Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbeugen

Fragen und Antworten rund um das Thema Skoliose
oeloxxyy
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Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbeugen

Beitrag von oeloxxyy »

Erst mal vielen Dank an die Betreiber und Pfleger dieses Forums! Ich habe hier viele Informationen und Tipps erhalten, die ich sonst zumindest nicht von den konventionellen Ärzten bekommen hätte. (Nur mein Osteopath hat z.B. auf KG nach Schroth hingewiesen)
Der Orthopäde nannte die Skoliose idiopathisch (Ursache unbekannt), deshalb schreibe ich in dieses Unterforum. Ich sehe aber einen Zusammenhang mit den überstreckbaren Gelenken und den Blockaden, daher ev. verschieben?

Es bleiben aber noch viele Fragen und im Verlauf der intensiven Beschäftigung mit dem Thema habe ich auch einige Ideen, die ich zur Diskussion stellen möchte und für die es ggf. Sinn macht einen Extrathread zu öffnen, erst aber einmal die Krankengeschichte:
Meine Tochter hat kürzlich bei einem Orthopäden die Diagnose „Leichte Skoliose“ bekommen (6½° am frontalen Röntgenbild mittels PC Programm ermittelt- ein seitliches Röntgenbild wurde nicht gemacht) Sie ist erst 11 Jahre und 2 Monate alt, aber schon 167cm groß und schlank.

Zur Vorgeschichte:
Rückenkrankheiten (Scheuermann und Skoliose existieren in beiden Verwandschaftslinien) und überdehnbare (hypermobile) Gelenke sind in der Familie vertreten.
Meine Tochter hat hypermobile oder überstreckbare Gelenke, hatte als (Klein)Kind immer wieder heftige Beschwerden (Schmerzen) in den Gelenken, X-Beine, steifer Gang, der Rücken war immer sehr verspannt. Mit den Händen kam sie beim Vorbeugen nur bis knapp unter die Knie. Die Schmerzen in den Gelenken waren manchmal so schlimm, dass sie beim Aufstehen morgens geweint hat oder sich geweigert hat überhaupt aufzustehen.

Ich war mit ihr in der Vergangenheit deshalb bei 5 Orthopäden (3 in Hannover, einer in Celle und einer in Lüneburg), und 3 Kinderärzten - allesamt nicht hilfreich.

Von der Empfehlung, Schmerzmittel gegen die vermuteten „Wachstumsschmerzen“ zu geben(Kinderarzt ), oder die, sie beim Ballett anzumelden und dem Kommentar: „die Muttis von Heute laufen bei jedem kleinen Zipperlein zum Arzt“ (Orthopäde) bis zu Fehldiagnosen (Leistenbruch)(Orthopäde) war so ziemlich das volle Spektrum an Ärzteunfähigkeit dabei.
Selbst rumratend haben wir sie auch auf Borreliose und Rheuma testen lassen.

Auf Empfehlung eines Kollegen meines Mannes haben wir dann als sie ca. 7 war, einen Osteopathen aufgesucht –und- siehe da, beim ersten Termin hat er sie so gut behandelt (ich nenne es einrenken, aber das hört er nicht so gerne) dass sie mit den Händen die Fußspitzen berühren konnte, ihr Gang war viel geschmeidiger und es ging ihr wirklich gut. Es wurden die Gelenke, das Becken, der Rücken und der Nacken „bearbeitet“. Die Gelenkschmerzen sind seither nie wieder gekommen. Nur im Lendenwirbelbereich blieb die Muskulatur ziemlich verspannt.

Leider sind die Blockaden/Schiefstellungen im Becken und im Rücken danach immer wieder mal aufgetreten, meist nach Remplern und vom Trampolinspringen. Auch richtig verschobene Wirbel nach Remplern kamen vor. (?Möglicherweise handelte es sich nur verdrehte Wirbel, denn auf dem Röntgenbild jetzt, war das, was ich für verschoben gehalten habe eine Verdrehung, so dass der Dornfortsatz ca. 1 cm weiter links war) Also habe ich, um die Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr im Notfall zu vermeiden, ab ihrem 8ten Lebensjahr regelmäßige Termine alle vier Wochen wahrgenommen. Meist war dann nur eine Kleinigkeit, aber da Sie zu dem Zeitpunkt noch ein Trampolin hatte, kam es durch das Trampolinspringen häufiger zu Beckenverschiebungen. (das Trampolin hat ihr der Osteopath dann verboten).

Da ich das schnelle Wachstum in Verbindung mit den überstreckbaren Gelenken für die wiederkehrenden Probleme verantwortlich gemacht habe, wollte ich dass Sie Muskeln aufbaut, um den Halteapparat zu kräftigen. Deshalb hatte ich das Trampolin gekauft und sie im Schwimmverein angemeldet. Trotz guter Erfolge dort-sie durfte auch schon mal aufs Siegertreppchen bei Wettkämpfen- blieb die Haltung leicht „hohlkreuzig“. Krankengymnastik hatte sie zwischendurch auch schon mal verschrieben bekommen, da war ihr Widerwillen aber so heftig, dass ich mir keine Folgeverschreibungen für sie habe geben lassen. Sie sollte jetzt eigentlich das Schwimmtraining ausweiten.
Ihren Rücken hatte auch ich selbst häufig unter Sichtkontrolle (auch Vorbeugetest). Anfang des Sommers 2011 war da noch alles Tipp top. In der letzten Augustwoche 2011 waren( nach einer Rempelei??) Blockaden mit Schmerzen da, die beim Osteopathen erst beim 3ten Termin behoben werden konnten, beim Vorbeugen und Abtasten der Wirbel viel auf, dass 2 Dornfortsätze ca. 1 cm nach links versetzt waren. Da sich wie in einer Kettenreaktion nach den ersten Terminen auf die vorhandene(n) Blockade(n) wieder weitere aufbauten, wollte der Osteopath ein Röntgenbild des Rückens sehen.

Also hab ich sie hierzu bei einem weiteren Orthopäden angemeldet, diesmal einer auf Empfehlung eines Nachbarn.
In der Erwartung, dass sie beim Orthopäden auf die Streckbank gelegt wird oder zu einem kräftigen Chiropraktiker weiterverwiesen wird, bekam sie nun aber die obige Diagnose. Die Wirbel, deren Dornfortsätze abweichen, sind verdreht und nicht verschoben, das kann auch ein Laie gut am Röntgenbild sehen. Nach dem Lesen dieses Forums zweifle ich aber an der Fachkompetenz dieses Arztes:

1. Habt ihr hier im Forum geschrieben, dass zu einer Diagnose auch ein seitliches Röntgenbild gehört, dieses wurde aber nicht gemacht
2. Nannte er als Gegenmaßnahmen allgemeinen Muskelaufbau mittels u.a. Leichtathletik und Bodenturnen- wovon -soweit ich die Beiträge im Forum verstanden habe- sich die Skoliose nicht bessert, sondern sogar verschlechtern kann
3. Da er auch einen Beckenschiefstand sowie deshalb eine Beinverkürzung diagnostizierte, vermute ich, dass die Blockadekaskade sich bei ihr wieder auf den Beckenbereich ausgewirkt hat.- sobald das Becken wieder gerade ist, sind auch die Beine wieder gleich lang…. und wenn das Becken schief steht, wirkt sich das meiner Meinung nach auch auf die Stellung der Wirbelsäule aus- dies könnte die Skoliose dann vortäuschen.
4. Macht es nicht bei einer beginnenden Skoliose in diesem Alter Sinn, gleich mit „richtiger“ Krankengymnastik zu beginnen? Es wurden zwar 6 Krankengymnastikstunden aufgeschrieben, aber von spezieller Therapie war nicht die Rede und von Schroth habe ich auch zuerst hier gehört…

Vor allem zu Punkt Drei und Vier wäre es toll eure Meinung zu hören! Ich werde mit ihr auf jeden Fall erst nochmal zum Osteopathen und dann zu einem der von Euch empfohlenen Ärzte gehen. Es ist echt super, dass es dieses Forum gibt und die kompetenten Ärzte auch genannt werden.

Übrigens nannte der Orthopäde die Skoliose mit 6 ½° als nur ½° über dem, was noch als Normbereich angesehen wird. Diesen Wert hat er per PC-Programm im Röntgenbild anhand der Stellung zweier Wirbel zueinander ermittelt. Auf die Verdrehung der beiden Wirbel mit den abweichenden Dornfortsätzen ist er nicht weiter eingegangen. Wenn ich den Mittelpunkt der Rotation mit 4cm Abstand annehme (ich habe zu den Abmaßen der Wirbel keine Daten gefunden ist eh nur eine grobe Schätzung) dann ist diese Abweichung bei ca. 15° (Verdrehung um die longitudinale Achse.)

Inzwischen habe ich sie bei einer Krankengymnastin, die nach Schroth arbeitet, angemeldet (reha podbi-park). Bis zu dem Termin hatte sich schon wieder eine Beckenschiefstellung und eine Blockade gebildet)

1. -diese sagt, dass bis 10° bei der KG noch symmetrisch gearbeitet wird.
2. -Empfiehlt reflektorische* Einlagen (keine einseitige Erhöhung), um die Muskulatur anzuregen die Füße und damit die Beine aus einer asymmetrischen x-Beinstellung herauszubekommen, die die Beckenverschiebung bewirken.
*(ist das eigentlich das Gleiche wie propriozeptive Einlagen?)
3. Die Hausärztin empfiehlt zudem, von E-Gitarre auf ein Blasinstrument umzusteigen

Bei Herrn Dr. Hoffman in Leonberg/Stuttgart habe ich nun einen Termin und werde weiteres berichten
minimine
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von minimine »

Hallo oeloxxy,

ich kann verstehen, dass du alles erdenklich mögliche unternehmen möchtest, damit die "Skoliose" (von einer Skoliose kann man ja eigentlich noch gar nicht sprechen) nicht schlechter wird.
Aber ich muss ganz ehrlich sagen, wegen 6,5° würde ich mein Kind nicht zur KG schleppen und drängen. Die "Krümmung" ist doch noch absolut in der Norm. Das einzige was ich für sinnvoll halte, ist, ein Auge auf den Rücken zu werfen, d.h. regelmäßige Fotos vom Rücken machen, Kontrollbesuche beim Orthopäden, darauf achten, dass die Schultasche nicht zu schwer ist etc., vielleicht auch Osteopathie. Aber KG halte ich für zu früh. Wenn die Skoliose progredient ist, dann bringt KG alleine eh nichts, nur dann ist deine Tochter vielleicht schon Therapiemüde, weil sie die ganze Zeit über schon KG machen musste. Lieber frühzeitig erkennen, ob eine Verschlechterung vorliegt und dann schnell aktiv werden.
Sie ist erst 11 Jahre und 2 Monate alt, aber schon 167cm groß und schlank.
Ich will dir keine Angst machen, aber da du auch die Hypermobilität erwähnt hast, meine Frage, ob deine Tochter schonmal auf das Marfan-Syndrom oder Ehlers-Danlos-Syndrom untersucht wurde?
3. Die Hausärztin empfiehlt zudem, von E-Gitarre auf ein Blasinstrument umzusteigen
Würde ich auch nicht tun, wenn deine Tochter nunmal gerne E-Gitarre spielt, außerdem gibt es auch Blasinstrumente, die einseitig sind und dann je nachdem auf welcher Seite die Skoliose ist, nicht gerade optimal sind.

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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von oeloxxyy »

Hallo minimine,
ich kann verstehen, dass du alles erdenklich mögliche unternehmen möchtest, damit die "Skoliose" (von einer Skoliose kann man ja eigentlich noch gar nicht sprechen) nicht schlechter wird.
Aber ich muss ganz ehrlich sagen, wegen 6,5° würde ich mein Kind nicht zur KG schleppen und drängen. Die "Krümmung" ist doch noch absolut in der Norm.
Noch! eine Skoliose mit 20,30 40° war mit 10 11 Jahren wo? Irgendwie finde ich es sehr seltsam in den Anfängen untätig zu bleiben, wenn die Prognose bei der Schroth Therapie im allgemeinen ist, dass die weitere Verschlechterung aufgehalten werden kann, aber mehr nicht. Und ein Korsett zu tragen, um eine Rückkrümmung zu erreichen bezeichnet hier im Forum auch keiner als wahres Vergnügen... Die KG Unlust vor ca. 2 Jahren hatte eher was mit der Krankengymnastin zu tun. hin muss sie sowieso, wegen den wiederkehrenden Blockaden.
Das einzige was ich für sinnvoll halte, ist, ein Auge auf den Rücken zu werfen, d.h. regelmäßige Fotos vom Rücken machen,
Ja, hatte ich vergessen zu schreiben- habe ich bei der ersten Krankengymnastik gemacht/begonnen.
Kontrollbesuche beim Orthopäden,
- selbstverständlich
darauf achten, dass die Schultasche nicht zu schwer ist
hab einen zweiten Satz Schulbücher gekauft, einen für Zuhause, der andere bleibt in der Schule im Spind
vielleicht auch Osteopathie.
Da ist sie schon lange-kann ich nur jedem empfehlen!
Aber KG halte ich für zu früh. Wenn die Skoliose progredient ist, dann bringt KG alleine eh nichts, nur dann ist deine Tochter vielleicht schon Therapiemüde, weil sie die ganze Zeit über schon KG machen musste. Lieber frühzeitig erkennen, ob eine Verschlechterung vorliegt und dann schnell aktiv werden.
Unter Progredienz (lat.: progredere - vorrücken, voranschreiten) versteht man das Fortschreiten einer Krankheit (progressiver Krankheitsverlauf) bzw. eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands. (Wikipedia) - die Progredienz hat ja schon stattgefunden und zwar von 0 auf 6,5° +-5° und zwar in vermutlich sehr kurzer Zeit. Wieso soll das noch Normal sein? Aus einem der Schwangerschaftsthreads habe ich folgende info:Im Lichtbilck (Ausgabe 2.2002 - Seite 10) wurde mal folgende Studie veröffentlicht. Allerdings gibt es mittlerweile schon neuere Erkenntnisse:
Wynne-Davies hat in langjährigen Studien die Skoliosevererbung erforscht. In mehreren Publikationen (1968, 1972, 1977) hat sie das Erkrankungsrisiko der idiopathischen Skoliose dargestellt. Besteht eine idiopathische Skoliose bei einem Verwandten 1. Grades, ist das Erkrankungsrisiko 7%, bei einem Verwandten 2. Grades 3,7%, bei einem Verwandten 3. Grades 1,6%. Das Erkrankungsrisiko für Geschwister eines Skoliotikers beträgt 2-42%, und zwar in Abhängigkeit der zu erwartenden Krümmungsgröße, dem Geschlecht und einer eventuellen elterlichen Skoliose. Zusammengefasst besteht ein Vererbungsrisiko für Skoliose, das für den engeren Verwandschaftsgrad größer ist. Für ein weiteres geschwister eines Skoliotikers ist das Skolioserisiko größer, wenn man kleinere Krümmungsn berücksichtigt, wenn das Geschlecht weiblich ist und wenn ein Elternteil eine Skoliose hat.
Erkrankungsrisko für Geschwister eines Skoliotikers:
10-20° und bd. Eltern normal: Bruder 2%, Schwester 7%
10-20° und Skoliose bei einem Elternteil: Bruder 7%, Schwester 42%
>20° und bd. Eltern normal: <2>20% und Skoliose bei einem Elternteil: Bruder 3%, Schwester 11%
Bei uns gibt es eine erbliche Veranlagung zu Rückenproblemen in der Familie (Verwandschaft 2ten Grades:Scheuermann, Verwandschaft 1ten Grades: auch Skoliose? und Halbcousine: eindeutig Skoliose). Mein Rücken ist gerade, aber Wirbelblockaden und überstreckbare Gelenke habe ich auch. also das statistisch gesehen ist das Risiko erhöht und die ersten Anzeichen sind da
Ich will dir keine Angst machen, aber da du auch die Hypermobilität erwähnt hast, meine Frage, ob deine Tochter schonmal auf das Marfan-Syndrom oder Ehlers-Danlos-Syndrom untersucht wurde?
Marfan passt meiner Meinung nach nicht (Aussehen, Restsymptome) und der Test, den Arm zu umfassen und dabei den Daumen über den Fingernagel des kleinen Fingers zu legen ist negativ, bei Ehlers Danlos könnte meiner Meinung nach nur -Hypermobiler Typ (Typ III): geringe Beteiligung der Haut, ausgeprägte Überbeweglichkeit der Gelenke- infrage kommen, wobei die Überbeweglichkeit zwar da ist, aber nicht extrem ausgeprägt ist. Ich vermute, dass der Wachstumschub zu heftig war, zudem gibt es eine erbliche Veranlagung zu Rückenproblemen in der Familie (Scheuermann, auch Skoliose? und eindeutig Skoliose).
Würde ich auch nicht tun, wenn deine Tochter nunmal gerne E-Gitarre spielt, außerdem gibt es auch Blasinstrumente, die einseitig sind und dann je nachdem auf welcher Seite die Skoliose ist, nicht gerade optimal sind.
Wir denken an Saxophon, und bei Gitarre sieht ihre Haltung verboten aus und sie hat neuerdings auch Rückenschmerzen dabei-das macht dann auch weniger Spass-
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Zuletzt geändert von oeloxxyy am Di, 20.09.2011 - 23:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von sloopy »

oeloxxyy hat geschrieben: die Progredienz hat ja schon stattgefunden und zwar von 0 auf 6,5° +-5° und zwar in vermutlich sehr kurzer Zeit. Wieso soll das noch Normal sein?
Gegenfrage- wieso sollte es nicht normal sein?
Eine gewisse Skoliosefehlhaltung (Krümmungen bis 10° Cobb) und geringe Skoliosen sind häufig, nur die wenigsten brauchen Behandlung. Es gibt jedoch keine Möglichkeit vorherzusagen, welche Skoliosen progredient werden. Aufgrund dessen sollten während des Wachstumsalters alle Skoliosen in festen Abständen von 4–6 Monaten ärztlich kontrolliert werden, skoliotische Fehlhaltungen bis zu 10° Cobb mindestens 1-mal jährlich.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Skoliose#D ... skontrolle

Was sagt uns das? Stell dein Kind regelmäßig einem kompetenten Orthopäden vor und mach es nicht kranker als es ist.

Gruß,
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von oeloxxyy »

Gegenfrage- wieso sollte es nicht normal sein?
weil es zu rasch auftritt vielleicht innerhalb von 1-2 Monaten?, mit massiven Wirbelblockaden
Eine gewisse Skoliosefehlhaltung (Krümmungen bis 10° Cobb) und geringe Skoliosen sind häufig, nur die wenigsten brauchen Behandlung. Es gibt jedoch keine Möglichkeit vorherzusagen, welche Skoliosen progredient werden. Aufgrund dessen sollten während des Wachstumsalters alle Skoliosen in festen Abständen von 4–6 Monaten ärztlich kontrolliert werden, skoliotische Fehlhaltungen bis zu 10° Cobb mindestens 1-mal jährlich.Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Skoliose#D ... skontrolle
heißt übersetzt: es wird eine mehr oder weniger willkürliche Grenze gesetzt, ab der sich der Aufwand der Behandlung in der Summe nicht mehr lohnt. Das ist (volks)wirtschaftlich sinnvoll, der Einzelne steht aber jeweils vor der individuell zu treffenden Entscheidung: wenn ich nichts tue, liegt die Wahrscheinlichkeit das es schlechter wird bei vielleicht 2 zu 10, die, dass es bleibt wie es ist bei 8 zu 10. Wenn ich die richtige Gymnastik mache, kann ich sicher sein, dass es sich nicht verschlechtert. Vorgehende Zahlen von mir willkürlich gewählt.

und bei Wikipedia steht auch: Eine gewisse Skoliosefehlhaltung (Krümmungen bis 10° Cobb) und geringe Skoliosen sind häufig, es gibt bisher jedoch keine Möglichkeit vorherzusagen, welche dieser Krümmungen im Wachstum fortschreiten werden.

Das Fortschreiten (die Progression) der Krümmung verhält sich direkt proportional zum Wirbelsäulenwachstum. Dementsprechend schreiten Krümmungen während der ersten 5 Lebensjahre sowie während der pubertären Wachstumsschübe (zwischen 11 und 15 Jahren) schnell fort. Die zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr aufgetretenen juvenilen Skoliosen können dagegen bis zum Eintritt der Pubertät lange Zeit stabil bleiben.

Die Prognose ist von der sogenannten Wachstumsreserve (dem noch bevorstehenden Wachstum) abhängig. Je früher eine Skoliose auftritt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer während des noch bevorstehenden Wachstums eintretenden Verschlechterung. Deshalb haben infantile Skoliosen, die bis zum 4. Lebensjahr aufgetreten sind, und juvenile Skoliosen (mit einem Auftreten bis zum 10. Lebensjahr) eine deutlich schlechtere Prognose als Adoleszentenskoliosen, die erst im präpubertären (vorpubertären) Wachstumsschub ab dem 11. Lebensjahr entstehen und damit das geringste Restwachstum vor sich haben, in dem sie sich noch verschlechtern können.

Während des pubertären Wachstumsschubes kommt es sehr häufig zur unerwarteten und schnellen Progression. Innerhalb weniger Monate erreichen Skoliosen dann nicht selten ein Ausmaß, welches eine Operation erforderlich macht. Vielen Eltern und Behandlern unterläuft an dieser Stelle bei Skoliosen, die vor der Pubertät aufgetreten sind und sich über längere Zeit kaum verschlechtert haben, eine Fehleinschätzung, so dass diese Skoliosen zum Eintritt der Pubertät nicht mehr ärztlich überwacht oder für die zu erwartende Progredienz therapeutisch unzureichend versorgt sind. Im zeitlichen Verlauf der Skelettentwicklung zeigen sich nur 5 % der juvenilen Skoliosen nicht progredient. Die übrigen nehmen bis zum Erreichen des 10. Lebensjahres jährlich um etwa 1-5° Cobb zu, nach Abschluss des 10. Lebensjahres, während des pubertären Wachstumsschubes, um 5-10° Cobb pro Jahr. Innerhalb eines halben Jahres können sie jedoch auch um bis zu über 40° Cobb zunehmen.
Was sagt uns das? Stell dein Kind regelmäßig einem kompetenten Orthopäden vor und mach es nicht kranker als es ist.
Was soll der Kommentar? Ich will mein Kind nicht krank machen, sondern gesund erhalten...
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von minimine »

Hallo oeloxxy,
Ich will mein Kind nicht krank machen, sondern gesund erhalten...
dein Kind ist ja gesund. Wenn du die Klassenkameraden deiner Tochter ebenfalls röntgen würdest, dann käme wahrscheinlich heraus, dass ein Großteil dieser Kinder ebenfalls dieselbe Gradzahl haben. Das ist so gering, dass sie eigentlich beim Röntgen nur kurz einen Fuß mehr belastet hat.
Daher ja, beobachte den Rücken und werde aktiv sobald eine Verschlechterung erkennbar ist. Aber behandele nicht schon, bevor sie überhaupt irgendwas hat. Da müsstest du sie ja auch gleich gegen alle anderen Erkrankungen behandeln, weil sie die evtl. mal bekommen könnte.

Das von dir Zitierte aus Wikipedia, v.a. mit der Verschlechterungstendenz bezieht sich aber auf eine vorhandene Skoliose, bei deinem Kind ist aber keine vorhanden. Wenn wir ab jetzt alle Krümmungen gleich behandeln würden, dann müsste die gesamte Menschheit zum Orthopäden rennen, denn bis 10° sind Abweichungen wie gesagt sehr häufig.
weil es zu rasch auftritt vielleicht innerhalb von 1-2 Monaten?
D.h. du hast deine Tochter vor 1-2 Monaten schonmal röntgen lassen und da war die Wirbelsäule exakt gerade??
mit massiven Wirbelblockaden
Vielleicht hatte sie auch die geringe Krümmung, weil sie beim Röntgen Schmerzen hatte, quasi eine Schonhaltung eingenommen hat?
Ich glaube, du verrennst dich da in etwas. Wirbelblockaden mit einer 6°-Krümmung in Verbindung zu bringen halte ich für gefährlich. Lass da mal lieber untersuchen, warum eine 11-jährige schon Wirbelblockaden hat.

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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von oeloxxyy »

Sorry, aber lies dir bitte meinen Text gründlich durch- sicher will ich auch herausfinden, woher die Wirbelblockaden und die Schmerzen kommen, ich vermute aber, das dass alles zusammenhängt und sich gerade eine ungute Eigendynamik entwickelt. Die Kommentare waren für mich bislang wenig hilfreich!
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Hallo oeloxxyy,

:gruebel: Was für Kommentare erwartest Du hier.
6 ° (was soll überhaupt das halbe ° ; so genau kann man das doch gar nicht messen, Stichwort Toleranzbereich) sind keine Skoliose. Und falls in den nächsten Jahren eine daraus werden sollte, genügt es immer noch, wenn erst dann mit der entsprechenden Behandlung begonnen wird. Eine Kontrolle alle 6-12 Monate dürfte völlig ausreichend sein.
Wohl die allerwenigsten Menschen haben eine völlig gerade Wirbelsäule, und das gilt auch für Kinder!

Hier hat sicher niemand etwas dagegen, wenn das Mädchen zum Osteopathen geht. Warum auch nicht, wenn das gegen Schmerzen hilft.

Aber sollen wir Dich darin bestärken, Dein Kind zu pathologisieren, oder was. :stupid: Glaubst Du, Du tust Deinem Kind damit einen Gefallen.

Ganz ehrlich:
Wenn meine Eltern ständig überfürsorglich wären, in kurzen Zeitabständen meinen Rücken untersuchten, mich derart häufig zu irgendwelchen Ärzten schleppten, mich dazu zwängen, zum Schwimmuntericht und zur Krankengymnastik zu gehen, ein anderes Musikinstrument zu spielen als das, welches ich gern spielte usw. ... Dann würde ich mir entweder irgendwann selber einreden, ich sei krank, würde dadurch immer kränker und unselbständiger und bekäme evtl. auch psychosomatische Schmerzen (vielleicht in den Gelenken) und schwerwiegende psychische Probleme. Oder ich würde schlicht und einfach davonlaufen.

Bisher habe ich es meinen Eltern immer ein wenig nachgetragen, daß sie sich nicht dahintergeklemmt haben, als ich 15 war und meine Rückenschmerzen (von einer Hyperkyphose, die leicht auf den ersten Blick zu erkennen war, ohne daß ich mich dafür hätte ausziehen müssen) bekam (und die Orthopäden in der Umgebung bloß Fitneßtraining und Schmerzmittel empfahlen und meinten, man könne ansonsten nichts machen). Aber nun, nach dem Lesen Deiner Beiträge, bin ich davon geheilt und einfach nur froh darüber, daß es mir nicht so geht wie Deiner Tochter.

Du eröffnest hier einen Thread, zitierst und dozierst, willst uns belehren, weißt alles besser... Welches charakterliche/ psychische Defizit willst Du damit kompensieren oder überspielen?
Aber erzähl das besser nicht uns hier, sondern einem Psychiater oder Psychotherapeuten.


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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von Klaus »

SchwarzeSchnecker hat geschrieben:Welches charakterliche/ psychische Defizit willst Du damit kompensieren oder überspielen?
Ich finde, das geht jetzt eindeutig zu weit !!

Gruss
Klaus
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

Klaus hat geschrieben:Ich finde, das geht jetzt eindeutig zu weit !!
Warum. Das war eine ernstgemeinte Frage, die ich nicht aus Böswilligkeit gestellt habe. Ich hatte selber auch lange enorme psychische Probleme und kenne mich deshalb in diesem Bereich aus.
In diesem Forum sind eine ganze Menge Leute unterwegs, die solche Probleme haben, die meisten wahrscheinlich ohne Diagnose (da noch nicht deswegen beim Arzt gewesen). Nur gibt es außer mir eben niemanden, der dazu steht und das in sein Profil reinschreibt.

Warum darf man jemandem schreiben, daß er ein körperliches Defizit (z.B. ein Hohlkreuz) hat -- aber wenn man seine Vermutung äußert, daß ein psychisches Defizit hat, geht man zu weit. Verstehe ich nicht. Beides hat Krankheitswert, für beides gibt es eine passende Behandlung.

Anne
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von Dalia »

OFF TOPIC:

Anne, deine Frage erhält durch den Satz vorher und nachher, die rote Schrift und den Fettdruck einen aggressiven Unterton:
Du eröffnest hier einen Thread, zitierst und dozierst, willst uns belehren, weißt alles besser... Welches charakterliche/ psychische Defizit willst Du damit kompensieren oder überspielen?
Aber erzähl das besser nicht uns hier, sondern einem Psychiater oder Psychotherapeuten.
Ich finde deinen Ton die letzte Zeit teilweise aggressiv und verletzend. Ich kenne dich so nicht. Du bist eine große Bereicherung für das Forum, ich würde mir wünschen, dass du wieder so wie früher sachlich schreibst.
Ich kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben. (Bertolt Brecht)
meine Geschichte: Dalia wird Königin (Korsett für eine Oldie-Power-Skoliose)
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von Dalia »

Oeloxxyy, ich sehe auch keinen Behandlungsbedarf.

Viel wichtiger erscheint mir, den Rücken im Auge zu behalten und ggfs. in ein oder zwei Jahren nochmal zu röntgen. In der Zwischenzeit kannst du den Rücken fotografieren. Mehr würde ich nicht unternehmen.

Am besten hältst du dich an das, was Dr. Hoffmann dir empfiehlt, sprich ihn auch auf die Blockaden an. Wann hast du den Termin, falls du das schreiben magst?
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von oeloxxyy »

Dalia hat geschrieben:Oeloxxyy, ich sehe auch keinen Behandlungsbedarf.

Viel wichtiger erscheint mir, den Rücken im Auge zu behalten und ggfs. in ein oder zwei Jahren nochmal zu röntgen. In der Zwischenzeit kannst du den Rücken fotografieren. Mehr würde ich nicht unternehmen.

Am besten hältst du dich an das, was Dr. Hoffmann dir empfiehlt, sprich ihn auch auf die Blockaden an. Wann hast du den Termin, falls du das schreiben magst?
Der Termin war gestern, ich bin von Dr. Hoffmann sehr angetan. Ich vermute er hat nach der Ärzteodyssee endlich mal die richtige Diagnose gestellt -und ihr hattet recht, Skoliose ist es nicht! Ich werde es trotzdem reinschreiben, denn er sagte mir, dass das Problem, was meine Tochter hat, ganz viele betrifft (Skoliotiker und nicht Skoliotiker) und von Orthopäden und anderen Ärzten oft nicht erkannt wird. Die Symptome können so aussehen wie bei meiner Tochter (Blockaden, Rückenschmerzen, steife Haltung, Beckenverschiebung), aber auch anders (u.a.:Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen) und oft wurde, wie bei ihr, von X Ärzten nichts gefunden und die Kinder (oder die Eltern) als Psychos abgestempelt. Seine Diagnose lautet:
Massive LSS (lumbale Spinalstenose= (LSS)?? Muss ich nochmal nachfragen), Verkürzung der ischiocruralen Muskulatur, Funktionseinschränkung.
Auf Deutsch heißt das laienhaft ausgedrückt: Die Rücken/Bein/Becken-muskeln sind verkürzt und haben mit dem Wachstum des Skeletts nicht mithalten können. Durch den übermäßigen Zug der verkürzten Muskeln bauen sich auch die Wirbelblockaden auf und können sich auch nicht von selbst lösen. Zudem wird der Effekt bei meiner Tochter verstärkt, weil ihr Becken so gebaut ist, dass der Zug weiter und stärker in den Rücken hineinwirkt. Dr. Hoffmann sagte, dass das immer mehr Kinder betrifft, mehr als früher, da die Kinder immer größer werden.
Als Behandlungsvorgabe auf der Heilmittelverordnung steht wörtlich: lockern, lösen dehnen, dehnen dehnen! Kein Muskelaufbau!
Und das Beste daran: nach maximal einem Vierteljahr richtiger Behandlung soll das Thema durch sein!
Der Rücken soll wg. Skoliose aber unter weiterer Beobachtung bleiben.
Der, vormals von einem anderen Orthopäden genannten, Diagnose "überstreckbare Gelenke" hat Dr. Hoffmann ebenfalls widersprochen.
Zuletzt geändert von oeloxxyy am Di, 27.09.2011 - 12:44, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von Dalia »

Das ist ja mal ein sehr erfreuliches Ergebnis. Jetzt weißt du du, was los ist, ihr habt die Gewissheit, dass es keine Skoliose ist und es lässt sich behandeln. Danke, dass du uns informiert hast.
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von Lady S »

oeloxxyy hat geschrieben: Massive LSS (lumbale Spinalstenose= (LSS)?? Muss ich nochmal nachfragen),
LSS = Lendenstrecksteife - das passt auch zum Rest der Aussagen.
Grüsse, Lady S
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von oeloxxyy »

Was für Kommentare erwartest Du hier.
Nun, ich hätte gedacht, dass sich gerade die, die sich hier teilweise jahrelang mit den Folgen einer spät entdeckten Skoliose herumschlagen, Gedanken darüber machen, wie ihr Krankheitsverlauf gewesen wäre, wenn früher reagiert worden wäre, oder aber im Rahmen der eigenen Kinderplanung an einer frühzeitigen Behandlung oder Vorbeugung interessiert sind, weil die Ursachen für die Entwicklung einer Skoliose zwar meist nicht bekannt sind, aber Skoliosen familiär gehäuft auftreten.
Erwartet habe ich die Fragen und Ergebnisse, die ihr aus der obigen Fragestellung entwickelt habt.
6 ° (was soll überhaupt das halbe ° ; so genau kann man das doch gar nicht messen, Stichwort Toleranzbereich) sind keine Skoliose.
Das war die Diagnose eines Facharztes… auf die Meßungenauigkeit bin ich bereits selbst eingegangen, Bitte vor Kommentaren gründlich lesen.
Und falls in den nächsten Jahren eine daraus werden sollte, genügt es immer noch, wenn erst dann mit der entsprechenden Behandlung begonnen wird. Eine Kontrolle alle 6-12 Monate dürfte völlig ausreichend sein.
Wohl die allerwenigsten Menschen haben eine völlig gerade Wirbelsäule, und das gilt auch für Kinder!
Das mag richtig sein, aber die meisten mit Skoliose hatten, wie auch meine Cousine, irgendwann mal eine gerade Wirbelsäule… also wieso, auch wenn bei vielen eine geringe Krümmung auch ohne Gymnastik stabil bleiben würde, nicht frühzeitig reagieren, um diejenigen zu stabilisieren, bei denen die Skoliose fortschreiten würde?
Ich denke auch, dass zu wenig nach den Ursachen für Entstehung und Fortschreiten einer Skoliose geforscht wird.
Hier hat sicher niemand etwas dagegen, wenn das Mädchen zum Osteopathen geht. Warum auch nicht, wenn das gegen Schmerzen hilft.
da hat auch keiner was gegen gesagt –oder?
Aber sollen wir Dich darin bestärken, Dein Kind zu pathologisieren, oder was. :stupid: Glaubst Du, Du tust Deinem Kind damit einen Gefallen.
Ich pathologisiere niemanden, ich reagiere auf real vorhandene Beschwerden meiner Tochter, das wird auch klar, wenn man sich meinen Text durchliest.
Ich zitiere meinen eigenen Text:
Meine Tochter hat hypermobile oder überstreckbare Gelenke (diese Diagnose von einem anderen Orthopäden hatte ich bis zum Besuch bei Dr. Hoffmann, der ihr widersprochen hat, für zutreffend gehalten) hatte als (Klein)Kind immer wieder heftige Beschwerden (Schmerzen) in den Gelenken, X-Beine, steifer Gang, der Rücken war immer sehr verspannt. Mit den Händen kam sie beim Vorbeugen nur bis knapp unter die Knie. Die Schmerzen in den Gelenken waren manchmal so schlimm, dass sie beim Aufstehen morgens geweint hat oder sich geweigert hat überhaupt aufzustehen.
Vielleicht hätte ich zudem mehr deutlich machen sollen, dass die Wirbelblockaden ziemlich schmerzhaft waren- ebenso wie die verbleibende Verspannung im Lendenwirbelbereich unangenehm ist, aber das sollte sich eigentlich jeder selber denken können…
Ganz ehrlich:
Wenn meine Eltern ständig überfürsorglich wären, in kurzen Zeitabständen meinen Rücken untersuchten, mich derart häufig zu irgendwelchen Ärzten schleppten, mich dazu zwängen, zum Schwimmuntericht und zur Krankengymnastik zu gehen, ein anderes Musikinstrument zu spielen als das, welches ich gern spielte usw. ... Dann würde ich mir entweder irgendwann selber einreden, ich sei krank, würde dadurch immer kränker und unselbständiger und bekäme evtl. auch psychosomatische Schmerzen (vielleicht in den Gelenken) und schwerwiegende psychische Probleme. Oder ich würde schlicht und einfach davonlaufen.

Bisher habe ich es meinen Eltern immer ein wenig nachgetragen, daß sie sich nicht dahintergeklemmt haben, als ich 15 war und meine Rückenschmerzen (von einer Hyperkyphose, die leicht auf den ersten Blick zu erkennen war, ohne daß ich mich dafür hätte ausziehen müssen) bekam (und die Orthopäden in der Umgebung bloß Fitneßtraining und Schmerzmittel empfahlen und meinten, man könne ansonsten nichts machen). Aber nun, nach dem Lesen Deiner Beiträge, bin ich davon geheilt und einfach nur froh darüber, daß es mir nicht so geht wie Deiner Tochter.
Und genau hier projizierst Du deine Probleme auf die Situation meiner Tochter. Du gibst hier genau die bittere Geschichte wieder, die ich hier im Forum so oft gelesen habe und bei meiner Cousine selbst erlebt habe-Fehldiagnosen und drüber hinwegsehen bis es zu spät, bzw. die Skoliose weit fortgeschritten war.
Du eröffnest hier einen Thread, zitierst und dozierst, willst uns belehren, weißt alles besser... Welches charakterliche/ psychische Defizit willst Du damit kompensieren oder überspielen?
Aber erzähl das besser nicht uns hier, sondern einem Psychiater oder Psychotherapeuten.
Ja, ich habe diesen Thread eröffnet, nachdem ich 2/3 der Forenbeiträge durchgelesen und mich intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, daher kann ich auch aus alten Forumsbeiträgen sowie sonstigen Quellen zitieren. Ich verfüge über keine medizinische Ausbildung, aber Inkonsequenzen und logische Defizite fallen halt auf. Zudem habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Expertenmeinungen oft keinen Pfifferling wert sind und es besser ist, sein eigenes Hirn einzuschalten, wenn es wirklich wichtig ist…
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von oeloxxyy »

Falls Interesse besteht, stelle ich auch gerne die Ideen zu Behandlungsmöglichkeiten/Ursachen der Skoliose etc, die mir bei der Recherche eingefallen sind bzw. die ich als Möglichkeit irgendwo gefunden habe, zur Diskussion ein.
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von oeloxxyy »

Lady S hat geschrieben:
oeloxxyy hat geschrieben: Massive LSS (lumbale Spinalstenose= (LSS)?? Muss ich nochmal nachfragen),
LSS = Lendenstrecksteife - das passt auch zum Rest der Aussagen.
Grüsse, Lady S
Danke, das wird es wohl sein
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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von minimine »

Hallo oeloxxy,

schön, dass ihr nun Gewissheit habt und du nun auch etwas "beruhigter" bist. :)
Nun, ich hätte gedacht, dass sich gerade die, die sich hier teilweise jahrelang mit den Folgen einer spät entdeckten Skoliose herumschlagen, Gedanken darüber machen, wie ihr Krankheitsverlauf gewesen wäre, wenn früher reagiert worden wäre, oder aber im Rahmen der eigenen Kinderplanung an einer frühzeitigen Behandlung oder Vorbeugung interessiert sind,
Das Problem ist ja, dass es keine richtige Vorbeugung gibt, da man auf die Ursache (höchstwahrscheinlich genetisch) nicht einwirken kann. In den USA gibt es schon einen Speicheltest, den man bei Verdacht auf Skoliose oder auch schon bei sehr geringen Krümmungen machen kann und damit das Progressionsrisiko vorhersehen kann, um dann frühzeitig zu reagieren oder eben beruhigt so wie vorher weiterzuleben. Nur, soweit ich weiß, sind diese Tests auch noch nicht 100%ig sicher und wohl auch ziemlich teuer.
Weil du direkt anschreibst, wie es wohl gewesen wäre, wenn bei vielen von uns frühzeitig behandelt worden wäre, hier mal meine Geschichte in Kurzform. Bei mir wurde Skoliose (12°) relativ früh mit 6 Jahren festgestellt und es folgten auch KG mit eher sehr großen Abständen, wobei ich dazu sagen sollte, dass ich quasi schon seit Geburt mit KG "gequält" werde. Am Stabilsten war meine Skoliose trotzdem zu den Zeiten, in denen ich am Wenigsten KG überhaupt gemacht habe, nämlich zwischen 6 und 13 Jahren. Danach hab ich bis 17 Jahren gar keine KG mehr gemacht und es hat sich nur sehr moderat auf 27° verschlechtert. Erst als ich mit Schroth angefangen habe, ging es ratz fatz mit der Verschlechterung, obwohl ich schon ausgewachsen war. Das mag nun alles Zufall gewesen sein, das weiß ich nicht. Ich könnte heute sagen, hätte ich früher schon die "richtige" KG gemacht, wäre ich heute vielleicht gerade. Genauso könnte ich heute aber sagen, hätte ich mal später keine KG mehr gemacht, dann wäre die Verschlechterung nie gekommen.
Was ich damit sagen will, niemand kann mit Sicherheit sagen, dass mit KG die Skoliose stabil bleiben würde oder auch nur, dass die Verschlechterungstendenz geringer ausfallen würde. Das Problem ist nur, dein Kind würde KG machen und es würde sich evtl. trotzdem immer weiter verschlechtern. Nur dann, wenn es wirklich sinnvoll ist, hat dein Kind vielleicht schon längst von KG die Nase voll bzw. müsste trotz Verschlechterungen neu motiviert werden mit der KG weiter zu machen. Das stelle ich mir problematisch vor.

Wünsche euch alles Gute und weiterhin eine gerade Wirbelsäule

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Re: Behandlungsvakuum<10°Skoliose-wie Verschlechterung vorbe

Beitrag von SchwarzeSchnecke »

oeloxxyy hat geschrieben:
Und falls in den nächsten Jahren eine daraus werden sollte, genügt es immer noch, wenn erst dann mit der entsprechenden Behandlung begonnen wird. Eine Kontrolle alle 6-12 Monate dürfte völlig ausreichend sein.
Wohl die allerwenigsten Menschen haben eine völlig gerade Wirbelsäule, und das gilt auch für Kinder!
Das mag richtig sein, aber die meisten mit Skoliose hatten, wie auch meine Cousine, irgendwann mal eine gerade Wirbelsäule… also wieso, auch wenn bei vielen eine geringe Krümmung auch ohne Gymnastik stabil bleiben würde, nicht frühzeitig reagieren, um diejenigen zu stabilisieren, bei denen die Skoliose fortschreiten würde?
:gruebel: Angenommen, von 10 Kindern mit derart niedrigen Gradzahlen entwickeln 2 später eine Skoliose. Soll man nun in Zukunft präventiv alle 10 behandeln (weil man ja nicht weiß, bei welchen die Gradzahlen zunehmen werden), oder was. Das wäre eine enorme Belastung: Sowohl für die Kinder (und z.T. deren Eltern) als auch für die Krankenkassen. Deshalb hoffe ich, daß so etwas nie kommen wird.

Übrigens: Wenn Du Dich so intensiv mit dem Thema beschäftigt hast, dann weißt Du vermutlich auch, daß man das Progredienzrisiko einer Skoliose u.a. aus der Rotation der Wirbelkörper ermitteln kann. Starke Rotation ist fast immer gleichbedeutend mit hohem Progredienzrisiko, wenig Rotation bedeutet i.d.R. ein eher geringes Progredienzrisiko. Eine entsprechende Schlußfolgerung kann also bereits aus dem ersten Röntgenbild bzw. der ersten Messung der Rotation gezogen werden.
Ich pathologisiere niemanden
Wie soll man das dann nennen, wenn eine winzige Verkrümmung von 6 ° zu einer behandlungsbedürftigen Skoliose erklärt wird.
Daß Beschwerden da sind, hat ja niemand bestritten.
Und genau hier projizierst Du deine Probleme auf die Situation meiner Tochter. Du gibst hier genau die bittere Geschichte wieder, die ich hier im Forum so oft gelesen habe und bei meiner Cousine selbst erlebt habe-Fehldiagnosen und drüber hinwegsehen bis es zu spät, bzw. die Skoliose weit fortgeschritten war.
Ich projiziere gar nichts. Ich lege lediglich dar, daß bzw. warum zuviel Behandlung auch nicht besser ist als zu wenig Behandlung. Wenn ich Deine Tochter wäre und zwischen zu wenig und zuviel Behandlung wählen müßte, würde ich mich für zu wenig Behandlung entscheiden, weil ich dann wenigstens nicht den Druck hätte, ständig irgendwelche bestimmten sportlichen Aktivitäten oder KG machen zu müssen. Dieser Druck würde mich entweder noch kränker oder aber erst krank machen.

Eltern, die ihren Kindern gegenüber überfürsorglich sind, tun ihnen damit genausowenig einen Gefallen wie Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen. Die Folgen sind zwar nicht dieselben, aber in beiden Fällen können sich die Kinder nicht normal entwickeln.
Ja, ich habe diesen Thread eröffnet, nachdem ich 2/3 der Forenbeiträge durchgelesen und mich intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, daher kann ich auch aus alten Forumsbeiträgen sowie sonstigen Quellen zitieren. Ich verfüge über keine medizinische Ausbildung, aber Inkonsequenzen und logische Defizite fallen halt auf. Zudem habe ich mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Expertenmeinungen oft keinen Pfifferling wert sind und es besser ist, sein eigenes Hirn einzuschalten, wenn es wirklich wichtig ist…
Da dieses Forum inzwischen sehr groß ist und sehr viele Beiträge enthält, kann ich es nicht anders denn als übertrieben finden, wenn jemand allein wegen 6 ° 2/3 der Beiträge darin liest. Obwohl ich selber sehr viel recherchiere, wenn mich etwas interessiert, würde ich mich da nicht derart hineinsteigern. So etwas tun Menschen i.d.R. dann, wenn sie (bewußt oder unbewußt) irgendein persönliches Defizit damit zu kompensieren versuchen (deshalb auch meine entsprechenden Hinweise in meinem ersten Beitrag).
Aber vielleicht wirkt die Diagnose von Dr. Hoffmann in dieser Hinsicht jetzt etwas entschärfend.

Gruß, Anne


@ Dalia (off topic):

Ich habe noch nie ausschließlich sachliche Beiträge geschrieben (denn dazu war und bin ich nicht in der Lage), sondern war bereits 2008 oder sogar schon 2007 (müßte ich nachlesen, halte ich aber auch nicht für wichtig) in die eine oder andere Auseinandersetzung verwickelt – und zwar immer dann, wenn mich etwas besonders entsetzt oder empört hat. Allerdings waren in der Vergangenheit die Abstände zwischen von mir stammenden beanstandeten Beiträgen meist größer als jetzt, weil ich immer wieder längere Zeit nicht anwesend war oder nichts da war, das meine Finger veranlaßte zu jucken. Insofern kann ich zwar nachvollziehen, daß es dem einen oder anderen nun so vorkommt, als sei ich aggressiver geworden, kann Derartiges jedoch nicht bestätigen. (Auch von Menschen, mit denen ich viel zu tun habe und die das Forum nicht kennen, habe ich keinerlei Andeutungen oder Hinweise mit dem Inhalt bekommen, daß ich mich anders verhielte als sonst.)
Übrigens hatte ich bewußt kein leuchtendes Rot gewählt, sondern ein dunkles (und zwar einfach, um dem Geschriebenen einen gewissen Nachdruck zu verleihen, wie man es ja auch beim Sprechen tut; ich könnte genausogut auch Blau verwenden), und Aggressivität bringe ich eher mit Großschreibung oder durchgehender Fettschreibung in Verbindung (oder natürlich mit entsprechender Wortwahl).

Daß Du mich als Bereicherung für das Forum hältst, werte ich als Kompliment und bedanke mich dafür. :-)

VG, Anne
Gesperrt