ich werde erstmal sehen, wie konkret die Diagnose im Mai ausfallen wird, evtl. werd ich wohl wirklich zu einem spezialisten gehen müssen. Aber zumindest eine grobe Diagnose hätte ich dann schonmal.
Es kann natürlich sein, dass Du damit weiterkommst, aber wie ich schon geschrieben habe, wäre das im Umkehrschluss ein absoluter Glücksfall. Ich wollte eigentlich nur verhindern, dass Du nicht absolut frustriert bist, wenn der Orthopäde weder eine wirklich konkrete Diagnose stellt (weil er z. Bsp. im Liegen röntgt oder nur Teilaufnahmen macht), noch einen Behandlungsvorschlag macht, der über "machen Sie Sport" oder "da kann man nicht viel machen" hinausgeht.
Ich habe nun schon ein bisschen was gelesen und die Meinungen bezüglich des Korsetts scheinen ja in meinem Alter ziemlich auseinander zu gehen. Ich werde in etwa einem halben Jahr 18, manche sagen, das wäre absolut ok und man könne mit einem Korsett noch viel bewirken. Andere meinen wiederum, dass in einem solchen alter wohl bereits die wirbelsäule soweit verknöchert wäre, sodass es keinen Sinn mehr macht. Kann man das überhaupt so verallgemeinern?
In der Regel kann man in dem Alter mit einem korrigierenden Korsett noch eine ganze Menge machen. Mit "Verknöcherung" meinst Du wahrscheinlich "Fixierungen" in der Rückenstruktur. Hier fällt mir in erster Linie die Ausbildung von Knochenspangen zwischen den Wirbeln ein, die eine Korrektur verhindern. Das ist eine Schutzmaßnahme des Körpers, mit der man in Deinem Alter wahrscheinlich aber noch nicht rechnen muss.
Z. Bsp. Dr. Hoffmann würde aufgrund seiner Untersuchung auch abschätzen können, was so ein Korsett bringen könnte. Nur muss man sich im Klaren darüber sein, dass man mit 18 Jahren zwar "eine Menge" machen kann, aber eine dauerhafte vollständige Korrektur wird es in der Regel nicht, die auch ohne Korsett bestehen bleibt, wie bei Kindern, die erst mit 18 oder sogar 21 ihr Korsett abschulen.
Man muss also damit rechnen, dass man lebenslang mit dem Korsett verbandelt ist, auch wenn man es nur nach Bedarf tragen muss.
Das gilt alles für die Skoliose/Hyperkyphose, die per Definition eine Fehl
stellung ist. Daneben gibt es aber auch den Begriff Fehl
haltung, wo man sehr viel leichter eine Korrektur erreichen kann.
Und alle Formen dazwischen, wo man dann tatsächlich die Chancen verstehen kann, die individuell sehr unterschiedlich sein können.
ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich definitiv keins möchte, solange ich noch eine andere Wahl habe. Diese (auch optische) Einschränkung möchte ich einfach nicht.
Die Möglichkeit von Schroth KG ist natürlich auch eine lebenslange Geschichte, weil diese "aktive gezielte Muskelpflege" nicht einfach abgesetzt werden kann und gut ist. Wenn man aber wie Du ein Freund von Bodybuilding bist, sollte diese andere Form kein Problem sein.
Wie läuft diese Schroth-Therapie ab? Ich habe bereits gelesen, dass viele zu einer Art Kur nach Bad Sobernheim "mussten". Kann ich diese Schroth-Übungen auch woanders erlernen und dann dafür zuhause anwenden? Und falls ja, müsste ich diese dann jeden Tag absolvieren?
Man lernt Schroth nur richtig während einer stationären REHA. Es geht da sehr um den intensiven Austausch mit Therapeuten, wo man wirklich von morgens bis abends beschäftigt ist.
Es sind ja nicht nur die komplizierten Übungen, sondern es ist auch das Erspüren des richtigen Körpergefühls, was eine ganze Weile dauert. Das ist ambulant per Kassenleistung überhaupt nicht nachzubilden.
Abgesehen davon, dass ambulante Therapeuten nicht unbedingt die Erfahrungen haben, wie die stationären durch die sehr vielen Patienten.
Die Übungen sind dann zuhause täglich weiter zu machen. Das ist so zu verstehen, dass die Motivation im Laufe der Zeit mindestens 4x in der Woche übrig lässt.

Ich weiß, wovon ich spreche.
Gottseidank habe ich bei meiner Hyperkyphose die Möglichkeit mit gezieltem Fitness Training, weil in den symmetrischen Bewegungsabläufen auch eine Korrektur steckt. Über die langanhaltende Motivation beim Fitness Training brauche ich Dir ja nichts zu sagen.
Aber im Prinzip kann ein wenig Muskelaufbau zur Stärkung der Rückenmuskulatur doch nicht schaden, oder?
Du kennst Deine Diagnose zwar noch nicht, aber der
Muskelaufbau in einer Fehlstellung fixiert bestenfalls diese Fehlstellung, wenn man das nicht in der sogenannten korrigierten Haltung macht. Und das ist bei Skoliose praktisch nicht realisierbar. Es ist vielleicht ein Kompromiss, aber nur, wenn man parallel Schroth KG macht.
Gruss
Klaus