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Ballett und Skoliose

Verfasst: So, 12.06.2011 - 17:27
von kroko
Hallo,

im April wurdebei meiner Tochter Skoliose festgestellt. Nun macht Sie schon seit 5 Jahren Ballett. Beim Orthopäden sollte Sie eine einfache Übung machen, die Sie nur minimal ausführen konnte. Worauf der Arzt meinte:" Weiter kommst Du nicht, ich denke Du machst Ballett?"
Da war ich doch sehr stutzig. Als ich den Ballettlehrer über die Skoliose informierte, meinte er:"
Es ist mir aufgefallen das Sie bestimmte Übungen nicht kann, dachte aber Sie will es wohl nicht können."
Als ich meine Tochter fragte ob Ihr denn gesagt wurde was Sie nicht richtig macht:" Sagte Sie nein, es war immer alles gut."
Nun dachte ich gerade Ballett ist für die Haltung und Beweglichkeit sehr gut.
Ist Ballett bei Skoliose überhaupt zu empfehlen.

LG Kroko

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: So, 12.06.2011 - 18:30
von Raven
Hallo kroko,

wie stark ist denn die Skoliose deiner Tochter (Cobb-Winkel)?

Jedenfalls, etwas im sportlichen Bereich bestimmte Übungen nicht zu können oder Ungeschicktheit zu zeigen, hat
nicht zwingend etwas mit Skoliose zu tun, gerade, wenn es keine sehr starke Skoliose ist.

Ich war beispielsweise im Sport, trotz Üben, trotz viel Bewegung haben, immer auffällig schlecht (auch solche Dinge wie Purzelbaum, balancieren, Ball fangen nicht gekonnt) - was meine Eltern und ich ab Entdeckung der Skoliose als dadurch verursacht eingeschätzt hatten. Es schien uns, aus Laiensicht, zusammenzupassen.
Später lernte ich dann Skoliosepatienten kennen, die geradezu Sportskanonen waren und keine Spur meiner Ungeschicklichkeit zeigten... Für meine Ungeschicklichkeit fand sich ferner später eine deutlich wahrscheinlichere Erklärung als die Skoliose dies hätte sein können.

Viele Grüße,
Raven

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: So, 12.06.2011 - 19:06
von schneeglöckchen
hallo kroko,

Ich mache trotz meiner skoliose regelmäßig ballet und das seit 8 Jahren, zudem mache ich auch noch Eiskunstlauf. ich habe keine Probleme mit den Übungen.

LG
schneeglöckchen

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: So, 12.06.2011 - 19:23
von kroko
Hallo Raven,

es wurde 11° gemessen, unterschiedliche Beinlänge, schiefe Hüfte.
Da dem Ballettlehrer aufgefallen ist, das Sie auf einer Seite unbeweglich ist, hätte er uns
nicht informieren müssen?

Lg Kroko

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: So, 12.06.2011 - 19:46
von Raven
Hallo kroko,
kroko hat geschrieben:Da dem Ballettlehrer aufgefallen ist, das Sie auf einer Seite unbeweglich ist, hätte er uns
nicht informieren müssen?
ob er das wirklich verpflichtend muss, weiß ich nicht. Gerade bei einem so jungen Kind fände ich es aber wichtig.

Viele Grüße,
Raven

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: So, 12.06.2011 - 20:56
von Silas
Ich bin bei Sportarten, die wie Ballett mit starker Dehnung einhergehen, etwas skeptisch.

Diese stehen im Verdacht, u.U. eine Verschlimmerungstendenz zu begünstigen.

Andererseits ist es natürlich so, dass dadurch das Muskelkorsett gestärkt wird.

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Mo, 13.06.2011 - 13:58
von Strawberry<3
Hi

ich mache zwar kein Ballett, dafür aber Karnevalistischen Tanzsport, da muss man sich auch immer sehr stark dehnen und so.
ich hatte da nie irgentwelche probleme, doch der artzt meinte wenn mein rücken weh tut soll ich pause machen und ich dürfte auch keine zu dollen Sprünge machen.
Ich mach also weiter hin mit und meine Trainer achten auch darauf das ich meinen Rücken nicht zu doll belaste wird.
Und bis jetzt hat alles geklappt.

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Di, 14.06.2011 - 10:41
von Dolphingirl94
Hallo,
also ich mache seit 11 Jahren Ballett und hatte zum Glück nie Probleme. Zunächst gehörte die Ballettschule einer ehemaligen Tänzerin, der meine Skoliose nicht aufgefallen ist. Die wurde damals vom Arzt diagnostiziert. Die Besitzerin hat jedoch gewechselt und jetzt ist die Inhaberin ausgebildete Lehrerin der Royal Academy of Dancing (RAD) aus England. Sie ist wirklich qualifiziert und hatte eine sehr lange und gründliche Ausbildung. Ihr fallen eindeutig mehr Sachen an mir (und meiner Schwester, die auch zur Fehlhaltung neigt) auf und sie korrigiert besser.
Ich bin jedoch der Meinung, dass euer Ballettlehrer euch auf sowas hätte hinweisen müssen.
Vielleicht ist ein Wechsel zu einer RAD-Ballettschule für euch besser, wenn ihr weitermachen wollt?
Mir persönlich gefällt Ballett ganz gut, aber euer Kind (und der Lehrer!) sollte auf jeden Fall wissen, worauf wegen der Skoliose besonders zu achten ist.
LG, Dolphingirl

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Di, 14.06.2011 - 10:50
von Silas
Dolphingirl94 hat geschrieben:Ich bin jedoch der Meinung, dass euer Ballettlehrer euch auf sowas hätte hinweisen müssen.
Wenn noch nicht einmal manchen Ärzten das auffällt, wie soll das dann von einem Ballettlehrer verlangt werden?

Wichtig - gerade beim Ballett - ist Dehnung nicht ohne Stärkung der Muskulatur zu machen. Überdehnte Muskeln stabilisieren nicht mehr hinreichend und können eine Verschlechterungstendenz begünstigen.

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Di, 14.06.2011 - 11:26
von Raven
Hallo Silas,
Silas hat geschrieben:Wenn noch nicht einmal manchen Ärzten das auffällt, wie soll das dann von einem Ballettlehrer verlangt werden?
das sehe ich zwar auch so, von einem Ballett- oder sonstigen Sportlehrer würde ich das Erkennen einer Skoliose überhaupt nicht verlangen, aber es ging konkret darum:
kroko hat geschrieben:Da dem Ballettlehrer aufgefallen ist, das Sie auf einer Seite unbeweglich ist, hätte er uns
nicht informieren müssen?
Und das würde ich nun, als Elternteil, schon verlangen:
Mitteilung darüber, dass das Kind irgendwelche Übungen nicht macht/kann.
Von Lehrern oder Betreuern bei anderen Dingen (z.B. in der Schule, oder Kindergartenpersonal) erfahren die Eltern ja auch etwas über den Leistungsstand, bzw. auch über bestimmte Auffälligkeiten.
Auch da würde ich - natürlich - keine Diagnose verlangen, aber eben einen Hinweis auf die Beobachtung. Und eine Beobachtung gab es ja: Kind wirkt auf einer Seite unbeweglicher, kann/macht bestimmte Übungen nicht.

Viele Grüße,
Raven

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Di, 14.06.2011 - 16:38
von Dolphingirl94
Hallo,
@Silas: Ich meinte es, genauso wie Raven vermutet hat.
Wenn jemand auf einer Seite unbeweglich ist, sollte das gerade im Ballettunterricht, wo ja an der Stange Übungen jeweils für jede Seite ausgeführt werden, auffallen. Und hier sollte ein guter Lehrer m.M.n. eindeutig darauf hinweisen, wenn eine länger bestehende, ausgeprägte Auffälligkeit wie z.B. die einseitige Unbeweglichkeit entsteht.
Bei jüngeren Kindern finde ich, dass die Eltern da informiert werden müssen.
LG, Dolphingirl

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Di, 14.06.2011 - 17:07
von kroko
Hallo Ihr Lieben,
genau das trifft den Punkt, der Ballettlehrer hätte uns darauf aufmerksam machen müssen, er hätte UNS ansprechen müssen.

Es ist auch richtig, dass bis zur U10 es dem Kinderarzt auch nicht aufgefallen ist :<

Mein Mann hat öfters gemeint, "Schau doch mal da stimmt was nicht, Sie geht manchmal schief.
Als er noch Kinder trainiert hatte, musste er auch manchmal mit Eltern sprechen, weil Ihm was "aufgefallen" ist. Lieber abklären lassen. Er hält es für seine Pflichten als Trainer/Betreuer.

Nach Rücksprache mit der Krankengymnastin, die meiner Tochter eine sehr gute Sportlichkeit bestätigte, hat sich Ihre Beweglichkeit "stark" verbessert:
"Wichtig ist ein Sport wo Sie gleichzeitig belastet wird", also auch Ballett.

Wir werden auf alle Fälle den Verein wechseln.

Danke

G
kroko

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Di, 14.06.2011 - 17:45
von Silas
... andererseits ist es ganz normal, dass jeder so seine Schokoladenseite hat.

Es ist halt die Frage, wie groß das Ungleichgewicht ist und ob es Bereiche betrifft, bei denen das sonderbar ist.

Ich finde nicht, dass man Eltern benachrichtigen muss, weil ein Ballettschüler links das Spagat perfekt kann, rechts nicht einmal ansatzweise. Solche Seitenunterschiede sind durchaus normal und das abzugrenzen ist viel verlangt.

Re: Ballett und Skoliose

Verfasst: Mi, 15.06.2011 - 20:36
von Dolphingirl94
Hallo,
Ich weiß natürlich nicht, wie ausgeprägt die Unbeweglichkeit ist. Doch wenn es den Eltern doch auch aufgefallen ist, dann muss es natürlich auch dem Lehrer auffallen. Das verlange ich schon.
Wie schon gesagt, kroko, ich weiß ja nciht wie gut der Lehrer ausgebildet ist. Aber ich kann die Lehrer der RAD nur empfehlen, denn die müssen wirklich eine intensive Ausbildung machen, um ihr Zertifikat zu bekommen.
LG, Dolphingirl